LinksparteiErnst plädiert für Wagenknecht als Parteichefin

Im Streit um die neue Parteiführung bei der Linken deutet einiges auf eine weibliche Doppelspitze hin. Das Lafontaine-Lager will Wagenknecht als eine Chefin durchsetzen.

Der Linken-Vorsitzende Klaus Ernst hat sich für eine Kandidatur Sahra Wagenknechts für den Parteivorsitz ausgesprochen. "Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus. Ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Ernst unterstützte grundsätzlich den Vorschlag einer rein weiblichen Führung: Er sei dafür, "dass wir die Idee einer weiblichen Doppelspitze zur Grundlage der Suche nach einer integrativen Lösung machen", sagte Ernst, der nicht mehr kandidieren will. Wagenknecht solle aber einen der beiden Posten bekommen.

Der Vorschlag für eine Parteispitze mit zwei Frauen findet in der Linken große Zustimmung. Am Mittwoch hatten die stellvertretende Parteivorsitzende Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen eine gemeinsame Kandidatur als Duo angekündigt.

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Insgesamt liegen dem Parteivorstand bislang acht Kandidaturen für den Parteivorsitz vor. Außer Schwabedissen und Kipping haben sich Fraktionsvize Dietmar Bartsch, die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sowie vier weitgehend unbekannte Männer beworben. Der frühere Parteivorsitzende Oskar Lafontaine hatte am Dienstag seinen Verzicht auf eine Kandidatur erklärt. Gewählt wird die neue Führung auf einem Parteitag in Göttingen am 2. und 3. Juni.

Lafontaine wirbt indirekt für seine Freundin

Offenbar versuchen nun Lafontaines Verbündete in der Partei dessen Lebensgefährtin Wagenknecht durchzusetzen. Parteichef Ernst gilt als enger Vertrauter Lafontaines. Auch aus Niedersachsen und Baden-Württemberg kam Unterstützung für Wagenknecht. Der niedersächsische Fraktionschef Hans-Henning Adler schlug als Doppelspitze Wagenknecht und den thüringischen Fraktionschef Bodo Ramelow vor.

Lafontaine sagte in der ARD-Sendung Anne Will, über die Eignung Wagenknechts für den Parteivorsitz müssten andere urteilen. "Ich habe den Eindruck, dass sie nicht so schlecht beurteilt wird", sagte er. Der 68-Jährige forderte einen Generationswechsel an der Parteispitze.

Wagenknecht selbst äußerte sich zurückhaltend, schloss eine Kandidatur aber nicht aus: "Ich hoffe, dass diese Variante nicht notwendig sein wird, und wir trotzdem eine gute Lösung finden." Sie finde "jetzt eigentlich die Vorstellung sehr charmant, dass wir eine weibliche Doppelspitze bekommen".

Leserkommentare
  1. Das ist gute linke Tradtion und etwas bedauerlich, da dieses Land ein tatsächlich linke Kraft ganz gut vertragen könnte.

    5 Leserempfehlungen
  2. Verehrte Frau Wagenknecht,
    kandidieren Sie bitte. Ich lese mit großem Interesse Ihre Bücher. Weder Herr Steinbrück, noch Herr Sarrazin können Ihrem ökonomischen Wissen das Wasser reichen. Aus den Reihen der CDU (z.B. Herr Merz) und den Grünen kommt bedauerlicherweise überhaupt keine Veröffentlichung mehr.

    Sie sollen wissen, dass ich die LINKE nicht wähle, das liegt aber nicht an Ihrem Sachverstand, sondern an programmatischen Positionen, die ich nicht teile.

    Ihr Stimme muss weiter und noch deutlicher gehört werden. Daher: Kandidieren Sie. Sie haben etwas zu sagen!

    15 Leserempfehlungen
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    ... wird aus der LINKEN das, was man der FDP prophezeit hat: Eine unter 3%-Partei.

    Eigentlich bedauere ich den rapiden Niedergang der Linken - obwohl ich politisch ganz anderer Meinung bin - aber der Lösungsfindung tut es gut, wenn es aus allen politischen Lagern Einsprüche und Vorschläge gibt. Schade, dass gerade die LINKE am Machtgerangel seiner Funktionäre zerbricht. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Parteien doch alle sehr ähnlich sind.

    • bugme
    • 24.05.2012 um 21:43 Uhr

    Frau Wagenknecht würüdenn mit ihrem Stalinismusfaible dafür sorgen, dass linke Positionen im allgemeinen diskreditiert werden.
    Aber egal, solange sie nicht wie ihr liebhaber darauf besteht ohne gegenkandidat gekrönt zu werden hat die Linke die freie Wahl, welche Richtung sie gehen möchte

    Welche öknomische Position von Frau Wagenknecht sehen Sie denn als stalinistisch an?
    Und welche linke Position ist Ihnen denn wichtig?

    ... wird aus der LINKEN das, was man der FDP prophezeit hat: Eine unter 3%-Partei.

