AufrüstungBundeswehr erwägt Kauf bewaffneter Drohnen

Bisher setzt die Bundeswehr lediglich unbewaffnete Drohnen zur Aufklärung ein. Das Verteidigungsministerium überlegt, Kampfdrohnen anzuschaffen. von afp

Die Bundeswehr prüft die Beschaffung von bewaffneten Kampfdrohnen. Der Entscheidung solle eine "breite Diskussion" in der Öffentlichkeit über die Notwendigkeit der umstrittenen Waffensysteme vorausgehen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Das Ministerium stehe erst "am Anfang der Überlegungen". Generell gälten unbemannte Drohnen als "das Mittel der militärischen Luftfahrt der Zukunft", sagte der Sprecher. "Dieser Entwicklung muss man sich stellen."

Bislang setzt die Bundeswehr Drohnen nur zur Aufklärung ein – etwa in Afghanistan . Über bewaffnete Drohnen verfügt sie nicht. Solche Systeme nutzen zum Beispiel die USA häufig in Afghanistan und Pakistan , aber auch im Jemen , um mutmaßliche Terroristen zu töten. Dabei werden immer wieder auch Zivilisten getötet, weshalb die Waffensysteme sehr umstritten sind.

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Die Bundeswehr setzt in Afghanistan derzeit israelische Aufklärungsdrohnen vom Typ Heron 1 ein. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Maschinen geleast und hat wiederum mit der Bundeswehr einen Nutzungsvertrag. Dieser Vertrag sei kürzlich bis Oktober 2014 verlängert worden, sagte der Ministeriumssprecher. Ziel der Bundeswehr sei es, ein "eigenes System" in Betrieb zu nehmen. Als Nachfolgemodell werde derzeit die US-Drohne Predator B geprüft. Bei der Prüfung des Systems gehe es auch um die Frage, "ob es bewaffnet werden kann oder soll", sagte der Sprecher. Eine solche Entscheidung müsse "natürlich durch die entsprechende Diskussion begleitet werden".

Nicht bestätigen wollte der Sprecher den Bericht des ARD-Magazins Panorama , demzufolge auch die Anschaffung der israelischen Kampfdrohne Heron TP geprüft werde. Dies stehe "im Moment nicht zur Diskussion", sagte er. Laut Panorama besteht über die Anschaffung bewaffneter Drohnen bei der Bundeswehr bereits grundsätzlich Konsens .

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Leserkommentare
  1. Wenn die Bundeswehr einen weltweiten Verteidigungsauftrag hat (wovon man spätestens seit der Wiedervereinigung ausgehen kann), dann benötigt sie auch die notwendigen waffentechnologischen Ressourcen. Drohnen gehören zweifellos zu einer modernen Armee, und zwar sowohl in der reinen (unbewaffneten) Aufklärungsversion wie auch in der (bewaffneten) Gefechtsfeldvariante.

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    ob ich lachen oder weinen soll.

    Verteidigungsauftrag.

    Ja unsere Demokratie wird am Hindukusch verteidigt. Wer dies glaubt ist auf dem Holzweg. Ganz klar werden hier Machtansprüche gesichert.

    Sehr zu empfehlen ist folgender Film:
    https://www.youtube.com/w...

    Traurig, wie von der größten"Demokratie" das Wort Frieden missbraucht wird. Die Verteidigung der Demokratie ist ein Deckmantel, eine traurige Heuchelei, die zum Himmel schreit...

    Beste Grüße.
    FSonntag

    • Chali
    • 27. Juli 2012 15:31 Uhr

    Kleinliche Sparsamkeitserwägungen haben da keinen Platz! Für das zu erreeichende Ziel "Wirkung zu erzielen" müssen eben Opfer gebracht werden.

    Von wegen Schuldenbremse, meine ich. Das müssen die Niedriglöhner verstehen.

    • MeIkor
    • 27. Juli 2012 16:09 Uhr

    Ist Ihr Kommentar ein ironischer? "weltweiten Verteidigungsauftrag" ist doch ein Oxymoron. Wer hat den sonst noch so weltweite Verteidigungsaufträge. Was geschehe, wenn es zu Interessenskonflikten zwischen den weltweiten Verteidigern käme? Chinesen, Russen, EU, USA verteidigen gegeneinander Ihre Rohstoffe, die dummer Weise unter Syrischem Boden liegen? Ein solch eklatanter Widerspruch wird doch nicht in einem ernsten Zusammenhang gebracht, und doch habe ich Zweifel.

