Transplantation: Bundestag beschließt Organspende-Reform
Der Bundestag hat die umfassende Reform der Organspende beschlossen: Jeder Bürger soll künftig regelmäßig gefragt werden, ob er bereit zu einer Organspende ist.
Der Bundestag hat die Reform der Organspenderegelung in Deutschland beschlossen. Künftig werden alle Krankenversicherten ab 16 Jahren schriftlich aufgefordert, eine Erklärung zur Organspende nach dem Tod abzugeben. Alle Fraktionen haben den Gesetzentwurf gemeinsam vorgelegt.
Alle Bürger in Deutschland sollen künftig regelmäßig Post von den Krankenkassen – gesetzlich wie privat – mit der Frage nach ihrer Bereitschaft zur Organspende bekommen. Informationen und ein Spenderausweis sollen beiliegen. "Die Regelung akzeptiert, wenn Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht entscheiden wollen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). "Aber es wird nicht lockergelassen." Der Minister sprach von einem nachhaltigen Schritt.
Wichtig seien aber auch die Abläufe in den Krankenhäusern. Dort soll es künftig Transplantationsbeauftragte geben. "So wird es flächendeckend Ansprechpartner geben, die den Prozess der Organspende im Krankenhaus koordinieren", sagte Bahr.
Bei Lebendspenden werde geregelt, dass der Spender einen Anspruch gegenüber der Versicherung des Organempfängers hat. Das betreffe etwa Krankenbehandlung, Vor- und Nachbetreuung sowie Rehabilitation.
Die Grünen wollen sich beim Koalitionsentwurf zum Transplantationsgesetz enthalten, die Linken dagegen votieren. Sie kritisieren unter anderem, dass bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) weitgehend alles beim Alten bleibe. Die DSO ist zuständig für die Abwicklung der Organspenden. Sie war wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Organentnahmen in die Schlagzeilen gekommen.
- Organspende
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Ehe jemand als Spender infrage kommt, müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. Dieser tritt ein, sobald im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden kann. Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender künstlich beatmet werden.
Grafik: Organspende
© Simone GödeckeKlicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF herunterzuladen.
Wenn geklärt ist, dass Organe entnommen werden dürfen, wird der hirntote Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger eines Organs nicht gefährdet wird.
Die Daten des Spenders werden an die europäische Vermittlungsstelle Eurotransplant geschickt. Hier wird auf den Wartelisten nach passenden Empfängern gesucht.
Anschließend werden dem Verstorbenen die Organe entnommen, die er bereit war zu spenden. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet und kann bestattet werden.
Die Organe werden gekühlt und verpackt und an ihren Bestimmungsort gebracht. Sie werden mit dem Krankenwagen transportiert oder in dringenden Fällen auch per Flugzeug ausgeflogen.
- Spenden nach dem Tod
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Wer in Deutschland nach dem Hirntod seine Organe spenden möchte, muss einer Entnahme ausdrücklich zustimmen. Seit dem 1. November 2012 gilt dazu ein neues Transplantationsgesetz: Jeder Krankenversicherte wird regelmäßig angeschrieben und gefragt, ob seine Organe im Todesfall verwendet werden dürfen.
Wie bisher gibt es einen Organspendeausweis. Darin steht, ob derjenige generell mit einer Organ- und Gewebespende einverstanden ist oder auch nicht. Die Bereitschaft lässt sich auch einschränken: Wer etwa nicht möchte, dass sein Herz entnommen wird, kann dies auf dem Ausweis vermerken.
Bisher wurden, wenn ein möglicher Spender zu Lebzeiten nichts verfügt hatte, nach seinem Tod die Angehörigen gefragt, ob sie einer Spende zustimmen. Auch in Zukunft werden Angehörige informiert, wenn ein potenzieller Spender verstirbt. Maßgeblich ist juristisch dann aber der zu Lebzeiten formulierte Wille des Verstorbenen.
