Parteien SPD hat wieder mehr Mitglieder als die CDU

Die Sozialdemokraten liegen bei den Mitgliederzahlen wieder vor den Konservativen. Mehr Anhänger gewonnen haben sie aber nicht – lediglich weniger verloren als die CDU.

Die SPD ist wieder mitgliederstärkste Partei Deutschlands. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gibt es zum ersten Mal seit vier Jahren wieder mehr Sozial- als Christdemokraten. Unter Berufung auf interne Aufstellungen der Parteien meldet die Zeitung, die SPD habe Ende Juni 483.226 Mitglieder gezählt, die CDU 482.951. Bei der letzten offiziellen Bekanntgabe von Zahlen lag die SPD noch 15 Mitglieder zurück.

In der Nachkriegsgeschichte hatte die SPD stets vor der CDU gelegen, erst 2008 überholten die Christ- die Sozialdemokraten. Jetzt hat die SPD den alten Zustand wiederhergestellt. Ein Grund dafür könnte der Wahlsieg von Hannelore Kraft in Nordrhein-Westfalen sein, zitiert die Zeitung eine Einschätzung aus der SPD-Zentrale. Zusammen mit den etwa 150.000 CSU-Mitgliedern liegt die Union aber immer noch vor der SPD.

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Die SPD hat dem Bericht zufolge auch nicht mehr Mitglieder gewonnen als die CDU, sondern nur weniger verloren als die Konservativen. Vor 30 Jahren waren demnach fast drei Prozent der Bundesdeutschen Mitglied von SPD oder CDU, heute ist es nur noch gut ein Prozent.

 
Leser-Kommentare
  1. Die SPD mag faktisch mehr Mitglieder haben, aber mich als
    Wähler hat sie für allemal verloren !

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  2. ...noch halbleer, sondern nur die Meldung nur halb vorhanden. Die ganze Meldung lautet etwa :

    "SPD stürzt ab, Union führt in der Wählergunst
    Die SPD kann von der Euro-Krise nicht profitieren: Nur noch 28 Prozent der Bundesbürger würden derzeit für die Partei stimmen. Immerhin sind die Sozialdemokraten bei der Mitgliederzahl wieder vorn."

    http://www.welt.de/politi...

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    Haben Sie da nicht ein wichtiges Detail vergessen?

    "Das ist das Ergebnis des aktuellen Insa-Meinungstrends im Auftrag der "Bild-Zeitung"."

    Insa steht übrigens für Institut für neue soziale Antworten - reminds me of something. Ach ja, der Chef des INSA "sagte den FDP-Triumph [sic!] in Nordrhein-Westfalen am genauesten voraus" - so steht es auf deren Homepage links neben dem Link zur Bild-Zeitung. Über die Bandbreiten der Fehlertoleranzen bei der Datenerhebung erfährt man hingegen nichts. Dafür aber, dass Kunden sog. Omnibusfragen an die eigentliche Umfrage anhängen können. Sonderlich seriös mutet das ganze nicht an.

    Nur zur Klarstellung: Ich bin keine Parteigängerin der SPD.

    Haben Sie da nicht ein wichtiges Detail vergessen?

    "Das ist das Ergebnis des aktuellen Insa-Meinungstrends im Auftrag der "Bild-Zeitung"."

    Insa steht übrigens für Institut für neue soziale Antworten - reminds me of something. Ach ja, der Chef des INSA "sagte den FDP-Triumph [sic!] in Nordrhein-Westfalen am genauesten voraus" - so steht es auf deren Homepage links neben dem Link zur Bild-Zeitung. Über die Bandbreiten der Fehlertoleranzen bei der Datenerhebung erfährt man hingegen nichts. Dafür aber, dass Kunden sog. Omnibusfragen an die eigentliche Umfrage anhängen können. Sonderlich seriös mutet das ganze nicht an.

    Nur zur Klarstellung: Ich bin keine Parteigängerin der SPD.

  3. Der entscheidende Satz ist natürlich:

    "Mehr Anhänger gewonnen haben sie aber nicht – lediglich weniger verloren als die CDU."

    Die SPD ist doch inzwischen nur noch eine Light-Version der CDU - neoliberal, bürgerlich, auf die fiktive "Mitte" fixiert, und gänzlich in den Fängen der Lobbyisten.
    Erkennbar sozialdemokratisch gibt sich diese Partei doch höchstens noch, wenn sie weiss, dass sie ihre Forderungen in Ermangelung von Mehrheiten ohnehin nicht umsetzen kann.

