Neue Führung: Die Linke streitet über den richtigen Weg zur Versöhnung
Die neue Linken-Spitze beschwört nach den zermürbenden Kämpfen auf dem Parteitag den Aufbruch. Vergeblich: Die Partei kommt von den Machtkämpfen nicht los.
© Alex Domanski/Reuters

Oskar Lafontaine (l.) und Gregor Gysi beim Parteitag der Linken in Göttingen
Am Montag in aller Frühe, um 3 Uhr 18, verließ eine E-Mail die Parteizentrale der Linken – um eine Einigkeit zu demonstrieren, die es noch längst nicht gibt. Gemeinsam riefen die neuen Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie Fraktionschef Gregor Gysi zu einem "neuen Aufbruch" auf. Der Parteitag in Göttingen am vorvergangenen Wochenende sei ein "Signal des Zusammenhalts" gewesen, heißt es darin.
Eine "Kultur des Zuhörens" wird angestrebt, weil: "Unsere Unterschiede machen uns dann stark, wenn wir voneinander lernen." Gebraucht werde eine Partei, die "klare Alternativen zum Neoliberalismus" formuliere, schreiben die drei Linken-Spitzen. Zugleich behaupten sie selbstbewusst, dass selbst der neue französische Präsident François Hollande inzwischen Kernforderungen der Linkspartei aufgreife.
Doch die Woche ist nicht auf Harmonie programmiert, wie sich vermutlich schon bei der Sitzung der Bundestagsfraktion an diesem Dienstag zeigen wird, der ersten nach dem Göttinger Parteitag. Die baden-württembergische Abgeordnete Heike Hänsel hat – ganz offenbar im Auftrag des linken Parteiflügels – eine Aussprache zu Göttingen verlangt, in der es vor allem um den Auftritt von Fraktionschef Gysi gehen soll. Er hatte in seiner Parteitagsrede "Hass" in der Fraktion scharf kritisiert, dabei von einem "pathologischen Zustand" gesprochen.
Vor der Sitzung richtete er an die Abgeordneten den eindringlichen Appell, sich auf ihren politischen Auftrag zu besinnen statt sich zu bekriegen. "Die Abgeordneten werden nicht dafür bezahlt, irgendwelche konträren Standpunkte untereinander auszutragen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa, sondern sollten die Interessen der Bürger vertreten.
Kritik an Gysi
Aus verschiedenen Lagern hagelt es Kritik an der Gysi-Rede, die, so Abgeordnete, "unterirdisch" gewesen sei und "von seiner Eitelkeit getrieben". Die frühere Bundesgeschäftsführerin und neue Vize-Parteichefin Caren Lay schrieb in einem Kommentar zur Lage der Linken, das Ziel einer modernen, demokratischen und nicht-autoritären Partei sei nach wie vor nicht eingelöst. Sie hoffe, "der Laden wird mal ordentlich durchgelüftet". Zur Rolle von Gysi schrieb Lay, er habe das Zentrum der Partei bislang als seinen "einsamen Ort" betrachtet. Jetzt aber gehe es darum, dass "die Linke nicht aus informellen Hinterzimmern regiert wird, sondern demokratisch geführt durch formelle, das heißt demokratisch legitimierte Gremien".
Traditionell fällt es der Linkspartei schwer, Personalentscheidungen hauptsächlich nach Fragen der Qualifikation zu treffen. Das zeigte sich nicht nur bei der Wahl einer neuen Führung in Göttingen. Es steht auch zu befürchten bei Stellenbesetzungen, über die demnächst zu entscheiden ist. Die neue Parteichefin Kipping wird die Leitung des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Bundestag voraussichtlich abgeben. Die Fraktionsführung würde gern den rentenpolitischen Sprecher Matthias W. Birkwald aus Köln mit der Kipping-Nachfolge betrauen. Birkwald verortet sich zwar im linken Lager, gilt aber – auch, weil er viele Jahre Büroleiter des früheren Parteichefs Lothar Bisky war – als moderat.
Doch weil das Lafontaine-Lager mit der Gewerkschafterin Sabine Zimmermann aus Sachsen ins Rennen geht, zögert Birkwald mit einer Kandidatur. Er wolle, heißt es, diese Kraftprobe vermeiden, zumal der Posten zunächst nur für wenige Monate bis zum beginnenden Bundestagswahlkampf zu vergeben sei.





hatte doch ein Röttgen auch Festgestellt!
den richtigen Weg zur Versöhnung?
Es gibt keine Versöhnung,
nur Phrasen!
dem steht ein über 4 Generationen tief geprägtes, tief verinnerlichtes Feindbild gegenüber,
das Tag für Tag erneuert wurde bis in die Jetztzeit!!
die einzige Möglichkeit ist endlich ein Erwachen in der Realität,
sich der von Außen erzwungenen Feindbildschaffung bewusst zu werden, die Ideologie auf den Müll zu werfen
und auf das einzig Produktive in den Vordergrund – die Leistung, die Fähigkeiten des Einzelnen anerkannt!
die andere Möglichkeit, ist eine strickte Trennung der Interessengebiete, Aufgabengebiete,
so wie es auch in der Wirtschaft, Ministerien, Verwaltungen geschieht,
dummerweise noch zum Nachteil des Bürgers!
wegen der Ideologie?
Wenn es in einer demokratische Partei für eine Stelle mehrere Bewerber gibt, und das Ergebnis nicht schon vorher feststeht, ist das ein Konflikt, der einer demokratische Partei nicht gut zu Gesicht steht.
Gibt es nur einen Bewerber, ist das genauso.
der Name ist Programm.
Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk
Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk
Die Gegensätze in dieser Partei sind zu deutlich, die Zerrissenheit unübersehbar. Die Linke ist nur noch mit sich selbst beschäftigt und dabei gäbe es unglaublich viele Themen. Aber ich bin der festen Überzeugung, das diese Partei in den nähsten Jahren zumindest im Westen der Republik aus allen Länderparlamenten fliegen wird.
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