In Österreich und Belgien gilt eine Widerspruchslösung: Hier zählt jeder von Geburt an als Organspender. Wer gegen eine Entnahme von Gewebe und Organen ist, muss dies ausdrücklich erklären. Allerdings wird auch in diesen Ländern immer auch mit den Angehörigen gesprochen und geklärt, ob Einwände gegen die Spende bestehen.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Neuregelung der Organspende zusammengefasst.
- Spenden im Leben
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Das seit 1997 geltende Transplantationsgesetz regelt auch Organspenden während des Lebens. Auch nach der Reform von 2012 gilt: Wer zeitlebens etwa eine Niere spenden will, muss volljährig sein und über alle Risiken aufgeklärt werden. Ein Organ kann nur Verwandten, Ehegatten, Lebenspartnern oder engen Freunden gespendet werden. Jeder Lebenspender hat aber heute einen Anspruch gegen die Krankenkasse des Organempfängers auf Krankenbehandlung, Vor- und Nachsorge, Rehabilitation sowie Krankengeld.
Organe dürfen nur in den deutschlandweit gut 40 Transplantationszentren übertragen werden. Wer als Empfänger infrage kommt, ist auf einer Warteliste vermerkt. Bei jedem Organ wird geprüft, wer es am dringendsten benötigt und bei wem die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung am größten erscheinen. Dabei ist es unabhängig, ob eine Person arm oder reich, berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist. Nach den jüngsten Skandalen wurden die Kontrollen verschärft.
Das Gewebegesetz ergänzt das Transplantationsgesetz und regelt unter anderem die Entnahme von Knochen, Knorpeln, Augenhornhäuten und Herzklappen.
Der Handel mit Organen ist nach dem Gesetz verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Abgeschwächte Strafen gelten für den Verkauf und Erwerb von Produkten, die aus Gewebe und Organen hergestellt worden sind.
Bahr verteidigte den Koalitionskurs gegenüber der DSO: "Die Stiftungsträger – die Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen – sollen bessere Kontrollrechte bekommen." Auch solle der Geschäftsbericht der DSO künftig jährlich veröffentlicht werden.
Spende, wenn Angehörige nicht widersprechen
Die Patientenorganisation Deutsche Hospiz Stiftung stellte mit Blick auf die DSO infrage, dass private Organisationen weiterhin über die Organentnahme und -verteilung entscheiden sollen. Das Gesetz solle nicht durch den Bundestag gedrückt werden, sagte ihr Chef Eugen Brysch.
Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) forderte eine stärkere Regionalisierung der DSO. Auch die Entscheidungslösung geht Grüttner nicht weit genug: "Ich werde mich auch künftig dafür einsetzen, dass für diejenigen, die sich nicht erklären wollen, die erweiterte Widerspruchslösung gelten soll." Eine Organspende nach dem Tod wäre danach erlaubt, sofern die Angehörigen nicht widersprechen.
In der Medizin wird die anstehende Entscheidung aufmerksam verfolgt, wie eine Stellungnahme von Deutschlands größtem Herztransplantationszentrum in Bad Oeynhausen zeigt. Dort begrüße man, dass die Knappheit an Spenderorganen zunehmend Beachtung finde, hieß es. "Denn aktuell warten über 250 Patienten in Bad Oeynhausen auf ein Spenderherz, nur 70 bis 80 von ihnen werden im Laufe des Jahres transplantiert werden können." Von den 12.000 Menschen, die in ganz Deutschland auf eine Spende warten, sterben jeden Tag drei.





Was den Diabetes angeht: Es gibt verschiedene Typen. Und nicht alle sind auf falsche Ernährung/Lebensweise zurück zu führen.
