Teppich-Kauf: Niebel entschuldigt sich vor dem Bundestag
Wegen der unverzollten Einfuhr eines afghanischen Teppichs hat sich Dirk Niebel im Bundestag entschuldigt. Er werfe sich vor, keine "klaren Absprachen" getroffen zu haben.
Er habe einen Fehler gemacht, den er "selbst zu verantworten habe", sagte Dirk Niebel in einer Aktuellen Stunde im Bundestag. "Ich wollte mir einen Teppich für mein Haus kaufen", sagte Niebel, "was aus Sicherheitsgründen natürlich nicht auf dem Basar in Kabul möglich war". Aus logistischen Gründen habe er den Teppich "zu einem späteren Zeitpunkt" mit nach Hause nehmen wollen.
Niebel sagte, er habe sich zunächst gefreut, als er erfahren habe, dass er "durch die Hilfsbereitschaft des Bundesnachrichtendienstes" die Chance haben würde, den Teppich früher als gedacht zu Hause haben zu können. Er "bedauere ausdrücklich", dass der BND-Chef Gerhard Schindler, der von einem "zollfreien Gastgeschenk" ausgegangen sei, dadurch "in eine unangenehme Situation gebracht worden ist", sagte der Minister weiter. "Ich ging davon aus, dass alle Formalitäten bei der Einreise erledigt wurden", sagte Niebel.
Er werfe sich vor, "keine klaren Absprachen" getroffen zu haben. "Niemand ärgert sich über diesen Vorgang mehr als ich", sagte der FDP-Politiker. Der SPD-Entwicklungsexperte Sascha Raabe hatte zuvor im Bundestag erneut Niebels Rücktritt gefordert. Dieser habe dem "Ansehen und der Glaubwürdigkeit" Deutschlands geschadet. Bereits am Montag hatten Politiker von SPD und Linkspartei erklärt, Niebel sei als Minister nicht mehr tragbar.
Niebel hatte den Teppich bei einem Besuch in Afghanistan für etwa 1.100 Euro von einem Händler erworben, der dafür eigens in die deutsche Botschaft gekommen war. Später nahm BND-Chef Schindler den Teppich in seinem Dienst-Jet mit nach Berlin. Bei dem Flug war Schindler offenbar davon ausgegangen, dass es sich bei dem Teppich um ein offizielles Gastgeschenk an Niebel handele. In diesem Fall wäre der Transport keine Privatangelegenheit, sondern Amtshilfe gewesen.







Dem Artikel der Zeit ist (leider) nicht zu entnehmen, ob diese unsägliche Formulierung von Niebel selbst stammt, oder ob sie dem Autoren / der Autorin des ZEIT-Online-Artikels zuzuschreiben ist.
Ich selbst ärgere mich ebenfalls immer über einen derart unreflektierten Sprachgebrauch, der zumindest der Journalistischen Zunft ausgesprochen schlecht zu Gesicht steht.
Ich habe keinerlei Problem damit, wenn sprachliche Regeln gebrochen werden, sofern der Bruch reflektiert geschieht und Im Dienst eines bestimmten Inhalts, einer Ausdrucksintention steht.
Aber ich habe ein großes Problem, wenn unreflektierte Regelverstöße Ignoranz befördern, wie das bei der zu recht kritisierten Entschuldigungsfloskel uneingeschränkt zu konstatieren ist.
Wenn sprachliche Formulierungen wie: "Hiermit entschuldige ich mich" irreführenderweise vorgaukeln, das Gesagte wäre eine real zur Verfügung stehende Option, verfestigen sich solche irrigen Vorstellungen in den Geistern derjenigen, die solches rezipieren und produzieren.
Die seltsame Empörung, die mit den Worten "Aber ich habe mich doch entschuldigt!" zum Ausdruck gebracht wird ist dann der Konsequente Ausfuss dieser Verdummung, die nicht mehr weiß, dass Verzeihen nur von Opfern gewährt werden kann.
Hier wird zutiefst humanes und christliches Erbe untergraben.
Die ZEIT sollte sich bemühen, daran nicht mitzuwirken.
richtete sich eigentlich nur an nosferatoo !
Wusste nicht,dass die ZEIT Latein nicht beherrscht.
Scusatemi!
Da sitzen ein paar Tausend Soldaten in einem Krisen- und Kriegsebiet, haben täglich Angst um ihr Leben und was macht ein Herr Niebel? Bestellt sich einen Teppichhändler ins Haus. Der Teppich wird gekauft, angeblich zu sperrig für ein normales Flugzeug? Das ist lustig. Ja gut, dann nehmen wir eben den Flieger vom BND, der weiß ja nichts, außer, dass es ein Gastgeschenk ist.
Teppich in Deutschland angekommen und Niebel bestellt "seinen" Fahrer, um das gute teure Stück abzuholen. Das alles durch die Hintertür und am Zoll vorbei, was eine sehr nette Geste an den Zoll ist, denn die Jungs und Mädels haben da ja schon genug zu tun.
So gut möchte ich es auch mal haben. Einen Status, der mich vor jeglichem Unbill schützt und wo ich vor allem entspannt einkaufen kann, während ein paar Meter neben mir vielleicht eine Bombe explodiert und Landsleute ums Leben kommen.
Herr Niebel, Sie besitzen Chuzpe, und das bedauer ich. Sie sind im höchsten Maße unanständig!
... WARUM haben DIE das nötig, bei Ihrem maßlosen Einkommen von mehreren tausend Euro pro Monat... ???
WENN sie doch im Gegenzug 10 Millionen Menschen erklären wollen, dass man von 356 Euro im Monat ganz gut leben kann.
Das ist die eigentliche Frage für mich.
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