Linkspartei : Katja Kipping, die freundliche Strategin

Die neue Chefin der Linke will nach dem Personalstreit ihrer Partei endlich wieder Themen setzen. Dafür spitzt sie auch gern mal zu. Von Lisa Caspari, Schönberg

Eben noch ist die neun Monate alte Tochter von Katja Kipping am "Badeteich", einem Naturfreibad im beschaulichen Schönberg, durchs Gras gewetzt, aber jetzt ist das Kleinkind weinerlich. Kipping muss das Erwachsenen-Gespräch unterbrechen: "Wir gehen mal spazieren", sagt sie zu ihrer Tochter und schnallt sich die Kleine um.

Die Zeit drängt mal wieder: In einer halben Stunde schon soll die Diskussion mit den örtlichen Linkspartei-Funktionären in der "Piratenklause", der spartanisch eingerichteten Schwimmbad-Kneipe, beginnen. Es ist diese Doppelbelastung als Mutter und Parteichefin, vor der Kipping sich nach eigener Aussage gefürchtet hat.

Wenig später ist Kipping also wieder da, um zur Begrüßung alle Hände zu schütteln und einen kurzen, selbstbewussten Vortrag über die Situation der Linkspartei nach dem turbulenten Parteitag von Göttingen zu halten. Ihre Tochter schläft derweil draußen im Schatten, bewacht von einer Mitarbeiterin ihrer Mutter. Drinnen sagt die: "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Linke wieder an gesellschaftlichen Debatten teilnimmt."

Sie profitierte vom Streit der Alpha-Männchen

Katja Kipping, 34 Jahre alt, Berufspolitikerin seit dem 22. Lebensjahr, stets karminrot gefärbte Haare und Ex-PDS-Landtagsabgeordnete aus Dresden , ist seit gut drei Monaten Parteivorsitzende. Sie hat die Aufgabe, die zerstrittenen Linken zu einen und in eine halbwegs erfolgreiche Bundestagswahl zu führen. Das wird schwierig: Seit 2011 hat die Partei bei vier Landtagswahlen die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft, im Bund steht sie bei 6 bis 7 Prozent, wesentlich schlechter als noch 2009.

Dabei hätte die Linke doch eigentlich profitieren müssen von der allgemeinen Kritik an den Finanzmärkten und dem entfesselten Kapitalismus in der weltweiten Finanzkrise. Doch der Riss in der Partei, die Gräben zwischen dem westdeutschen Gewerkschaftler-Lager und den ostdeutschen ehemaligen PDS-Anhängern, scheinen unüberwindbar groß. Das hat vor allem mit der erbitterten Feindschaft der Lager-Leitwölfe Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch zu tun.

Kurz vor der Neuwahl der beiden Linken-Vorsitzenden in Göttingen im Juni eskalierte der Streit. Kipping, damals eine von vier stellvertretenden Parteivorsitzenden, schlug einen "dritten Weg" vor : Junge Frauen an die Parteispitze, die möglichst unabhängig von den Flügeln sind, zuhören können und zwischen den unterschiedlichen Biografien in der Partei vermitteln.

Schon immer "clever im Taktieren" gewesen

Im Grunde war das eine Eigenbewerbung. Nur die Dresdnerin, so die allgemeine Meinung in der Partei, war vorzeigbar genug für das hohe Amt. Am Ende fuhr Kipping aus Göttingen als Vorsitzende nach Hause. Die Sache habe eine Eigendynamik entwickelt, erzählt sie heute. Kurz nach der Wahl sei ihr dann doch etwas "bange" gewesen, "was man sich da so aufhalst."

Lisa Caspari

Lisa Caspari ist Redakteurin im Ressort Politik bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Ein wenig anders hat so mancher Parteiinsider die Geschichte in Erinnerung. "Clever im Taktieren" sei "Katja" schon immer gewesen, heißt es da zum Beispiel – nicht ohne Anerkennung: Kipping habe schon sehr genau gewusst, wie man "so tricksen muss", um auf dem chaotischen Wahlparteitag genügend Anhänger hinter sich zu haben.

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Kommentare

64 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Man glaubte schon halbwegs, hier einen "objektiven" Artikel...

...vorliegen zu haben, doch im allerletzten Abschnitt wird deutlich, wie schwer es der Redakteurin gefallen sein muss, sich politisch neutral auf eine Berichterstatter-Rolle zu beschränken. Zitat: "Bisher halten sich die Lafontaines, Bartschs und Gysis mit nervigen Ratschlägen zurück, sie wollen den fragilen Frieden in der Partei nicht stören."

