TransplantationBundestag beschließt Organspende-Reform

Der Bundestag hat die umfassende Reform der Organspende beschlossen: Jeder Bürger soll künftig regelmäßig gefragt werden, ob er bereit zu einer Organspende ist. von dpa

Der Bundestag hat die Reform der Organspenderegelung in Deutschland beschlossen. Künftig werden alle Krankenversicherten ab 16 Jahren schriftlich aufgefordert, eine Erklärung zur Organspende nach dem Tod abzugeben. Alle Fraktionen haben den Gesetzentwurf gemeinsam vorgelegt.

Alle Bürger in Deutschland sollen künftig regelmäßig Post von den Krankenkassen – gesetzlich wie privat – mit der Frage nach ihrer Bereitschaft zur Organspende bekommen. Informationen und ein Spenderausweis sollen beiliegen. "Die Regelung akzeptiert, wenn Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden wollen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr ( FDP ). "Aber es wird nicht lockergelassen." Der Minister sprach von einem nachhaltigen Schritt.

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Wichtig seien aber auch die Abläufe in den Krankenhäusern . Dort soll es künftig Transplantationsbeauftragte geben. "So wird es flächendeckend Ansprechpartner geben, die den Prozess der Organspende im Krankenhaus koordinieren", sagte Bahr.

Bei Lebendspenden werde geregelt, dass der Spender einen Anspruch gegenüber der Versicherung des Organempfängers hat. Das betreffe etwa Krankenbehandlung, Vor- und Nachbetreuung sowie Rehabilitation.

Die Grünen wollen sich beim Koalitionsentwurf zum Transplantationsgesetz enthalten, die Linken dagegen votieren. Sie kritisieren unter anderem, dass bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) weitgehend alles beim Alten bleibe. Die DSO ist zuständig für die Abwicklung der Organspenden. Sie war wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Organentnahmen in die Schlagzeilen gekommen.

Organspende

Ehe jemand als Spender infrage kommt, müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. Dieser tritt ein, sobald im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden kann. Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender künstlich beatmet werden.

Grafik: Organspende
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.  |  © Simone Gödecke

Wenn geklärt ist, dass Organe entnommen werden dürfen, wird der hirntote Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger eines Organs nicht gefährdet wird.

Die Daten des Spenders werden an die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant geschickt. Hier wird auf den Wartelisten nach passenden Empfängern gesucht.

Anschließend werden dem Verstorbenen die Organe entnommen, die er bereit war zu spenden. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet und kann bestattet werden.

Die Organe werden gekühlt und verpackt und an ihren Bestimmungsort gebracht. Sie werden mit dem Krankenwagen transportiert oder in dringenden Fällen auch per Flugzeug ausgeflogen.

Spenden nach dem Tod

Wer in Deutschland nach dem Hirntod seine Organe spenden möchte, muss einer Entnahme ausdrücklich zustimmen. Seit dem 1. November 2012 gilt dazu ein neues Transplantationsgesetz: Jeder Krankenversicherte wird regelmäßig angeschrieben und gefragt, ob seine Organe im Todesfall verwendet werden dürfen.

Wie bisher gibt es einen Organspendeausweis. Darin steht, ob derjenige generell mit einer Organ- und Gewebespende einverstanden ist oder auch nicht. Die Bereitschaft lässt sich auch einschränken: Wer etwa nicht möchte, dass sein Herz entnommen wird, kann dies auf dem Ausweis vermerken.

Bisher wurden, wenn ein möglicher Spender zu Lebzeiten nichts verfügt hatte, nach seinem Tod die Angehörigen gefragt, ob sie einer Spende zustimmen. Auch in Zukunft werden Angehörige informiert, wenn ein potenzieller Spender verstirbt. Maßgeblich ist juristisch dann aber der zu Lebzeiten formulierte Wille des Verstorbenen.

In Österreich und Belgien gilt eine Widerspruchslösung: Hier zählt jeder von Geburt an als Organspender. Wer gegen eine Entnahme von Gewebe und Organen ist, muss dies ausdrücklich erklären. Allerdings wird auch in diesen Ländern immer auch mit den Angehörigen gesprochen und geklärt, ob Einwände gegen die Spende bestehen.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Neuregelung der Organspende zusammengefasst.

