Euro-Krise: Merkels Angebot an Europa
Die halbe Welt wirft Merkel vor, den Euro in den Ruin zu treiben. Ihre Antwort ist ein Angebot: Spart Südeuropa, verzichtet Deutschland auf Souveränität.
© Thomas Peter / Reuters

Angela Merkel während ihrer Regierungserklärung im Bundestag
Diese Kanzlerin wird nicht die Pauke rühren, um die Welt mit einem Donnerschlag aus der Krise zu befreien. Da können amerikanische und britische Ökonomen und Kommentatoren wilde Polemiken gegen die von Deutschland betriebene Sparpolitik schreiben; da kann die Chefin des Weltwährungsfonds Christine Lagarde warnen, Europa blieben kaum noch drei Monate zur Rettung; da können die Wahlkämpfer um US-Präsident Barack Obama das Schicksal der Weltwirtschaft noch so oft an Deutschland knüpfen.
Angela Merkels Antwort auf all diese Anwürfe bleibt kühl: Deutschlands Stärke ist nicht unendlich und darf nicht überschätzt werden. Wachstum und Haushaltskonsolidierung müssen Hand in Hand gehen. Europa müsse aufarbeiten, was vor zwanzig Jahren verpasst worden sei: eine politische Union als Fundament der Währungsunion zu bilden. Wie man das alles erreichen könne? Schritt für Schritt.
Diese Worte, gesprochen während ihrer Regierungserklärung vor dem Treffen der G20 am kommenden Montag, sind nicht die Antwort, die die Welt hören wollte. Schon gar nicht angesichts bedrohlicher neuer Nachrichten aus Spanien, Italien, Zypern, kurz vor der zur Schicksalswahl stilisierten Abstimmung in Griechenland.

Karsten Polke-Majewski ist stellvertretender Chefredakteur von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.
Merkels Worte haben zwei Adressaten. Der erste ist Amerika und ihre Botschaft lautet: Druck erzeugt Gegendruck. Wenn ihr verlangt, wir sollen die Kassen öffnen, dann erinnere ich euch an euer gewaltiges Haushaltsdefizit oder daran, dass eine internationale Finanzmarktregulierung nach der Bankenkrise 2008 nicht an Deutschland gescheitert ist.
Der zweite Adressat ist Europa. Hier wird es diffiziler. Denn Europa erlebt nicht nur eine Finanz-, sondern auch eine Vertrauenskrise. Für Merkel stellt sich die Lage so dar: In Italien stockt der Reformprozess, Frankreich nimmt die Anhebung des Renteneintrittsalters zurück, Griechenlands Politiker wollen das Sparpaket neu verhandeln. Immer wieder halte Europa die eigenen Regeln nicht ein, sagte die Kanzlerin. Wie also soll Deutschland mehr Geld geben, wenn es sich auf Zusagen nicht verlassen kann?
Für die Südländer liegt das Problem in Deutschland: Da profitiert ein starkes Land von der Schwäche der anderen und versucht, seine politischen und ökonomischen Vorstellungen in der ganzen Euro-Zone durchzusetzen. Gleichzeitig treibt es mit seinem Geiz die Schwachen in den Ruin, wie gerade erst mit dem Rettungspaket für Spanien.
Lässt sich dieser Gegensatz auflösen? Der Keim für eine Lösung könnte in der von Merkel genannten politischen Union liegen. Viele Ideen dazu kursieren zurzeit in Brüssel: Eine Bankenunion mit unabhängiger Aufsicht; eine Fiskalunion mit gemeinsamen Regeln für die Staatshaushalte; sogar über eine Neuorganisation der demokratischen Kontrolle innerhalb der EU wird diskutiert. Merkels Botschaft an Europa lautet deshalb: Ich bin bereit, weit zu gehen und auch Souveränität abzugeben. Aber nur, wenn auch die anderen an einem verlässlichen System arbeiten und nicht aus kurzfristigem nationalen Eigennutz handeln.







heutigen Zustand sollte zerstört werden, besonders wenn wichtige Länder ihre Souveränität aufgeben sollten. Wer bestimmt dann bei uns die Richtlinien der Politik? Die Griechen, Italiener oder die Luxemburger? Nein, ich wünsche mir die Uhr um 40 Jahre zurückgedreht, da ging es uns besser, wir hatten keine Ängste und Prof. Karl Schillers "konzertierte Aktion" in der Krise war ein Lüftchen gegen den heutigen Sturm.
"Wirtschaft ist kein Null-Summenspiel"
...eine Bilanz ist genau das.