Frau Caspari - mit dem Gespann Lafontaine-Gysi punktete die Partei der Linken recht erfolgreich auf Bundesebene. Und wissen Sie auch warum? Weil das, was sie mit "nerven" umschreiben, sich deutlich von dem abhob, was Schäuble und Merkel so von sich geben.

Merkel etwa zum Thema Griechenland am 21.07.2012: "Was wir in diesen Zeiten aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück". Was bei den einen nur noch Kopfschmerzen auslöst, erzeugt bei anderen eben nachdenkliche Zustimmung. Das mit dem "Nerven" ist so eine Sache - und sehr individuell...

Das ist das Schöne an Artikeln über die Linke

Man kann sich die Salzstangen holen und verfolgen, wie die geifernden Forumsteilnehmer von den Linken den Rumpelstielzchen geben und sich nach dem "Neuen Deutschland" sehnen.
Vielleicht sollten Sie die Foren der ZEIT verschonen und sich eine Domain neues-deutschland.de sichern? Dann könnte man bei Lust oder Bedarf gezielt diese Alt-Gewerkschafter/Rentner-Domain aufsuchen. Und außerhalb dieser Domain könnten Sie dann den Jounalisten ihre Meinuing gönnen.

Re: Zurücklehnen und Salzstangen

Verwechseln Sie da nicht etwas? Zurücklehnen und Salzstangen bekommt den Linken derzeit vermutlich wesentlich besser. Das XXL-Problem mit dem Sozialismus (allerdings nur für Banken, Industrielle und Großaktionäre) haben Sie sich ganz allein - vielleicht durch blinde Gefolgsam- und Leichtgläubigkeit eingebrockt. Dies endlich zu erkennen wäre ein großer Fortschritt.

Neues Deutschland? Da haben Sie durchaus Recht.

Ich sehne mich nach einem neuen Deutschland. Ein Deutschland, in dem Menschen nicht für 4,24€ bei Kik arbeiten müssen. Ein Deutschland, in dem sich jeder ein ordentliches Paar Schuhe leisten kann, selbst wenn er alleinerziehend mit zwei Kindern ist.
Ich sehne mich nach einem neuen Deutschland, in dem nicht 8 Millionen Menschen teilwiese trotz Arbeit von staatlichen Zuschüssen abhängig sind, sondern durch Umverteilung auch diese acht Millionen durch die Ausgaben anderer auch arbeiten gehen können. Ich sehne mich nach einem Deutschland, in dem nicht mehr über Politiker als Personen, sondern über Inhalte der Parteien gesprochen wird.

Mein Leben habe ich noch vor mir. Ich möchte es nicht in einem Land verbringen, das mir Frau Merkel verspricht. Ich möchte also nicht in einem Land leben, in dem meine grundsätzliche Gesundheits- und Altersvorsorge von meinem Einkommen abhängt. Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem ich zwar in ein Krankenhaus gehen kann, aber bei der Einweisung mit einem Preisschildchen versehen werde. Ich möchte nicht in einem Land leben, das Bildung als einzige Ressource vernachlässigt und die Intelligenten den privaten Bildungseinrichtungen in die Arme treibt, während die Normalen und Dummen ohne Herausforderung und Förderung zurückbleiben.

Das ist das merkelsche Deutschland der "mehr Eigenverantwortung" und der "marktkonformen Demokratie".Nein,Danke!

Uns jetzt lassen sie sich die Stangerl schmecken!

@ freilig16

Also ganz ehrlich: Ich brauche die Linke NICHT mehr denn je. Ich verdiene zwar bei weitem keine 500 k€ im Jahr aber zahle dennoch massenhaft Steuern und Abgaben. Und das soll noch ansteigen?? Wo der Staat doch soviel Steuern einnimmt wie nie zuvor? Nein danke!
Ausserdem lehne ich es ab, wenn mir ein Politiker vorschreiben will, bei welchem Einkommen meine Lebensqualität zu beginnen und zu enden hat. Die Zeiten haben wir doch hoffentlich hinter uns, dachte ich jedenfalls...

Du hast das Parteiprogramm nicht verstanden

Das Parteiprogramm sieht mittelfristig eine radikale Umverteilung an. Allerdings endlich mal anders. Denn seit Schröder wird nur noch von unten nach oben umverteilt. Die Linke will das rückgängig machen. Und zwar nicht, indem sie die Steuern für kleine und mittlere Unternehmen und Einkommen erhöht, sondern indem sie die Steuern für extreme Einkommen kräftig anschraubt. Wir haben in Deutschland halt nun mal mit die geringsten Reichensteuern.

