RentenalterLänger leben, länger arbeiten

Frankreich will das Rentenalter senken. Dabei müsste es in allen Industrieländern weiter steigen, weil wir älter werden und die wenigen Jungen nicht überfordern dürfen. von 

Archivbild von Protesten in Frankreich 2010 gegen ein höheres Renteneintrittsalter

Archivbild von Protesten in Frankreich 2010 gegen ein höheres Renteneintrittsalter  |  © PHILIPPE MERLE/AFP/Getty Images

Als Bismarck 1891 die Rentenversicherung einführte, um die aufkommende Arbeiterbewegung ruhig zu stellen, war es noch ganz einfach: Das Alter, von dem an Arbeiter und kleine Angestellte Rente beziehen durften, wurde auf 70 Jahre festgelegt. Denn kaum ein Arbeiter, der damals noch 60 Stunden pro Woche in der Fabrik schuften musste, wurde so alt. Die neue Versicherung musste also nur wenige Renten auszahlen, der Beitragssatz betrug am Anfang nur 1,7 Prozent. Erst während des Ersten Weltkriegs wurde das Rentenalter auf die bis zur jüngsten Rentenreform in Deutschland geltende Grenze von 65 Jahren gesenkt. Der Beitragssatz verdoppelte sich.

Letztlich ist die Frage des Renteneintrittalters eine simple Rechenaufgabe. Besser gesagt: Sie wäre es, wenn die Politik nicht immer wieder eingreifen würde. Wie hoch ist die durchschnittliche Lebenserwartung? Wie viele Menschen gibt es im "rentennahen" und im Rentenalter? Wie lange werden sie durchschnittlich Rente beziehen? Wie viele Berufstätige und Junge gibt es, die für sie aufkommen müssen?

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Einfache Rechenaufgabe

Aus diesen Fragen ergeben sich drei Faktoren, die zu einer Formel verbunden werden müssen: die Höhe der Rente, der Beitragssatz und eben die Altersgrenze, von der an die Beitragszahler Rente beziehen dürfen. Die Faustregel besagt: Je höher die Rente, je mehr Rentner es gibt (die im Schnitt auch noch immer länger leben) und je weniger aktive Beitragszahler, desto stärker muss der Beitragssatz steigen. Schon heute liegt er fast bei 20 Prozent. Wenn man eine weitere Erhöhung vermeiden will, um die Jüngeren finanziell nicht zu erdrosseln, gibt es nur zwei Wege: Man muss die Renten kürzen und/oder das Rentenalter erhöhen.

Auf diesen Zusammenhang hat dieser Tage die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch einmal hingewiesen und gefordert, das Rentenalter entsprechend der steigenden Lebenserwartung in allen Industrieländern schrittweise anzuheben . Genau das hat die Bundesregierung 2006 getan: Die Altersgrenze wird in Deutschland schrittweise auf 67 Jahre erhöht, weil die wachsende Zahl der Rentner in immer krasserem Missverhältnis steht zur sinkenden Zahl derjenigen, die die Renten erwirtschaften müssen. Gleichzeitig wurden die Renten durch Nullrunden und geringe Anhebungen, die zum Teil unter der Preissteigerung lagen, über viele Jahre real deutlich gesenkt.

Das ist für diejenigen, die jetzt oder in naher Zukunft Rente beziehen, sicher bitter. Denn sie haben ja ihr Leben lang Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt, im Glauben, damit ausreichend für ihr Alter vorgesorgt zu haben. Doch es geht nicht anders, weil sie den sogenannten Generationenvertrag gebrochen haben. Er besagte über Jahrzehnte: Es wachsen genügend Kinder nach, um später die Alten finanziell zu versorgen.

Schon seit dem Pillenknick gilt das aber nicht mehr. Heute leben in Deutschland rund 13 Millionen Menschen der Babyboomer-Generation im Alter von 45 bis 55 Jahren. Sie werden in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren in Rente gehen – die stärkste Gruppe der Rentner, die dieses Land jemals gehabt hat und haben wird. Und sie werden im Schnitt dann noch 20 Jahre Rente beziehen.

Leserkommentare
  1. "Letztlich ist die Frage des Renteneintrittalters eine simple Rechenaufgabe."

    Ohne Worte.

