EU-RettungsschirmRegierung uneins über Deutschlands Belastbarkeit

Ist Deutschland mit der Euro-Krise bald überfordert? Die Kanzlerin hatte davor gewarnt. Nun widerspricht ihr Vizekanzler Rösler – ihm wiederum Außenminister Westerwelle. von dpa

Wirtschaftsminister Phillip Rösler Ende Juni im Bundestag

Wirtschaftsminister Phillip Rösler Ende Juni im Bundestag  |  © Adam Berry/AFP/GettyImages

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ( FDP ) hält die Befürchtung für unbegründet, dass Deutschland durch die Euro-Krise überfordert werden könnte. Bei den Hilfen handle es sich "in erster Linie um grundsätzliche Zusagen und weniger um Geld, das tatsächlich fließt", sagte Rösler der Saarbrücker Zeitung .

Dem FDP-Vorsitzenden zufolge ist das eigentliche Problem die sinkende Wachstumskraft in den anderen EU-Staaten. "Denn darunter leiden unsere Exporte, die zu etwa 60 Prozent ins europäische Ausland gehen", sagte der FDP-Politiker. Anderseits steigere die ausgesprochen positive Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung in Deutschland den privaten Konsum. "Das hilft auch unseren europäischen Nachbarn", sagte Rösler.

Anzeige

Mit seiner Einschätzung zur Belastung Deutschlands in der Schuldenkrise setzt sich Rösler überraschend deutlich von Kanzlerin Angela Merkel ab, die in einer Regierungserklärung Mitte Juni ausdrücklich vor einer Überforderung Deutschlands in der Euro-Krise gewarnt hatte . Auch führende FDP-Politiker hatten wiederholt auf die hohen finanziellen Verpflichtungen Deutschlands durch die Euro-Hilfen hingewiesen.

Westerwelle widerspricht

Widerspruch bekam Rösler deshalb auch aus der eigenen Partei. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte wie Merkel vor einer Überforderung. Die deutschen Schultern könnten nicht überbelastet werden, sagte er. "Auch die Tragfähigkeit unserer Volkswirtschaft ist ja nicht unbegrenzt. Und deswegen geht es auch darum, dass wir einerseits Solidarität zeigen, andererseits aber auch den Reformwillen unserer Partner nicht unterfordern."

Gemeinsame europäische Staatsanleihen lehnte Westerwelle erneut strikt ab. "Deutschland kann nicht für die Schulden von ganz Europa haften", sagte der Außenminister. "Wir können nicht einen solchen Weg der Haftungs- und Schuldenunion gehen, sondern wir wollen eine Stabilitätsunion."
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Ach Europa Teil 1 von 4
    Heiner Hannappel

    Ach Europa.
    Du wunderschöner Kontinent,
    christlich geprägter Okzident,
    wohl dem der deine Schönheit kennt,
    deine Berge Täler Höhen Strände
    füllen unzählige Bücherbände
    deine Flüsse deine Auen,
    satt kann sich das Auge wohl nie schauen.
    Nur der Natur schöpferische Kraft,
    in ihrer Einheit so viel Schönheit schafft.
    Ach Europa
    Der Homo Sapiens, einem anderen Kontinent entstammt
    nahm dieses Juwel,als er es fand.
    Der Mensch zog bald Grenzen unbedacht,
    deine Natur verwischte sie bei Tag wie Nacht.
    Wo diese doch noch unnütz stehen,
    Jahrhunderte zeigen,dass sie verwehen.
    So zeigt die Natur dem Menschen vor,
    was er nur ist--- ein winziger Thor.
    Ach Europa,
    würden sich die Menschen nur,
    ein Beispiel nehmen an deiner Natur,
    steht´s auf Ausgleich nur bedacht
    sie nie der Menschen Fehler macht.
    Sie kennt keine Gier Geld und Reich.
    bei ihr sind Wesen auch Menschen gleich.
    Kulturen entstanden
    Kulturen entschwanden.
    Ihre Zeugnisse kann man noch überall sehen,
    steinern, auch in Schriften sie stehen.
    Doch an Kultur der Menschlichkeit
    fehlte es allerorten aller Zeit.
    Ach Europa,

