Aufrüstung: Welche Drohnen braucht die Bundeswehr?
Der Verteidigungsminister erwägt die Anschaffung von Drohnen. Die Frage lautet: Was will die Bundeswehr damit? Sollen sie dem Kampf oder nur der Aufklärung dienen?
Der Krieg im Hightechzeitalter wird immer automatisierter. Jetzt prüft auch die Bundeswehr die Anschaffung bewaffneter Kampfdrohnen. Der Entscheidung solle eine "breite Diskussion" in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der umstrittenen Waffensysteme vorausgehen, hieß es dazu aus dem Hause des Verteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU). Diese Flucht nach vorn in die Öffentlichkeit sei ein positives Signal, findet Niklas Schörnig von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt. Über den Einsatz unbemannter robotischer Syteme werde zwar schon seit Längerem nachgedacht, aber eher hinter verschlossenen Türen. Drohnen, sagte Schörnig dem Berliner Tagesspiegel, gälten in der Bundeswehr als logischer nächster Schritt, als das Mittel der militärischen Luftfahrt der Zukunft, er frage sich nur: Wofür braucht die Bundeswehr diese Waffe? "Dazu schweigt der Minister", stellt Schörnig fest.
Im Gespräch ist die US-Drohne Predator B. Entschieden werden soll frühestens im Herbst. Die Verteidigungsexperten von FDP, CDU und SPD zeigen sich offen für die Idee. Linke und Grüne warnen vor Missbrauch und mahnen die Einhaltung des Völkerrechts an.
Ein militärisch sinnvoller und völkerrechtlich legitimierter Einsatz sei durchaus denkbar, sagt Friedensforscher Schörnig. Aufklärungsdrohnen zum Beispiel seien völlig unumstritten. Sie dienten dem Schutz der eigenen Truppen. Auch seien UN-Blauhelmmissionen "eigentlich gar nicht mehr ohne Drohnen vorstellbar". Weil Soldaten ein klares Lagebild brauchten, um nicht in einen Hinterhalt zu geraten, um Sprengfallen auszuweichen und gegnerische Truppenbewegungen beobachten zu können.
"Aber braucht es auch bewaffnete Drohnen?", fragt Schörnig. Und seine Antwort fällt deutlich zurückhaltender aus. Ja, im Falle eines Falles könne es womöglich besser sein, mit bewaffneten Drohnen zu agieren, weil sie vor Ort genauer operierten, als es zum Beispiel eine schwere Haubitze 40 Kilometer vom Geschehen entfernt könne.
Aber Zweifel bleiben. Die Predator B sei vergleichsweise langsam, sie sei nicht gefeit vor der Erkennung durch gegnerische Radarsysteme und "tauglich eigentlich nur für den Einsatz in einem unumkämpften Luftraum", in einem Land ohne Luftabwehr: "Eigentlich braucht man die nur in Afghanistan oder Irak, wo Aufständische zu bekämpfen sind, oder für gezielte Tötungen, wie sie die USA in Pakistan oder im Jemen vornehmen." Unter Inkaufnahme zahlreicher ziviler Opfer, wie man hinzufügen muss. Die Bundeswehr aber ziehe, gibt Schörnig zu bedenken, wie die internationale Gemeinschaft 2014 ihre Kampftruppen vom Hindukusch ab – "also wo sollen die Geräte eingesetzt werden?"
Schörnig vermutet, dass bei den in Rede stehenden Erwägungen die Einsatzszenarien weniger wichtig sind als der "technologische Imperativ": Eine Technik ist da, und man schafft sie sich an, auch wenn noch nicht ganz klar ist, wozu eigentlich. Es gehe ums Prestige und das Signal: Wir spielen technologisch ganz vorne mit. Und es gehe um Botschaften: an die Bundeswehrsoldaten nach dem Motto "Wir bieten euch den bestmöglichen Schutz"; und an die eigene, einsatzskeptische Bevölkerung, für die Opfer in Auslandseinsätzen sich in der jüngeren Vergangenheit als das legitimatorische Problem der Politik erwiesen haben: "Wir lösen das – mit Robotern."