    16 Leserempfehlungen
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    • kurt65
    • 17. Juni 2012 0:04 Uhr

    Während die deutsche Bevölkerung seit 2003 schrumpft, wächst Frankreich aufgrund seines Geburtenüberschusses kontinuierlich. Früher als erwartet, vermutlich schon zur Mitte des Jahrhunderts, dürfte Frankreich mehr Einwohner als Deutschland zählen.Also kommen immer mehr nach die Geld in die Rentenkassen zahlen!!! Bei uns gibt es nur noch verwöhnte Einzelkinder die das Geld I-phons mit 18 ein Auto in den Ars... gestegt bekommen aber man kann sich kein 2. Kind Leisten!!! Das Renteneintrittsalter von 67 ist die gerechte Strafe für unsere Gesellschaft!!!!

    Ich darf bis 67 arbeiten und sehe kein Problem darin, denn die Rechnung, die Herr Greven aufmacht und die ja keineswegs neu ist, liegt auf der Hand.

    Wichtig ist mir allerdings, daß mein Arbeitsleben und mein Privatleben keine Gegensätze sind, die um meine Lebenszeit konkurrieren.

    Wenn die Arbeit erfüllt und bestätigt, Privat- und Familienleben mit ihr gut zu vereinbaren sind, ist die Erhöhung des Rentenalters keine Zumutung.
    In Zeiten von Familiengründung könnten Teilzeit, home-office, sabbatical den Arbeitnehmer entlasten. Wenn diese Aufgabenverdichtung im fortgeschrittenen Alter nicht mehr besteht, soll das Erwerbsleben gerne wieder im Vordergrund stehen.
    In meiner Firma werden Ruheständler (ganz normale Sachbearbeiter) gelegentlich wieder als "Berater" hinzugezogen, um bestimmte Probleme zu lösen.
    Ihre Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen und kommt dem Nachfolger auch zugute.
    Und diese "Ehemaligen" tun das gerne, und nicht nur des Geldes wegen.

    Vorausschauende Personalabteilungen bereiten sich jetzt schon vor und gestalten Arbeitsplätze altersgerecht, suchen Alternativarbeitsplätze für Mitarbeiter, die körperlich schwere Arbeiten ausführen und ersinnen Arbeitszeitmodelle, die für Ü67 passen.

    Hohe Rente und frühes Rentenalter geht nicht zusammen.

    Auch nicht in Frankreich, denn nicht einmal auf die Anzahl Kinder kommt es an, sondern auf die Anzahl sozialversichert Beschäftigter. Und die Aussicht ist in Frankreich bei hoher Jugendarbeitslosigkeit eher trübe.

    k.

    Die einzige Lösung ist, dass jeder in seine eigene Rente einzahlt. Auf diese Weise wird Arbeit belohnt, und die wenigen Drückeberger, die bis dato sich von anderen durchfüttern lassen, nicht mehr belohnt werden.

    Rechenaufgabe."

    Wie Herr Greven am liebsten rechnen würde, sieht man an seiner Orientierung an den 70 Jahren und den 1,7 Prozent zu Bismarks Zeiten.

    Vermutlich gehört Herr Greven auch zu denen, die für die private Rente sind, für eine Ausweitung der Niedriglohnjobs und für möglichst niedere Hartz IV-/Grundsicherungs-Sätze.

    Die private Rente sorgt dafür, dass der Finanzmarkt weiter zuverlässig mit Geld aufgepummt wird. Zwar sind die Ersparnisse nach einem Währungskollaps weg, aber Herr Greven wäre kein Rentenrechenspezialist wenn ihm das nicht egal wäre.

    Die Niedriglohnjobs verhindern zwar, dass sich viele Leute privat absichern können, aber die evtl. schlecht rentierende oder gar unsichere private Rente kann den armen Leuten so wenigstens nicht zusätzlich unnötig Geld aus den Taschen ziehen. Ein Vorteil!

    Die möglichst niedere Grundsicherung sorgt gleichzeitig dafür, dass der gesellschaftliche Bodensatz die verbliebenen Einkommenssteuerzahler nicht unnötig konsum- und lebensgefühlig belasten, und vielleich noch die ein oder andere Spitzensteuersatzreduzierung winkt.

    Das sind die Eckpunkte derer, die seit Jahre bei uns die Rentenformeln zurechtschneidern. Dass es dann nachher vorne und hinten nicht passt, darf uns nicht stören. Halten wir uns schadlos an der behaupteten Fachkenntnis und der vom einfachen Volk beizusteuernden Leidensfähigkeit.

