Bundestagswahl 2013: Grünen-Politiker fordern Verzicht auf Spitzenkandidaten
Bei den Grünen tobt ein heftiger Streit darüber, wer die Partei im Bundestagswahlkampf anführen soll. Nun schlagen Realos vor, komplett ohne Spitzenkandidaten anzutreten.
©REUTERS/Morris MacMatzen

Grünen-Spitzenpolitiker (von links): Renate Künast, Jürgen Trittin und Claudia Roth (Archivbild)
Die Grünen diskutieren, bei der Bundestagswahl 2013 ganz auf Spitzenkandidaten zu verzichten. Das berichtete die Leipziger Volkszeitung. Vor allem Vertreter der Realos setzten sich für die Idee ein, mit den beiden Parteichefs Cem Özdemir und Claudia Roth sowie den zwei Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin und Renate Künast anzutreten, ohne jemanden aus diesem Quartett herauszuheben.
Die Realos wehren sich damit vor allem gegen das Vorhaben von Parteichefin Roth, Spitzenkandidatin zu werden. Die Vertreterin des linken Parteiflügels hatte im März angekündigt, für das Amt antreten zu wollen und damit heftige Diskussionen in der Partei ausgelöst.
Volker Ratzmann, Anhänger des Realo-Flügels der Grünen, sagte der Leipziger Volkszeitung: "Eine Wahlkampfspitze mit Claudia Roth und Jürgen Trittin funktioniert nicht." Auch Trittin gehört dem linken Parteiflügel an, auch er wird als Spitzenkandidat gehandelt.
Die Partei müsse darauf achten, alle Flügel mitzunehmen, sagte Ratzmann. Die Grünen stünden nicht unter dem Druck, einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellen zu müssen. Mit dem Führungsquartett gebe es genügend erkennbares Führungspersonal und dahinter stünde eine gute Truppe junger Leute bereit.
Ratzmann war Ende des vergangenen Jahres als Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus zurückgetreten. Daraufhin sicherte sich der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, seine Dienste und machte ihn zum Koordinator für Bundesangelegenheiten seiner Landesregierung.
Kretschmann für alleinigen Spitzenkandidaten
Kretschmann allerdings hat andere Vorstellungen, wie sich die Grünen für den Bundestagswahlkampf aufstellen sollten. Er wünsche sich, dass seine Partei mit einer einzigen Führungsfigur antritt, sagte er der Bild am Sonntag. "Ich jedenfalls habe von Doppelspitzen noch nie etwas gehalten." Ein alleiniger Spitzenkandidat würde wohl auch den Umfragewerten der Grünen gut tun.
Für Kretschmann ist die ungeklärte Führungsfrage ein entscheidender Grund dafür, dass die Partei bei Umfragen zuletzt stark an Zustimmung verloren hatte. "Sicherlich liegt es nicht am Programm – das ist gut, und es spricht mit seinen Themen die Mitte der Gesellschaft an", sagte Kretschmann. Auch bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg seien die Grünen mit einem einzelnen Spitzenkandidaten gut gefahren.






Die Gruenen wollen einen Kanzlerkandidaten aufstellen. Glauben sie etwa, sie seien in BaWue, wo Kretschmann uebrigens mit maessigem erfolg regiert und damit sei seine Wiedereahl, auch wenn uns bis dahin noch einige Jahre (schwere Jahre) bevorstehen, mehr als fraglich.
So hoch im Kurs sind die Gruenen auf Bundesebene doch nicht, nicht nur, weil sie sich ausschliesslich fuer eine Koalition nur mit der SPD, eine asoziale Partei uebrigens, bereit erklaerten, sondern und vor allem deswegen nicht, weil sie massiv an Glaubwuerdigkeit verloren haben. Bei den Gruenen ist die Diskrepanz zwischen dem Programm und der Realitaet am groessten.
Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak
" Was ist aus dieser Partei nur geworden? Was hat sie genervt, polarisiert. Zum damaligen Zeitpunkt einfach ideal. Ich würde mir für heute die Grünen von vor 30 Jahren wünschen,
...
Leute wie Kretschmann, die würden mich begeistern und überlegen lassen, grün zu wählen! Nur davon sind weit und breit keine zu sehen! "
Kretschmann ist doch das genaue Gegenteil der "Grünen von vor 30 Jahren".
Ein staatstragender, machtkonform gehender, reaktionärer Katholik ohne Vision, ohne Utopie, dafür aber mit ganz viel karrieredienlicher Alternativloskeit gegenüber dem Bestehenden und einer Aversion gegen alles "kommunistische".
Der perfekte Apparatschik einer ehemaligen Pazifistenpartei der Dt. als Außenminister zuverlässig und bündnistreu in den nächsten Krieg führen kann.