Ob die Entscheidungen für kampfähnliche Auslandseinsätze der Bundeswehr gute Entscheidungen waren läßt sich in Frage stellen. Während kaum Kritik am Einsatz auf dem Balkan laut wird ist der Einsatz in Afghanistan von Anfang bis Ende eine äußerst zweifelhafte Operation.
Es stellt sich erneut die Frage: WOZU unterhält die Bundesrepublik die Bundeswehr in dieser Größe?
198.058 Mann unter Waffen sind nicht gerade ein billiger Spaß. Die Bundesrepublik hat - ohne daß irgendeine ernsthafte Bedrohung von außen sichtbar ist - ein Militärbudget von 31,68 Milliarden pro Jahr in Friedenszeiten.
Wie lautet die heutige Aufgabe der Bundeswehr? Das "Weißbuch 2006" gibt darauf eher wolkige Antworten, die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Landesverteidigung nurnoch entfernt Ähnlichkeit haben.
Mangels einer Bedrohung von außen nach möglichen Spielplätzen im Ausland zu suchen ist keine politische Strategie und rechtfertigt nicht die horrenden Ausgaben.
Sobald die Frage nach dem Zweck beantwortet ist kann man sich Gedanken darüber machen, welche Ausrüstung am zweckdienlichsten ist.
Stattdessen auf's Geratewohl Aufträge an die Industrie zu verteilen kann man getrost als direkte Subvention der Waffenhersteller betrachten.
Und die Förderung von Unternehmen mit zweifelhafter Moral kann nun ganz bestimmt nicht die Aufgabe der Streitkräfte sein.
befiehlt über eine Verteidigungsarmee.
Da sollten viele Kriegssysteme in Frage gestellt werden ( z.B: U-Boote) die eindeutig Waffen aggresiver Natur sind.
Immerhin sind die USA noch nicht auf die Idee gekommen, dass wir unbedingt Flugzeugträger brauchen .
wir auch die Gewehr der Soldaten abschaffen. Einfach drei kugelsichere Westen, zum Gegner hinlaufen und ihn überreden, das mit dem Schießen sein zu lassen.
wir auch die Gewehr der Soldaten abschaffen. Einfach drei kugelsichere Westen, zum Gegner hinlaufen und ihn überreden, das mit dem Schießen sein zu lassen.
wir auch die Gewehr der Soldaten abschaffen. Einfach drei kugelsichere Westen, zum Gegner hinlaufen und ihn überreden, das mit dem Schießen sein zu lassen.
Wir sind eine "Bündnisarmee der NATO", bei der laut über Präventivkriege, mitunter nur als "Zweitschlag" getarnt (z.B. gegen den Iran) nachgedacht wird.
Wie wir "unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt" haben, sollte als Lehrbeispiel für diese Vorspiegelung falscher Tatsachen dienen:
Nichts weiter wird verteidigt als
Mitgefangen - mitgehangen !
>Klar hört sich das erstmal "toll" an, wenn man den Preis für so ein Ding erfährt. Nüchtern betrachtet ist ein solches Gerät doch erstmal nichts weiter als ein Automatisierungsschritt, der Personalkosten einspart und sich zumindest theoretisch auf lange Sicht rechnen sollte.<
denn sie sparen überhaupt kein Personal ein. Zum Steuern der Drohne benötigen sie einen ausgebildeten Kampfpiloten, übrigens auch für reine Überwachungsdrohnen, deshalb haben Bundewehrpiloten an der zu Testzwecken gemieteten "Heron 1" (kann auch mit Waffen bestückt werden) Schulungen in Israel erhalten. Desweiteren brauchen sie geschultes Wartungspersonal, Analysten die das Bildmaterial interpretieren (was beim Waffeneinsatz auch noch in Echtzeit passieren muss) usw.
