Der amtierende Präsidenten des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke © Ralph Orlowski/Getty Images

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) hat neben dem Streit über die Neubesetzung an der Spitze der Bundespolizei weitere Personalsorgen. Trotz monatelanger Suche sei es bislang nicht gelungen, einen Nachfolger für den Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke , zu finden, berichtet die Süddeutsche Zeitung . Der 65 Jahre alte Ziercke ist seit 2004 BKA-Präsident und geht zum Jahresende in den Ruhestand.

Nach Informationen der Zeitung wurde vor allem unter führenden Polizeibeamten der Bundesländer nach Kandidaten für Zierckes Nachfolge gesucht. Bislang habe sich aber kein geeigneter Anwärter gefunden. Die Ernennung des früheren Spitzenbeamten im Innenministerium und derzeitigen Chefs des Leitungsstabes im Bundesverteidigungsministerium , Helmut Teichmann , sei vom Tisch, heißt es in dem Bericht weiter. Ob die Amtszeit Zierckes erneut verlängert werde, sei unklar.

Ziercke sollte eigentlich bereits im August in den Ruhestand gehen. Der Bundesinnenminister hatte ihn aber im Amt gehalten. Grund war der Wunsch nach Kontinuität, um den Skandal um die Mordserie des rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) aufklären zu können. Ein Sprecher des Ministeriums wollte sich zu den "Spekulationen" über Personalfragen nicht äußern. Er wies darauf hin, dass Ziercke bis Jahresende im Amt sein werde.

Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach , sprach sich für einen Verbleib Zierckes an der BKA-Spitze aus. "Man sollte seine Amtszeit um ein weiteres Jahr oder auch zwei Jahre verlängern", sagte Bosbach der Süddeutschen Zeitung . Er habe bei Ziercke keinerlei Anzeichen von Amtsmüdigkeit erlebt. Welches Parteibuch ein fähiger Behördenchef habe, sei ihm völlig egal, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags. Ziercke ist SPD-Mitglied.