    "Wenn die Bundeswehr einen weltweiten Verteidigungsauftrag hat" - wenn sie ihn hat - wieso soll sie ihn seit der Wiedervereinigung (ich denke: Vereinigung) haben? WELTWEIT? Wofür? -

    [...] Erstens warum seit der Wiedervereinigung und nicht vorher? Zweitens sagte schon Gandhi das man etwas mit Gewalt erreichtes nur mit Gewalt verteidigen kann[...] Wo also ist hier Freiheit? Richtig nirgends

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/ls

    Wir dürfen litt BGB nur verteidigen was drinnen nicht können. Sie Kennen also das Gesetz zur Freiheit nicht nennen sich aber so.

    :-)

    Danke für diese wunderbare Wortschöpfung!

    ---

    Zum Thema:

    Die Heimatfront vor'm bösen Russen beschützen war eindeutig gestern.
    Wenn man morgen beim weltweiten Angriffskrieg um Resourcen vorne mitspielen will, braucht es adäquates Gerät.

    Man sollte dann allerdings genügend "Cojones" haben, das Kind auch beim Namen zu nennen, die "Freiheit am Hindukusch zu verteidigen" ist doch eine arg peinliche Ausrede...

    Oder man kommt auf die völlig verrückte Idee, zukünftige Probleme mit Vernunft und Zusammenarbeit zu lösen...

    brauch keine Armee und damit keine Drohnen!

  2. Die könnten wir dann an die syrischen Aktivisten ausleihen. Und sonst finden sich bestimmt auch noch Einsatzmöglichkeiten.

  3. Wirkung zu erzielen ohne Soldaten zu riskieren und gleichzeitig die in der Logisitik ( Wasser, Nahrung, Schlaf, Tansport, Medizinische Betreuung.... )für die Kampfmaschine "Mensch" einzusparen ist ein richtiger Weg, falls die Drohnen was taugen.

  4. "Laut Panorama besteht über die Anschaffung bewaffneter Drohnen bei der Bundeswehr bereits grundsätzlich Konsens."

    Konsens in einer Hierarchie?
    Oder wurden tatsächlich alle Bundeswehrsoldaten auf basisdemokratischer Grundlage befragt und an Diskussionen beteiligt, um einen Konsens zu erreichen?

    Wenn Konsens über die Anschaffung von Killerspielzeug herrscht, dann wohl nur im Verteidigungsministerium, dem Führungsstab der Streitkräfte und dem Einsatzführungskommando.

    MfG
    AoM

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    Besteht denn in den obersten Reihen der Bundeswehr noch eine klassische Hierarchie?
    Es ist schon klar, dass alle dem Verteidigungsminister unterstehen, aber Marine, Infanterie und Luftwaffe sind doch voneinander unabhängig, oder? Also ich glaube nicht, dass es eine klassische Pyramidenstruktur ist.

    "... wurden tatsächlich alle Bundeswehrsoldaten auf basisdemokratischer Grundlage befragt und an Diskussionen beteiligt, um einen Konsens zu erreichen?"

    In einer Armee wird das Fussvolk nicht befragt. Da gibt es Befehle und a Ruah is!

    • sibeur
    • 28. Juli 2012 17:51 Uhr

    Konsens besteht natürlich nur in den Führungsetagen. Einen Obergefreiten hat mit Sicherheit niemand gefragt. Man kann sich aber fast sicher sein, dass bei den unteren Etagen dieser Konsens eigentlich nur noch stärker ausgeprägt ist. Mal davon abgesehen, dass 20-jährige Hauptgefreite neue Waffenspielzeuge meist lieben - besonders solche die man mit einem Joystick bedienen kann und es zeigen kann, was man beim Computerzocken alles drauf hat - dient es der Sicherheit in erster Linie der Mannschafter und Unteroffiziere. Normal sind es nur die, die ihr Leben aufs Spiel setzen, befindet die sich aber abseits vom Schlachtfeld befindet die sich nicht mehr in dieser Gefahr. Und auch wenn viele jünge Soldaten das Ballern mit den Waffen lieben, würden doch die meisten bevorzugen ihr Leben nicht unnötig aufs Spiel zu setzen.

    Wenn die Anschaffung der Kampfdrohnen erfolgt, dann hat der Souverän dieses Landes dies so beschlossen.

    Die Dinger kosten Geld und der Haushalt aus dem diese Dinger bezahlt werden, über den entscheidet das dt. Bundestag und damit der Souverän dieses Landes, das deutsche Volk.

  5. ob ich lachen oder weinen soll.

    Verteidigungsauftrag.

    Ja unsere Demokratie wird am Hindukusch verteidigt. Wer dies glaubt ist auf dem Holzweg. Ganz klar werden hier Machtansprüche gesichert.

    Sehr zu empfehlen ist folgender Film:
    https://www.youtube.com/w...