Oder kann es sein, das die Grünen nicht mehr Ihren radikalen Vorstellungen entspricht und Sie nun meinen mich dafür einen Idioten schimpfen zu können. Vielleicht wird dieser Post auch gestrichen, nur das mußte ich loswerden, nämlich Ihre Gedanke kann und will ich nicht nachvollziehen!
Oder kann es sein, das die Grünen nicht mehr Ihren radikalen Vorstellungen entspricht und Sie nun meinen mich dafür einen Idioten schimpfen zu können. Vielleicht wird dieser Post auch gestrichen, nur das mußte ich loswerden, nämlich Ihre Gedanke kann und will ich nicht nachvollziehen!
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh
Die Jugend muss merken, dass grüne Politik von jungen Leuten für junge Leute von heute ist (das große Plus bei den Piraten) und nicht ein und dasselbe Konzept mühselig von einem Jahr zum anderen geschleppt. Die ökologischen Dringlichkeiten seit H. Von Dithfurth und Tochter sind viel größer geworden, die Worte aber matter. Als wenn es darum ginge, die schöne Kirschallee in der Straße sowieso zu retten und den Blumenschmuck im Wohnungsflur. Heute bedeutet Grün für viele, dass der Stadtpark schön ist. Das gehört zwar dazu, aber trifft nicht den Kern. Der Kern sind: Unromantische Hochspannungsleitungen , Bauarbeiten , Teuerungen etc. Vielleicht müssen die Grünen selbst erst analysieren, was sie heute lähmt und dann nach dem Motto von Ton Stein Scherben kaputt machen, was sie kaputt macht. D.h. ernsthaft mit Altlasten, aufräumen um der Partei neue Motivation und Kraft zu geben.
Ich finde die generationsübergreifende Arbeit nicht gut zu erkennen. Wo sind die grünen Computernerds, die die Älteren mit ihren Spleens nerven? Fehlt die Toleranz? Aber nur daher kann was neues kommen. Die Betroffenheit jüngerer Leute durch die ökologischen Desaster unserer Raubbaukultur ist echter, als der Älteren. Deswegen sind die Grünen von Natur aus eher eine Jugendbewegung. Kaum jemand denkt über seinen Tod hinaus und niemand, der darüber hinaus fühlt. Heute haftet den Grünen aber mehr Nostalgie sogar Romantik, als Avantgardismus an. Refresh it. Holt die junge Leute mit ins Rampenlicht.
Ist doch nur konsequent.
Nach dem Verzicht auf ein nachvollziebares, eigenes politisches Profil(siehe Abstimmung zum ESM vom Freitag), erscheint dieser Schritt doch nur logisch.
Nach dem hochnotpeinlichen "Erklärungsgestammel" von Roth zu diesem demokratischen Super-GAU("wir duzen uns"), sollte diese "Partei" nicht nur konsequent über einen Verzicht auf Spitzenkandidaten nachdenken, sondern gleich über die Auflösung oder auch Überführung in die CDU.
MfG
biggerB
Entfernt. Die Redaktion/sh
Entfernt. Die Redaktion/sh
Streit vermeiden ist die Devise. Zwischen notwendiger Quotierung und Personalmangel an solchen, auf die sich alle einigen können, si
Ich denke mit dem Verzicht auf einen Kandidaten können die Grünen sich breiter aufstellen.
Sie ahmen damit auch nicht die Piraten nach, die vollkommen ohne irgendeine Person Politik machen wollen, die Grünen deuten damit an, dass es eine Mannschaft gibt.
Das erscheint mir klug, zumal ja ohnehin keine realistische Chance auf die Stellung des Kanzlers besteht.
Es wäre nur wünschenswert, wenn auch die Grünen mal dem Nachwuchs eine Chance gäben. Künast, Roth, Trittin und Özdemir sind nicht gerade frische Gesichter.
Die müssen sich auch selbst zu Wort melden, wenn es überhaupt Massgebliche gibt. Ich sehe immer nur 4.
Und in den Ländern gibt, ausser BW, und Stuttgart 21 ist weg der Koalitionspartner SPD den Ton an. Schulpolitk ist erst mal geregelt, und das neueste Rauchverbot und andere Enstcheidungen nach Weltanscchuung sind, mit Verlaub, ein Witz gegenüber den Herausforderungen durch EU, Rettungschirm und Abgabe von Souveränitätsrechten. Und der Deal Geld gegen Zustimmung ist auch nicht auf ihrem Mist gewachsen.
Es rächt sich eben die einseitige Ideologie, die das immer gleiche Spitzenpersonal braucht, damit sie aufrecht erhalten werden kann. Die kleinste spontane Abweichung (Metzger) und schon ist Unordnung. Danach wird keiner mehr was anders zur Sozialfrage sagen als die Großen. Mit einer Formaldemokratie allein und Besitzstandswahrung in der Partei erzeugt man eben keine Vielfalt.