    Eigentlich bedauere ich den rapiden Niedergang der Linken - obwohl ich politisch ganz anderer Meinung bin - aber der Lösungsfindung tut es gut, wenn es aus allen politischen Lagern Einsprüche und Vorschläge gibt. Schade, dass gerade die LINKE am Machtgerangel seiner Funktionäre zerbricht. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Parteien doch alle sehr ähnlich sind.

    • bugme
    • 24.05.2012 um 21:43 Uhr

    Frau Wagenknecht würüdenn mit ihrem Stalinismusfaible dafür sorgen, dass linke Positionen im allgemeinen diskreditiert werden.
    Aber egal, solange sie nicht wie ihr liebhaber darauf besteht ohne gegenkandidat gekrönt zu werden hat die Linke die freie Wahl, welche Richtung sie gehen möchte

    Welche öknomische Position von Frau Wagenknecht sehen Sie denn als stalinistisch an?
    Und welche linke Position ist Ihnen denn wichtig?

  3. nehme ich Schwabedissen.

    Ihr meint doch nicht wirklich, dass eine von den Damen politisch etwas reissen wird.

    Aber ihr habt Recht, wenn es schon in den Abgrund geht, würde ich den auch lieber mit den Damen als mit dem Bartsch erleben!

    Eine Leserempfehlung
  4. mit der implementierung der sogenannten "realos" wird eine weitere Partei den Neoliberalen Dogmen einverleibt werden... einst machten wir uns lustig über die einheitlichen Medien der Sovjets... wir aber, sind auf dem geraden Weg dorthin bzw. bereits mittendrin in der Alternativlosigkeit einer Ideologie. Jede Ideologie, auch die Neoliberale, ist blind für Kritik und Alternativen und überrollte genauso anders denkende wie das "die anderen" getan haben... es sind aber nicht mehr "die anderen", wir tun es selber und haben uns dafür ein umfassendes Gerüst der Selbstverteidung und Rechtvertigung aufgebaut...

    Wir haben zwar keine Gulags und kein Sibirien aber genau so effiziente Methoden um alternativen gar nicht erst hochkommen zu lassen. Die Neoliberale Indoktrination ist nach ca. 30 jahren aktivität bereits im Vor-Schulalter angekommen um die heranwachsenden jungen Menschen auf den "richtigen" Weg bringen zu können...

    All das merkt man eben nur, wenn man so wie ich, in dieser Ideologiefeindlichen Gruppe von Menschen ist... je nach Gesellschaftlich-Oekonomischen Umständen werde auch ich einst einer von denen sein die in einem Gulag enden wird... Je schlimmer die Oekonomischen Zustände desto Ideologisch Verblendeter die Ansprüche an die Ideolgie des Neoliberalen und deren Totalitären Anspruch alle Gesellschaftsbereiche nach Profitablität zu durchsuchen und alles andere zu eliminieren. Perfektionismus und somit das entfernen von unliebsamen andersdenken...

    ....

    7 Leserempfehlungen
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    ich würde ihn gerne mitgehen!

    ...wie schön, dass Sie als einer der ganz wenigen hinter die Fassade unserer Welt schauen können. Sie sind eben ein aufgeklärter Linker, der genau weiß wie das Leben stattdessen auszusehen hat. Der Rest (ganz nach typisch linksradikalem Muster) ist gekauft, manipuliert und selbstverständlich seit Kindesalter indoktriniert.
    Die Medien sind natürlich auch alle gleichgeschaltet und Gulags für "aufgeklärte Systemfeinde" sind auch schon in Aussicht. Denn die Welt darf ja von solch weisen Leuten wie Ihnen nichts erfahren, damit sie nicht aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.
    Wie schön lebt sich das in einer verblendeten Weltsicht, in der man sich selbst zu einem Superhelden der Weisheit verklärt.

    ich würde ihn gerne mitgehen!

    ...wie schön, dass Sie als einer der ganz wenigen hinter die Fassade unserer Welt schauen können. Sie sind eben ein aufgeklärter Linker, der genau weiß wie das Leben stattdessen auszusehen hat. Der Rest (ganz nach typisch linksradikalem Muster) ist gekauft, manipuliert und selbstverständlich seit Kindesalter indoktriniert.
    Die Medien sind natürlich auch alle gleichgeschaltet und Gulags für "aufgeklärte Systemfeinde" sind auch schon in Aussicht. Denn die Welt darf ja von solch weisen Leuten wie Ihnen nichts erfahren, damit sie nicht aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen.
    Wie schön lebt sich das in einer verblendeten Weltsicht, in der man sich selbst zu einem Superhelden der Weisheit verklärt.

  5. ich würde ihn gerne mitgehen!

    Antwort auf "Nun Ja..."
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    • mmzz
    • 24.05.2012 um 14:16 Uhr

    .
    Lesen Sie die Veröffentlichungen des finanzpolitischen Sprechers der Linken: Axel Troost, oder stöbern Sie auf Youtube in den Reden von Gregor Gysi.

