Kita-Ausbau: Schröder schimpft über gleichgültige Arbeitgeber
160.000 Kitaplätze müssen bis 2013 entstehen, will der Bund seine Ziele in der Kinderbetreuung erreichen. Die Familienministerin erhöht den Druck auf die Arbeitgeber.
© Wolfgang Kumm/dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU)
Mit scharfen Worten hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) auf Äußerungen aus dem Arbeitgeberlager zum Kita-Ausbau reagiert. "Diese Geht-mich-nichts-an-Haltung ist absolut fehl am Platz", sagte Schröder dem Magazin Focus. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, hatte kürzlich die Schaffung weiterer Krippenplätze als "vorrangig staatliche Aufgabe" bezeichnet. Ab Sommer 2013 gilt in Deutschland ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für zwei oder drei Jahre alte Kinder.
"Wer für junge Eltern als Arbeitgeber attraktiv sein will, muss das Thema Betriebskita ernster nehmen und sich stärker engagieren als bisher", sagte Schröder. Die Ministerin forderte, dass "Konzerne zumindest an ihren größeren Standorten standardmäßig Betriebskitas einrichten oder sich dafür mit anderen Firmen zusammentun". Der Bund habe 580 Millionen Euro zugesagt – nun sei die Wirtschaft in der Pflicht.
Bund, Länder und Kommunen hatten 2007 vereinbart, bis 2013 für 750.000 Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsangebot zu schaffen – etwa ein Drittel davon in der Tagespflege. Um eine durchschnittliche Betreuungsquote von 39 Prozent zu erreichen, werden nach neuesten Prognosen der Länder allerdings rund 30.000 Plätze mehr gebraucht, als noch vor fünf Jahren kalkuliert – also insgesamt 780.000. Derzeit gibt es rund 620.000 Plätze in Kitas oder in der Tagespflege. Demnach fehlen insgesamt noch rund 160.000 Plätze.





Wenn ein Betrieb, der eine Betriebskita hat (hätte), Arbeitnehmer mit Kindern einstellt dient er sich in zweierlei Hinsicht:
Erstens, er wertet seine corporate identity auf, indem er einen guten sozialen Standard zu bieten weiß, zweitens gibt es natürlich in solch einer Betriebskita ein Krankenzimmer. Wenn die Mutter in der Firma arbeitet, hat der Arbeitgeber weniger Einbußen, wenn Sie Mal in ihrer Mittagspause beim Kind reinschaut, als wenn Sie eine Woche mit dem Kind zuhause bleibt. Dasselbe gilt natürlich für den Vater.
Ausserdem bekommen die Betriebe äusserst satte Zuschüsse. 58 Millionen insgesamt für diesen "Ausgabenposten". Ich denke, da kann man nicht mäkeln.
Wundert es eigentlich wirklich noch, warum die Leute so wenige Kinder bekommen?
Für die "da oben" ist die so genannte "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" kein Problem, jede benötigte Dienstleistung kann schließlich einkauft werden, für den klassischen "Durchschnittsverdiener" sieht das schon anders aus, ich kann JEDE Frau verstehen, die sich GEGEN eine Familie entscheidet oder das Experiment nach dem ersten Kind beendet, es gibt eben Dinge, die lassen sich nicht oder nur sehr schwer vereinbaren (oder nur mit erheblichen Aufwand an Geld und der Zeit Dritter), leider spricht die politische Ideologie dagegen, man sollte sich vor Augen führen, wie viel Geld zur Zeit in Familien investiert wird und wie das "Ergebnis" aussieht (nicht verkehrt verstehen: ich habe nichts gegen Kinder und/oder Familienförderung) ...
Noch was - die Menschen, die heute einsam im Pflegeheim sitzen, sind immer noch diejenigen, die meist mehrere Kinder hatten ...
und insofern, aber nur im Hinblick auf kurzfristige Gewinne wenig verantwortungsvoll handelnder Unternehmen, hat Frau Schröder vollkommen recht, die Unternehmen sollten über einen intelligenten Mechanismus beteiligt werden, und nicht nur am Gewinn, sondern auch am Einsatz.
Die Analyse hätte aber auch die Interessen der Kinder berücksichtigen sollen, und aus deren Sicht sind Krippen nicht oder nur für Notfälle zu befürworten, weil sie mit hohen Risiken für die Gesundheit und Entwicklung der Kinder einhergehen. Schon jetzt sehen verantwortungsbewusste Kinderärzte mit großer Besorgnis einen Anstieg bestimmter Erkrankungen wie Entwicklungsstörungen, Adipositas, metabolisches Syndrom u.a., deren eine Ursache die real existierenden Krippen mit nur mäßigem Qualitätsstandard sind, die letztlich jährliche Kostenerhöhungen im sozialen Bereich in kaum vorstellbarer Höhe verursachen werden. Kosten, die so hoch sind, dass am Ende nur eine Reduzierung der diesbezüglichen Sozialleistungen stehen wird. Eine alternde Gesellschaft hat aber genügend andere Probleme zu stemmen, und wenn sie diese recht und schlecht und mit deutlichen Abstrichen im Lebensstandard gelöst hat, stehen noch die Kosten für die EU-Rettungsschirme aus und und und.
"Nutznießer der Kitas sind Unternehmen
und insofern, aber nur im Hinblick auf kurzfristige Gewinne wenig verantwortungsvoll handelnder Unternehmen, hat Frau Schröder vollkommen recht, die Unternehmen sollten über einen intelligenten Mechanismus beteiligt werden, und nicht nur am Gewinn, sondern auch am Einsatz."
