StudieBetreuungsgeld schadet laut OECD der Integration

Es mindere die Erwerbsquote von Frauen und verleite Einwanderinnen zu Bequemlichkeit: In einer Studie warnt die OECD vor den Auswirkungen des Betreuungsgeldes.

Forscher der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) halten das Betreuungsgeld für ein Bildungshemmnis und schreiben ihm eine erwerbs- und integrationsfeindliche Wirkung zu. Das Betreuungsgeld könne nicht nur die Beschäftigungsquote von Frauen schwächen, sondern sich darüber hinaus negativ auf die Integration von Einwanderern auswirken, schreibt die Welt unter Berufung auf die Studie Jobs for Immigrants, für die die OECD-Experten Zahlen aus Norwegen, Österreich und der Schweiz auswerteten.

Besonders Frauen aus Einwandererfamilien mit sozial schwachem Hintergrund tendierten dazu, Geld vom Staat anzunehmen und ihre Kinder zu Hause zu versorgen, statt eine Arbeitsstelle und Betreuung zu suchen. "Dies gilt besonders für gering ausgebildete Frauen mit mehreren Kindern, die in Ländern mit hohen Betreuungskosten leben" heißt es in der Studie. So sei in Norwegen die Quote der am Arbeitsmarkt beteiligten Einwanderinnen wegen des Betreuungsgelds um 15 Prozent gesunken.

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Den Lohn, den diese Frauen durch eine Arbeit verdienen könnten, reiche im Regelfall nicht für die Zahlung der notwendigen Kita-Betreuung aus, was die Frauen noch zusätzlich motiviere, die von Kritikern als Herdprämie bezeichnete Subvention anzunehmen.

Einwanderer profitieren von Bildungsangeboten

Aber nicht nur in Bezug auf die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, sondern generell könne sich das Betreuungsgeld negativ auf die Integration von Einwanderern auswirken: Die Integration von Müttern der Einwandererfamilien in den Arbeitsmarkt – besonders jene mit geringer Ausbildung – sei direkt verbunden mit der Bildung ihrer Kinder. "Es gibt zunehmend klare Belege dafür, dass die Teilnahme an kindlicher Bildung für ab Dreijährige einen starken Einfluss auf den Bildungswerdegang von Kindern aus sozial schwachen Einwandererfamilien hat." Nachweislich profitiere diese Gruppe am meisten von den Bildungsangeboten.

Der Organisation zufolge haben Untersuchungen zudem gezeigt, dass gering ausgebildete Frauen aus Einwandererfamilien auf finanzielle Anreize, sich eine Arbeit zu suchen, sehr positiv reagieren und damit keinesfalls als für die Beschäftigungsquote nicht relevant gelten dürfen. Auch die EU-Kommission hatte bereits Bedenken gegen das Betreuungsgeld geäußert.

Zugeständnisse an die FDP

Die Nachteile, die das Betreuungsgeld in Bezug auf die Zukunftschancen von Kindern aus Einwandererfamilien haben kann, sind bisher in der Debatte um die umstrittene Zahlung kaum vorgekommen.

In Deutschland hat die CSU das Betreuungsgeld gegen die Koalitionspartner FDP und der CDU durchgesetzt. Der FDP, die strikt dagegen war, kam die Union im Streit um die private Zusatzpflegeversicherung entgegen.

Leserkommentare
  1. das Argument kennt man in Norwegen seit über 10 Jahren.

    Seitdem gibt es pro Kind im Monat etwa 300 Euro.
    Und raten Sie mal, welche Mütter dann mit ihren Kindern zu Hause bleiben?

    Gekürzt. Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jz

    8 Leserempfehlungen
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    • Stroke
    • 11.06.2012 um 8:14 Uhr

    300 Euro gab es in Deutschland zu Zeiten des Erziehungsgeldes.
    Das Erziehungsgeld wurde nicht ohne Grund abgeschafft, sondern weil es Frauen dazu ermunterte, jahrelang der Erwerbstätigkeit fern zu bleiben. Sehr viele Frauen fanden nach den drei Erziehungsjahren keinen Anschluss mehr an den Arbeitsmarkt und blieben Hausfrauen, was zu einer vergleichsweise zu niedrigen Frauenerwerbstätigkeit führte, die bis heute andauert. Das Betreuungsgeld wird die gleiche fatale Wirkung haben wie das Erziehungsgeld. Man kann über unsere Politiker nur noch den Kopf schütteln.