Deine Ansicht ist verständlich, aber volkswirtschaftlich falsch. Du schaust zu sehr aus der Mikroperspektive, aus der der das Land wie ein Unternehmen fuktioniert und Waren verkaufen muss um zu überleben. Das ist aber Unsinn. Wir exportieren nur um im Gegenzug importieren zu können.
Importieren wir nicht ausreichend, innerhalb einer Währungsunion, ruinieren wir die Länder in die wir exportieren, tun wir das nicht z.B. nach BRIC, dann inflationieren die ihre Schulden irgendwann weg. Auf Dauer verliert jeder mit Exportüberschüssen. Wir sind nicht die Konjnktur-Lokomotive, sondern der dumme Bauer der seine großen Kartoffeln verschenkt.
"alle EU-Staaten vergleichbare Aussenhandelsdefizite gegenüber dem Rest der Welt aufweisen"
Was hat z.B. G von der deutschen Stärke? Nichts! Noch nichtmal die Deutschen selbst profitieren in der Breite nennenswert davon. Wir bezahlen gerade per Banken/Länderrettung die Zinsen für "unsere" (bzw. die des oberen Drittels) Auslandsvermögen, für die Sünden der Vergangenheit. Und wollen trotzdem dieses unsinnige Spiel nicht aufgeben.
Im Übrigen gingen über 60% der deutschen Exporte in die EU, wie die momentane Quote ist, weiß ich aber nicht. Nur um mal die Verhältnisse zu erwähnen.
Die Griechen streuen Informationen und Bilder über arme
Rentner und hungernde Kinder.
Sie könnten uns auch die Villen, Jachten und die strahlenden
Gesichter der reichen Griechen zeigen, die keine Steuern
zahlen. Balkan abwärts versteht man sich auf dieses Geschäft.
Entschleunigen, die Finanzmärkte werden sich ganz schnell
beruhigen, wenn ihr Spekulationsgetue nichts mehr bringt.
Warum regen sich die Märkte nicht über die amerikanische
Haushaltskatasrophe auf. Weil die US-Presse den § schont.
Wenn die europ. Presse jeden Balon aufbläst, den ihr ein
Untergangspekulant im eigenen Interesse hinhält, kommt der
Untergang in Schwung.
Erst die Entschleunigungpolitik von Merkel hat langsam die
Wahrheit in Europa ans Licht gebracht.
Die Grünen und die SPD hätten schon vor zwei Jahren Euro-
bonds gemacht und unser letztes Geld verschenkt, für nichts.
Gut Ding will Weile haben. Daß das den Südschuldner nicht
passt ist doch selbstverständlich.
Doch wer wie die Griechen seine Millionäre schont soll nicht im Ausland betteln.
"Warum regen sich die Märkte nicht über die amerikanische
Haushaltskatasrophe auf."
Weil die Amis keinerlei Probleme mit Schulden bei der Zentralbank haben, im Ggs. zu den ideologisch verblendeten Europäern, die ernsthaft meinen sie könnten ihre Staatsschulden tilgen und gleichzeitig das Geld ausschliesslich von privat leihen.
Die amerikanischen Machtkomplexe wissen hingegen was sie wollen: Macht und Rohstoffe und wie sie es bekommen, wissen die auch.
"Erst die Entschleunigungpolitik von Merkel"
*lol* nennt man "aussitzen" jetzt so?
"Die Grünen und die SPD hätten schon vor zwei Jahren Euro-
bonds gemacht und unser letztes Geld verschenkt, für nichts."
Ja, das stimmt und das nehme ich ihnen übel. Diese reflexhafte und unreflektierte pro-europäische Haltung ärgert mich total. Die Ziele werden weder in Frage gestellt noch ernsthaft diskutiert, selbst der Weg dahin wird einfach nur abgenickt.
"Doch wer wie die Griechen seine Millionäre schont soll nicht im Ausland betteln."
So kann man das sehen, allerdings ist es assozial erst die Reichen per europäischer Kapitalfreizügigkeit ins Ausland fliehen zu lassen und dann mit den Finger auf dieses verkümmerte Land zu zeigen, nicht? Dass die im Euro nicht wieder auf die Beine kommen werden, ist auch eine Binse.
An welcher Stelle zieht Merkel da die Konsequenzen? Sie verlängert nur das Elend, zu unserer aller Schaden.
"Warum regen sich die Märkte nicht über die amerikanische
Haushaltskatasrophe auf."
Weil die Amis keinerlei Probleme mit Schulden bei der Zentralbank haben, im Ggs. zu den ideologisch verblendeten Europäern, die ernsthaft meinen sie könnten ihre Staatsschulden tilgen und gleichzeitig das Geld ausschliesslich von privat leihen.
Die amerikanischen Machtkomplexe wissen hingegen was sie wollen: Macht und Rohstoffe und wie sie es bekommen, wissen die auch.
