Der Bundespressesprecher der Piratenpartei, Christopher Lang, ist von seinem Amt zurückgetreten. In einem offenen Brief an den Bundesvorstand begründete Lang seinen Schritt mit Überlastung durch die bislang ehrenamtlich wahrgenommene Aufgabe. Nach dem Rücktritt Langs legte auch sein Stellvertreter Aleks Lessmann sein Amt nieder. Damit bleibt vom Presseteam, der Piratenpartei, das drei Mitglieder hatte, nur noch Anita Möllering übrig, die im April ihre Arbeit als Bundespressesprecherin aufgenommen hatte.

Lang fordert in seinem offenen Brief die Professionalisierung seiner Partei: "Wir brauchen mehr bezahltes und im selben Zuge fachlich qualifiziertes Personal, um die stetig steigenden Anforderungen abzudecken". In dem in einem Wiki veröffentlichen Schreiben heißt es weiter: "Ich kann nicht mehr, bin für den Moment müde, ausgepowert und erschöpft!". Lang sagte, er wolle sein geplantes Studium nicht weiter hinausschieben und werde sich intensiver auf seine Familie, Freunde und das nicht-politische Leben konzentrieren.

Der Partei fehlt die Professionalität

Sein Stellvertreter Lessmann begründete seinen Rückzug aus der Pressearbeit für den Bundesverband mit dem Schritt von Lang: "Criss hat die Arbeit mit Professionalität und konstruktivem Verhalten geprägt. Dieser immens wichtige Teil der Pressearbeit fällt jetzt weg."

Die Rücktritte von Lang und Lessmann verdeutlichen ein generelles Problem der Piratenpartei, in der selbst der Bundesvorsitzende Bernd Schlömer nur ehrenamtlich für die Partei arbeitet. Schlömer verdient sein Geld als Regierungsdirektor im Bundesverteidigungsministerium und darf sich während seiner Dienstzeit nicht um die Parteiarbeit kümmern.

Die verbliebene Pressesprecherin Möllering bezeichnete die Rücktritte ihrer Kollegen als "nicht dramatisch". Der Bundesvorstand werde an diesem Wochenende auch über einen Neustart der Pressearbeit bei den Piraten beraten. Dabei werde es auch um das Thema Professionalisierung gehen.