Ex-Bundespräsident Christian Wulff soll im Korruptionsverfahren gegen seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker als Zeuge aussagen. Zur Vorbereitung sei die Aussagegenehmigung der Landesregierung angefragt und eingeholt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover und bestätigte damit einen Bericht der Bild -Zeitung .

Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, im Spätsommer oder Herbst "belastbare Ergebnisse" zu dem Ermittlungsverfahren gegen Glaeseker vorlegen zu können. Sie ermittelt im Zusammenhang mit dem Lobby-Treffen Nord-Süd-Dialog wegen des Verdachts der Bestechlichkeit gegen Glaeseker, der damals der Regierungssprecher von Ministerpräsident Wulff war. Ermittelt wird auch gegen den Party-Veranstalter Manfred Schmidt. Im Dezember entband Wulff Glaeseker von seinen Aufgaben, im Februar erklärte Wulff seinen Rücktritt als Bundespräsident .

Ergebnisse im Verfahren gegen Wulff im Herbst

Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover auch gegen Wulff wegen eines Sylt-Urlaubs mit dem Filmproduzenten David Groenewold . Es geht um den Verdacht der Vorteilsnahme. Auch in dem Ermittlungsverfahren gegen Wulff und Groenewold will die Staatsanwaltschaft spätestens im Herbst "belastbare Ergebnisse" vorlegen.

Die Aussagegenehmigung für die Vernehmung von Wulff sei bereits in der Kabinettssitzung am 12. Juni erteilt worden, sagte ein Sprecher der niedersächsischen Regierung. Hintergrund ist, dass Mitglieder der Landesregierung der Verschwiegenheitspflicht unterliegen, selbst wenn sie ausgeschieden sind. Die Aussagegenehmigung darf nach dem niedersächsischen Ministergesetz nur verweigert werden, wenn das Wohl des Bundes oder eines Bundeslandes gefährdet ist.