    Das "Betreuungsgeld" leistet antiquierten familien- und gesellschaftspolitischen Ansichten aus dem 19. Jahrhundert Vorschub. Wir haben es in Deutschland mit einem massiven Mentalitätswechsel zu tun. An die Stelle des alten Familienbildes ist das Bild der Lebensabschnittspartnerschaften, der Patchworkfamilien und der Alleinerziehenden getreten. Dies ist in einem erheblichen Maß eben auch auf die von CDU und CSU betriebene Wirtschaftspolitik zurück zu führen. Eine Politik, die den Shareholder Value in den Focus stellt und die von den Arbeitnehmern bedingungslose räumliche und zeitliche Flexibilität verlangt und auch per Gesetz erzwingt, ist mit dem antiquierten Familienbild eben NICHT kompatibel. Genauer gesagt: die Liberalisierung und Flexibilisierung am Arbeitsmarkt ZERSTÖRT Familien und persönliche Bindungen. Zudem ist es heute in vielen Gesellschaftsschichten praktisch unmöglich, mit einem Gehalt und ohne Staatliches Geld - also ergänzende Leistungen nach SGB II - eine vierköpfige Familie durchzubringen. Auch in CDU und CSU weiß man das - aber angesichts wegbrechender Wählerschichten wollte und musste man zumindest die Wählerklientel der Kirchgänger und Nationalkonservativen bei der Stange halten - um nicht da zu enden, wo sich die SPD nach der Schröder/Müntefering/Clement-Ära befindet: als 25%-Partei, die nur noch mit der anderen ehemaligen Volks-Partei koalieren kann.

    ...das thema wurde doch im artikel selbst angeschnitten...

    S. 11f aus: http://library.fes.de/pdf...

    "Dies erklärt sich durch den erheblichen Rückgang des Anteils norwegisch stämmiger Eltern bei den Empfängern, während der Anteil bestimmter Einwanderergruppen hoch geblieben ist."
    "Jüngst wurde in einem Kompromiss die Abschaffung des Betreuungsgelds für die Zweijährigen ab 2012 beschlossen. Begründet wird der Beschluss mit den negativen Einflüssen auf die Berufstätigkeit der Mütter und auf die Nutzung der staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, was sich besonders nachteilig auf die Integration von Müttern und Kindern mit Migrationshintergrund auswirkt; der Einfluss auf den Erwerb der Sprachkenntnisse wird dabei besonders betont (Prop. 1S (2011–2012))."

    und das norwegische statistische zentralbüro:
    http://www.ssb.no/emner/0...

    kontantstøtte=kinderbetreuungsgeld:
    anzahl kinder (ungewichtet) nach dem geburtsland der mutter (Mors fødeland):
    Norwegen: 223
    EU/EØS, USA, Canada, Australia og New Zealand: 27
    Asia, Afrika, Latin-Amerika, Oseania (ausgenommen Australia und New Zealand) und Europa (ausgenommen EU/EØS): 145

    eigentlich sollte es die zeit redaktion sein, die hier recherchiert, und nicht die leser. ihr habt ja immerhin das thema gebracht.

    • Stroke
    • 11.06.2012 um 8:14 Uhr

    300 Euro gab es in Deutschland zu Zeiten des Erziehungsgeldes.
    Das Erziehungsgeld wurde nicht ohne Grund abgeschafft, sondern weil es Frauen dazu ermunterte, jahrelang der Erwerbstätigkeit fern zu bleiben. Sehr viele Frauen fanden nach den drei Erziehungsjahren keinen Anschluss mehr an den Arbeitsmarkt und blieben Hausfrauen, was zu einer vergleichsweise zu niedrigen Frauenerwerbstätigkeit führte, die bis heute andauert. Das Betreuungsgeld wird die gleiche fatale Wirkung haben wie das Erziehungsgeld. Man kann über unsere Politiker nur noch den Kopf schütteln.

