Integrations-DebatteMerkel widerspricht CDU-Konservativen in Islam-Frage

Innenminister Friedrich und Unionsfraktionschef Kauder wollen den Islam nicht als Teil Deutschlands anerkennen. Die Kanzlerin sieht das offenbar anders.

Kanzlerin Angela Merkel mit Schülern der Friedensburg-Oberschule in Berlin

Kanzlerin Angela Merkel mit Schülern der Friedensburg-Oberschule in Berlin

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Islam inzwischen ein fester Bestandteil Deutschlands. "Die Muslime gehören heute zu unserer Lebenswelt dazu", sagte sie bei einem Besuch einer Schule in Berlin. Viele Muslime seien Deutsche. "Deshalb gehört der Islam eben heute dazu."

Damit stellte sich die Kanzlerin hinter heftig diskutierte Äußerungen des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Dieser habe mit seinem Bekenntnis durchaus die Realität in den Blick genommen, sagte Merkel.

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In der Debatte um die Rolle des Islams hatte Innenminister Hans-Peter Friedrich zu seinem Amtsantritt das Bekenntnis Wulffs kritisiert. "Dass der Islam Teil unserer Kultur ist, unterschreibe ich nicht", sagte Friedrich. Die Leitkultur in Deutschland sei die christlich-jüdisch-abendländische Kultur. Auch CDU-Fraktionschef Volker Kauder hatte kürzlich bekundet, dass für ihn der Islam nicht zu Deutschland gehöre.

"Vieles über den Islam nach Europa gekommen"

Merkel widersprach nun dieser Ansicht: "Zu sagen, der Islam gehört nicht zu Deutschland, finde ich, ist sicherlich falsch." Das ändere dennoch nichts daran, dass die christlich-jüdische Tradition in Mitteleuropa sicherlich über Jahrhunderte stärker gewesen sei als die islamische.

Allerdings vergesse man gerne, dass vieles, was man heute kenne, über den Islam nach Europa gekommen sei. "Indem man sich das vergegenwärtigt, sieht man auch etwas, was mich immer wieder fasziniert: Es gibt nicht den Teil der Welt, der geschichtlich über Jahrhunderte immer vorne dran war", sagte die Kanzlerin.

 
Leserkommentare
  1. "Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Islam inzwischen ein fester Bestandteil Deutschlands."

    Das wird auch ausschließlich in rechtsextremen Kreisen anders gesehen..

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    "Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Islam inzwischen ein fester Bestandteil Deutschlands."

    Für mich nicht.

    Puuuh, hab ich ein Glück.
    Jetzt weiß ich endlich, wo ich hingehöre...

    • Afa81
    • 15.05.2012 um 16:21 Uhr

    In wie fern bringt Sie das weiter? Geilen Sie sich daran auf, dass alle, die vielleicht eine etwas konservativere Ansicht bzgl. dieses Themas haben, jetzt als Rechtsextreme (und Sie wissen natürlich, dass das in Deutschland die schlimmst mögliche Beleidigung ist, die es gibt) zu definieren sind? "Der Islam gehört so Deutschland!" Das ist eine dermaßen diffuse Aussage - er gehört sicher zu Deutschland, wie ich es sehe. Aber meine Verwandten, die in Bayern auf dem Land leben... ich glaube nicht, dass der Islam zu deren Deutschland gehört. Ich weiß nur, dass es dort um einiges toleranter zugeht, als hier in der Großstadt, wo man solche Kampfsätze diskutiert, um sich selbst auf ein höheres Level zu stellen, indem man andere beleidigt. Pfui Teufel.

    "Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Islam inzwischen ein fester Bestandteil Deutschlands."

    Für mich nicht.

    Puuuh, hab ich ein Glück.
    Jetzt weiß ich endlich, wo ich hingehöre...