Und was das Verhalten von Empfängern eines Spendeorgans angeht sollte man vielleicht auch verschiedene Menschengruppen unterscheiden: Die, denen die Nebenwirkungen von Tabak und Alkohol egal sind und trotz Spenderorgan weiterrauchen wie sie es vorher getan haben, und was sie vielleicht erst in diese Situation gebracht hat. Es gibt auch Leute, die nach einer Krebsdiagnose weiter rauchen. Ist für mich unverständlich, aber man kann es nicht ändern. Man kann halt keinem Menschen zwingen auf eine bestimmte Art und Weise zu leben.
Und dann gibt es da noch die Gruppe, die heilfroh sind ein neues Organ zu haben und ein neues Leben führen zu können, und die auch dementsprechend leben (soll heißen gesund).
Und zuletzt noch eine Frage: Wenn ihr Baby ein neues Herz bräuchte um zu überleben, zB aufgrund eines angeborenen Herzfehlers (wie zB Insuffisienz oder einem Herzklappenfehler), würden Sie wirklich eine Spende verweigern? Wenn Ihnen die Ärzte sagen würden, dass es ein kompatibles Organ gibt?
Natürlich gibt es unter denen schwarze Schafe, wie in jeder Berufsgruppe. Aber es sind nicht alle geldgierige Geier, die bei der ersten Gelegenheit dem Patienten ein Organ raus reißen um es einem anderen einzusetzen aus reiner Profitgier
"würden aus Profitgier keine Organe rausreißen.."
Nicht? Wieso steigen dann insbeondere die Gelenks- und Bandscheiben-OP stark an? Wegen der Fallpauschale.
Solange es in unserem Gesundheitssystem offenbar nicht nur selten vorkommt, dass Ärzte Patienten als "Beute" betrachten und sogen. "Fangprämien" von Krankenhäusern und Kollegen
an die überweisenden Ärzte trotz eindeutiger Gesetzeslage gezahlt werden, ist Skepsis angebracht.
Nachzulesen in : Süddeutsche, FOCUS, ZDF heute, ARD Tagesschau usw.
"würden aus Profitgier keine Organe rausreißen.."
Nicht? Wieso steigen dann insbeondere die Gelenks- und Bandscheiben-OP stark an? Wegen der Fallpauschale.
Solange es in unserem Gesundheitssystem offenbar nicht nur selten vorkommt, dass Ärzte Patienten als "Beute" betrachten und sogen. "Fangprämien" von Krankenhäusern und Kollegen
an die überweisenden Ärzte trotz eindeutiger Gesetzeslage gezahlt werden, ist Skepsis angebracht.
Nachzulesen in : Süddeutsche, FOCUS, ZDF heute, ARD Tagesschau usw.
Wer den Tod nicht zum Leben gehörig sieht - folgt auch einer Weltanschauung. Einer industriellen Verwertung von Alter, Tod und menschlichem Material. Das soll kein Vorwurf sein. Jeder nach seinem Plaisir. Es gehört zu einer Weltanschauung in dem der Tod nicht zum Leben gehört (in dem wir Krankheit, Alter, Sterben durch industieller Verwertung und Abschirmung von uns wegdrücken). Also das Leben wird nicht mehr leidenschaftlich Wahrgenommen, da jegliche Berührung mit dem Tod aus der Gesellschaft entfernt wurde - somit kann ein Kind nicht mehr die Grenzen seiner Existenz wahrnehmen/austesten - somit nicht das Leben in aller seiner Vielfalt erleben und wird zwangsweise um jeden Preis versuchen bei dem Unausweichlichen, diesem zu entkommen. Weil es erst in diesem Moment sich bewusst wird, dasz es vorbei ist und dann die Frage nach dem bisherigen Sinn seiner Existenz stellt - leidenschaftsloses vor sich hertragen des Todes als Fremdkörper und Feind - zugegeben eine etwas schizophrene Weltanschauung.
Ich beziehe mich mit "Das ist keine Sache der Weltanschauung" ausschließlich auf die Tatsache, dass in dem Kommentar auf den ich mich beziehe, es so dargestellt wird, als ob Diabetes Typ 1 allein auf Grund falscher Ernährung im Säuglingsalter ensteht. Und diese Frage ist nun mal keine Frage der Weltanschauung, sondern eine wissenschaftliche Fragestellung.
