KabinettsumbildungMerkel erhält Zuspruch für Röttgen-Rauswurf

Führende Politiker der Union haben Kanzlerin Merkel für den harten Kurs gegen Umweltminister Röttgen gelobt. Der will seine Demontage nicht widerspruchslos hinnehmen. von dpa

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat von führenden Unions-Politikern Unterstützung für ihren Kurs im Fall des entlassenen Umweltministers Norbert Röttgen erhalten.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer rechtfertigte seine öffentliche Schelte für Röttgen , wies eine Mitverantwortung für die Entlassung des Umweltministers jedoch zurück. "Wenn wir nächstes Jahr Erfolg haben wollen, dürfen sich so Sachen wie NRW nicht wiederholen", sagte der bayerische Ministerpräsident dem Magazin Focus . Das Handeln Merkels zeige, dass sie diese Ansicht teile und zu Konsequenzen bereit sei. Die Kanzlerin habe der Causa Röttgen "ganz souverän und eigenständig entschieden". Er sehe die Berliner Koalition nun wieder "sprechfähig". Gegenüber dem entlassenen Umweltminister habe er kein schlechtes Gewissen – Röttgen trage "die Folgen seiner Wahlniederlage".

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Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ) verteidigte Merkel gegen Vorwürfe wegen der Entlassung Röttgens . "Für eine Kanzlerin darf es am Ende nur darauf ankommen, was das Beste für das Land ist. Wenn die Bundeskanzlerin kein Vertrauen mehr hat, dass ihr zuständiger Minister ein vitales Projekt wie die Energiewende noch managen kann, dann muss sie so handeln", sagte sie dem Spiegel .

Verständnis für Merkels Entscheidung

Allerdings tue ihr die Entscheidung "menschlich und persönlich leid", sagte die Ministerin. "Das wird Angela Merkel auch nicht anders gehen."

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bezeichnete die Entlassung des Umweltministers als nachvollziehbar. Für die Energiewende müsse der zuständige Ressortchef seine ganze Autorität in die Waagschale werfen können, sagte Schäuble. "Nach so einer Wahlniederlage und der Aufgabe des Vorsitzes des größten Landesverbandes der CDU ist das sicherlich erst einmal sehr viel schwieriger, wenn nicht unmöglich."

Mit Blick auf CDU-interne Kritik an Merkels hartem Vorgehen sagte Schäuble: "Es ging nicht nur darum, was für einen talentierten Kollegen menschlich das Beste ist, sondern es ging um die großen Aufgaben, die diese Regierung noch vor sich liegen hat." Zuvor hatten mehrere CDU-Politiker wie Bundestagspräsident  Norbert Lammert , Innenpolitiker Wolfgang Bosbach und weitere CDU-Vertreter aus  Nordrhein-Westfalen die Entlassung kritisiert

Leserkommentare
  1. gespannt, ob Herr Röttgen sich wirklich noch öffentlich zu seiner Entlassung äußern wird (Rauswurf wäre die bessere Bezeichnung) und falls ja, was da noch an Enthüllungen auf uns zukommt.
    M. M. nach hat Mutti wieder einmal einen potentiellen Gegenkandidaten beseitigt - inzwischen kann man die nicht mehr nur an fünf Fingern abzählen, man muß schon beide Hände zur Verfügung nehmen.
    Aber da sie ja Kohls Mädchen war, wundert es nicht, daß sie sich so verhält - der Papa hats ja vorgemacht.

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    die "Mutti-Schelt-Lawine".

    Ich würde mir wünschen, dass die Leistung von Politikern und Politikerinnen, die sich u.a. dadurch auszeichnen, dass sie sich uneitel und höchst engagiert um Lösungen für die anstehenden Probleme bemühen, wenigstens ein klein wenig mehr Respekt erfahren.

    Ich frage mich gelegentlich, ob die im Rahmen dieses allseits so beliebten Politbashings so häufig verwendete Vokabel der "Mutti" auch ein Indiz dafür sein könnte, dass sich damit verzogene Bälger artikulieren, die glauben das zollen von Respekt sei ehrenrührig.

    Ich jedenfalls find derlei Kommentare in erster Linie einfallslos, inhaltsarm und ärgerlich.

    Sondern allerhöchstens ein politischer Dummschwätzer.
    Ich darf einmal daran erinnern: Er ist nur die lange Kette von Verfehlungen innerhalb der CDU an dessen Ende die Frage steht, wofür diese Partei überhaupt noch existiert.

    Denn im Moment vertritt sie nun wahrhaftig höchstens Wirtschaftsinteressen.

    Die bisherigen "Umstellungen" sind lediglich die Konsequenz des Untergangs der sogenannten Volksparteien.
    Viel schlimmer finde ich in dem Zusammenhang, warum man denen für ihre hohlen Phrasen überhaupt noch Platz in einer Zeitung lässt.

    • BSiR
    • 21. Mai 2012 15:45 Uhr

    Ihre versuchte Ehrenrettung für "Mutti" hört sich an, als wären Sie selbst gerne der "Vati".
    Ich käme nie auf den Gedanken, eine Frau Merkel eine "Mutti" zu nennen.
    Im Vergleich zu meiner Mutter wäre das für diese eine Beleidigung.