    • Afa81
    • 15.05.2012 um 16:21 Uhr

    In wie fern bringt Sie das weiter? Geilen Sie sich daran auf, dass alle, die vielleicht eine etwas konservativere Ansicht bzgl. dieses Themas haben, jetzt als Rechtsextreme (und Sie wissen natürlich, dass das in Deutschland die schlimmst mögliche Beleidigung ist, die es gibt) zu definieren sind? "Der Islam gehört so Deutschland!" Das ist eine dermaßen diffuse Aussage - er gehört sicher zu Deutschland, wie ich es sehe. Aber meine Verwandten, die in Bayern auf dem Land leben... ich glaube nicht, dass der Islam zu deren Deutschland gehört. Ich weiß nur, dass es dort um einiges toleranter zugeht, als hier in der Großstadt, wo man solche Kampfsätze diskutiert, um sich selbst auf ein höheres Level zu stellen, indem man andere beleidigt. Pfui Teufel.

    • edgar
    • 14.05.2012 um 18:42 Uhr

    .... Stück moderner.
    Auch wenn es vielen Deutschen nicht passen wird, wie in diesem Forum in Kürze zu sehen sein wird.

    27 Leserempfehlungen
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    "2. Sie hat einfach Recht und macht die CDU wieder ein ...
    .... Stück moderner."

    So kurz und knapp dargestellt.
    Na holla die Waldfee!

    • Afa81
    • 15.05.2012 um 16:27 Uhr

    "Auch wenn es vielen Deutschen nicht passen wird, wie in diesem Forum in Kürze zu sehen sein wird."

    Der Inhalt dieses Forums zeigt mir nur eines: Meinungsfreiheit passt nicht zu Deutschland. Leider. Vor allem nicht zum intellektuellen Deutschland. Kommentar #1 zeigt das z.B. gleich zu Beginn sehr deutlich. Eine andere Meinung muss gleich einen faschistischen Hintergrund haben.

    Für mich gehört der Islam nicht zu Deutschland, genauso wenig wie die Christlich-Katholische Kirche nicht zu Deutschland gehört, weil wir eine Trennung zwischen Staat und Kirche haben.
    Es wäre schön, wenn Meinungs- und Religionsfreiheit (wobei zweiteres das erstere bedingt) zu Deutschland gehören würden. Dann könnten wir auch vielleicht irgendwann mal diese Freiheit leben, anstatt ständig darüber zu diskutieren.

    "2. Sie hat einfach Recht und macht die CDU wieder ein ...
    .... Stück moderner."

    So kurz und knapp dargestellt.
    Na holla die Waldfee!

    • Afa81
    • 15.05.2012 um 16:27 Uhr

    "Auch wenn es vielen Deutschen nicht passen wird, wie in diesem Forum in Kürze zu sehen sein wird."

    Der Inhalt dieses Forums zeigt mir nur eines: Meinungsfreiheit passt nicht zu Deutschland. Leider. Vor allem nicht zum intellektuellen Deutschland. Kommentar #1 zeigt das z.B. gleich zu Beginn sehr deutlich. Eine andere Meinung muss gleich einen faschistischen Hintergrund haben.

    Für mich gehört der Islam nicht zu Deutschland, genauso wenig wie die Christlich-Katholische Kirche nicht zu Deutschland gehört, weil wir eine Trennung zwischen Staat und Kirche haben.
    Es wäre schön, wenn Meinungs- und Religionsfreiheit (wobei zweiteres das erstere bedingt) zu Deutschland gehören würden. Dann könnten wir auch vielleicht irgendwann mal diese Freiheit leben, anstatt ständig darüber zu diskutieren.

  2. Shitstorm in drei, zwei, eins ...

    6 Leserempfehlungen
  3. Dem Satz ist natürlich richtig. Der Islam ist ein Teil von Deutschland. So wie eben auch der Hinduismus, Salsa, Hot-Dogs, Country-Musik und I-Phones ein Teil von Deutschland sind.

    34 Leserempfehlungen
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    Den Islam, eine der großen Weltreligionen, mit einem Tanz oder einer Mahlzeit gleichzusetzen? Was ist Ihre Intention? Sachlich ist das jedenfalls nicht und ich frage mich, wie man soetwas sagen kann, wenn nicht aus der Absicht, den Islam herabzusetzen.

    wenn in der Aufzählung "Hinduismus, Salsa, Hot-Dogs, Country-Musik und I-Phones" auch noch "Christentum" erscheinen würde, dann würde es passen ^^