Bei der Frage, wann jemand tod ist, gebe ich Ihnen recht. Zwar ist dies auch eine wissenschaftlich Fragestellung, aber letztendlich eine Definition und somit genauso eine Sache der Weltanschauung, wie die Frage, ab wann das Leben beginnt.
Ich beziehe mich mit "Das ist keine Sache der Weltanschauung" ausschließlich auf die Tatsache, dass in dem Kommentar auf den ich mich beziehe, es so dargestellt wird, als ob Diabetes Typ 1 allein auf Grund falscher Ernährung im Säuglingsalter ensteht. Und diese Frage ist nun mal keine Frage der Weltanschauung, sondern eine wissenschaftliche Fragestellung.
Bei der Frage, wann jemand tod ist, gebe ich Ihnen recht. Zwar ist dies auch eine wissenschaftlich Fragestellung, aber letztendlich eine Definition und somit genauso eine Sache der Weltanschauung, wie die Frage, ab wann das Leben beginnt.
@Genius1
>Jeder Bürger soll zur Organspende Gefragt werden? Wenn ein >Bürger ein bestimmtes Alter erreicht hat, kommt Er als O>rganspender nicht in Frage.
Das ist falsch. Auch ein Achtzigjähriger kann z.B. eine so funktionstüchtige Niere haben, die einen Menschen mit akutem Nierenversagen retten kann. In den letzten Jahren ist die Zahl der Organspenden älterer Spender sogar gestiegen, weil man sich von der Denkblockade verabschiedet, dass ein "altes Organ" ja nichts taugen kann.
Insofern ist gerade in der Zielgruppe Aufklärung besonders wichtig, weil viele denken, sie seien für eine Spende ohnedies zu alt oder zu krank.
Was Sie hier als Hokus-Pokus abtun, ist in Wahrheit mit einigem Aufwand rechtlich geregelt.
Gerade hier in Deutschland. Siehe z.B. Friedhofspflicht.
Hinsichtlich "Störung der Totenruhe" hat der Hokus-Pokus sogar eine strafrechtliche Relevanz.
Also: Kein Hokus-Pokus!
Es könnte u.a. nicht sein, dass ein Tier in unserem Rechtssystem einen höheren Schutz geniesst, als ein verstorbener (oder gar sterbender) Mensch.
schließt nicht aus, daß es sich um Unsinn handelt.
schließt nicht aus, daß es sich um Unsinn handelt.
Gelinde gesagt bin ich entsetzt, dass selbst ZEIT-Leser sich nicht zu schade sind für krude Verschwörungstheorien und wilde Verdächtigungen. Illegalen Organhandel wird es solange geben, solange es nicht ausreichend viele Spenderorgane gibt. Dieses Problem wird durch das neue Transplantationsgesetz sicher nicht gelöst, aber es besteht die Hofnnung, dass sich die Menschen zumindest mit diesem Thema auseinandersetzen. Die neue Regelung gewährleistet, dass jeder die Möglichkeit hat, sich explizit GEGEN eine Organspende auszusprechen. Das ist doch eindeutig besser, als diese Entscheidung im Ernstfall den Angehörigen aufzubürden. Es MUSS doch keiner seine Organe spenden und jetzt kann man explizit widersprechen. Was gerne vergessen wird: Die Personen, die nicht spenden wollen, sollen bitte auch ihren Verzicht auf die Entgegennahme einer Organspende erklären. Interessanterweise wird dieser Aspekt von den Gegnern eines Transplantationsgesetzes nie thematisiert. Organspende basiert auf dem Solidaritätsprinzip, für mich ist die Vorstellung, dass ggf. eine Person Empfänger eines Spenderorgans wird, der selbst jegliche Organspende verweigert, ziemlich unerträglich. Mir scheint, dass so manche Gegner des Transplantationsgesetzes noch nie darüber nachgedacht haben, ob sie selbst für sich auch die Annahme eines Spenderorgans verweigern würden.
wird es auch mit ausreichend Organen geben. Der Kunde bestimmt den Markt und nicht das Angebot.
haben sie recht mit der Richtung der hier geführten Debatte. Da nehmen sich jedoch beide Seiten die hier aufeinander prallen nicht viel.