    Das "Betreuungsgeld" leistet antiquierten familien- und gesellschaftspolitischen Ansichten aus dem 19. Jahrhundert Vorschub. Wir haben es in Deutschland mit einem massiven Mentalitätswechsel zu tun. An die Stelle des alten Familienbildes ist das Bild der Lebensabschnittspartnerschaften, der Patchworkfamilien und der Alleinerziehenden getreten. Dies ist in einem erheblichen Maß eben auch auf die von CDU und CSU betriebene Wirtschaftspolitik zurück zu führen. Eine Politik, die den Shareholder Value in den Focus stellt und die von den Arbeitnehmern bedingungslose räumliche und zeitliche Flexibilität verlangt und auch per Gesetz erzwingt, ist mit dem antiquierten Familienbild eben NICHT kompatibel. Genauer gesagt: die Liberalisierung und Flexibilisierung am Arbeitsmarkt ZERSTÖRT Familien und persönliche Bindungen. Zudem ist es heute in vielen Gesellschaftsschichten praktisch unmöglich, mit einem Gehalt und ohne Staatliches Geld - also ergänzende Leistungen nach SGB II - eine vierköpfige Familie durchzubringen. Auch in CDU und CSU weiß man das - aber angesichts wegbrechender Wählerschichten wollte und musste man zumindest die Wählerklientel der Kirchgänger und Nationalkonservativen bei der Stange halten - um nicht da zu enden, wo sich die SPD nach der Schröder/Müntefering/Clement-Ära befindet: als 25%-Partei, die nur noch mit der anderen ehemaligen Volks-Partei koalieren kann.

    ...das thema wurde doch im artikel selbst angeschnitten...

    S. 11f aus: http://library.fes.de/pdf...

    "Dies erklärt sich durch den erheblichen Rückgang des Anteils norwegisch stämmiger Eltern bei den Empfängern, während der Anteil bestimmter Einwanderergruppen hoch geblieben ist."
    "Jüngst wurde in einem Kompromiss die Abschaffung des Betreuungsgelds für die Zweijährigen ab 2012 beschlossen. Begründet wird der Beschluss mit den negativen Einflüssen auf die Berufstätigkeit der Mütter und auf die Nutzung der staatlichen Kinderbetreuungseinrichtungen, was sich besonders nachteilig auf die Integration von Müttern und Kindern mit Migrationshintergrund auswirkt; der Einfluss auf den Erwerb der Sprachkenntnisse wird dabei besonders betont (Prop. 1S (2011–2012))."

    und das norwegische statistische zentralbüro:
    http://www.ssb.no/emner/0...

    kontantstøtte=kinderbetreuungsgeld:
    anzahl kinder (ungewichtet) nach dem geburtsland der mutter (Mors fødeland):
    Norwegen: 223
    EU/EØS, USA, Canada, Australia og New Zealand: 27
    Asia, Afrika, Latin-Amerika, Oseania (ausgenommen Australia und New Zealand) und Europa (ausgenommen EU/EØS): 145

    eigentlich sollte es die zeit redaktion sein, die hier recherchiert, und nicht die leser. ihr habt ja immerhin das thema gebracht.

  2. Auch diese Meldung bzw. Studie wird die Koalition wohl kaum zur Vernunft kommen lassen. Man wird dort sicher das eine oder andere Detail finden, nachdem die Studie mit den deutschen Verhältnissen nicht vergleichbar sei. Es wäre schön gewesen, wenn der Artikel darauf ein paar Zeilen verwendet hätte.

    Jetzt brauchen wir halt wieder die Sonntagsreden, wonach die Bildung ja das höchste Gut und die wichtigste Resource sei. Dabei wird im Gegenzug allein wegen des Machterhalts genau entgegengesetzt gehandelt und werden entsprechend kontraproduktive Gesetze vorbereitet. Und Mutti Merkel unterstützt das auch noch. Und in einem Jahr wundern sich dann wieder alle wegen der geringen Bildung bei Migrantenkindern und Kindern aus bildungsfernen Familien und schreien lauthals nach Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Ich hoffe, die Opposition findet noch einen Weg, diesen Unsinn zu verhindern.

    21 Leserempfehlungen
    • ɀul
    • 11.06.2012 um 7:54 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke, die Redaktion/jz

    Eine Leserempfehlung
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    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/mk

    • ekbül
    • 11.06.2012 um 9:36 Uhr

    Bitte beachten Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/mk

    • ekbül
    • 11.06.2012 um 9:36 Uhr

    Bitte beachten Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.

  3. ...zahlen die Zeche, auch die deutschen Kinder werden unnötig lang in einem Kuschelbiotop gehalten.