"Erst die Entschleunigungpolitik von Merkel"
*lol* nennt man "aussitzen" jetzt so?
"Die Grünen und die SPD hätten schon vor zwei Jahren Euro-
bonds gemacht und unser letztes Geld verschenkt, für nichts."
Ja, das stimmt und das nehme ich ihnen übel. Diese reflexhafte und unreflektierte pro-europäische Haltung ärgert mich total. Die Ziele werden weder in Frage gestellt noch ernsthaft diskutiert, selbst der Weg dahin wird einfach nur abgenickt.
"Doch wer wie die Griechen seine Millionäre schont soll nicht im Ausland betteln."
So kann man das sehen, allerdings ist es assozial erst die Reichen per europäischer Kapitalfreizügigkeit ins Ausland fliehen zu lassen und dann mit den Finger auf dieses verkümmerte Land zu zeigen, nicht? Dass die im Euro nicht wieder auf die Beine kommen werden, ist auch eine Binse.
An welcher Stelle zieht Merkel da die Konsequenzen? Sie verlängert nur das Elend, zu unserer aller Schaden.
@marianengraben
Politiker - ist eine Berufsbezeichnung;
die bedarf keiner sexuellen Definition!
Politiker - ist ein Mensch!
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlicher. Danke, die Redaktion/se
...bedeuten, dass das unbekannte, mehrsprachige Parlament, mit zig Parteien und komischer Sitzverteilung, ein bisschen mehr abstimmen darf oder sowas.
Denn wenn es das darf, ist für den Mainstream alles in Butter, die Losung lautet doch "Parlament=demokratisch". Wahrscheinlich würden die das Thema sogar abhaken, wenn die Kommission sich in "erste Parlamentskammer" umbenennen würde. Den Rest kann man über beliebig lange "demokratisch legitimiert"-Ketten rechtfertigen.
"Warum regen sich die Märkte nicht über die amerikanische
Haushaltskatasrophe auf."
Weil die Amis keinerlei Probleme mit Schulden bei der Zentralbank haben, im Ggs. zu den ideologisch verblendeten Europäern, die ernsthaft meinen sie könnten ihre Staatsschulden tilgen und gleichzeitig das Geld ausschliesslich von privat leihen.
Die amerikanischen Machtkomplexe wissen hingegen was sie wollen: Macht und Rohstoffe und wie sie es bekommen, wissen die auch.
"Erst die Entschleunigungpolitik von Merkel"
*lol* nennt man "aussitzen" jetzt so?
"Die Grünen und die SPD hätten schon vor zwei Jahren Euro-
bonds gemacht und unser letztes Geld verschenkt, für nichts."
Ja, das stimmt und das nehme ich ihnen übel. Diese reflexhafte und unreflektierte pro-europäische Haltung ärgert mich total. Die Ziele werden weder in Frage gestellt noch ernsthaft diskutiert, selbst der Weg dahin wird einfach nur abgenickt.
"Doch wer wie die Griechen seine Millionäre schont soll nicht im Ausland betteln."
So kann man das sehen, allerdings ist es assozial erst die Reichen per europäischer Kapitalfreizügigkeit ins Ausland fliehen zu lassen und dann mit den Finger auf dieses verkümmerte Land zu zeigen, nicht? Dass die im Euro nicht wieder auf die Beine kommen werden, ist auch eine Binse.
An welcher Stelle zieht Merkel da die Konsequenzen? Sie verlängert nur das Elend, zu unserer aller Schaden.
http://de.wikipedia.org/w...
??
sie meinten wohl:
http://de.wikipedia.org/w...
nur weils auch mir manchmal die fussnägel hochrollt
http://de.wikipedia.org/w...
??
sie meinten wohl:
http://de.wikipedia.org/w...
nur weils auch mir manchmal die fussnägel hochrollt
aber ich denke, Sie haben da ein paar Bildungslücken aufzuarbeiten, die die europäische Währungsunion betreffen. Jedes Land ist zuerst einmal für sich selbst verantwortlich.
...die Aussage macht in einer WährungsUNION leider keinen Sinn. Wer mit anderen im Boot sitzt, sollte nicht lästern, wenn es Leck schlägt. Er wird nämlich mit ersaufen, wenn er nicht rechtzeitig aussteigt.
...die Aussage macht in einer WährungsUNION leider keinen Sinn. Wer mit anderen im Boot sitzt, sollte nicht lästern, wenn es Leck schlägt. Er wird nämlich mit ersaufen, wenn er nicht rechtzeitig aussteigt.
noch die Regierung legitimiert.
Im Übrigen wäre jedes Stabilisierungs-Versprechen nicht die Luft wert, mit der es gesprochen wird, davon gab es schon zu viele.
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