Ich sehe das eher so, dass gerade die Zeit-Leser selbst und kritisch denken und nicht blind alles glauben, was ihnen von Politikern und Kampagnen erzählt werden.
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"Dieses Problem wird durch das neue Transplantationsgesetz sicher nicht gelöst, aber es besteht die Hofnnung, dass sich die Menschen zumindest mit diesem Thema auseinandersetzen"
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Das impliziert, dass Sie damit sagen, wollen, dass wer sich ausreichent mit dem Thema auseinandersetzt, muss für die Organspende sein, weil das so eine tolle Sache ist.
Und gerade dagegen wehren sich viele ja.
Warum gehen Sie davon aus, dass die Leute damit noch nicht auseinandergesetzt haben?
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"Es MUSS doch keiner seine Organe spenden und jetzt kann man explizit widersprechen"
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Die Möglichkeit, auf dem Organspendeausweis Nein anzukreuzen hat es schon immer gegeben.
Wen interessiert in Deutschland die medizinische Forschung???
(der Artikel zeigt die politischen Präferenzen ... übliche Vertrauensbildung?)
Da kommt der Ansatz israelischer Medizinforscher dem hippokratischen Eid doch näher, oder???
http://www.spiegel.de/wis...
Danke
Organspenden beruhen auf dem Spendenprinzip und nicht auf einem Solidaritätsprinzip.
Dass Menschen bewusst und aus freien Stücken eine selbstlose Leistung erbringen.
Und dann immer dieses Argument, was diese vermeintliche Zwickmühle zwischen der Verweigerung der eigenen Spende und dem möglichen Wunsch nach einem Spenderorgan angeht.
Das erinnert mich an die ehemalige Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern, wo die Falle gestellt wurde:
"Was ist, wenn Sie mit Ihrer Freundin durch den Wald gehen und diese plötzlich von einem Unbekannten angegriffen wird. Wären Sie dann nicht bereit, ihre Freundin zu schützen und den Angreifer zu töten?"
Sorry, aber über dieses hingehaltene Stöckchen mag ich nicht springen.
Diese Pistole lasse ich mir ganz einfach nicht auf die Brust setzen.
"Interessanterweise wird dieser Aspekt von den Gegnern eines Transplantationsgesetzes nie thematisiert."
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Wie kommen Sie darauf? Es wird thematisiert.
Gerade diejenigen, die für sich die Organempfang ablehnen, aber doch aus Nächstenliebegründen überlegen, ob sie trotzdem für andere spenden wollen/sollen, beschäftigen sich viel mit dem Thema.
Und für mich persönlich als Gewaltopfer stellt sich schon die moralische Frage, wie es wäre, wenn ein Gewaltverbrecher Spenderorgane bekommt und dann anderen Menschen schädigen.
Und für mich stellt sich schon die moralische Frage, wie es sein kann, dass Opfer, die von Tätern mit dem Tod und Umbringen gedroht werden, nicht ausreichend geschützt werden. Wenn sie dann tod sind, dann dürfen sie aber Organe spenden.
Also, wenn man schon mit Solidarität argumentiert, sollte sich auch in allen Bereichen solidarisch zeigen, und nicht nur im Bereich Organspendenausweis.
wird es auch mit ausreichend Organen geben. Der Kunde bestimmt den Markt und nicht das Angebot.
haben sie recht mit der Richtung der hier geführten Debatte. Da nehmen sich jedoch beide Seiten die hier aufeinander prallen nicht viel.