    Im Vergleich zu den Christdemokraten mag sie ja immer noch das "kleinere Übel" sein - aber meine Stimme bekommen sie trotzdem nicht wieder. Dazu müssten erst einmal die ganzen Möchtegern-Schröders aus der Parteispitze verschwinden, und durch erkennbar linkes Personal ersetzt werden.

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    • xpeten
    • 10.07.2012 um 11:45 Uhr

    Ich verstehe nicht, wieso die "Mitte" immer so gerne für "fiktiv" o.ä. gehalten oder erklärt wird,

    diese Mitte existiert,

    der Mitte zugehörig heißt jedoch nicht nur, dass man, wie die sich selbst dort eingeordneten Angehörigen dieser Mitte es ja gerne darstellen, weder rechts- noch links(-extrem) ist,

    sondern vor allem, dass man,

    phantasie- und visionslos wie man ist, den hohlen Wahlversprechen und den wenig zeitgemäßen Rezepten der Volksparteien Glauben schenkt,

    welche ganz sicher mit den Problemen unserer Zeit überfordert sind und es auch ganz sicher nicht schaffen werden, diese zu lösen.

    • xpeten
    • 10.07.2012 um 11:45 Uhr

    Ich verstehe nicht, wieso die "Mitte" immer so gerne für "fiktiv" o.ä. gehalten oder erklärt wird,

    diese Mitte existiert,

    der Mitte zugehörig heißt jedoch nicht nur, dass man, wie die sich selbst dort eingeordneten Angehörigen dieser Mitte es ja gerne darstellen, weder rechts- noch links(-extrem) ist,

    sondern vor allem, dass man,

    phantasie- und visionslos wie man ist, den hohlen Wahlversprechen und den wenig zeitgemäßen Rezepten der Volksparteien Glauben schenkt,

    welche ganz sicher mit den Problemen unserer Zeit überfordert sind und es auch ganz sicher nicht schaffen werden, diese zu lösen.

  4. Die Bürger vertrauen den Parteien immer weniger. Was mich daran sehr stutzig macht ist, warum reagieren die Parteien nicht darauf? Ist ihnen das egal? Das kann doch eigentlich nicht sein, weil doch die Mitglieder eine solche Partei ausmachen und in den Mittelpunkt der Diskussionen rückt. Wenn dies ausbleibt, wird auch unsere Demokratie schaden nehmen. Wenn sie es nicht schon getan hat, weil die Beschlüße, die in letzter Zeit getroffen wurden, gehen eindeutig am Bürger vorbei! Was sehr spannend werden wird, sind die nächsten Wahlen.

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    "Was sagt uns diese Meldung? Die Bürger vertrauen den Parteien immer weniger."

    Daran ist sicher manches richtig. Hinzu kommt jedoch der schlichte Faktor Demografie, der insb. in den beiden 'Volksparteien' dazu führt, dass Altmitglieder sozusagen wegsterben. Da in einer parteienkritischen Zeit allgemeiner Verunsicherung nicht genügend Junge, von denen es ohnehin weniger gibt, nachkommen, sind die Bilanzen bei nahezu allen im Bundestag vertretenen Parteien längerfristig negativ. Einzige Ausnahme ist m. W. Bündnis'90/Grüne, die auf niedrigem Niveau in der jüngeren Vergangenheit noch an Mitgliedern gewachsen sind.

    Wenn Ihnen die Ausrichtung und das Personal der Parteien in Deutschland nicht gefällt, sollten Sie mit Ihren Gesinnungsgenossen in eine selbige eintreten und mitgestalten. Wir leben in einer proaktiven Demokratie. Vielleicht sollten Sie Ihren Tocqueville 'mal wieder lesen. Im Sessel über die Parteien schimpfen, in denen viele tausend Menschen Freizeit unentschädigt für ihre politischen Überzeugungen drangeben, ist sehr wohlfeil. 1% der Deutschen engagieren sich in Parteien, 99% schimpfen über diese, weil sie ihnen nicht genug "Angebote" machen. Mit welchem Recht?

    "Was sagt uns diese Meldung? Die Bürger vertrauen den Parteien immer weniger."