    Den Islam, eine der großen Weltreligionen, mit einem Tanz oder einer Mahlzeit gleichzusetzen? Was ist Ihre Intention? Sachlich ist das jedenfalls nicht und ich frage mich, wie man soetwas sagen kann, wenn nicht aus der Absicht, den Islam herabzusetzen.

    wenn in der Aufzählung "Hinduismus, Salsa, Hot-Dogs, Country-Musik und I-Phones" auch noch "Christentum" erscheinen würde, dann würde es passen ^^

  4. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Kommentaren. Danke, die Redaktion/ls

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    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. die Redaktion/ls

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    Antwort auf "Gibt ihm etwas Zeit..."
  6. Der Islam ist ein Teil Deutschlands, weil ein Teil Deutschland heute dem muslimischen Glauben angehört.

    [...]

    Über den Grad der Differenzierung mögen sich die kloppen, die das brauchen. Das Heute braucht das nicht. Wenn morgen über Deutschland gesprochen wird, dann ist der Beitrag des Islam zu Deutschland zu beurteilen.

    Ich hoffen - habe allerdings meine Bedenken - das es sich positiv auswirken wird, dann im Nachhinein betrachtet.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Die Redaktion/ds

    31 Leserempfehlungen
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    die konservativen hier gehen nicht zur Wahl. Rechtsradikal zu wählen kommt für die nicht in die Tüte!

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/au.

    Von ein paar Ultras abgesehen kann und wird niemand ernsthaft in Frage stellen, daß der Islam heute ein Bestandteil Deutschlands ist. Und zwar entsprechend dem Anteil der in Deutschland rechtmäßig lebenden Anhänger dieser Religion.

    Strittig ist allerdings ob Lehr-u und Glaubenssätzen des Islam, die in diametralem Widerspruch zu wesentlichen Grundsätzen und Leitlinien unserer christlich-abendländisch geprägten und durch einen 400-jährigen Prozeß von Aufklärung veredelten Kultur stehen, jemals auch nur ein Fußbreit Geltung eingeräumt werden darf.

    Diese Diskussion wird niemals endgültig ausgetragen sein, sondern kann nur und wird nur stets durch demokratische Mehrheit entschieden und bestätigt werden müssen.

    In dieser Frage kann und darf es keine Gleichrangigkeit geben, zumal der Islam in solchen Fragen höchst diffus ist und die unterschiedlichesten Sekten und Strömungen einem Höchstmaß an Beliebigkeit Raum geben.

    "immer schön differenzieren..." -> Dies aber dann bitte richtig.

    Gehören heißt: »etwas gehört zu etwas: Teil von etwas sein« (http://de.wiktionary.org/wiki/gehören). Damit widersprechen Sie sich.

    Das, was man hier bearbeitet, ist ein Scheinproblem. Ob man nun sagt, er gehöre dazu, oder eben nicht, ändert nichts an der Realität.

    Deutschland ist ein sehr umfassender Begriff, der vieles beschreibt.

    Wenn man Deutschland als Staat ansähe, dann gehört keine Religion zu diesem; weder das Christentum, noch der Islam.
    Wenn man Deutschland als räumliches Gebiet ansähe, dann kann man den Islam in der Form zugehörig sehen, als dass Menschen in jenem Gebiet dieser Religion angehören.
    Wenn man nun Deutschland als Staat und als räumliches Gebiet ansähe, dann kann man sich bis zum Lebensende über das ob streiten. Und dies waren nur zwei Facetten von unendlich vielen.

    Ich tue dieses Islam-Deutschland-Geschwafel als Populismus ab, da nicht ganz geklärt ist, wozu der Islam jetzt genau gehört und warum. Dies wird von Merkel nicht erbracht und bleibt somit leeres Geschwätz.

    Übrigens kann man das auch von der anderen Seite aufziehen: was ist bitteschön 'der Islam'? Sunniten oder Schiiten?

    Es gibt da ja nochz ein paar andere "Kleinigkeiten": Algebra, Geometrie, Astronomie, Medizin, naja, wohl zu vernachlässigen für die Entwicklung Europas.

    "Der Islam ist ein Teil Deutschlands, weil ein Teil Deutschland heute dem muslimischen Glauben angehört."