Spenden im Leben

Das seit 1997 geltende Transplantationsgesetz regelt auch Organspenden während des Lebens. Auch nach der Reform von 2012 gilt: Wer zeitlebens etwa eine Niere spenden will, muss volljährig sein und über alle Risiken aufgeklärt werden. Ein Organ kann nur Verwandten, Ehegatten, Lebenspartnern oder engen Freunden gespendet werden. Jeder Lebenspender hat aber heute einen Anspruch gegen die Krankenkasse des Organempfängers auf Krankenbehandlung, Vor- und Nachsorge, Rehabilitation sowie Krankengeld.

Organe dürfen nur in den deutschlandweit gut 40 Transplantationszentren übertragen werden. Wer als Empfänger infrage kommt, ist auf einer Warteliste vermerkt. Bei jedem Organ wird geprüft, wer es am dringendsten benötigt und bei wem die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung am größten erscheinen. Dabei ist es unabhängig, ob eine Person arm oder reich, berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist. Nach den jüngsten Skandalen wurden die Kontrollen verschärft.

Das Gewebegesetz ergänzt das Transplantationsgesetz und regelt unter anderem die Entnahme von Knochen, Knorpeln, Augenhornhäuten und Herzklappen.

Der Handel mit Organen ist nach dem Gesetz verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Abgeschwächte Strafen gelten für den Verkauf und Erwerb von Produkten, die aus Gewebe und Organen hergestellt worden sind.

Bahr verteidigte den Koalitionskurs gegenüber der DSO: "Die Stiftungsträger – die Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen – sollen bessere Kontrollrechte bekommen." Auch solle der Geschäftsbericht der DSO künftig jährlich veröffentlicht werden.

Spende, wenn Angehörige nicht widersprechen

Die Patientenorganisation Deutsche Hospiz Stiftung stellte mit Blick auf die DSO infrage, dass private Organisationen weiterhin über die Organentnahme und -verteilung entscheiden sollen. Das Gesetz solle nicht durch den Bundestag gedrückt werden, sagte ihr Chef Eugen Brysch.

Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner ( CDU ) forderte eine stärkere Regionalisierung der DSO. Auch die Entscheidungslösung geht Grüttner nicht weit genug: "Ich werde mich auch künftig dafür einsetzen, dass für diejenigen, die sich nicht erklären wollen, die erweiterte Widerspruchslösung gelten soll." Eine Organspende nach dem Tod wäre danach erlaubt, sofern die Angehörigen nicht widersprechen.

In der Medizin wird die anstehende Entscheidung aufmerksam verfolgt, wie eine Stellungnahme von Deutschlands größtem Herztransplantationszentrum in Bad Oeynhausen zeigt. Dort begrüße man, dass die Knappheit an Spenderorganen zunehmend Beachtung finde, hieß es. "Denn aktuell warten über 250 Patienten in Bad Oeynhausen auf ein Spenderherz, nur 70 bis 80 von ihnen werden im Laufe des Jahres transplantiert werden können." Von den 12.000 Menschen, die in ganz Deutschland auf eine Spende warten, sterben jeden Tag drei.

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Leserkommentare
  1. Was soll das rumgezicke? Wer bei drei nicht vom OP Tisch ist, dem kann man doch gleich ein Organ entnehmen. Und es reicht doch, wenn man einen Ohnmächtigen fragt "Sind Sie gegen eine Organentnahme?"

    Hm, es wird kein Einwand erhoben, also raus mit dem Zeugs.

    Organhandel ist "auch" ein gutes Geschäft. Dem Gegenüber steht immer ein Mensch, der das Glück hat, in einem Land mit medizinischer Versorgung zu leben, was ihm ein "überleben" sichert. Woanders würde es niemanden kümmern. Und jetzt werden Menschen von ihren Krankenkassen genötigt, sich klar zu äussern. Ob das Sinn macht oder eher gegen die Organspende wirkt? Ich weiss es nicht. Es hat schon ein wenig was von Drückerkolonnen, die einem etwas aufschwatzen wollen. ( Naja, hier wollen Sie ja was von einem )

    Ein wenig Info, wie es in anderen Ländern gemacht wird, wäre hier ganz nett!