    Sorgfaltspflichten, noch die presserechtlichen und ethischen Vorgaben (Pressekodex).
    Der Verfasser verstößt zudem augenscheinlich gegen die allgemein verbindlichen Normen und Formen, die sich unsere Gesellschaft gegeben hat, und verweigert die Achtung vor der verfassungsgemäßen Ordnung – ganz sachlich und wohl begründet festgehalten.

    Es ist – so scheint es - ein Versuch die öffentliche Meinung manipulativ durch falsche Meinungsgrundlagen zu beeinflussen, der gesamtgesellschaftlichen Balance wird geschadet.

    ““ Letztlich ist die Frage des Renteneintrittalters eine simple Rechenaufgabe. Besser gesagt: Sie wäre es, wenn die Politik nicht immer wieder eingreifen würde.““

    Diese Festlegungen des Verfassers sind falsch. Unsere Staatlichkeit, die auf Volkssouveränität beruht, ist an die Verfassung gebunden (Grundgesetz), nicht an Rechenaufgaben, was so zu funktionieren hat:

    ““ .... Zudem soll der Rechtsstaat ein “sozialer Rechtsstaat“ sein, so die Kompromissformel in Artikel 28 des Grundgesetzes. Eine folgenreiche Weichenstellung! Denn der “soziale Rechtsstaat“ sieht im Unterschied zum bloß “liberalen Rechtssaat“ nicht nur den Schutz der Freiheits- und der Eigentumsrechte vor, sondern auch Eingriffe in die Güterordnung zwecks sozialen Ausgleichs! ““
    - Prof. Manfred G. Schmidt, deutscher Politikwissenschaftler, geboren 1948, aus: Das politische System der BRD -

    ist das Renteneintrittsalter eine Ungerechtigkeit.
    Da es, wie die Überschrift richtig sagt, eine Selbstverständlichkeit ist wenn mann/frau länger lebt auch länger einzahlen muss, sollten erst einmal alle Frauen die statistisch ca. 8,5 Jahre länger leben eben diese Zeit auch länger einzahlen. Meine Meinung!

  2. nicht um ein politisches, sondern ein mathematisches Problem handelt.

    Wie sollen 1 Beschäftigter 3 und mehr Nicht-Beschäftigte finanzieren? Es geht ja nicht nur um Rentner sondern auch um Kinder, Kranke, Behinderte usw. Nicht zu vergessen die Unterstützungsmaßnahmen für andere Länder, die ständig gefordert werden.

    Gut man kann die Reichen enteigenen, das reicht vielleicht für ein paar Jahre, wenn überhaupt - aber was ist mit den folgenden Jahrzehnten.

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    ... locker 10 Menschen ernährt:

    Mama blieb zu Hause, fünf bis neun Kinder und Oma gab´s auch noch manchmal.

    Warum soll dies heute nicht mehr gehen ?

    Sie sehen das ist so eine Sache mit der Mathematik...

    eines, das die Mathematik nicht außer Kraft setzen kann. So kann die Mehrheitsentscheidung in einer Demokratie sehr wohl beschliessen, dass (im Mittel) 1 Beschäftigter für 3 weitere nicht arbeitende bzw. nicht arbeitsfähige Mitbürger den Lebensunterhalt erarbeiten muss. Dies ist offensichtlich sogar naheliegend, da die Mehrheit eindeutig bei den nicht arbeitenden Bürgern und Wählern liegt, wenn Populismus die Oberhand gewinnt.
    Ohne Zweifel wäre aufgrund der hohen Produktivität auch für jeden ein Leben in Wohlstand möglich - wenn der arbeitende Teil der Bevölkerung dauerhaft bereit wäre, den notwendigen Teil ihres erwirtschafteten Wertes d.h ihres Einkommens abzutreten. Dies gilt insbesondere dann, wenn "gerechte" Arbeitslöhne gezahlt würden, die jedem erlaubt, seines gesamten Aufwendungen im Leben zu finanzieren.

