Linken-Bundestagsfraktionsvize Dietmar Bartsch hat zu Beginn des Parteitages in Göttingen eine stärkere Geschlossenheit der zerstrittenen Partei angemahnt. "Wir alle haben eine Verpflichtung, hier einen neuen Aufbruch der Linken zu gestalten. Ich bin zuversichtlich und meine, dass wir Montag neu am Start sind und wieder angreifen", sagte Bartsch.

Er fürchte keine Spaltung – weder in der Programmdebatte noch bei der Wahl der neuen Doppelspitze, sagte Bartsch. Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi hatte dagegen vor einem Scheitern des Parteitags und einem Auseinanderbrechen der Partei gewarnt.

"Es geht um die Existenz der Partei"

Der Landesvorsitzende der Linken in Mecklenburg-Vorpommern , Steffen Bockhahn, sah die Situation in der von Richtungskämpfen blockierten Partei ebenfalls skeptischer: "Ich hoffe, dass auf diesem Parteitag nicht das Siegen und Besiegen eine Rolle spielt, sondern das Miteinander. Das wird keine leichte Aufgabe", sagte er. Es sei nicht übertrieben, von einer drohenden Selbstzerstörung der Linken zu sprechen. "Es geht um die Existenz der Partei – und zwar egal wo", sagte Bockhahn.

"Wenn man nur lange genug über eine Spaltung redet, dann schafft man es auch, dass sie kommt. Wir haben nur diese eine Chance." Falls die Reformer und der linke Gewerkschaftsflügel in Göttingen nicht zusammenfinden sollten, könne dies auch viele Mitglieder an der Basis frustrieren, sagte Bockhahn: "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass sich nach den Wahlen alle in dieser Partei wiederfinden, weil sonst etwas passieren kann, wovor ich viel mehr Angst habe."