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    zu dem treffenden Vergleich: ein Hauch von Drückerkolonne.

    Die Kraftmeierei eines Herrn Grüttner wird der Sache weiteren Schaden zufügen. Jede Wette, dass die Skepsis im Laufe der Diskussion des Gesetzesentwurfs extrem zugenommen hat.

    Druck erzeugt Gegendruck.

    Die Spendebereitschaft könnte erheblich abnehmen:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/neue-regelungen-zur-organspende-we...

    "Die Patientenorganisation Deutsche Hospiz Stiftung stellte mit Blick auf die DSO infrage, dass private Organisationen weiterhin über die Organentnahme und -verteilung entscheiden sollen."

    Dem würde ich wärmstens zustimmen.

    Natürlich sollten wir, da wir in einen Land leben wo die Operationen die Leben retten können vorgenommen werded können. Schon ein interesse an einer Gesellschaft haben die mit den Tema Organspende offen umgeht.

    Allerding stimmme ich ihnen auch zu das grade die Ideee des "regelmäsicgen" Fragens doch seher an die GEZ erinnert. Wenn dann das Fragen noch schnell mir Broschüren erledigt wird die nicht aufklären sonder auf die Tränendrüse drücken, oder mit Vorort Aufklärung duch einen privates Untemen im Auftrag der DSO. Dann geht es eindeitig in die falsche Richting.

    Die idee in allen Krankenhäusern einen Ansprechpartner bereitzustellen und dort auch die Möglichkeit zu gebne sich zu informiren oder informationen und Statistiken abzufragen, halte ich aber schon für sinnvoll. Nur sollte es wohl nicht ein privater Anbiter machen, sonder eher eine saatliche Stelle, da bei privaten zu schnell Erfolgsdruck und Vermitlungsprovisionen zu Tränendrüsen drükenden Bilder und Storys verkommen die keine aufklärung bieten.

    • ruphus
    • 25. Mai 2012 12:02 Uhr

    Zunächst mal eine Antwort auf den Ländervergleich (wohlgemerkt nach einer anstrengenden Googlesuche von unglaublichen 30 Sekunden):

    http://www.organspende-und-transplantation.de/ist-zustand.htm
    Der Aktualisierungsstand ist zwar Sep 2004 aber wer die Reaktionsgeschwindigkeit der Politik einzuschätzen weis...

    Jetzt zu Ihrem populistischen Hetzkommentar:
    Getreu dem Nutzernamen erstmal schnell was schreiben und Stimmen einsammeln - gibt es dafür eigentlich Tassen, die man gegen Leser-Empfehlungen eintauschen kann; sollte man meinen.

    Der Grundgedanke der Verantwortlichen ist sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es geht sicherlich nicht um den Ramschgedanken: 'Erstmal raus mit dem Zeug, wer es braucht werden wir dann schon sehen.'

    Ich möchte nicht wissen wie viele Transplantationsbedürftige jedes Jahr sterben, weil Leute wie Sie mit ihren rückständigen und kurzsichtigen Meinungen hausieren gehen, statt sich zu fragen ob es einen selbst treffen könnte. Wie leicht ist es sich dagegen auszusprechen, wenn man nicht selbst oder im direkten Umfeld mit dem Thema zwangskonfrontiert wurde.

    Wenn ein Thema schonmal kritisch aber auch sachlich betrachtet wird sollte man es der Ernsthaftigkeit schuldig sein und sich damit mehr als nur fünf Minuten beschäftigen.

    • asdfjk
    • 25. Mai 2012 12:45 Uhr

    Nein, auch "in einem Land mit medizinischer Versorgung" ist das Überleben nicht gesichert, da es eben nicht genügend Spenderorgane gibt (s. letzter Absatz der Artikel). Man ändert die Gesetze, um an mehr Organe zu kommen.