Einziger Vorteil ist der Schutz des Lebens der Piloten und des Geldes welches in deren Ausbildung geflossen ist.
Trotzdem bleibt die Frage wofür braucht die Bundeswehr das? Als Verteidigungsarmee höchstens zu Aufklärungszwecken, ansonsten doch nur wenn bei weiteren Angriffskriegen wie in Afghanistan oder Irak mit der späteren Verteidigung gegen Guerillatruppen im besetzten Gebiet gerechnet wird oder zur "gezielten" Tötung, zu etwas anderem sind die Drohnen nämlich nicht zu gebrauchen.
Wenn Sie schon mit den aufkommenden Ressourcen argumentieren, sollten Sie schon eine zumindest ansatzweise als IST-Zustand kennzeichnenden Vergleich anstellen, vor allem wenn Sie sich mit dem Wort "Blödsinn" erstmal schön weit aus dem Fenster lehnen.
Was ist denn die jetzige Alternative zu einer Aufklärungsdrohne, die von einem Piloten ferngelenkt und ein paar Leuten Personal (am Boden mit vermutlich besser ausgestatteter Technik) ausgewertet, plus gewartet wird?
Eine komplette AWACS-Besatzung, plus Bodenpersonal und Nacharbeit aufgrund eingeschränkter Technik im Flugzeug, plus der Wartung des Fliegers, die ich nochmal ein wenig höher einschätze als die an einer Drohne.
Man darf auch nicht vergessen, dass eine Armee in Friedenszeiten kostet, wenn deren Ressourcen brach liegen. Soldaten wollen schließlich auch ihren Sold und Wartung an der Technik muss auch bei deren Nichtnutzung durchgeführt werden.
Wenn Sie schon mit den aufkommenden Ressourcen argumentieren, sollten Sie schon eine zumindest ansatzweise als IST-Zustand kennzeichnenden Vergleich anstellen, vor allem wenn Sie sich mit dem Wort "Blödsinn" erstmal schön weit aus dem Fenster lehnen.
Was ist denn die jetzige Alternative zu einer Aufklärungsdrohne, die von einem Piloten ferngelenkt und ein paar Leuten Personal (am Boden mit vermutlich besser ausgestatteter Technik) ausgewertet, plus gewartet wird?
Eine komplette AWACS-Besatzung, plus Bodenpersonal und Nacharbeit aufgrund eingeschränkter Technik im Flugzeug, plus der Wartung des Fliegers, die ich nochmal ein wenig höher einschätze als die an einer Drohne.
Man darf auch nicht vergessen, dass eine Armee in Friedenszeiten kostet, wenn deren Ressourcen brach liegen. Soldaten wollen schließlich auch ihren Sold und Wartung an der Technik muss auch bei deren Nichtnutzung durchgeführt werden.
Ich finde den Militärhaushalt befreundeter Staaten zu vergleichen, ist das mit den Äpfeln und Birnen. Nur weil die Franzosen meinen soviel Geld für ihre Armee verpulvern zu müssen, muss Deutschland ja nicht den gleichen Fehler machen.
Worauf Sie in ihrem Beitrag mit keiner Silbe eingehen, ist das "Wozu?". Wozu sollen die Dinger gut sein? Gegen Wen?
Ich denke, die Bundeswehr will die einfach nur "haben". Weil die Amis sie haben, weils ne coole Technologie ist. Weil das deutsche KSK chronisch unter Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber den SEALS leidet. Vielleicht auch nur, weil der (immer wieder falsch genannte) Name "Predator" so schön an einen, bei Soldaten überaus beliebten, Ballerfilm erinnert.
Das einzig positive an dem Kauf wäre, dass die Dinger schon fertig sind. So droht wenigstens kein weiteres Desaster, wie beim Eurofighter.
