Der neue französische Präsident François Hollande hat erhebliche Vorbehalte gegen Finanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) als nächsten Chef der Euro-Gruppe geäußert. Das  geht aus einem Bericht des Spiegels hervor.

Hollande habe die Verantwortlichen in Brüssel wissen lassen, dass er einen deutschen Vorsitzenden der Euro-Finanzminister nur sehr schwer akzeptieren könne, berichtete das Magazin ohne Angaben von Quellen. Als Bedingung nannte er demnach einen Verzicht Schäubles auf sein Amt als Finanzminister.

Schäuble will Finanzminister bleiben

Bislang galt es als weitgehend ausgemacht, dass Schäuble nächster Vorsitzender der Euro-Gruppe wird. Seine Bereitschaft dazu hatte der Minister wiederholt signalisiert – wenn auch ohne großen Enthusiasmus.

Einen permanenten Euro-Gruppen-Chef, der nicht auch Finanzminister ist, lehnt der CDU-Politiker ab. "Ich halte wenig davon", sagte er kürzlich. Andere Kandidaten sind für den Posten derzeit nicht im Gespräch. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte angekündigt, diese zeitaufwendige Nebenbeschäftigung im Juli aufgeben zu wollen.

Die Personalie könnte bereits auf dem informellen EU-Gipfel Mitte nächster Woche diskutiert werden und dann beim nächsten offiziellen Gipfel im Juni bereits feststehen. Die Besetzung des Euro-Gruppen-Vorsitzes dürfte Teil eines personalpolitischen Entscheidungspakets sein, zu dem auch der Chefposten beim neuen dauerhaften Rettungsmechanismus ESM und ein frei werdender Posten im EZB-Direktorium zählen.