    Was bei der ganzen, längst jedem Realitätsbezug entrückten Diskussion völlig außer acht gelassen wird, ist die Notwendigkeit Kinder im Wettstreit mit Kindern heranwachsen zu lassen.

    Man sieht die Unterschiede im Kindergartenalltag deutlich, Einzelkinder, die erst mit 3 oder gar 4 aus Mamis Kuschelecke entlassen werden, haben deutliche Probleme sich im Soziotop zurechtzufinden und zu behaupten.

    Obendrein ziehen sie durch ihre wehleidige, von Babysprache geprägte Kommunikation den Rest der Gruppe nach unten.

    Als Resultat werden sie dann meist später eingeschult und tun sich trotzdem auch in der Schule schwer mitzuhalten.

    Wer Nachwuchs, auch noch staatlich subventioniert, an seiner bestmöglichen Entwicklung hindert, versündigt sich an seinen Kindern.

    Bitte belegen Sie Ihre Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

    19 Leserempfehlungen
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    die erst mit 3 oder gar 4 aus Mamis Kuschelecke entlassen werden, haben deutliche Probleme sich im Soziotop zurechtzufinden und zu behaupten."

    Sie meinten wohl eher: Einzelkinder, die schon vor 3 bis 4 Jahren der erforderlichen, allerdings sorgsamen, sozialen Bindung an Mamis (oder Papis) entrissen werden, finden sich im "Haifischbecken" der Konkurrenz gewohnten Kinder, die schon mit 6 Monaten gegen andere Kinder konkurrieren, nicht zurecht. Ja, das Leben ist hart. Auf Ihre Weise erhält man dann Nachwuchs, der rücksichtslos auf eigenen Vorteil bedacht ist.

    Ich nehme an, ein wenig ernsthafte Lektüre aus der Entwicklungspsychologie (Piaget u.a.) könnte nicht schaden. Nicht Ihnen und auch nicht den Eltern, die sich ernsthafte Erziehung bezahlen lassen. Vor 40 Jahren dachte niemand an Babykrippen, Kitas und erst recht nicht an Kindergeld und "Herdprämie". Und aus den Kindern wurden wurden tatsächlich Menschen, die spät eingeschult wurden, in der Schule schwer mithalten konnten? Glaube ich nicht. Meine persönliche Erfahrung ist völlig anders: 1 Jahr Kindergarten und danach, Mami war zuhause (auch ohne Kindergeld und "Herdprämie"), mit guten schulischen Leistungen in kürzester Zeit zum Abi und durch das Studium in den Beruf.

    Oder macht es doch Gewissensbisse, sich dem eigenen Kind nicht hinreichend widmen zu wollen oder zu können?

    sondern einkalkulierte Auswirkungen auf die die Regierung baut.
    Sie können und wollen die Kitaplätze nicht stellen. Sie wollen weiterhin Kinderbetreuer schlechter bezahlen als Müllmänner. Kein Geld in die Ausbildung stecken aber Hartz4 Empfänger und Schlecker Leute als Kindergärtner einbringen.

    Die Gesellschaft wieder ein wenig zu spalten. Wir sind ja so förmlich das wir uns nicht beschweren über diese Pläne mit den Hartz4 Empfängern. Wer sich äußert, ist natürlich einfach nur ein Hartz4 Hasser und findet es nicht einfach lächerlich von der Regierung zu behaupten man könnte in ein paar Monaten jeden zum Kinderbetreuer ausbilden.

    Das Betreungsgeld schadet unserem Land. Sowohl der Bildung unserer Kinder als auch der gesellschaftlichen Integration.
    Das genau sind die Ziele der Union. Wo würden wir den hinkommen wenn jeder junge Mensch zu einem verantwortungsbewußten sozialen Wesen heranwächst. Das wär schlecht für die Wirtschaft. Wir brauchen doch dumme Konsumenten sonst frißt doch keiner Gammelfleisch und ballert seine letzten Euros für ein Jamba Abo durchs Handy.

    Keine mündigen Bürger, nein, sondern dumme egoistische Konsumenten mit Vorurteilen. Das ist im Sinne der Regierung.
    Sie wollen das Geld für Kitas und Betreuer nicht ausgeben. Sie bestechen lieber Familien mit ein wenig Handgeld um dann im Wahlkampf darauf hin zu weisen. Einfach nur erbärmlich. Leicht zu durchschauen und nicht zu verteidigen.