    • sf2000
    • 17. Juni 2012 8:15 Uhr

    ... die Produktivität ist in den letzten Jahrzehnten um 600 Prozent gestiegen. Wie können wir ein Problem bei der Rente haben? Und wie kann die Lösung dafür "längere Arbeitszeiten" lauten? Werfen Sie mal Ihren Taschenrechner an.

    wann werden sie endlich verstehen,
    dass Ihnen das "Renten-Problem" von interessierten Kreisen
    lediglich "eingeflüstert" wird, um genau jene Reaktion zu erzeugen, die Sie in Ihrem Beitrag zeigen?

    Sorry, aber bei unseren heutigen Informationsmöglichkeiten,
    ist mir sowohl der Artikel von Greven und sein fragwürdiger Inhalt, als auch Ihr zustimmender Kommentar zum selben, wirklich ein Rätsel.

    Quellen:

    http://www.zeit.de/2010/3...
    http://www.swr.de/odysso/...

    MfG
    biggerB

    • Hickey
    • 22. Juni 2012 8:26 Uhr

    Letzlich ist eine simple Rechenaufgabe...wie der Autor schob bemerkt hatte.

    Fragen sie doch mal anders herum:

    Warum sollte der Produktivitätszuwachs der letzten Jahre nicht ausreichen noch mehr Nicht-Beschäftigte zu finanzieren?

    Die Produktivität ist ausreichend vorhanden (= die mathematische Vorraussetzung auf die Sie ansprechen ist erfüllt).

    Warum sollte es also nicht gehen (wenn der politische Wille vorhanden wäre)?

    • joG
    • 16. Juni 2012 19:55 Uhr

    ....eben nur eine. Es gibt andere und wirtschaftlich gesprochen effizientere, die auch viel eher den sehr verschiedenen Bedürfnissen der Menschen nachkämen. Nur sind sie anders als man es hier gewohnt ist und so lateral darf/kann man hier nicht denken.

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    • DDave
    • 16. Juni 2012 21:05 Uhr

    ... wäre, dass gebrochene Verträge eine Strafe nach sich ziehen. Der Generationenvertrag wird sehr schnell eingehalten, dazu muss man nur ein paar Dinge ändern. 1. Es gibt keine Unterschiede in Bezug auf Rentenbeiträge zwischen Arbeitern und Besserverdienenden.(Gesetzt dem Falle, dass dies noch nicht so existiert). 2. Alle Bürger, die die Möglichkeit haben Kinder zubekommen und keine zur Welt bringen, kriegen 70% ihrer Rente gestrichen. Bei 3 Kindern gibt es den vollen Betrag, bei weniger oder mehr als 3 Kindern, werden schön Abstriche gemacht(z.B. 2 Kinder 90 %; 1 Kind 50%, 0 Kinder 30%; 4 Kinder 80%, usw). In einer Partnerschaft wird das Kind beiden Eltern angerechnet, bei Geschiedenen wird gestaffelt.
    Innerhalb kürzester Zeit werden die Kinderzahlen in Deutschland wieder nach oben schnellen. "Ungewollt" kinderlose Bürger haben mit einem medizinischen Gutachten vollen Anspruch auf die Rente.
    Damit haben wir zwar wieder einen Zwang durch den Staat geschaffen, aber anders ist den Deutschen wohl nicht bei zukommen! Und ich, als junger Beitragszahler, sehe es nicht ein, warum ich für kinderlose Bürger, die keinerlei Mehrwert(Geld zählt nicht als Mehrwert!) geschaffen haben, zahlen sollte. Ich zahle für meine Eltern und meine Verwandtschaft, aber der Rest soll sehen wo er bleibt. Ist zwar ein bisschen egoistisch, aber Rauchen ist genauso egoistisch und vieles andere auch....

    Ich bin gespannt zu hören welche das so alles sind! Teilen Sie ihr Wissen!

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

  4. Für mich enthält dieser Beitrag eine Ansammlung von längst durchgekauten Allgemeinplätzen. Alles ist irgendwie richtig, aber auch längst Gemeingut.

    Trotzdem bleibt für mich die Frage, ob eine Anhebung des Rentenalters wirklich unausweichlich ist. Letzlich geht es um die Frage, wie wir in unsere Gesellschaft leben wollen. Brauchen wir wirklich in jedem Zimmer einen Fernseher, in jeder Familie zwei Autos, für jede Person 40 Wohnfläche, und jedes Jahr ein neues Outfit? Wer diese Frage mit Ja beantwortet, der muss in Kauf nehmen, viel und lange zu arbeiten. Wenn wir alle etwas bescheidener wären, würden wir vielleicht zufriedener leben und könnten weiter mit spätestens mit 65 in Rente gehen, nut Abschlägen auch Jahre früher. Es liegt an uns.