Aber der Deutsche ist echt unglaublich. Er hat so viel Angst vor einer linken Partei, die ihn laut unwahren Schreckensberichten bevormunden würde. Er nimmt stattdessen immer höhere Lebenshaltungskosten, immer höhere Mieten, immer höhere Arbeitszeiten, immer weniger Urlaub und immer weniger Gehalt in Kauf.

Die Deutschen wollen es echt nicht anders. Aber hinterher wird wieder tränenreich über "die da oben" gejammert. Aber mal den Mut aufzubringen und was Neues auszuprobieren, dazu ist er dann wieder zu faul.

Woran das liegt? Weiß der Teufel. Vermutlich wurden sie nirgendwo so sehr zu Untertanen erzogen wie hier.

Ohne Links-Rechts

a) "Ausserdem lehne ich es ab, wenn mir ein Politiker vorschreiben will, bei welchem Einkommen meine Lebensqualität zu beginnen und zu enden hat."

Dass Ihnen aber genau das gleiche die Wirtschaft vorschreibt, finden Sie gut, nur weil Sie GLAUBEN, potentieller Gewinnler sein zu können? Glauben Sie ein einziger Arbeitnehmer ist gleichberechtigter Verhandlungspartner bei der Lohnverhandlung? Sehen Sie sich die Reallohnentwicklung der letzten 10 Jahre an:

Mantra: "Im Namen des Wirtschaftswachstums sollte Zurückhaltung bei den Lohnverhandlungen geübt werden!"

b) "Die Zeiten haben wir doch hoffentlich hinter uns, dachte ich jedenfalls..."

Dachte ich auch, denn vor 200 Jahren nannte man das, was heute die Martwirtschaft treibt schlicht Feudalismus. Und diesen Geist will ich ebensowenig, wie ich mir die DDR-Wirtschaft wünsche.

(Wikipedia, [...] sitzplatzaus)
"Eine idealtypische feudale Gesellschaft kann durch folgende Merkmale beschrieben werden: Die Produktion war stark von der Naturalwirtschaft [Großindustrie und dem Bankenwesen] geprägt. Der überwiegende Teil der Bevölkerung bestand aus Bauern [Arbeitnehmern]. Sie waren aber nicht Eigentümer des von ihnen bestellten Landes [der Produktionsanlagen]. Dieses Land [Produktionskapital] war Eigentum des Grundherrn [des Großunternehmens, der Banken]. Die Bauern [Arbeitnehmer] befanden sich im Zustand der Hörigkeit, sie waren also persönlich abhängig vom Grundherrn [von der Wirtschaft] und unfrei."

Andere Zeit, selber Geist!

Gläubigkeit ohne Religion?

Wer sehr die LINKE gebraucht wird, zeigen Überzeugungen wie die, dass Marktwirtschaft bedeutet, jeder nimmt sich, was er kann. Wie das aussieht, kann man in Afrika gut sehen.
Deutschland ist nach dem Krieg aufgeblüht, weil ein innerer gesellschaftlicher Konsens zur Kooperation bestand, nicht der Konkurrenz. Die von allen Parteien propagierte Doktrin des Wirtschaftswachstums koste es was es wolle, wird doch nur von der LINKEn durchbrochen.
Gab es schon mal eine Zeit, in der es so viele Ratgeber zum Sinn des Lebens gibt? Was ist eine Gesellschaft noch wert, wenn die Kränkesten (Mängel an Verbundenheit und sozialer Integrität mit völlig sinnlosen materiellen Lebensdekorationen auszugleichen wollen, ist krank) zu Entscheidern und Idolen gemacht wurden? Es gibt keine rationale Erklärung, warum man die siebente Null auf seinem Konto haben muss. Für mich ist das sogar ein Indiz, dass einem Vorstand der Sinn für die Ratio völlig abhanden gekommen ist...

Die Linke braucht es wirklich nicht

Dass Sahra Wagenknecht eine Marxistin auf hohem intellektuellen Niveau ist, deren Gedankengänge nicht immer völlig abwegig sind, adelt eine Nachfoltgepartei der unseligen SED noch lange nicht. Die Menschen haben ein kurzes Gedächtnis. So hat man bereits vergessen, dass diese Vorgängerpartei den Machtapparat eines totalitären Staates ausmachte, der seine eigenen Bürger bespitzelte, sich einmauerte, die Umwelt ruinierte und die eigene Wirtschaft auch noch selbst ad absurdum führte. Das Modell "Sozialismus" funktioniert nur eine gewisse Zeitlang unter Anwendung realer Gewalt.

soviele Steuereinnahmen

Ja mei,
die Wirtschaft wächst und wächst, da ist es ganz natürlich, dass die Steuereinnahmen mitwachsen. Schon mal drüber nachgedacht?

Oder verdient heute noch jemand 400 Mark wie 1950?