Falls die Unternehmen hier Nutzniesser sind - sicher nicht die einzigen, aber das sollten wir schön verschweigen - dann werden sie auch ein Interesse daran haben, dass Mitarbeiter ihre Kinder in Kitas bringen. Wenn sie daran Interesse haben, dann wird ihnen das auch Geld wert sein. Und wenn es ihnen Geld wert ist, dann werden sie das auch ausgeben. Und wenn es keine Pflichtumlage dafür gibt, werden sie es wahrscheinlich sogar sehr sinnvoll und produktiv in dieser Hinsicht ausgeben. Bei Pflichtumlagen und Pauschalisierungen ist noch nie was gerechtes und überall sinnvolles herausgekommen.
Und falls Sie mit offenen Augen durch die Welt gehen, dann haben Sie vielleicht schon gesehen, dass es durchaus schon einige Unternehmen gibt, die entweder eigene Kitas haben oder sich am Beitrag der Mitarbeiter für die Kitas beteiligen.
"Nutznießer der Kitas sind Unternehmen
und insofern, aber nur im Hinblick auf kurzfristige Gewinne wenig verantwortungsvoll handelnder Unternehmen, hat Frau Schröder vollkommen recht, die Unternehmen sollten über einen intelligenten Mechanismus beteiligt werden, und nicht nur am Gewinn, sondern auch am Einsatz."
Falls die Unternehmen hier Nutzniesser sind - sicher nicht die einzigen, aber das sollten wir schön verschweigen - dann werden sie auch ein Interesse daran haben, dass Mitarbeiter ihre Kinder in Kitas bringen. Wenn sie daran Interesse haben, dann wird ihnen das auch Geld wert sein. Und wenn es ihnen Geld wert ist, dann werden sie das auch ausgeben. Und wenn es keine Pflichtumlage dafür gibt, werden sie es wahrscheinlich sogar sehr sinnvoll und produktiv in dieser Hinsicht ausgeben. Bei Pflichtumlagen und Pauschalisierungen ist noch nie was gerechtes und überall sinnvolles herausgekommen.
Und falls Sie mit offenen Augen durch die Welt gehen, dann haben Sie vielleicht schon gesehen, dass es durchaus schon einige Unternehmen gibt, die entweder eigene Kitas haben oder sich am Beitrag der Mitarbeiter für die Kitas beteiligen.
Entfernt,da unsachlich. Die Redaktion/ls
.."Wer für junge Eltern als Arbeitgeber attraktiv sein will, muss das Thema Betriebskita ernster nehmen und sich stärker engagieren als bisher"
Frau Schröder sollte dem Gewäsch von Frau von der Leyen bzgl. des Fachkräftemangels nicht allzu vie Gehör schenken; das ist nämlich alles dummes Zeug ! Deshalb werden die Arbeitgeber sich auch einen Furz um Kitaplätze für ihre Mitarbeiter scheren !
Willkommen in der Wirklichkeit, Schröder !!
Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls
Meine Vorschläge:
1. Frau Merkel macht eine Kehrtwendung, kassiert die von FvdL ins Leben gerufene Krippenplatzgarantie zugunsten einer Umleitung der Subventionen direkt zu den Eltern und lässt diese entscheiden, ob sie damit einen Krippenplatz finanzieren, eine Tagesmutter bezahlen, eine private Kinderbetreuung organisieren oder einfach das Kind selbst erziehen wollen
2. Unternehmen zahlen eine Steuer, wenn sie Mütter mit Kindern unter 3 Jahren beschäftigen, die dann direkt in den Topf der privaten Kinderbetreuung fließt
3. Bei den umlagefinanzierten Systemen werden generative Beiträge, also Kinder, einberechnet, und zwar gleichwertig wie Geldleistungen. Familien mit 4 Kindern zahlen nichts, ebenso Arbeitgeber, Familien mit 2 Kindern wie bisher, und Kinderlose dafür doppelt, ebenso dann auch Arbeitgeber
4. Einführung des Kirchhofschen Steuersystems, also eine radikale, gerechte Vereinfachung ohne Steuerprogression, dafür 10.000€ Steuerfreibetrag für jeden, auch für Kinder
5. Nord- und Süd-EU mit eigener Währung
Die Folgen:
1. Der Staat bräuchte keine Steuergelder in Rente, Pflege und GKV überführen, das würe jährlich dreistellige Milliardenbeträge einsparen, der Schuldenberg könnte ab sofort jährlich im dreistilligen Milliardenbereich reduziert werden
2. Es würden wieder mehr und leistungsfähiger Nachwuchs geboren werden, was langfristig die demographischen Probleme reduzieren würde
3. Die Wirtschaft würde aufblühen, der Wohlstand sich mehren
die Regierung verspricht Kita "für alle",
verbummelt die Sache,
verzockt das Geld,
und nun sind Andere (diesmal die Unternehmer) die Bösen??
Guter Plan! *schade, dass es hier keine diesmal Augenroll - Smilies gibt.
Und klar, bringen die Kitas auch den Unternehmen was und es wäre auch sinnvoll, wenn sie an den Kosten beteiltigt worden wären, aber das hat die Regierung damals verpennt!
mindestens gleichwertig mit einbezogen werden. Ohne langfristige Einhaltung des Generationenvertrages hat weder Gesellschaft noch Kapital eine Chance zum Überleben, und Geld ist nichts anderes als ein Versprechen auf zu erbringende oder Abgeltung erbrachter Leistungen. Ohne Einbeziehung der Generationenleistung ist es wertlos.
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