    Ja, Organhandel ist "ein gutes Geschäft". So gut sogar, dass in anderen Ländern Menschen umgebracht werden, um sie für ihre Organe auszubeuten (teilweise werden den Opfern die Organe angeblich bei lebendigem Leid ausgenommen). Ich will gar nicht wissen, wie viele Deutsche, die in Deutschland kein Spenderorgan bekommen haben, Geld haben fließen lassen, um mit solchen Praktiken an Organe zu kommen. Um Organausbeutung zu verhindern, ist es ja gerade gut, wenn wir über das Gesetz an mehr Organe kommen.

    fakt ist einfach, dass man keines falls tot ist, wenn einem die organe zur "spende" entnommen werden, denn sonst wären die organe nicht mehr zu ver>wert<en. "wert" spielt hier eine wichtige rolle...
    in deutschland wird, faktisch, seeeehr gern geschnippelt und damit wird ein heiden geld verdient. wer garantiert mir also, dass ich "gerettet" werde, falls ich organspender bin, wenn es doch lukrativer ist, mich auseinander zu basteln und die organe einem anderen zu verpflanzen?
    ich freunde mich mit diesem "charity"-gedanken an, wenn die ärzte diese OPs auch "ehrenamtlich" durchführen.
    ich soll immerhin völlig uneigennützig spenden, womit ich generell gar kein problem hätte, aber dann soll doch der gesamte prozess "wohltätig" ablaufen... bitte!
    andernfalls erkenne ich hier nichts weiter als eine farce.

    • asdfjk
    • 25. Mai 2012 14:23 Uhr

    Mein Kommentar war ziemlich dahingerotzt; ich meinte: bei Bewusstsein.

    • Kanzel
    • 25. Mai 2012 8:42 Uhr

    In Zeiten, in der die Staatsräson auf Entsolidarisierung setzt, kommt es mir doch sehr merkwürdig vor, was da im Bundestag beschlossen wird.
    Persönlich finde ich es unglaublich, was sich hier der Staat herausnimmt: Den Blick auf meine Organe.
    Wieso mischt sich hier der Staat ein?
    Wenn, dann ist dies Aufgabe von NGOs.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • niebla
    • 25. Mai 2012 8:55 Uhr

    ...der Staat blickt Ihnen ja auch gar nicht auf die Organe. Sie werden lediglich dazu aufgefordert sich Gedanken darüber zu machen ob Sie ihre Organe zum Wohle anderer einsetzen lassen wollen. In meinen Augen ein sehr sinnvoller Gesetzentwurf. Die Leute können sich ja immer noch dagegen entscheiden. Aber bei so einem wichtigen Thema darf man in meinen Augen schon mal danach fragen, wie der einzelne dazu steht. Diese Befragung soll ja auch von den Krankenkassen per Post durchgeführt werden. Also von NGO's. Wahrscheinlich passiert auch nichts, wenn man den Brief dann nicht beantwortet.

    • joG
    • 25. Mai 2012 9:01 Uhr

    ...das beschließt in Ihrem Namen. Es sind Personen, die Sie vertreten. Sie setzen Ihren Willen um.

    • adrem
    • 25. Mai 2012 9:35 Uhr

    wenn ihnen der Arzt eröffnet, daß sie eine neue Niere brauchen, lehnen sie die Spenderniere ab. Dann sind sie wirklich konsequent mit ihrer Haltung. Ich bin immer wieder erstaunt auf so wenig Empathie zu stoßen.

    Wer im Fall des eig. Organversagens Fremdorgane haben will soll auch spenden. Alle anderen sollen klar ihre Meinung vertreten und nicht rumeiern. In anderen Ländern wird das noch ganz anders gehandhabt ( Widerspruchsklausel, sonst generell Entnahme)
    Je mehr Organe auf dem Markt sind, desto geringer der Schwarzmarkt, wo t. w. Menschen entführt und ausgeweidet werden, im besten Fall kommen sie lebend mit bleibenden Schäden ( keine Nachsorge...) im schlechtesten Fall wird der leere Körper entsorgt.
    Für ne Niere werden schon mal 50000 bezahlt, da haben es kriminelle Ärzte leicht.

    • joG
    • 25. Mai 2012 11:56 Uhr

    ....wenn die Politiker mit einer solchen Sache so viel Zeit und politisches Kapital einsetzen. Ich hatte an anderer Stelle gesehen, dass maximal 4 Menschen am Tag sterben; also 1.600 im Jahr. Wenn jeder angeschrieben werden soll, kostet das auch sehr viel Geld.

