Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann ( CDU ) hat die Muslime in Deutschland zu mehr Engagement gegen radikalislamische Salafisten aufgerufen. "Die Moscheevereine müssen sich an die Spitze des Kampfes gegen den radikalen Salafismus stellen", verlangte Schünemann im Gespräch mit der Financial Times Deutschland. "Wenn sie sich verweigern, dürfen sie nicht darüber klagen, dass der Staat sie angeblich unter Generalverdacht stellen würde."

Der CDU-Politiker forderte, die Moscheevereine sollten eigene Vorschläge einbringen, wie Staat und Muslime gemeinsam der Gefahr der Radikalisierung junger Muslime begegnen könnten. "Wir brauchen ein bundesweites Antiradikalisierungskonzept, damit die Aufrufe von Salafisten zur Gewalt gar nicht erst verfangen."

Die zunehmende Radikalisierung junger Muslime durch Salafisten ist eines der Themen der Innenministerkonferenz, die noch bis zum Freitag in Göhren-Lebbin in Mecklenburg-Vorpommern tagt.

Thema der Islamkonferenz

Die ultrakonservativen Muslime stehen in der Kritik, seit einige von ihnen in Köln am Rande einer Kundgebung der rechtsextremistisch Partei Pro NRW in Bonn Polizisten angegriffen und einige schwer verletzt hatten. Zuvor hatten Pro-NRW-Anhänger bei der Demonstration Plakate mit Mohammed-Karikaturen hochgehalten. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) bezeichnete die Salafisten als eine Gefahr für die freiheitliche Grundordnung in Deutschland und zog Parallelen zu Al-Kaida . Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen eines online veröffentlichten Mordaufrufes an Pro-NRW-Mitgliedern, der einem aus Bonn stammenden Islamisten zugeschrieben wird. In Essen hatte die Polizei einen Beamten wegen des Verdachts suspendiert, er sei Salafist.

Schünemann plädierte dafür, dass die Bekämpfung des gewaltbereiten Salafismus auch zum Gegenstand der Islamkonferenz wird. "Der Kampf gegen den radikalen Salafismus muss ein zentrales Thema in den Arbeitsgruppen der Islamkonferenz werden", sagte der Sprecher der Unions-Innenminister. "Dies kann man nicht nebenbei behandeln oder in Sicherheitspartnerschaften ausgliedern."