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    • Karl63
    • 17. Juni 2012 11:03 Uhr

    In der Tat, über die genannten Fakten wird so schon seit mindestens zwei Jahrzehnten diskutiert.
    Was in dem Artikel keinerlei Niederschlag findet ist aber, bei unseren Europäischen Nachbarn sind es mehr die Berufseinsteiger, die Schwierigkeiten haben Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. In der Bundesrepublik sind es (momentan) mehr Menschen ab dem Fünften Lebensjahrzehnt, die es mit der Stellensuche besonders schwer haben.
    Letztlich bringt eine Debatte um ein erhöhtes Renteneintrittsalter überhaupt nichts, solange die Wirtschaft keinerlei Neigung zeigt, Menschen ab einem gewissen Lebensalter eine Beschäftigungsperspektive zu bieten.

  5. Lieber "Journalist",
    es ist eben nicht so einfach.

    Sie vergessen mindestens:

    - die Produktivitätsteigerungen, also das mehr, was ein Arbeitnehmer in jedem Jahr in der selben Zeit erwirtschaftet. Bisher geht dies ausschließlich in die Kassen der Unternehmer. Unser BIP steigt jedes Jahr, als kommt es auf die Verteilung an.

    - die Einnahmen sind an vielen Stellen begrenzt. Beitragsbemessungsgrundlage, eigene Rentensysteme für Priviligierte, keine Abgaben auf Einkünfte wie zum Beispiel aus Kapital

    Die Franzosen machen es genau richtig. Ihr Wachstum und Wohlstand investieren sie in Freizeit.

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    Ca. 20% Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich seit Jahren und in Südwestdeutschland nur 3%.

    Über 40 000 Franzosen pendeln Tag für Tag nach Deutschland um hier zu arbeiten.

    Ja die Franzosen machen es richtig.

    So einfach wie Sie das wiederum darstellen ist es auch nicht!

    - Produktivitätssteigerungen landet ausschließlich in den Kassen der Unternehmer:
    "ausschließlich" ist ja nun Unfug. Beziehen Sie bitte auch die gewachsenen Steuereinnahmen mit ein, sowie neue Arbeitsplätze und Investments, die damit finanziert wurden und werden.

    - die Franzosen machen es richtig: Warten wir mal ab, was passiert, wenn Hollande so weitermacht wie er angefangen hat. dann wird die Produktivität von F weiter sinken und der nächste Eurostaat ruft nach Deutschlands Geld (was er mit den Eurobonds eigentlich jetzt schon tut)

    Ja danke, ich investiere meine Arbeitszeit in die Freizeit der Alten - super. Dann doch lieber alle länger arbeiten und dafür jeder etwas weniger.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die ausschließlich der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/mk

  6. Unser Rentensystem hat zwei Weltkriege überstanden mit einer schlagartigen Auslöschung vieler erwerbsfähigen Menschen. Die Rentenversicherung überstand diese Blutzoll problemlos. Die Frage ist warum? Die Antwort lag in der Produktivität der Leute, die die "Trümmer" beseitigten. Die Rentenversicherung ist nicht an die Bevölkerungszahl gekoppelt, sondern an die Produktivität einer Bevölkerung. Von daher könnte man in Deutschland auch das Rentenalter senken oder eine Mindestrente von 1200 € (wie in den Niederlanden) garantieren, da unsere Produktivität die Höchste in Europa ist. Unsere Sozialversicherungen haben deshalb einen schwierigen Stand, weil zahlreiche gesellschaftliche Gruppen gar nicht einbezahlen, sei es weil sie im Niedriglohnsektor arbeiten oder weil sie aus ständischen Gründen außen vor bleiben. Deshalb ist diese Diskussion um die Anhebung des Rentenalters nicht ehrlich.

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    • Varech
    • 16. Juni 2012 20:49 Uhr

    In F ist nicht die zunehmende Lebenserwartung das eigentliche Problem. Viel schwerwiegender sind die galoppierende "désindustrialisation", die "dés-sozialisation" der Massen arbeitsloser junger Menschen und die praktische Unmöglichkeit eine Arbeit zu finden für die durch ein erhöhtes Rentenalter direkt betroffenen älteren Menschen.

