Streit in der CDURöttgen zieht Euro-Äußerung zur NRW-Wahl zurück

Der Spitzenkandidat wurde in der CDU hart angegangen, weil er die Landtagswahl zur Abstimmung über Merkel aufgeblasen hatte. Nun will er es doch nicht so gemeint haben.

Der CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen hat gesagt, die Wahl in Nordrhein-Westfalen sei doch keine Abstimmung über den EU-Sparkurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Am Sonntag steht nicht der Kurs von Angela Merkel in Europa zur Abstimmung, sondern der Schuldenkurs von Frau Kraft in Nordrhein-Westfalen", sagte der Bundesumweltminister der Welt.

Röttgen fügte hinzu: "Allerdings hat dieser Kurs Bedeutung über die Landesgrenzen hinweg." Unionspolitiker hatten sich darüber beschwert, dass Röttgen die NRW-Wahl am 13. Mai zur Abstimmung über Merkels EU-Kurs erklärt hatte. Ihm wurde unterstellt, der Kanzlerin eine Mitverantwortung für eine mögliche Niederlage bei der Landtagswahl geben zu wollen.

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"Es geht um die Frage, welche Art von Politik sich durchsetzt: Sparen oder Schulden machen", sagte Röttgen. Es werde mit der SPD eine Regierung abgewählt, "die Verschuldung für Verantwortung hält." Die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft schlage sich dabei auf die Seite derjenigen Kräfte in Europa, die zugunsten kurzfristiger Wahlgeschenke die Stabilität und damit die Zukunft des Euro aufs Spiel setzen.

Kanzlerin äußerte sich betont gelassen

Merkels Konsolidierungskurs habe das Land gestärkt durch die Finanzmarktkrise gebracht, sagte Röttgen. "Er hat unserem Land Wachstum, Wohlstand und eine hohe Beschäftigung gesichert. Mit der CDU in der Regierung werden wir einen solchen Kurs endlich auch in NRW durchsetzen", erklärte der Umweltminister.

Die Kanzlerin äußerte sich betont gelassen zu dem Konflikt. Sie sehe in der Abstimmung keine Schicksalswahl für die Bundes- und die Europapolitik. Es sei eine wichtige Landtagswahl, "nicht mehr und nicht weniger". Die Bundesregierung arbeite dessen ungeachtet verlässlich, erfolgreich und vertrauensvoll weiter zusammen.
 

 
Leserkommentare
  1. 17. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  2. unbeantworteten Fragen und sicher auch Gründe, die dazu führen, dass Röttgen eine krachende Niederlage einfährt.

  3. 19. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  4. ... sagten (angeblich) schon die indianer.

    neben diesem fax-pax hat sich herr röttgen in ZDFneo bei 'login' gleich den nächsten fehltritt erlaubt.

    da hat dieser herr doch tatsächlich gesagt: "Bedauerlicherweise" entscheiden die Wähler.

    das rutscht einem routinier doch nur aus dem mund, wenn er es in wahrheit wirklich auch so meint!?

    hat sich eigentlich bei den damen und herren politiker seit mitte 1800 irgend etwas geändert?

    die antwort muss (leider) lauten: NEIN!

    schon Alexis de Tocqueville beklagte die 'tyrannei der massen'

    oh aufklärung in europa: wo bist du geblieben??? ,-(((((

  5. Ja, unter den Blinden ist der Einäugige König.
    Der Versprecher kam nur deshalb zustande, weil Röttgen sehr wohl weiß, dass er mit seiner unterirdischen Haltung auf verlorenem Posten steht. Es ist keine Ironie, die hat er mehr schlecht als recht da hineingeheimnist. Wenn sie echt gewesen wäre, dann hätte er sie auch nicht zuücknehmen müssen. Dann ist nämlich der der Dumme, der sie nicht versteht.
    Nachdem er sich einigermaßen gefangen hatte, ging es völlig ironielos in der üblichen CDU-nahen und besonders Röttgentypischen arroganten Überheblichkeit weiter: " die Bürger.......anders entscheiden als wir das wollen".
    Nur für diejenigen, die es sprachlich nicht verstehen: Der Satz hätte wohl besser so heißen müssen "die Bürger.......anders entscheiden als wir das gerne hätten". Selbst die Vokabel "möchten" an Stelle von "wollen" wäre wesentlich besser gewesen. Aber: er hat gesagt, was er wirklich denkt.... und die Wähler dürfen ihm das ruhig quittieren.

    • keibe
    • 09.05.2012 um 20:59 Uhr

    Man ist geneigt, ihn "Fettnapftapser" zu nennen.

    "Eigentlich passierte es nur vor kleinem Publikum, am Dienstagabend in der TV-Sendung "Log in" im Spartenkanal ZDF Info. Doch über das Internet verbreitet sich die Szene am Mittwoch schnell. Es geht, wie so oft in diesem Wahlkampf, um die Frage nach Röttgens Zukunft im Fall einer Niederlage am Sonntag. "Wenn Sie Landesvorsitzender sind und das Beste für das Land wollen, müssten Sie auch in die Opposition gehen", sagt Moderatorin Dunja Hayali. Der Umweltminister versucht es mit der Routine-Strategie: "Ja gut, also, müsste ich nicht", sagt Röttgen, "sondern ich meine, ich müsste dann eigentlich Ministerpräsident werden." Dann fügt er einen fatalen Satz hinzu: "Bedauerlicherweise entscheidet nicht alleine die CDU darüber, sondern die Wähler entscheiden darüber."

    http://nachrichten.t-onli...

    Wem der Begriff "Fettnapftapser" zu hart erscheint; voila:

    Wie nennt man die Distanz zwischen zwei Fettnäpfchen? Ein Röttgen. ;-)

  6. Die CDU braucht keine "solchen" Artikel - diese Partei samt "Chefin" Frau Merkel, stellen sich ganz alleine ihr "Zeugnis" aus...

    Ich hoffe für Sie, dass der "Weckruf" nicht zu laut wird - wenn er kommt - und dass er kommt, ist nur eine Frage der Zeit...

    • scol
    • 09.05.2012 um 23:02 Uhr

    ... denn er hat sie von vornherein dadurch provoziert, dass er seinen bisher absolut sicheren Wahlkreis "Rhein-Sieg-Kreis II" (schwarz wie die Nacht ...) aufgegeben und sich für die Landtagswahl nun "Bonn I" ausgesucht hat, der im wesentlichen den Bonner Norden umfasst, der alles andere als "schwarz" ist und daher seit längerer Zeit in Händen von Bernhard (genannt „Felix“) von Grünberg (SPD) ist, was sich sicher auch bei dieser Wahl 2012 nicht ändern wird. Das Problem ist, dass die CDU in NRW bisher stets so viele Direktkandidaten durchgebracht hat, dass von der sog. Landesliste nicht ein einziger zu Zuge kam. Auch das wird sich in diesem Jahr sicher nicht ändern, so dass Herr Röttgen am Wahlabend überraschenderweise ohne Landtagsmandat dastehen wird. Ohne ein solches kann man in NRW aber weder "MP" werden -- geschweige denn Oppositionsführer, was er dann mit Sicherheit zutiefst bedauern wird ... :-)) ...

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