    Was soll denn diese Partei noch alles anstellen?

    Wieviele Gegenlösungen brauchts denn so?

    Im Übgrigen beginnt mir das unfundierte, medial herbei geredete Gezeter zur vermeintlichen Zerstrittenheit auf den Senkel!

    Über 70% der von der Bevölkerung gewollten, politischen Veränderungen sind Bestandteil des Parteiprogrammes und, anders als einige Journalisten zu glauben wissen, auch mit Finanzierungsmodellen untermauert.

    Kann man von mündigen Wählern sprechen, wenn diese zu über 30% die "Agenda 2010-Appendixe" wählen?

    • mmzz
    • 24.05.2012 um 14:16 Uhr

    .
    Lesen Sie die Veröffentlichungen des finanzpolitischen Sprechers der Linken: Axel Troost, oder stöbern Sie auf Youtube in den Reden von Gregor Gysi.

    Was soll denn diese Partei noch alles anstellen?

    Wieviele Gegenlösungen brauchts denn so?

    Im Übgrigen beginnt mir das unfundierte, medial herbei geredete Gezeter zur vermeintlichen Zerstrittenheit auf den Senkel!

    Über 70% der von der Bevölkerung gewollten, politischen Veränderungen sind Bestandteil des Parteiprogrammes und, anders als einige Journalisten zu glauben wissen, auch mit Finanzierungsmodellen untermauert.

    Kann man von mündigen Wählern sprechen, wenn diese zu über 30% die "Agenda 2010-Appendixe" wählen?

    • TDU
    • 24.05.2012 um 10:28 Uhr

    Lafontaine jetzt wieder als Grund fest zu machen, wagenkenecht ins Spiel zu bringen, halte ich für abwegig.

    Als Voritzende wäre sie gut. Dann hätte die Linke eine klar und deutlich transaparente Grundlage. Durch pragmatische und flexiblen Positionen könnte sie sich mit politischer Arbeit beschäftigen. Es ist nur die Frage ob Frau Wagenknecht Lust und Kraft hat, die Schwätzer ruhig zu halten.

    Bartsch und Schwadedissen hielte ich für ebenfalls für kompetent. 1 Alter und eine Junge. Zwei so junge Menschen Mneschen halte ich nicht für so kompetent. Auch wenn manche meinen mit 20 die letzten Wahrheiten entdeckt zu haben.

    Das Leben ist da ja noch nicht zu Ende, es sei denn man installiert die Diktatur der Gleichförmigkeit von der Wiege bis zur Bahre auch Sozialimus genannt.

    Aber verfolgt die Linke diese Konzept, ist sie weg. Das können die "Staat über Alles durch Konzernwirtschaft" von Rot-Grün und Reform CDU besser und subtiler.

    Darauf gilt es zu reagieren.

  6. "Sie hat Ausstrahlung weit über die Partei hinaus. Ich halte sie für besonders geeignet als Vorsitzende"

    Für mich ist völlig unverständlich, dass mit Frau Wagenknechts Ausstrahlung so häufig argumentiert wird.

    Meiner Meinung nach sieht die Dame sehr verbittert und frustiert aus und dass das 'stalinistische Teufelchen' wie ein Autor der Zeit sie vor ca. 10 Jehren nannte von ihrer Position abgerückt ist mag manche beruhigen, für mich ist es eher ein Indiz für das neue Machtstreben.

    Ich denke die Partei täte gut auf beide Lafontaines zu verzichten, um einen Neubeginn zu wagen. Nichtsdestotrotz habe ich das Gefühl das Frau Wagenknecht noch sehr großen Erfolg in der Politik feiern wird und meiner Meinung nach tut sie gut daran, erst in ein paar Jahren, wenn sie ihr Profil und ihre Positionen geschärft hat nach der Macht zu greifen.

    Eine Leserempfehlung
  7. Oskar hatte ja mit List und Tücke und nicht ohne Absicht das seltsame Duo aus seinem U-Boot (Ernst) und den 6 Konsonantinnen + 1 Umlaut (Lötzsch)installiert in der weisen Voraussicht, dass er nach deren Chaos-Tagen intensiv gerufen werde. Nun töttert der halblinke Niederbayer auftragsgemäß herum, auf das er den Bartsch verhindere, nachdem der dem Oskar gezeigt hat, wo die Krone nicht hängt.
    Auch wenn die Wagenknecht aussieht wie die Schauspielerin, die Rosa-Luxemburg spielte, sie ist es nicht. Denn mit der Freiheit der Andersdenkenden hat sie es nicht so. Vor allem, seit sie aus Saarbrücken fremdgesteuert wird. Und die NRW Wahlverliererin ist bei aller Symphatie, die sie ausstrahlen mag, kein Zugpferd für die Partei. Möge diese sich von dem grünen Unrat Quote und Doppelspitze befreien und endlich wieder an die Arbeit gehen! Es gibt viel zu tun!

    3 Leserempfehlungen

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