Aber wo und warum das eingesetzt werden soll, dass soll mir mal einer erklären. Vielleicht ja Sie, geehrter Mitforist?
g-dog
Es ist hier in der Kommentarrubrik ein bisserl so wie bei Gemeinderatsdebatten über die Ausstattung der Feuerwehr.
Die Feuerwehrleute möchten den neuesten technischen Schnickschnack spendiert bekommen.
Die Leute hingegen, die die Feuerwehr noch nie mochten, sagen, früher sei diese auch mit Wassereimern und Spaten ausgekommen. Das sei dann auch noch ein reeller Kampf zwischen Feuer und Feuerwehrmann gewesen. Also brauche sie keine Wasserwerfer, wo der Bediener am Joystick gar nicht mehr unter existentieller Eigenbedrohung kämpfe und die zudem für Übleres als zum Feuerlöschen verwendet werden könnten.
Und überhaupt habe es ja schon so lange nicht mehr im Ort gebrannt, dass man die Feuerwehr eigentlich ganz abschaffen könne, sagen sie. Sie koste nur Geld, das man für anderes ausgeben könnte, für sie und ihre Freunde zum Beispiel.
Sehr anschaulicher Vergleich, gut gemacht!
Ihr Vergleich ist ziemlicher Humbug!
Eine VERTEIDIGUNGSarmee will ANGRIFFSwaffen anschaffen.
Da darf man sich schon mal fragen, wozu die gut sein sollen, wo und wobei die eingesetzt werden sollen etc.
---
Um mal bei Ihrem Feuerwehrvergleich zu bleiben:
Wenn der Wehrchef meint, er bräuchte in Zukunft Flammenwerfer, Brandbomben und die dazugehörigen Fernzünder, dann kann man nicht genug Fragen stellen...
Sehr anschaulicher Vergleich, gut gemacht!
Ihr Vergleich ist ziemlicher Humbug!
Eine VERTEIDIGUNGSarmee will ANGRIFFSwaffen anschaffen.
Da darf man sich schon mal fragen, wozu die gut sein sollen, wo und wobei die eingesetzt werden sollen etc.
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Um mal bei Ihrem Feuerwehrvergleich zu bleiben:
Wenn der Wehrchef meint, er bräuchte in Zukunft Flammenwerfer, Brandbomben und die dazugehörigen Fernzünder, dann kann man nicht genug Fragen stellen...
Konflikte wie die beschriebenen sollten nicht durch irgendwelche Militärbündnisse gelöst werden. Die NATO war ursprünglich gegründet worden, um sich gegenseitig vor Feinden von außen zu schützen. Im Wesentlichen war das der Warschauer Pakt. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand (also eine Nation oder ein anderes Militärbündnis) sich mit der NATO anlegt, ist ziemlich gering.Es bleiben deshalb noch zwei Konfliktvarianten übrig.
Die Erste ist die des asymetischen Konfliktes. Hier hilft keine Armee. Soweit tatsächlich Erfolge erzielt werden, gehen diese in Regel mit erheblichen "Kollateralschäden" einher. Besser ausgedrückt, es sterben viele Zivilisten. Zudem ist der militärische Einsatz sehr problematisch, weil auf diese Weise auch durch sogenannte Inside-Jobs asymetrische Konflikte vorgegaukelt werden können, die die Ligitiamtion liefern, alle rechtsstaatlichen Prinzipien außer Kraft zu setzen, obwohl man keinem Land tatsächlich völkerrechtlich den Krieg erklärt hat.
Bleibt als letzte Variante der Völkermord bzw. die massive Gewalt gegen das eigene Volk. Auch hier sollten keine nationalen Armeen oder Militärbündnisse zum Zuge kommen dürfen. Diese verfolgen oftmals eigene Interessen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass weitere Staaten die Einmischung bestimmter Staaten selbst als Grund für Konflikte betrachten. Soweit die UNO sich entschließt, hier einzugreifen - meistens scheitert es bereits hier - sollte auch die UNO entsprechende militärische Möglichkeiten haben.
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