    Das unter der vorigen Regierung erhöhte Rentenalter jetzt einfach per Federstrich wieder zu senken, wäre mathematisch-wirtschaftlich sicherlich barer Unsinn. Als Teil grundlegender Reformen könnte es gehen. Man wird sehen. Schlimmstenfalls taucht in ein paar Jahren Sarko als "Retter" wieder auf.

    ... hat das heutige Umlagesystem zwischen den Generationen eingeführt (1957), denn "Kinder gibt es immer" ...
    Von daher hat das Umlagesystem nicht zwei Weltkriege überlebt, sondern kam erst danach richtig in Schwung. Adenauer hatte das Problem 1957 eine Wahl gewinnen zu müssen ...
    "Der Grund dafür, dass die Kritiker und Gegner der Reform bei ihrer Umsetzung kaum angehört wurden, lag in der anstehenden Bundestagswahl 1957"
    http://de.wikipedia.org/w...

    und damit ging's los: Der Wähler wählt den, der ihm am meisten verspricht. Ob's insgesamt gut ist .... egal ...

    Die Argumentation im Artikel erinnert in seiner Vereinfachung an die Art wie Merkels Sparplan dem Volk eingehämmert werden soll. Es wird brutal vereinfacht und so getan als ob man als einziger in der Lage wäre zu rechnen. Bei vielen Leuten die unsicher sind oder etwas einfältig, wirkt das auch. Und in einer Demokratie reichen 10% mehr um die Macht einer Gruppe zufallen zu lassen.
    Aspekte wie Finanzierung des Systems (die FDP hat ein solidarisches System immer verhindert, und die CDU hat das gerne akzeptiert, aber das muss ja nicht so bleiben) und Produktivität, werden schlicht ausgeblendet.
    Wenn man uns schon oberlehrerhaft das Rechnen beibringen will sollte man auch Gleichungen mit mehreren Parametern lösen können.

    ist das system auf einen teil der bevölkerung begrenzt, der nicht die entscheidung treffen kann auszutreten.

    die schwachen finanziellen schultern müssen immer mehr tragen, weil reiche und beamte nicht in den topf einzahlen und gerade die beamten (politiker) ohne erbrachte leistung großzügig ihre rente (http://de.wikipedia.org/w...) eben von jenen schwachen schultern noch mitfinanziert werden.

    dazu kommt, das unser gehaltstruktur im niedriglohnsektor so gedrückt wurde, das menschen noch geld vom staat (ergänzendes hartz 4) beantragen müssen bzw. für 400€ arbeiten müssen, die keine oder nur wenig für das system leisten können.

    dann die beruflichen möglichkeiten unsere jugend bzw. hohe jugendarbeitslosigkeit, bzw. menschen die schon von anfang an in hartz 4 oder billiglohnjobs gedrängt werden (die ja angeblich für die rentner arbeiten sollen).

    schließlich erzählt uns der staat, die medien, das wir länger arbeiten müssen um die rentenlast zu "schultern".

    wenn man die menschen für ihre arbeit nicht entlohnt, dafür sorgt, das sich entsprechende gruppen nicht an dem system mitwirken müssen, dazu noch privat versichern muss (die versicherungen haben daran natürlich kein interesse....), dann ist es natürlich sinnvoll, dem bürger solche thesen zu verkaufen.

    http://www.youtube.com/wa...

    • Marmor
    • 17. Juni 2012 10:43 Uhr

    Es wurden im 2. Weltkrieg leider nicht nur viele erwerbsfähige Menschen ausgelöscht, sondern auch viele nichterwerbsfähige Menschen, auch war die Lebenserwartung deutlich niedriger als heute.

    • Psy03
    • 19. Juni 2012 11:33 Uhr

    nicht ehrlich."

    Nicht nur deswegen, sondern weil es schlichtweg Unsinn ist.

    Ich hatte mich mal mit einem Mitarbeiter der Rentenkasse unterhalten. Klar werden die Leute die jetzt bereits Alt sind Älter, mein Opa ist auch 82 geworden.

    Das dieser Tend sich fortsetzt ist in Zeiten von Burnoutsteigerungen von weit über 100% aber kompletter Unsinn, was mir von diesem Mitarbeiter auch mitgeteilt wurde.
    In der Baubranche werden viele nicht mal 50, oder können nach 50 nicht mehr arbeiten.