    Und dieser Teil wächst und wächst und wächst und wenn man einer Partei die wachsende Anzahl der Wählerstimmen entzieht, nur mal so als Drohgebärde, dann kommt hinten ein richtiger Absturz bei raus, und dieser kann dann immer größer werden, andererseits auch zu einem großen Zugewinn an Wählerstimmen.
    Wie im Frühlingsstaat Ägypten wo es auch zuerst als Frühling aussah für die Freiheit. Jetzt ist es Freiheit von der Unterdrückung der religiös Extremen.

    die konservativen hier gehen nicht zur Wahl. Rechtsradikal zu wählen kommt für die nicht in die Tüte!

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/au.

    Von ein paar Ultras abgesehen kann und wird niemand ernsthaft in Frage stellen, daß der Islam heute ein Bestandteil Deutschlands ist. Und zwar entsprechend dem Anteil der in Deutschland rechtmäßig lebenden Anhänger dieser Religion.

    Strittig ist allerdings ob Lehr-u und Glaubenssätzen des Islam, die in diametralem Widerspruch zu wesentlichen Grundsätzen und Leitlinien unserer christlich-abendländisch geprägten und durch einen 400-jährigen Prozeß von Aufklärung veredelten Kultur stehen, jemals auch nur ein Fußbreit Geltung eingeräumt werden darf.

    Diese Diskussion wird niemals endgültig ausgetragen sein, sondern kann nur und wird nur stets durch demokratische Mehrheit entschieden und bestätigt werden müssen.

    In dieser Frage kann und darf es keine Gleichrangigkeit geben, zumal der Islam in solchen Fragen höchst diffus ist und die unterschiedlichesten Sekten und Strömungen einem Höchstmaß an Beliebigkeit Raum geben.

    "immer schön differenzieren..." -> Dies aber dann bitte richtig.

    Gehören heißt: »etwas gehört zu etwas: Teil von etwas sein« (http://de.wiktionary.org/wiki/gehören). Damit widersprechen Sie sich.

    Das, was man hier bearbeitet, ist ein Scheinproblem. Ob man nun sagt, er gehöre dazu, oder eben nicht, ändert nichts an der Realität.

    Deutschland ist ein sehr umfassender Begriff, der vieles beschreibt.

    Wenn man Deutschland als Staat ansähe, dann gehört keine Religion zu diesem; weder das Christentum, noch der Islam.
    Wenn man Deutschland als räumliches Gebiet ansähe, dann kann man den Islam in der Form zugehörig sehen, als dass Menschen in jenem Gebiet dieser Religion angehören.
    Wenn man nun Deutschland als Staat und als räumliches Gebiet ansähe, dann kann man sich bis zum Lebensende über das ob streiten. Und dies waren nur zwei Facetten von unendlich vielen.

    Ich tue dieses Islam-Deutschland-Geschwafel als Populismus ab, da nicht ganz geklärt ist, wozu der Islam jetzt genau gehört und warum. Dies wird von Merkel nicht erbracht und bleibt somit leeres Geschwätz.

    Übrigens kann man das auch von der anderen Seite aufziehen: was ist bitteschön 'der Islam'? Sunniten oder Schiiten?

    Es gibt da ja nochz ein paar andere "Kleinigkeiten": Algebra, Geometrie, Astronomie, Medizin, naja, wohl zu vernachlässigen für die Entwicklung Europas.

    "Der Islam ist ein Teil Deutschlands, weil ein Teil Deutschland heute dem muslimischen Glauben angehört."

    Und dieser Teil wächst und wächst und wächst und wenn man einer Partei die wachsende Anzahl der Wählerstimmen entzieht, nur mal so als Drohgebärde, dann kommt hinten ein richtiger Absturz bei raus, und dieser kann dann immer größer werden, andererseits auch zu einem großen Zugewinn an Wählerstimmen.
    Wie im Frühlingsstaat Ägypten wo es auch zuerst als Frühling aussah für die Freiheit. Jetzt ist es Freiheit von der Unterdrückung der religiös Extremen.

    • tecnyc
    • 14.05.2012 um 19:07 Uhr

    Das behauptet auch der Deutsch-Ägypter Hamed Abdel-Samad.
    http://www.youtube.com/wa...

    20 Leserempfehlungen
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