    Traurig, wie von der größten"Demokratie" das Wort Frieden missbraucht wird. Die Verteidigung der Demokratie ist ein Deckmantel, eine traurige Heuchelei, die zum Himmel schreit...

    Beste Grüße.
    FSonntag

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    ... ist ja nicht auf den Hindukusch beschränkt. Gut so!

    Ich bin "der Souverän". Und ich will meine "Freiheit" nicht am Hindukusch vertreidigt sehen.

    Aber!!!

    Wer bitte ist "der Souverän"- gibt es den in Deutschland? Oder ist das ein vielbeschworenes nettes Phantasiegebilde.? In etwa so interessant und wichtig wie "Peter Pan"?

    • Chali
    • 27. Juli 2012 15:31 Uhr

    Kleinliche Sparsamkeitserwägungen haben da keinen Platz! Für das zu erreeichende Ziel "Wirkung zu erzielen" müssen eben Opfer gebracht werden.

    Von wegen Schuldenbremse, meine ich. Das müssen die Niedriglöhner verstehen.

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    Wie Sie ihre kleine Welt in Wissende, ich schätze Sie sehen sich an der Spitze dieser Gruppe und tumben Niedriglöhnern, also Menschen die von asozialen Arbeitgebern geplündert werden und gefälligst zu kuschen haben, unterteilen.

    Allein der Bezug von Tötungsmaschinen zu Niedriglöhnern; aburd!

  6. "Dabei werden immer wieder auch Zivilisten getötet, weshalb die Waffensysteme sehr umstritten sind."

    Ich bin da jetzt nicht so gut informiert, aber sterben bei Raketenangriffen mit bemannten Kampfflugzeugen etwas WENIGER Zivilisten???

    Ich vermute mal eher nicht...

    (???)

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    Natürlich können auch bei von Drohnen unabhängigen Raketenangriffen Zivilisten ums Leben kommen. Allerdings sind in aller Regel MILITÄRISCHE Objekte (Stützpunkte, Verteidigungsstellungen, Militärflugplätze etc.) Ziel solcher Angriffe.

    Drohnen hingegen werden bevorzugt (siehe Pakistan, Jemen) eingesetzt, um"mutmaßliche Terroristen zu töten" (siehe Artikel). Diese halten sich naturgemäß nur äußerst selten auf klassischem Militärgebiet auf und sind mangels Uniform von Zivilisten kaum zu unterscheiden (deshalb ist hier Geheimdienstarbeit besonders wichtig).

    Warum also sind Drohnen-Angriffe (zu Recht) höchst umstritten?

    1. weil Zivilisten einer BESONDEREN Gefährdung im Operationsgebiet ausgesetzt werden,
    2. weil die Tötung von Terroristen ohne Gerichtsverfahren außerhalb von Kriegsgebiet jedenfalls VÖLKERRECHTSWIDRIG ist.

    Es ist übrigens schon erstaunlich, wie milde Barack Obama im Vergleich zu seinem Vorgänger Bush in seinem "War on Terror" beurteilt wird, obwohl doch der Friedensnobelpreisträger viel "offensiver" gegen Terroristen vorgeht.

    Auf den Punkt gebracht ließe sich sagen:

    Bush hat sie eingesperrt (Guantanamo), Obama "erspart" sich dies und lässt sie gleich töten.

    ...aber mal angenommen wir würden tatsächlich auf terroristenjagd gehen: macht man das mit kampfflugzeugen?

    machen wir das in deutschland auch so oder zählt hier zivilistenleben mehr?

  7. Unsere Spielzeugarmee braucht kein neues Großspielzeug. Ob bewaffnete Drohnen zur Verteidigung taugen, hat noch niemand ausprobiert. Sie wurden immer nur gegen Gegner eingesetzt, die weder Luftwaffe noch Luftabwehr haben.
    Da die Bundeswehr in Afghanistan nicht kämpft, brauch sie andere Dinge: Schutzwesten, Minenräumgerät, sicherere Fahrzeuge. Solange dafür kein Geld da ist, ist die Anschaffung von Drohnen Unfug.

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    da unten Drohnen, dann hätte man die entführten Tanklaster, bei denen über 100 Menschen (auch Kinder und nein, keine Taliban) umkamen selber niedermähen können. Schön sauber mit intelligenten Präzisionswaffen. Und man hätte gar nicht die Kampfjets der USA ordern müssen.

    Echt ganz schön praktisch so eine Verteidigung.

    **Ironie mal sowas von off jetzt.

    Beste Grüße.
    FSonntag

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Verteidigungsministerium | Afghanistan | Bundeswehr | Drohne | Luftfahrt | Ministerium
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