  2. Die Führung hält zusammen und stützt sich. Wer hätte das gedacht? Ende Ironie.

    Für mich war Herr Röttgen einer der Wenigen in der CDU, die mir noch nicht extrem unangenehm aufgefallen waren.

    • delloc
    • 20. Mai 2012 12:30 Uhr

    Ursula von der Leyen: "Für eine Kanzlerin darf es am Ende nur darauf ankommen, was das Beste für das Land ist."
    Wolfgang Schäuble: "... es ging um die großen Aufgaben, die diese Regierung noch vor sich liegen hat."

    Warum wird dieses Gewäsch hohler Phrasen überhaupt noch veröffentlicht?

    Soll der Bevölkerung dadurch Lebenszeit gestohlen werden, die sie am Denken hindert?

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    die Zusammenstellungen der Berichterstattungen sind wirklich kaum noch nachvollziehbar.

    • cvnde
    • 20. Mai 2012 15:17 Uhr

    Jetzt scharen sich die "üblichen Verdächtigen" um Merkel, langweilig.

  3. die Zusammenstellungen der Berichterstattungen sind wirklich kaum noch nachvollziehbar.

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    • Moika
    • 20. Mai 2012 15:16 Uhr

    Dann haben Sie den Sinn einer aktuellen Berichterstattung und die Aufgaben der Medien vielleicht nicht richtig verstanden.

    Röttgen muß schon sehr lernresistent sein, in seiner heutigen Situation das "Feuer" wieder anzufachen, denn dadurch beraubt er sich jeder vielleicht noch möglichen Zukunft in der Partei.

    Für so simpel hätte ich ihn nun doch nicht gehalten. Ich lerne eben auch noch jeden Tag dazu...

  4. Es heisst doch immer, dass Politiker viel zu weich gepolstert auf ihren Stühlen sitzen würden. Nun nimmt Frau Merkel mal einen besonders eklatanten Fall von Problemen(misslungene Anbiederung an die GRÜNEN, misslungenes Voranbringen seines wichtigsten Projekts "Energiewende", durch eigenes Fehlverhalten vollkommen versaute Wahl in NRW) zum Anlass, um schlechte Perfomance durch das zu betrafen, was überall sonst normal ist, und das soll jetzt auch wieder falsch sein, weil "kalt. Hätte man Herrn Röttgen besser ein "warmes Plätzchen" geben sollen oder was?

    Ja wie denn nun Herr Gabriel oder Frau Nahles oder Frau Roth, war Röttgen also doch so toll, dass man ihn unbedingt auf seinen vielen Sesseln halten muss? Nein, die Krokodilstränen sind da, weil Rot-Grün und die linke Presse noch viel lieber selbst sehr lange auf Röttgen rumgetrampelt wäre.

    Ein Schelm, wer da an Prozente oder Auflage denkt!

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    liegt eher bei Merkel.

    • mmzz
    • 20. Mai 2012 13:39 Uhr

    .
    ...Sie mit: "Linker Presse"?

    Und ist unmittelbar nach der Wahlniederlage zurück getreten.

    Was hat das mit seiner Energiepolitik zu tun, die vermutlich erheblich bürgerfreundlicher war, als das bei Altmeier der Fall sein wird? Denn der wird sich flugs, ganz nach Muttis Wunsch, "seine" Energiepolitik von den Energiekonzernen vorschreiben lassen.

    Hätte Merkel mal bei den wirklichen Fällen Konsequenz gezeigt, dann wäre die Entlassung von Röttgen _vielleicht_ noch als "Wer A sagt, muss auch B sagen". Durchgegangen.

    Aber Röttgen hat sich ja, im Gegensatz zu anderen nicht wirklich was zu Schulden kommen lassen. Er hat eine Wahl verloren. Was ihn in Landesverband an der Spitze nicht mehr tragbar macht. Für das Amt jedoch hat diese Wahlniederlage keine Konsequenz.

    Es sei denn, man heißt Merkel. Und sieht ein Bötchen auf das man aufspringen kann. Nämlich das Wohlwollen all derer, ohne die sie eh nichts tun darf.... der Lobbyisten.

  5. Wenn er seine Gegendarstellung geschickt anstellt, dann gewinnt er dadurch erst recht an Profil.

    Ein bessere Marketing-Coup als der Rauswurf konnte ihm nicht passieren. Auch wenn's im Moment weh tat.

    Aber sollte sich hinter Merkels Rücken bis 2013 eine innerparteiliche Opposition weiter herausschälen, dann hätte man Röttgen als Antipoden.

    Es wird noch spannend!

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    • kfmb
    • 20. Mai 2012 13:04 Uhr

    Wird Merkel irgendwann auch durch parteiinterne Kämpfe vom Thron gestoßen und dann von Röttgen abgelöst werden?

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    • clubby
    • 20. Mai 2012 15:52 Uhr

    So aber hat sie wieder mal frühzeitig den Fokus der Kritik auf andere geschoben. Die Berichterstattung, die zu inkompetent oder zu blind ist das zu merken, gibt ihr Recht.

    • Ullrik
    • 20. Mai 2012 12:42 Uhr

    Merkel hat ihn damit als Gegenkandidat eher gestärkt, als beseitigt. Tut der CDU sicher auch mal gut.

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