    3 Leserempfehlungen
  2. Heiner Hannappel
    Ach Europa Teil 2
    Ach Europa,
    obwohl du genug für alle hast,
    Frieden nicht zu allen passt.
    Streiten gepaart mit grenzenloser Gier,
    verbrannte dein Antlitz mal dort mal hier.
    War Frieden mal an einem Ort,
    verflog er anderswo sofort,
    hatte man in dort wieder eingefangen,
    musste man anderswo um ihn wieder bangen.
    Jahrtausende wärte so das traurige Ringen,
    ohne Freud wie Freunde je zu bringen,
    Freunde wurden schnell zum Feind
    weil religiös man nicht vereint.
    Mancher Vertrag zu schlecht durchdacht,
    deinem Kontinent nur Elend gebracht.
    In der Zeiten Verblendung schlugen viele Herzen allzu heiß,
    doch nur Zerstörung des Anderen war der Preis.
    In der Kriege rauem Ton
    war ein Meer aus Tränen der Menschen Lohn.
    Ach Europa,
    So war Jahrhunderte,nein Jahrtausende lang,
    der Menschen Herzen durch Unfrieden bang.
    Nie konnten sie sich zusammen raffen
    um beständigen Frieden richtig zu schaffen.
    Letztes Jahrhundert Verstand wie Vernunft verleugnend,
    es hatte sich der Mensch zum Unmenschen gehäutet.
    So hast du ihn noch nie gekannt,
    fürchterlich war zweimal dein Antlitz verbrannt.
    Zerstückelt geteilt war der Schuldigen Land.
    Ein kalter Friede auf deinen Kontinent weilte,
    während ein eiserner Zaun dein Antlitz teilte.
    Der Menschen größtes Gut die Intelligenz
    beleidigte sich selbst durch nukleare Overkill- Präsenz.
    Ach Europa

    4 Leserempfehlungen
  3. 3. Seufz

    "Ist Deutschland mit der Euro-Krise bald überfordert?"
    "Tragfähigkeit unserer Volkswirtschaft ist ja nicht unbegrenzt"

    Nicht Deutschland ist in der Gefahr, überfordert zu werden, oder bereits überfordert, sondern die "Unterschicht" sowie die Überreste des Mittelstands.

    Die "deutschen Privatvermögen" liegen bei wenigstens 7 Billionen Euro - 80% davon in den Händen der "oberen" 20% (Sekundärquelle Wikipedia). In anderen Ländern sieht das nicht besser aus. Nach Abzug der kompletten Staatsverschuldung sowie sämtlicher Rettungsschirme blieben jedem einzelnen noch genug, um sich sein Leben lang mit Champagner und Kaviar zu mästen.

    Aber schon nur daran zu denken, ist ja kommunistischer Sozialneid.

    23 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zeit:
    "Ist Deutschland mit der Euro-Krise bald überfordert?"

    Ja, vor allem sind auch unsere Politiker, von denen die meisten beruflich und von der Ausbildung her nun nichts mit Wirtschaft zu tun haben, überfordert, wirtschaftliche Zusammenhänge und Mechanismen und deren soziale Folgen zu erkennen.

    Ich erinnere mich an eine Kurzumfrage eines Senders bei Abgeordneten im letzten Jahr, was denn nun gerettet werden soll mit EFSM und ESM: Griechenland, die Banken, Europa oder der Euro?

    Die meisten Abgeordneten konnten spontan darauf nicht antworten, noch kannten sie die Höhe der Haftungssummen.

    Und diese Menschen haben über den ESM abgestimmt !

    Kopfschüttel !

    • joG
    • 02. Juli 2012 12:01 Uhr

    ....nicht "gefährdet" ist. HartzIV wird in Etwa die nächsten Jahre bezahlt werden können. Die Gruppe darüber wird vermutlich weniger verdienen und eine geringere Rente bekommen. Aber das wird nicht genau aufgezeigt werden. Man wird nicht sagen: "Diese Maßnahme hat dies soziale Gruppe so und jene Gruppe so betroffen." Man wird auch nicht die Beamten und Politiker zur sinnvollen Verantwortung heranziehen und ihnen das aufbürden, was die Loser der Krise verlieren werden. Man ist sogar nicht bereit, die Gewinnler zu bezeichnen aus der Situation, die die Krise auslöste. Wer will schon hören, seine Partei und er hätten über Jahrzehnte schlechte Regeln und Gesetze gemacht und müsse jetzt tun, was englischen Bankern widerfährt, wenn sie so handeln. Diese müssen ihre Bonifikationen zurück geben.

    "Aber schon nur daran zu denken, ist ja kommunistischer Sozialneid."

    mich haben Sie überzeugt! NUR -

    "Nach Abzug der kompletten Staatsverschuldung sowie sämtlicher Rettungsschirme blieben jedem einzelnen noch genug, um sich sein Leben lang mit Champagner und Kaviar zu mästen."

    dürften es auch Bier und Käse sein? :-))

    MfG
    biggerB

    "Die "deutschen Privatvermögen" liegen bei wenigstens 7 Billionen Euro - 80% davon in den Händen der "oberen" 20% (Sekundärquelle Wikipedia)."
    ------------
    "Die reichsten 10 Prozent aller volljährigen Personen verfügten im Jahr 2007 über 61,1 Prozent des gesamten Vermögens. 27,0 Prozent der Erwachsenen verfügten über kein Vermögen oder waren verschuldet. "

    http://www.bpb.de/wissen/...