    • th
    • 11.06.2012 um 10:58 Uhr

    wenn notwendig, ist ein Krippenplatz ("Kita" verwischt ja nur den fundamentalen Unterschied zwischen "Kindergarten" ab 3 und "Krippe" bis 3) eine gute Sache.

    Kinder unter drei sind von ihrer Entwicklung für den Kindergarten eigentlich noch nicht reif, und brauchen eine ganz andere, intensivere Betreuung. Hoffentlich werden die staatlichen Krippenplätze personell entsprechend gut ausgestattet sein! Ansonsten sehe ich nicht ein, warum Kleinkinder von 1-2 Jahren nicht am besten bei der Mutter aufgehoben sein sollen.

    Es kann auch nicht sein, dass man die Betreuung von Kleinkindern instrumentalisiert für Ziele der Integration - weil wir benachteiligte Einwandererkinder "integrieren" wollen, musst Du Deine ganz normal deutsch sprechenden Kinder (obwohl vielleicht ebenfalls mit Migrationshintergrund) schon mit 1 Jahr in eine staatliche Einrichtung geben! Vor allem wenn nicht klar ist, ob die Betreuerinnen dort überhaupt genügend von frühkindlicher Sprachförderung verstehen. Wir haben einst bei unseren Kindern eher negative Erfahrungen mit unnötiger und unprofessioneller "Sprachförderung" gemacht.

    Man sollte die Debatte jedenfalls nicht unnötig ideologisieren - manche Leute, die selbst keine Erfahrung mit eigenen Kindern haben, müssen dennoch ihren ideologischen Senf dazugeben - und die Kinder nicht für staatliche Zwecke instrumentalisieren.

    Staatliche Unterstützung von Krippenplätzen da wo es notwendig ist - gerne. Staatliche Kampagnen für Krippenbetreuung - nein danke!

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Anmerkungen zur Moderation senden Sie an community@zeit.de Danke, die Redaktion/mk

    Zum Ersten: Nicht jedes Kind, welches 3 Jahre in einem "Kuschlebiotop" aufgewachsen ist, kommuniziert wehleidig und in Babysprache!

    Zum Zweiten: Kinder kommen früh genug in den Wettstreit mit anderen, das muss nicht schon im Windelalter sein.

    Zum Dritten: Es gibt ja wohl genügend Menschen, die mit 3 Jahren in den Kindergarten gekommen sind und trotzdem ohne Probleme ein 1-Komma-Abi haben

    Zum Vierten: bestmögliche Entwicklung heißt nicht, dass ein Kind mit 3 Monaten sich die Windel im Wettstreit mit anderen selber wechselt, mit 6 Monaten Schach spielt und mit 12 Monaten die Wirtschaftslage in Indien diskutiert, man sollte einfach mal ganz klar zwischen Fördern und Überfordern unterscheiden können.

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jz

    die erst mit 3 oder gar 4 aus Mamis Kuschelecke entlassen werden, haben deutliche Probleme sich im Soziotop zurechtzufinden und zu behaupten."

    Sie meinten wohl eher: Einzelkinder, die schon vor 3 bis 4 Jahren der erforderlichen, allerdings sorgsamen, sozialen Bindung an Mamis (oder Papis) entrissen werden, finden sich im "Haifischbecken" der Konkurrenz gewohnten Kinder, die schon mit 6 Monaten gegen andere Kinder konkurrieren, nicht zurecht. Ja, das Leben ist hart. Auf Ihre Weise erhält man dann Nachwuchs, der rücksichtslos auf eigenen Vorteil bedacht ist.

    Ich nehme an, ein wenig ernsthafte Lektüre aus der Entwicklungspsychologie (Piaget u.a.) könnte nicht schaden. Nicht Ihnen und auch nicht den Eltern, die sich ernsthafte Erziehung bezahlen lassen. Vor 40 Jahren dachte niemand an Babykrippen, Kitas und erst recht nicht an Kindergeld und "Herdprämie". Und aus den Kindern wurden wurden tatsächlich Menschen, die spät eingeschult wurden, in der Schule schwer mithalten konnten? Glaube ich nicht. Meine persönliche Erfahrung ist völlig anders: 1 Jahr Kindergarten und danach, Mami war zuhause (auch ohne Kindergeld und "Herdprämie"), mit guten schulischen Leistungen in kürzester Zeit zum Abi und durch das Studium in den Beruf.

