Computerunterricht an der John F. Kennedy Schule in Berlin © Sean Gallup/Getty Images

Die Bundesländer werden keine Spähsoftware einsetzen, um auf Schulcomputern Raubkopien von Unterrichtsmaterial aufzuspüren. "Eine Scansoftware für Schulen wird nicht kommen", teilte das bayerische Kultusministerium mit . Darauf hätten sich die Länder mit den Schulbuchverlagen "im beidseitigen Einvernehmen" geeinigt.

Man wolle nun andere Mittel und Wege finden, die Urheberrechte der Verlage zu schützen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Bayern hatte die Verhandlungen mit den Verlagen zentral auch für die anderen Bundesländer geführt.

Das Programm war im Vorfeld stark umstritten. Lehrer hatten vor einem "Schultrojaner" gewarnt. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger , bezeichnete es als Skandal, dass an Schulen verdachtsunabhängig ermittelt werden solle.

Im Jahr 2010 hatte sich die Kultusministerkonferenz mit den Schulbuchverlagen geeinigt, eine solche Plagiatssoftware bundesweit an den Schulen zu verwenden , um nach illegalen Kopien von Unterrichtsmaterialien auf Computern zu fahnden. Das Programm hätte ab Frühjahr eingesetzt werden sollen.