    Ich würde gerne die Rechnung sehen, die den Einsatz im Vergleich zu anderen Themen belegt, dass man dieses Thema anpacken soll. Wir haben bspw ein Hygieneproblem in den Krankenhäusern von 30.000 Toten im Jahr; 600.000 erkranken schwer. Wir haben an den Grenzen der EU ein Flüchtlingsproblem mit einer mutmaßlich ähnlichen Zahl Toter. Und, und, und.

  2. 3. [...]

    Jeder, ich betone JEDER, hat das Recht, für sich selbst zu entscheiden. Macht meinetwegen Kampagnen und überzeugt jeden Einzelnen, [...]

    Wach bleiben!

    Teil entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/lv

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und wie exakt nimmt Ihnen die Frage nach Ihrer Entscheidung das Recht zu Entscheiden? Verstehe ich nicht...

    [...] Meines Wissens sind sie nicht gegen Organspende, das ist eine Entscheidung des Einzelnen.
    Allerdings sind sie gegen Blutspenden/Bluttransfusionen. Und wenn ich sehe, welch ein Geschäft mit dem Blut gemacht wird, das natürlich kostenlos gespendet werden soll, dann kann ich mir ausmahlen, welch ein Geschäft mit Organen gemacht wird/werden soll.
    Überall, wo Kohle verdient wird, fallen die moralischen Barrieren. Ob im Sport, beim Lotto, beim Erdöl oder bei Drogen, Gier frist Hirn. Der Schritt hin zu kriminellen Handlungen wird dann sehr klein werden.
    Deshalb ist es meiner Meinung nach verständdlich, daß viele Menschen eher zurückhaltend auf die Organspende reagieren.
    Habe ich jemanden beleidigt? Ich hoffe, nicht.

    Teil entfernt. Der Inhalt, auf den Sie sich bezogen, wurde inzwischen entfernt. Danke, die Redaktion/lv

  3. ..."Spende" endlich aus dieser unsäglichen Diskussion verbannen.

    Im Übrigen sollte man zunächst klären, wie zweifelsfrei sichergestellt werden kann, daß nicht Chancen auf Heilung zugunsten einer Organentnahme geopfert werden.

    Bislang ist das einzig probate Mittel, einer Organentnahme zu widersprechen.

    In Wirklichkeit geht es doch hier um ein lukratives Geschäft mit der Ware Mensch.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Anscheinend nicht.
    Organspende bedeutet, das der Spender freiwillig entscheidet das nach seinem Tod lebensfähige Organe entommen wurden um anderen Menschen die diese Organe brauchem, Leben zu schenken.

    Der Mensch spendet also nach seinem Tod.
    Was an "Spende" jetzt Euphemismus ist kann ich nciht verstehen.

    Und wieso Sie Heilungschance gegen Organspende stellen ist auch unerklärlich. Denn der Tod ist nicht heilbar.

    • russe1
    • 25. Mai 2012 22:14 Uhr

    Sie wissen es erscheint nicht: wenn der Spender tot ist, sind die Organe nutzlos.

    • namh75
    • 25. Mai 2012 8:46 Uhr

    Auch eine nette neue Einnahmequelle! Gruselig nur, dass man ab demnächst mit Briefen zur Organspende gebeten wird und der Ausweis schon gleich mitliegt. Clever, so macht man es den Bürgern einfach eine schnelle Entscheidung zu treffen, bevor er/sie/es es sich noch einmal anders überlegen!

    Ist das der erste Schritt den Bürgern die Organspende als bürgerliche Pflicht zu verkaufen? Erst langsam rantasten und dann zur "Normalität" werden lassen? Nach dem Motto "Muss man doch,...machen ja alle"

    So nützlich Organspende ist und so viele Leben auch damit gerettet werden können, liegt es doch wohl kaum am Staat dies auf so zumutende Weise zu motivieren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wie würden Sie denn die Bürger motivieren?
    Die, die gar keine Lust haben, sich überhaupt mit dem Thema auseinander zu setzen?

    Vorschläge bitte!

