Gerhard Schindler, Chef des Bundesnachrichtendienstes © dpa

BND-Präsident Gerhard Schindler will die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes auf die wichtigsten Weltregionen konzentrieren. "Unsere Ressourcen sind begrenzt. Deshalb frage ich mich in der Tat, ob der BND überall auf der Welt vertreten sein muss", sagte Schindler der Welt.

Der BND sollte seine Kräfte konzentrieren und klare Schwerpunkte wie zum Beispiel Syrien oder Afghanistan bilden. "Für mich gilt das Prinzip: Lieber etwas richtig machen und dafür einiges vernachlässigen, als alles machen zu wollen und das dann nur halb." Es dürfe Regionen geben, die der Dienst künftig "nur mit geringerer Intensität" beobachtet.

Schindler unterstützte auch die Forderungen aus der Politik nach einer stärkeren Kontrolle der Geheimdienste. "Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn uns die Politik gründlich auf die Finger schaut", sagte er. Es sei völlig in Ordnung, wenn das zuständige Bundestagsgremium die Kontrolle ausweitet. Der Dienst verlegt sein Hauptquartier derzeit nach Berlin . Damit ist die Erwartung verbunden, dass der BND sich wieder enger an die Politik anbindet. Der Nachrichtendienst war vor mehreren Jahren in Verruf geraten, weil er Journalisten abgehört hatte.

Amt auf Kurs bringen

Schindler will seine Behörde mit rund 6.000 Mitarbeitern zudem entbürokratisieren und hat dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet. "Gut 200 Anregungen aus unseren Abteilungen sind zusammengekommen. Wenn wir nur die Hälfte davon umsetzen können, wären wir schon deutlich besser aufgestellt", sagte er.

Auch beim Verfassungsschutz steht eine Kurskorrektur an. Das Amt hatte wegen nachlässigen Umgangs mit Akten aus den Untersuchungen gegen die NSU-Terrorgruppe Vertrauen. Das Amt müsse "auf den richtigen Kurs gebracht werden", sagte der neue Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen bei seiner Amtseinführung.

Experten abziehen

Gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ( CSU ) kündigte er weitreichende Reformen an. Der Bundesdienst soll enger mit den Landesbehörden kooperieren. Der Geheimdienst soll transparenter werden, gegenüber dem Parlament wie auch gegenüber der Öffentlichkeit. Zudem sollen beim Umgang mit Akten und Daten, aber auch mit V-Leuten, keine Fehler mehr passieren.

Maaßen will dafür aus seinen Abteilungen Experten für eine Stabsstelle abziehen, die sich Gedanken über Verbesserungen machen und diese dann in Auftrag geben sollen. "Eine Stabsstelle kann auch mit einem geringen Personalaufwand betrieben werden", sagte der 49-Jährige.

Maaßen war bisher Unterabteilungsleiter Terrorismusbekämpfung im Bundesinnenministerium. Minister Friedrich ernannte ihn am 1. August zum Nachfolger von Heinz Fromm, der sein Amt wegen der umstrittenen Vernichtung von Akten aufgegeben hatte.