Und ob sich drei einig sind oder nicht, erst mal Beton. Alle haben Ihren Angang, den man gegeneinander ausspielen kann. Einen allein kriegt man schneller weg, wenn die Zeit reif ist. Siehe Stoiber oder Münte.
Dazu kommt noch, das zwei "älter" sind als sie aussehen. Mentalitätsmässig in den politischen 1980igern mit wenig Datenverabeitung und Technik beschränkt aufs Niedermachen als Oppositionstrategie.
"Ich denke mit dem Verzicht auf einen Kandidaten können die Grünen sich breiter aufstellen."
ausser:
"Getretener Quark wird breit, nicht hart!"
____________________________________________
"...die Grünen deuten damit an, dass es eine Mannschaft gibt."
Ja, das stimmt sogar eine "Spitzenmannschaft" aus vier Personen und das seit einer gefühlten Ewigkeit!
Und als kleiner Tip zum Verständnis der demokratischen "Festigkeit" eines Herrn Trittin empfehle ich Ihnen:
http://www.taz.de/Juergen-Trittin-ueber-den-Fiskalpakt/!95929/
Als Anreiz hier ein Ausschnitt:
taz:
"Die Links-Grünen nennen Sie „unverantwortlich“. Reinhard Bütikofer und Sven Giegold sagen, das Europäische Parlament wird ausgehebelt. Flügelübergreifend herrscht Empörung, weil Sie ohne Rücksprache verhandelt haben."
Trittin:
"Was ist unverantwortlich an europäischen Schuldenbremsen? Beim Fiskalpakt wird im Kern doch nur in nationales Recht übertragen, was bereits heute europäische Rechtslage ist. Dieses Europa loben die gleichen Grünen. Die NRW-Grünen haben gerade voller Stolz eine Schuldenbremse in die Landesverfassung geschrieben. War das unverantwortlich?"
MfG
biggerB
Die müssen sich auch selbst zu Wort melden, wenn es überhaupt Massgebliche gibt. Ich sehe immer nur 4.
Und in den Ländern gibt, ausser BW, und Stuttgart 21 ist weg der Koalitionspartner SPD den Ton an. Schulpolitk ist erst mal geregelt, und das neueste Rauchverbot und andere Enstcheidungen nach Weltanscchuung sind, mit Verlaub, ein Witz gegenüber den Herausforderungen durch EU, Rettungschirm und Abgabe von Souveränitätsrechten. Und der Deal Geld gegen Zustimmung ist auch nicht auf ihrem Mist gewachsen.
Es rächt sich eben die einseitige Ideologie, die das immer gleiche Spitzenpersonal braucht, damit sie aufrecht erhalten werden kann. Die kleinste spontane Abweichung (Metzger) und schon ist Unordnung. Danach wird keiner mehr was anders zur Sozialfrage sagen als die Großen. Mit einer Formaldemokratie allein und Besitzstandswahrung in der Partei erzeugt man eben keine Vielfalt.
Und ob sich drei einig sind oder nicht, erst mal Beton. Alle haben Ihren Angang, den man gegeneinander ausspielen kann. Einen allein kriegt man schneller weg, wenn die Zeit reif ist. Siehe Stoiber oder Münte.
Dazu kommt noch, das zwei "älter" sind als sie aussehen. Mentalitätsmässig in den politischen 1980igern mit wenig Datenverabeitung und Technik beschränkt aufs Niedermachen als Oppositionstrategie.
"Ich denke mit dem Verzicht auf einen Kandidaten können die Grünen sich breiter aufstellen."
ausser:
"Getretener Quark wird breit, nicht hart!"
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"...die Grünen deuten damit an, dass es eine Mannschaft gibt."
Ja, das stimmt sogar eine "Spitzenmannschaft" aus vier Personen und das seit einer gefühlten Ewigkeit!
Und als kleiner Tip zum Verständnis der demokratischen "Festigkeit" eines Herrn Trittin empfehle ich Ihnen:
http://www.taz.de/Juergen-Trittin-ueber-den-Fiskalpakt/!95929/
Als Anreiz hier ein Ausschnitt:
taz:
"Die Links-Grünen nennen Sie „unverantwortlich“. Reinhard Bütikofer und Sven Giegold sagen, das Europäische Parlament wird ausgehebelt. Flügelübergreifend herrscht Empörung, weil Sie ohne Rücksprache verhandelt haben."
Trittin:
"Was ist unverantwortlich an europäischen Schuldenbremsen? Beim Fiskalpakt wird im Kern doch nur in nationales Recht übertragen, was bereits heute europäische Rechtslage ist. Dieses Europa loben die gleichen Grünen. Die NRW-Grünen haben gerade voller Stolz eine Schuldenbremse in die Landesverfassung geschrieben. War das unverantwortlich?"
MfG
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