    Oder macht es doch Gewissensbisse, sich dem eigenen Kind nicht hinreichend widmen zu wollen oder zu können?

    sondern einkalkulierte Auswirkungen auf die die Regierung baut.
    Sie können und wollen die Kitaplätze nicht stellen. Sie wollen weiterhin Kinderbetreuer schlechter bezahlen als Müllmänner. Kein Geld in die Ausbildung stecken aber Hartz4 Empfänger und Schlecker Leute als Kindergärtner einbringen.

    Die Gesellschaft wieder ein wenig zu spalten. Wir sind ja so förmlich das wir uns nicht beschweren über diese Pläne mit den Hartz4 Empfängern. Wer sich äußert, ist natürlich einfach nur ein Hartz4 Hasser und findet es nicht einfach lächerlich von der Regierung zu behaupten man könnte in ein paar Monaten jeden zum Kinderbetreuer ausbilden.

    Das Betreungsgeld schadet unserem Land. Sowohl der Bildung unserer Kinder als auch der gesellschaftlichen Integration.
    Das genau sind die Ziele der Union. Wo würden wir den hinkommen wenn jeder junge Mensch zu einem verantwortungsbewußten sozialen Wesen heranwächst. Das wär schlecht für die Wirtschaft. Wir brauchen doch dumme Konsumenten sonst frißt doch keiner Gammelfleisch und ballert seine letzten Euros für ein Jamba Abo durchs Handy.

    Keine mündigen Bürger, nein, sondern dumme egoistische Konsumenten mit Vorurteilen. Das ist im Sinne der Regierung.
    Sie wollen das Geld für Kitas und Betreuer nicht ausgeben. Sie bestechen lieber Familien mit ein wenig Handgeld um dann im Wahlkampf darauf hin zu weisen. Einfach nur erbärmlich. Leicht zu durchschauen und nicht zu verteidigen.

    • th
    • 11.06.2012 um 10:58 Uhr

    wenn notwendig, ist ein Krippenplatz ("Kita" verwischt ja nur den fundamentalen Unterschied zwischen "Kindergarten" ab 3 und "Krippe" bis 3) eine gute Sache.

    Kinder unter drei sind von ihrer Entwicklung für den Kindergarten eigentlich noch nicht reif, und brauchen eine ganz andere, intensivere Betreuung. Hoffentlich werden die staatlichen Krippenplätze personell entsprechend gut ausgestattet sein! Ansonsten sehe ich nicht ein, warum Kleinkinder von 1-2 Jahren nicht am besten bei der Mutter aufgehoben sein sollen.

    Es kann auch nicht sein, dass man die Betreuung von Kleinkindern instrumentalisiert für Ziele der Integration - weil wir benachteiligte Einwandererkinder "integrieren" wollen, musst Du Deine ganz normal deutsch sprechenden Kinder (obwohl vielleicht ebenfalls mit Migrationshintergrund) schon mit 1 Jahr in eine staatliche Einrichtung geben! Vor allem wenn nicht klar ist, ob die Betreuerinnen dort überhaupt genügend von frühkindlicher Sprachförderung verstehen. Wir haben einst bei unseren Kindern eher negative Erfahrungen mit unnötiger und unprofessioneller "Sprachförderung" gemacht.

    Man sollte die Debatte jedenfalls nicht unnötig ideologisieren - manche Leute, die selbst keine Erfahrung mit eigenen Kindern haben, müssen dennoch ihren ideologischen Senf dazugeben - und die Kinder nicht für staatliche Zwecke instrumentalisieren.

    Staatliche Unterstützung von Krippenplätzen da wo es notwendig ist - gerne. Staatliche Kampagnen für Krippenbetreuung - nein danke!

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Anmerkungen zur Moderation senden Sie an community@zeit.de Danke, die Redaktion/mk

    Zum Ersten: Nicht jedes Kind, welches 3 Jahre in einem "Kuschlebiotop" aufgewachsen ist, kommuniziert wehleidig und in Babysprache!

    Zum Zweiten: Kinder kommen früh genug in den Wettstreit mit anderen, das muss nicht schon im Windelalter sein.