    Daran ist sicher manches richtig. Hinzu kommt jedoch der schlichte Faktor Demografie, der insb. in den beiden 'Volksparteien' dazu führt, dass Altmitglieder sozusagen wegsterben. Da in einer parteienkritischen Zeit allgemeiner Verunsicherung nicht genügend Junge, von denen es ohnehin weniger gibt, nachkommen, sind die Bilanzen bei nahezu allen im Bundestag vertretenen Parteien längerfristig negativ. Einzige Ausnahme ist m. W. Bündnis'90/Grüne, die auf niedrigem Niveau in der jüngeren Vergangenheit noch an Mitgliedern gewachsen sind.

    Wenn Ihnen die Ausrichtung und das Personal der Parteien in Deutschland nicht gefällt, sollten Sie mit Ihren Gesinnungsgenossen in eine selbige eintreten und mitgestalten. Wir leben in einer proaktiven Demokratie. Vielleicht sollten Sie Ihren Tocqueville 'mal wieder lesen. Im Sessel über die Parteien schimpfen, in denen viele tausend Menschen Freizeit unentschädigt für ihre politischen Überzeugungen drangeben, ist sehr wohlfeil. 1% der Deutschen engagieren sich in Parteien, 99% schimpfen über diese, weil sie ihnen nicht genug "Angebote" machen. Mit welchem Recht?

  5. ..... erreichen das Volk nicht mehr.
    Das liegt meiner Meinung nach zum Großteil am politischen Personal, zu sehen auch am Zuspruch für Hannelore Kraft nach ihrem Wahlsieg in NRW. In Ermangelung potenter Herausforderer der SPD im nächsten Wahlkampf als Gegenjandidat zu Frau Merkel wir sie nun schon fast so gehandelt.
    Aber neue Mitglieder sind dadurch nicht gewonnen, lediglich die Stimmungslage hat sich etwas zu Gunsten der SPD verschoben.

  6. ...weniger Stimmen zu verlieren als die CDU damit man wieder stimmenstärkste Partei ist.
    Hat ja auch bei Frau Kraft 2010 funktioniert...

    Eine Leser-Empfehlung
  7. Haben Sie da nicht ein wichtiges Detail vergessen?

    "Das ist das Ergebnis des aktuellen Insa-Meinungstrends im Auftrag der "Bild-Zeitung"."

    Insa steht übrigens für Institut für neue soziale Antworten - reminds me of something. Ach ja, der Chef des INSA "sagte den FDP-Triumph [sic!] in Nordrhein-Westfalen am genauesten voraus" - so steht es auf deren Homepage links neben dem Link zur Bild-Zeitung. Über die Bandbreiten der Fehlertoleranzen bei der Datenerhebung erfährt man hingegen nichts. Dafür aber, dass Kunden sog. Omnibusfragen an die eigentliche Umfrage anhängen können. Sonderlich seriös mutet das ganze nicht an.

    Nur zur Klarstellung: Ich bin keine Parteigängerin der SPD.

    3 Leser-Empfehlungen
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    ...bei der Frage der Seriösität darf man nicht nur darauf schauen, ob Meldungen aus der welt.de vernachlässigt werden, sondern muss auch darauf schauen, ob schon die Originalmeldung aus der Süddeutschen ausreichend wiedergegeben wird:

    Dort heißt es nämlich:

    "Bis zum Jahr 2008 lagen die Sozialdemokraten immer vor der CDU. In ihrer besten Zeit Mitte der Siebzigerjahre hatte die SPD sogar mehr als eine Million Mitglieder, die CDU kam nie über 735.000 hinaus."

    http://www.sueddeutsche.d...

    ...bei der Frage der Seriösität darf man nicht nur darauf schauen, ob Meldungen aus der welt.de vernachlässigt werden, sondern muss auch darauf schauen, ob schon die Originalmeldung aus der Süddeutschen ausreichend wiedergegeben wird:

    Dort heißt es nämlich:

    "Bis zum Jahr 2008 lagen die Sozialdemokraten immer vor der CDU. In ihrer besten Zeit Mitte der Siebzigerjahre hatte die SPD sogar mehr als eine Million Mitglieder, die CDU kam nie über 735.000 hinaus."

    http://www.sueddeutsche.d...

  8. >> Zusammen mit den etwa 150.000 CSU-Mitgliedern ... <<

    ... 150.000 Leutchen sind das, deretwegen wir uns mit so einem Blödsinn wie dem Betreuungsgeld abgeben müssen? Eine vernachlässigbare Größe.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte SPD | CDU | Hannelore Kraft | Information | Zeitung | Nordrhein-Westfalen
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