  4. Heiner Hannappel
    Teil 3
    Ach Europa,
    Veränderungen hatten sich angekündigt
    ein geteiltes Land wurde nun erst richtig mündig,
    plötzlich, der trennende Zaun verschwand,
    verwandt und sich doch nie gekannt,
    deine Menschen Tränen der Freude vergossen,
    ein Traum, wie haben sie diese Zeit genossen.
    Lange vorher man Wirtschaftsräume erdacht,
    welche in Gemeinsinn Wohlstand gebracht.
    So brauchte man nur noch auf deinem Kontinent,
    ein gemeinsames Haus, welches ein jeder kennt.
    Das jeder vertrauensvoll das Haus begeht,
    so zu den in Europas Vielfalt geprägten Fundamenten steht.
    Ach Europa,
    es ist ein Graus mit diesem europäischen Haus,
    bei den Erbauern gingen Mahner ein und aus.
    trotzdem ,bevor Keller und Wände fertiggemacht,
    lieferte man nach Planung zuerst mal das Euro Dach.
    Da die Wände nicht einheitlich hochgezogen
    wurde die Statik passend gelogen.
    Gefahren entstanden nun durch des Daches Gewicht,
    doch dies Bauherren wie Planer nicht anficht.
    Da man die Schieflage partout wollte ignorieren,
    heute die Stützmaßnahmen zu sehr pressieren.
    Ach Europa,

    5 Leserempfehlungen
  5. Heiner Hannappel
    Teil 4
    Ach Europa,
    so das Dach wohl nimmer hält
    geht seine Stützung zu kräftig ins Geld
    da aber keiner davon ausreichend hat,
    macht das vermaledeite Dach alles bald platt.
    Immer schneller brechen mangels Statik nun die Wände,
    das Dach wird zu schnell schiefer,es fehlen Geld wie Hände.
    So wird bald diese Fehlkonstruktion mitsamt dem Dach
    zusammenstürzen mit lautem Krach.
    Oh hätte man doch nur Anfangs gefragt den kleinen Mann,
    der hätte mit Lebens Erfahrung gezeigt sodann
    wie man´s richtig machen kann.
    Ach Europa,
    wie soll es nun nur weitergehen,
    rundherum wir nur noch Schulden sehen.
    Der Fehl Bau steht unfertig wacklig noch vor der Tür,
    für einen Neubau fehlt das Geld doch hier.
    Selbst für eine neue Planung
    fehlt den Planern jede Ahnung.
    wie soll es denn nun weitergehen,
    rundherum wir nur noch Schulden sehen.
    Ach Europa.
    Schulden der Menschen Gedanken bedrohen.
    Schulden lassen wieder die Sprache verrohen.
    Schon wieder schaut man all zu vehement,
    nur auf das,was wieder trennt.
    Ohne Bedacht,was man so zerstört,
    obwohl man doch letztlich zusammen gehört.
    Schon Geschaffenes stellt man wieder in Frage,
    bedenkt,was wollt ihr euren Kindern sagen!!!
    Ach Europa
    von
    Heiner Hannappel
    Raiffeisenstrasse 63
    56072 Koblenz
    Tel: 0261 22287
    E-Mail: Heiner.Hannappel@gmx.de

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... normalerweise Büttenreden?

    • th
    • 04. Juli 2012 11:09 Uhr

    "Selbst für eine neue Planung
    fehlt den Planern jede Ahnung."

    grossartig!

  6. in Wirtschaftsfragen da den nötigen Durchblick hat?

    "Bei den Hilfen handle es sich "in erster Linie um grundsätzliche Zusagen und weniger um Geld, das tatsächlich fließt", sagte Rösler"

    Da stellt sich die Frage, ob Herr Rösler schon einmal etwas über die Fälligkeit von Bürgschaften gehört hat?

    19 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    noch Ohrenarzt sein.

    da hat er sich mit 1.4 Mio Subvention Lindner aka Moomax GmbH kurzgeschlossen, der auch mal so ein Mio. an Subventionen abgeschöpft hat, sich dann aus dem Staub gemacht hat als klar wurde das man das nicht zurückzahlen kann.
    Das ist das Wirtschaftseinmaleins eines jeden Liberalen.

    • BP01
    • 02. Juli 2012 11:10 Uhr

    ...muss denn wirklich jede unwichtige und nichtssagende Äußerung zwangsläufig zu einem Onlinebeitrag führen?

    3 Leserempfehlungen
  7. Ich habe großes Zutrauen in die Leistungskraft der Menschen, die in Deutschland arbeiten, unabhängig auf welcher Stelle, mit welcher Religion, mit welchem Pass sie das tun.

    Was hier erwirtschaftet wird, sehe ich jeden Tag. Und das ist nicht wenig.

    Ich habe überhaupt kein Zutrauen in die Leistungskraft, eine vermeindliche Kompetenz und überzeugender zukunftsweisener Gestaltung unseres Gemeinweisens von Herrn Rössler und Herrn Westerwelle.

    Sie sind haben zwar bestimmte Aufgaben inne.
    Überzeugt haben sie bisher nicht.
    Ich freue mich auf die nächste Wahl.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Ombh
    • 02. Juli 2012 12:03 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf aufwiegelnde Polemik und Aussagen, die sich nicht halten lassen. Danke, die Redaktion/ds

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Guido Westerwelle | Philipp Rösler | Angela Merkel | FDP | Außenminister | Bundeswirtschaftsminister
Service