    Zum Dritten: Es gibt ja wohl genügend Menschen, die mit 3 Jahren in den Kindergarten gekommen sind und trotzdem ohne Probleme ein 1-Komma-Abi haben

    Zum Vierten: bestmögliche Entwicklung heißt nicht, dass ein Kind mit 3 Monaten sich die Windel im Wettstreit mit anderen selber wechselt, mit 6 Monaten Schach spielt und mit 12 Monaten die Wirtschaftslage in Indien diskutiert, man sollte einfach mal ganz klar zwischen Fördern und Überfordern unterscheiden können.

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/jz

  4. "... dass die Teilnahme an kindlicher Bildung für ab Dreijährige einen starken Einfluss auf den Bildungswerdegang von Kindern aus sozial schwachen Einwandererfamilien hat."

    Was hat das mit dem Betreuungsgeld zu tun? Das Betreuungsgeld bezieht sich auf ein- bis zwejährige Kinder.

    Was dann laut Zeit-Artikel von der Studie übrig bleibt, sind Arbeitsmarkt-Themen, damit würde das Bild bleiben, dass die Kita-Versorgung hauptsächlich als Kinderverwahranstalt dienen soll, damit das Doppeleinkommen sichergestellt ist. DAS kann doch wohl nicht unser Ziel sein, oder?

    26 Leserempfehlungen
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    Präzise will das kein Mensch lesen, der sich in der Reihe der Betreuungsgeldgegner verbissen hat. Wir diskutieren am Thema Betreuungsgeld schon viel zu lange herum. Nach 2 Jahren wird sich zuverlässig zeigen, ob Nutzen oder Schaden unterm Strich steht.
    Für Bundesländer wird es trotzdem höchste Zeit, die jahrelang bekannten Kita-Anforderungen zu erfüllen.
    Ansonsten gehören die Medien heute den Unken: Selbst Regionalredakteure, die sonst Brände, Kleintierzuchtauszeichnungen oder lokale Sehenswürdigkeiten als "Schwerpunkt" haben, sind plötzlich auf der Betreuungsgeld-Diskussionsmatte. Es wird Stimmung gemacht, die auf unvollständigen Auszügen der OECD-Studie beruht. Blamabel, wenn Medien "schreiben", ohne vorher "gelesen" zu haben.
    Lassen wir mal die Eltern entscheiden, was mit ihren Kindern bis zum Kindergartenalter geschehen soll.
    Liest man die Stellungnahmen einer Reihe von Oppositionspolitikern, kann man meinen, bisher wäre die "Normalfamilie" nicht in der Lage gewesen, für Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu sorgen. Wie in allen Bereichen des Lebens kann auch bei der Erziehung von Kindern manches schiefgehen - aber querbeet sind wir durch bisher nicht im grossen Stil übliche Kindertagesstätten nicht zu Halbdummen mutiert.
    Ich empfehle einer Reihe von Politikern, sich aus ihrem Politikkäfig heraus ins "richtige Leben" zu bewegen. Sie können so Leute treffen, die nicht mit fehlenden Manieren und Halbwissen versuchen, ihre Mitmenschen dauernd zu belehren und zu dominieren.

    Präzise will das kein Mensch lesen, der sich in der Reihe der Betreuungsgeldgegner verbissen hat. Wir diskutieren am Thema Betreuungsgeld schon viel zu lange herum. Nach 2 Jahren wird sich zuverlässig zeigen, ob Nutzen oder Schaden unterm Strich steht.
    Für Bundesländer wird es trotzdem höchste Zeit, die jahrelang bekannten Kita-Anforderungen zu erfüllen.
    Ansonsten gehören die Medien heute den Unken: Selbst Regionalredakteure, die sonst Brände, Kleintierzuchtauszeichnungen oder lokale Sehenswürdigkeiten als "Schwerpunkt" haben, sind plötzlich auf der Betreuungsgeld-Diskussionsmatte. Es wird Stimmung gemacht, die auf unvollständigen Auszügen der OECD-Studie beruht. Blamabel, wenn Medien "schreiben", ohne vorher "gelesen" zu haben.
    Lassen wir mal die Eltern entscheiden, was mit ihren Kindern bis zum Kindergartenalter geschehen soll.
    Liest man die Stellungnahmen einer Reihe von Oppositionspolitikern, kann man meinen, bisher wäre die "Normalfamilie" nicht in der Lage gewesen, für Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu sorgen. Wie in allen Bereichen des Lebens kann auch bei der Erziehung von Kindern manches schiefgehen - aber querbeet sind wir durch bisher nicht im grossen Stil übliche Kindertagesstätten nicht zu Halbdummen mutiert.
    Ich empfehle einer Reihe von Politikern, sich aus ihrem Politikkäfig heraus ins "richtige Leben" zu bewegen. Sie können so Leute treffen, die nicht mit fehlenden Manieren und Halbwissen versuchen, ihre Mitmenschen dauernd zu belehren und zu dominieren.