Ich sehe das eher so, dass gerade die Zeit-Leser selbst und kritisch denken und nicht blind alles glauben, was ihnen von Politikern und Kampagnen erzählt werden.
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"Dieses Problem wird durch das neue Transplantationsgesetz sicher nicht gelöst, aber es besteht die Hofnnung, dass sich die Menschen zumindest mit diesem Thema auseinandersetzen"
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Das impliziert, dass Sie damit sagen, wollen, dass wer sich ausreichent mit dem Thema auseinandersetzt, muss für die Organspende sein, weil das so eine tolle Sache ist.
Und gerade dagegen wehren sich viele ja.
Warum gehen Sie davon aus, dass die Leute damit noch nicht auseinandergesetzt haben?
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"Es MUSS doch keiner seine Organe spenden und jetzt kann man explizit widersprechen"
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Die Möglichkeit, auf dem Organspendeausweis Nein anzukreuzen hat es schon immer gegeben.
Wen interessiert in Deutschland die medizinische Forschung???
(der Artikel zeigt die politischen Präferenzen ... übliche Vertrauensbildung?)
Da kommt der Ansatz israelischer Medizinforscher dem hippokratischen Eid doch näher, oder???
http://www.spiegel.de/wis...
Danke
Organspenden beruhen auf dem Spendenprinzip und nicht auf einem Solidaritätsprinzip.
Dass Menschen bewusst und aus freien Stücken eine selbstlose Leistung erbringen.
Und dann immer dieses Argument, was diese vermeintliche Zwickmühle zwischen der Verweigerung der eigenen Spende und dem möglichen Wunsch nach einem Spenderorgan angeht.
Das erinnert mich an die ehemalige Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern, wo die Falle gestellt wurde:
"Was ist, wenn Sie mit Ihrer Freundin durch den Wald gehen und diese plötzlich von einem Unbekannten angegriffen wird. Wären Sie dann nicht bereit, ihre Freundin zu schützen und den Angreifer zu töten?"
Sorry, aber über dieses hingehaltene Stöckchen mag ich nicht springen.
Diese Pistole lasse ich mir ganz einfach nicht auf die Brust setzen.
"Interessanterweise wird dieser Aspekt von den Gegnern eines Transplantationsgesetzes nie thematisiert."
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Wie kommen Sie darauf? Es wird thematisiert.
Gerade diejenigen, die für sich die Organempfang ablehnen, aber doch aus Nächstenliebegründen überlegen, ob sie trotzdem für andere spenden wollen/sollen, beschäftigen sich viel mit dem Thema.
Und für mich persönlich als Gewaltopfer stellt sich schon die moralische Frage, wie es wäre, wenn ein Gewaltverbrecher Spenderorgane bekommt und dann anderen Menschen schädigen.
Und für mich stellt sich schon die moralische Frage, wie es sein kann, dass Opfer, die von Tätern mit dem Tod und Umbringen gedroht werden, nicht ausreichend geschützt werden. Wenn sie dann tod sind, dann dürfen sie aber Organe spenden.
Also, wenn man schon mit Solidarität argumentiert, sollte sich auch in allen Bereichen solidarisch zeigen, und nicht nur im Bereich Organspendenausweis.
"Der moralischer gesellschaftlicher Druck, zur Organspende Ja sagen zu müssen? Mit dem indirekten Vorwurf, dass wer Nein sagt, unsozial, uninformiert und zu paranoid wäre?"
__ Nur weil ich paranoid bin, heißt das nicht, dass mich keiner verfolgt. __
Ich habe noch niemandem ein Gespräch über Organspende aufgedrängt und mich hat auch noch niemand gefragt, ob ich einen Organspendeausweis besitze.
Ich reagiere immer nur auf Leute, die bei diesem Thema in Internetforen mit abwitzigen Unterstellungen arbeiten, um die Organspende zu diskreditieren.
wird es auch mit ausreichend Organen geben. Der Kunde bestimmt den Markt und nicht das Angebot.
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