    Außerdem ist das Renteneintrittsalter vollkommen irrelevant, wenn man den "Wert" der Rentenpunkte auch noch erhöht, dass man also mehr einzahlen muss um einen zu bekommen, anstatt die Punkte zumindest der Inflation anzupassen.

    Ob man nun früh in Rente geht, praktisch keine hat und bei den Ämtern bettelt, oder nicht mehr Arbeiten kann (und darf) und einfach noch ein paar Jahre länger Harz IV bekommt, bevor man dann woanders betteln muss, spielt imo keine Rolle.

    Unsere Rente bleibt was es ist, ein Betrug am kleinen Mann.

    Aber das kümmert mich wenig, denn ich Glaube das wird noch unser kleinstes Problem. Überleben bis dahin wird noch ein ganz anderes.

    Ja das stimmt, allerdings sind nach beiden Weltkriegen auch weniger alte mit geringerer Lebenserwartung da gewesen. Das Problem jetzt ist die Kombination von beidem. Eine Mindestrente oder ähnliches halte ich auch nicht für falsch, aber nur wenn man gleichzeitig eine Maximalrente einführt, genauso wie einen Maximalrentenbeitrag.

  7. Auch wenn man in deutschen Zeitungen noch so oft lesen kann, dass die Franzosen mit 62 in Rente gingen, ist dies zumindest sehr sehr unpräzise: in Frankreich liegt das Mindestalter für den Renteneintritt tatsächlich bei 62 Jahren, doch muss man mindestens 41 Jahre Beitrag bezahlt haben um in den Genuss der vollen Rente zu kommen. Die sehr empfindlichen Abschläge hinzunehmen kann sich beim frz Lohnniveau kaum jemand leisten.

    Fazit ist also, dass nur Leute, die ab 21 oder jünger bis 62 voll durcharbeiten (keine Arbeitslosigkeit etc) tatsächlich mit 62 in den Ruhestand gehen.

    Ist man durch Studium etc später ins Berufsleben eingestiegen oder war man irgendwann mal arbeitslos, muss man auch in Frankreich bis 65 bzw neuerdings 67 durcharbeiten!

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    in Deutschland nach 41 Beitragsjahren in Rente gehen zu dürfen wie in F.

    Ich habe das zweifeklhafte Vergnügen mit 63 noch 7,2 % Abschläge zu berappen, obwohl ich 47, in Worten siebenundvierzig, Jahre B E I T R Ä G E entrichtet habe, nicht nur "Zeiten" gesammelt!

    Die BfA ist eine Geldvernichtungsanstalt!

    Richtig ist die Bemerkung, dass in Frankreich mit 62 in die volle Rente gehen kann, wer 41 Jahre volle Lohnabzüge in die Rentenkasse einbezahlt hat. Daran ändert auch Hollande's Vorschlag nichts. Das deutsche Jammern über "sozialistische Geschenke" in Frankreich ist ziemlich unbegrüdnet - vor allem angesichts der innerdeustchen Rentenverhältnisse, welche mit dem inzwischen sehr ausgedehnten Niedriglohnsektor ein Zukunftsproblem bezüglich der Altersvorsorge von massiver sozialer Spannung einfach verschweigt.

    Es ist halt so, dass das heutige Rentensystem, welches sowohl auf angestellter Arbeitsleistung als auch auf einem Generationenvertrag ruht, nicht mehr unkorrigiert fortgesetzte Gültigkeit haben kann. Vor allem deswegen nicht, weil angestellte Arbeit zu einem gewichtigen Teil nicht mehr Rentenbeiträge generiert, welche die finaqnziellen Bedürfnisse für Renten zu decken vermag.
    Natürlich habe ich auch kein Rezept vorzuweisen, wie dieses Problem gelöst werden könnte.
    Was ich mir aber erlaube: Versicherungsmathematiker sind nicht allein zuständig, um sozialpolitische Diskussionen zu führen und der Politik dann messerscharfe Lösungen quasi zu diktieren. Diesbezüglich braucht es viel mehr gesellschaftliches, politisches und auch wissenschaftliches Engagement. Kurz: Einen breiten und offenen Diskurs.

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  • Schlagworte Bundesregierung | OECD | Alter | Altersteilzeit | Fabrik | Glaube
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