  5. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/mk

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    • Nibbla
    • 11.06.2012 um 8:33 Uhr

    waren nicht wörtlich gemeint O.o

    Auch wenn der Vergleich mit Afrika natürlich hinkt, aber des ist andere Sache

    • ekbül
    • 11.06.2012 um 9:27 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/jz

    • Nibbla
    • 11.06.2012 um 8:33 Uhr

    waren nicht wörtlich gemeint O.o

    Auch wenn der Vergleich mit Afrika natürlich hinkt, aber des ist andere Sache

    • ekbül
    • 11.06.2012 um 9:27 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/jz

  6. Ich dachte, das betreuungsgeld wird bei Transferleistungsempfängern voll angerechnet.
    Wie soll es dann einen "negativen Effekt" haben??

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke, die Redaktion/jz

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie vergessen, dass nicht alle Migranten Transferleistungsempfänger sind (auch wenn so jemand wie Herr Sarazzin das gerne suggerieren). Es gibt auch ein nicht zu unterschätzendes Klientel, deren Männer mit mehr oder eher weniger Einkommen arbeiten gehen und deren Frauen dann noch nicht mal einen Niedriglöhnerjob annehmen, wenn sie für das zu Hause Bleiben auch noch Geld bekommen.

    Das gilt zunächst unabhängig von der Herkunft, der Hebel ist aber - wie Norwegen zeigt - bei Migrantinnen stärker, weil es anscheinend so ist, dass zum Selbstbild der westlichen Frauen inzwischen eher dazu gehört, einen eigenen Job zu haben, wenn er auch noch so niedrig bezahlt ist (bzw. das Geld durch Kinderbetreuung drauf geht).

    Womit der springende Punkt klar umrissen ist: Das Geld sollte lieber so eingesetzt werden, dass es sich auch bei niedrigem Einkommen lohnt, arbeiten zu gehen - und dass jemand mit ohnehin schon erbärmlichen Lohn von 7 Euro und geringer nicht auch noch Geld für die Krippe zahlen muss!

    Ganz einfach: Da noch nicht einmal ausreichend Geld fürs tägliche Leben vorhanden ist, bleiben Kinder aus HartzIV-Familien von Bildungsangeboten in Kitas und Kindergärten ausgeschlossen, denn die müssen bezahlt werden.

    Sie vergessen, dass nicht alle Migranten Transferleistungsempfänger sind (auch wenn so jemand wie Herr Sarazzin das gerne suggerieren). Es gibt auch ein nicht zu unterschätzendes Klientel, deren Männer mit mehr oder eher weniger Einkommen arbeiten gehen und deren Frauen dann noch nicht mal einen Niedriglöhnerjob annehmen, wenn sie für das zu Hause Bleiben auch noch Geld bekommen.

    Das gilt zunächst unabhängig von der Herkunft, der Hebel ist aber - wie Norwegen zeigt - bei Migrantinnen stärker, weil es anscheinend so ist, dass zum Selbstbild der westlichen Frauen inzwischen eher dazu gehört, einen eigenen Job zu haben, wenn er auch noch so niedrig bezahlt ist (bzw. das Geld durch Kinderbetreuung drauf geht).

    Womit der springende Punkt klar umrissen ist: Das Geld sollte lieber so eingesetzt werden, dass es sich auch bei niedrigem Einkommen lohnt, arbeiten zu gehen - und dass jemand mit ohnehin schon erbärmlichen Lohn von 7 Euro und geringer nicht auch noch Geld für die Krippe zahlen muss!

    Ganz einfach: Da noch nicht einmal ausreichend Geld fürs tägliche Leben vorhanden ist, bleiben Kinder aus HartzIV-Familien von Bildungsangeboten in Kitas und Kindergärten ausgeschlossen, denn die müssen bezahlt werden.

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