Die Ankündigung von Bundesumweltminister Peter Altmaier ( CDU ), Verbraucher sollten den Anstieg der Strompreise durch Energiesparen ausgleichen, wird von der Opposition abgelehnt. " Peter Altmaier brandmarkt die Energiewende als Kostentreiber beim Strom. Dabei weiß er sehr gut, dass von zehn Cent Preissteigerungen in den letzten Jahren nur drei Cent auf die Erneuerbaren zurückzuführen sind", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen , Bärbel Höhn , der Schweriner Volkszeitung . Für die Industrie sei der Strom wegen der erneuerbaren Energien sogar billiger geworden.

Altmaier hatte die Verbraucher am Dienstag aufgefordert, künftige Preiserhöhungen durch mehr Stromsparen auszugleichen. Außerdem solle jeder Bürger innerhalb von sechs Monaten eine fachkundige Energieberatung erhalten. Stromrabatte für ärmere Haushalte lehnte der CDU-Politiker ab.

Die Linke kritisierte Altmaiers Vorschlag als unsozial. "Altmaiers Logik ist verheerend. Schon jetzt sind mehrere 10.000 Bezieherinnen und Bezieher von Hartz IV von Stromabschaltungen betroffen oder bedroht", sagte Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn. Ungeachtet des Einsparpotenzials seien Sozialtarife daher zwingend notwendig.

Gutscheine oder Mini-Kredite?

Die Linkspartei fordert zudem eine Gutschein-Lösung für Geringverdiener. "Wir wollen eine Abwrackprämie für Stromfresser im Haushalt. Einkommensschwache Haushalte müssen einen Gutschein für die Anschaffung eines stromsparenden Haushaltsgeräts bekommen, wenn sie gleichzeitig einen Stromfresser verschrotten", sagte Parteichefin Katja Kipping.

Ähnliche Pläne für ein "Minikreditprogramm" gibt es auch in den Reihen der SPD . Fraktionsvize Ulrich Kelber forderte im Interesse von bedürftigen Stromkunden, Stromanbieter müssten verpflichtet werden, für die ersten 500 Kilowattstunden Strom den jeweils günstigsten Tarif zu berechnen.