Die LinkeKatja Kipping und Bernd wer?

Katja Kipping und Bernd Riexinger haben sich im Machtkampf der Linken durchgesetzt. Die neue Doppelspitze im Kurzporträt von dpa

Katja Kipping und Bernd Riexinger, die neuen Vorsitzenden der Partei Die Linke

Katja Kipping und Bernd Riexinger, die neuen Vorsitzenden der Partei Die Linke  |  © Julian Stratenschulte/dpa

Die neuen Parteivorsitzenden der Linken , Katja Kipping und Bernd Riexinger , wollen die tiefe Spaltung der Partei überwinden und die Differenzen zwischen Ost und West beilegen. Während Kipping schon mit ihrer Wahl zur Vize-Vorsitzenden der PDS im Jahr 2003 auch bundesweit eine gewisse Prominenz erlangte, war Riexinger bisher außerhalb seiner Heimat Baden-Württemberg eher unbekannt. Die neue Führung im Kurzporträt:

Katja Kipping stammt aus Sachsen und damit aus dem mitgliederstärksten Landesverband der Linken. Die 34-jährige Dresdnerin wurde bereits im Alter von 21 Jahren Berufspolitikerin. 1999 zog sie als jüngste Abgeordnete in den sächsischen Landtag ein, 2005 wechselte sie in den Bundestag. Dort ist sie Vorsitzende des Ausschusses Arbeit und Soziales.

In die Linke-Vorläuferin PDS trat Kipping im Frühjahr 1998 ein. "Sie verkörpert die moderne Linkspartei , da sie weder aus der alten SED noch aus SPD oder WASG kommt", sagt Sachsens Landesvorsitzender Rico Gebhardt. Kipping saß im Sommer 2003 noch über ihrer Magisterarbeit, als sie zur Vize-Bundesvorsitzenden der PDS gewählt wurde. Ihre Genossen attestierten ihr damals, sie habe sich von der Partei noch nicht so vereinnahmen lassen, sei im notwendigen Maße unangepasst und immer für Überraschungen gut. Das gilt nach Meinung von Weggefährten noch immer.

Eigentlich wollte sie Vize-Chefin bleiben

Zu ihren Schwerpunktthemen gehörten bislang Ökologie und Soziales. Bereits 2004 erhob sie die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen – als an Wahlerfolge der Piraten in Deutschland noch nicht zu denken war. Engagement zeigt Kipping auch als Anmelderin und Teilnehmerin von Protestaktionen gegen Neonazi-Aufmärsche.

Anfang 2010 gründete sie das parteiübergreifende "Institut Solidarische Moderne", zu dessen Vorstandssprechern neben ihr auch Hessens Ex-SPD-Chefin Andrea Ypsilanti und der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold zählen. Auch innerhalb der Linken steht sie für einen Konsensansatz, das Lagerdenken der verschiedenen Parteiströmungen will sie überwinden.

Bevor ihre Politikerkarriere begann, war Kipping für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Russland . Seit November 2011 ist die Slawistin und Literurwissenschaftlerin Mutter einer Tochter. Auch aus diesem Grund wollte Kipping eigentlich Vize-Chefin bleiben statt an die noch arbeitsintensivere Spitze zu rücken. Beworben für den Parteivorsitz hat sie sich erst spät.

Anzeige
Leserkommentare
  1. "Riexinger gehörte zu den Initiatoren der Protestbewegung gegen diesen von ihm empfundenen Sozialabbau ..."

    Bitte unterlassen Sie subtile Andeutungen. Seien sie mutig, und sprechen es offen aus, wenn Sie der Meinung sind, dass die Agenda 2010 KEIN Sozialabbau ist - damit der Leser weiß, wessen Geistes Kind hier schreibt. Danke. Ihr Leser/fd

  2. Die eine hat sich erst spät beworben (später als Bartsch war wohl die Intention, eine Verknüpfung herszustellen beim Leser). Und der "nicht unbedingte Siegertyp" wird etwas verschämt vor die Siegertype Schwabedissen gezogen.

    Nicht schlecht für den Anfang. Und die Klaviatur der politischen Diffamierung kennt ja auch noch mehr Tasten und Dissonanzen. Aber ganz so aufs "Bild"-Niveau runterzugehen, ist doch wohl ein Stück zu riskant.(?)

  3. Man muss die Sache ehrlich aussprechen. Kipping ist eine Quotenfrau, denn bei der ersten Wahl durften keine Männer kandidieren. Bernd ...wer noch einmal?... bloße Lafo-Marionette. Glaube kaum, dass die beiden die Partei, die im zumindest im Westen wirklich auf der Kippe steht, retten können. An die Spitze gehört Spitzenpersonal... Lafo und Bartsch wäre mutig gewesen. Mir soll es aber recht sein.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Bernd Riexinger | SPD | Gerhard Schröder | Andrea Ypsilanti | Ver.di | Bausparkasse
Service