    Haben Sie sich schonmal einen Organspendeausweis angeschaut? Dort kann man auch die Option ankreuzen, dass man definitiv keine Organe spenden will. Somit ist der unausgefüllte Ausweis keine Vorwegnahme der Entscheidung. Zum Nachdenken anregen kann man in unserer oberflächlichen Gesellschaft jedenfalls nicht oft genug.
    Ich würde mir allerdings (nach Verfolgen der Presseberichte zum Thema in den letzten Tagen) in Zukunft auch noch einen Zusatz wünschen: "Ich stimme der Weitergabe meiner Daten zu Forschungszwecken NICHT zu."

  4. und 12000 Patienten, die auf ein Organ warten.

    Ein schlechter Witz, wegen 0,015% der Bevölkerung das Ausschlachten von Menschen erlauben zu wollen.

    Diese ganzen Regelungen und obendrein eine private Organisation geben nicht die geringste Garantie, das ein zu Lebzeiten getätigter oder von Verwandten geäußerter Widerspruch überhaupt beachtet wird.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kann Ihnen in Ihrer Krtik nur zustimmen.

    Auch hinsichtlich der im Artikel genannten Zahl von 3 täglich versterbenden Patienten, die auf ein Spenderorgan warten:

    In der BRD sterben täglich mehr als 2000 Menschen. Insgesamt gesehen ist die Situation also weit weniger alarmierend und dramatisch, als uns glauben gemacht werden soll.

    Und bitte jetzt keine sentimental-idyllischen Einwände wie "Jeder ist einer zuviel". Darum geht es nicht.
    Es geht darum, dass hier die Rechte aller gegen die Rechte/Interessen einer winzigen Minderheit ausgespielt werden.

    "und 12000 Patienten, die auf ein Organ warten.
    Ein schlechter Witz, wegen 0,015% der Bevölkerung das Ausschlachten von Menschen erlauben zu wollen.
    Diese ganzen Regelungen und obendrein eine private Organisation geben nicht die geringste Garantie, das ein zu Lebzeiten getätigter oder von Verwandten geäußerter Widerspruch überhaupt beachtet wird."

    Genau, Menschen sind ja nur Zahlen... Ich wäre gespannt was Sie zum Thema schreiben, wenn einer Ihrer Freunde/Verwandten auf ein Organ wartet. Ist das dann egal, weil er/sie nur eine(r) von Vielen ist? Und dass der Widerspruch nicht beachtet wird, glauben Sie doch selbst nicht, oder?
    Die ganzen anderen Verschwörungstheorien á la "dann kommt die Organspendemafia ins Krankenhaus, gibt den Ärzten 5 Mark und nimmt mir meine Nieren weg" können wir ja sowieso mal abends an der Tankstelle diskutieren, bei einem schönen Dosenbier.

    den 12000.

    Wirst Du aber nicht tun.

  5. zu dem treffenden Vergleich: ein Hauch von Drückerkolonne.

    Die Kraftmeierei eines Herrn Grüttner wird der Sache weiteren Schaden zufügen. Jede Wette, dass die Skepsis im Laufe der Diskussion des Gesetzesentwurfs extrem zugenommen hat.

    Druck erzeugt Gegendruck.

    Die Spendebereitschaft könnte erheblich abnehmen:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/neue-regelungen-zur-organspende-we...

    "Die Patientenorganisation Deutsche Hospiz Stiftung stellte mit Blick auf die DSO infrage, dass private Organisationen weiterhin über die Organentnahme und -verteilung entscheiden sollen."

    Dem würde ich wärmstens zustimmen.

    • H.v.T.
    • 25. Mai 2012 8:55 Uhr

    "Die Regelung akzeptiert, wenn Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden wollen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP)."
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    Das ist aber sehr anständig von Ihnen, Herr Daniel Bahr, dass Sie mir die Freiheit zugestehen, auch mal keine Meinung haben zu dürfen.

    Nicht dass das Grundgesetz garantieren würde, dass Meinungsfreiheit auch beinhaltet, keine Meinung haben zu dürfen.
    Nein, da braucht es dann auch Sie zur gesetzlichen Gewährleistung des Grundrechts, Herr Daniel Bahr; nicht das noch der Eindruck entsteht, es herrsche Meinungszwang.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Bundestag | CDU | Daniel Bahr | FDP | Gesundheitsminister | Krankenhaus
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