Oh, ja. Das tun die Leute sogar!!!

Deswegen leben 8 Millionen Menschen von Staatshilfen. Und damit kommen wir zu einem anderen Punkt: Die Staatsausgaben! Denn warum sind die Steuereinnahmen nicht ausreichend? Weil die Ausgaben so hoch sind. Und wo wollen sie kürzen? In der Gesundheit? In der Bildung? und wie sollen das Menschen bezahlen, die trotz 40-Stundenwoche (oder mehr) nicht auf mehr als 1000 Euro netto kommen???

Ach ja... man könnte aufhören, den risikofreudigen Investoren das Geld in den Rachen zu werfen. Das würde die Ausgaben unheimlich senken. Aber nein. Das ist ja Sozialismus und Marxismus. *ironie an* So wie in Island. Der marxistische Paradestaat schlechthin! *ironie aus*

Da frage ich mich, wieso der IWF(!!!) die lobt....

http://www.businessweek.c...

Es gibt schon noch Unterschiede

Selbstverständlich sind die etablierten Parteien auch nicht über alle Zweifel erhaben. Wenn ich aber die Wahl zwischen einem kleinen und einen grossen Übel habe, wähle ich das kleine. Wenn das aus meiner Sicht grosse Übel, die SED, nach der Meeinung der damaligen Bürger und Bürgerinnen der DDR das kleine Übel gewesen wäre, hätte der damalige Westen keine Anziehungskraft ausgeübt. Nun kann man sagen, tempi passati, über zwanzig Jahre her. Natürlich. Aber der Kern einer politischen Idee ändert sich nie. Der grosse Irrtum von Karl Marx war, dass das herrschende politische System den Menschen ändern kann, soll und muss. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Marx'sche Idee basierte auf dem Prinzip der Diktatur einer Kaderpartei. In Freiheit kann sich das System des Sozialismus gar nicht entwickeln. Die Natur des Menschen verhindert das.

@mskow: Doktin des Wirtschaftswachstums ??????

Auch die SED, deren Nachfolgeorganisation die LINKE ist, hatte die Doktrin des Wirtschaftswachstums verinnerlicht.
Die ständigen unerfüllbaren Fünfjahrespläne waren immer auf Wachstum angelegt, mit dem Ziel, allen Menschen im Staate einen so hohen Lebensstandard zu sichern, der sie nicht daran denken ließ, in den Westen zu fliehen (!!!!).
Wegen der Unfähigkeit der Akteure ist das Projekt gescheitert. Ursache: Wer nicht klar denken kann bei der Zielsetzung, der scheitert doppelt bei Durchführung, nämlich 1. wegen der unerreichbaren Ziele und 2.eben wegen des fehlenden Verstands.
Die Kosten des gescheiterten Experiments waren außerordentlich hoch.
Meine Ausflüge in die DDR vor und kurz nach der Auflösung führten mich durch Ruinenlandschaften. Zerfall allerorten anstelle von Erhaltung und Aufbau
Die Ausschaltung der frei denkenden geistigen Elite machte die DDR zum Armenhaus, das nur im Vergleich mit noch Ärmeren weiter im Osten punkten konnte

Die Versprechungen der LINKEN kosten soviel Geld, das man auch mit einer Enteignung der "Reichen" nicht herbeischaffen könnte.Deren Sachwerte müßte man ja erst auf dem Weltmarkt an die Ölscheichs und Heuschrecken verkaufen.
Wirtschaftswachstum in ungahntem Ausmaß müßte in den nächsten 5-Jahresplänen stehen. Die aber könnten nicht erfüllt werden, weil die Politiker dazu die Köpfe und das Kapital der gerade erst Getretenen benötigten.
Schnelles Mundwerk ersetzt nicht Weisheit, führt aber, wie gewünscht, zu einem hochbezahlten Politjob

Geschichtsunterricht

Die CDU/CSU gilt als Nachfolgepartei des Zentrums, das wiederum Hitler zugelassen hat. Und die Zentrumspartei ist mit ihrer Politik bekanntlichermaßen krachend gescheitert.

Ansonsten dürfen sie gerne mal die Verhältnisse in der DDR mit den Verhältnissen der BRD vergleichen. Und zwar: Aussenhandelsbilanz, pro-Kopf-Verschuldung usw.
Und dann sagen Sie mir bitte nochmal, ob die DDR systembedingt pleite war oder nicht.

Nur mal ein Beispiel: Die Werft Rostock hat im Jahr 12 Schiffe gebaut. 1 durfte die DDR behalten, 1 durften sie in den Westen verkaufen und 10 gingen an die UdSSR. Gleichzeitig gab es in Westdeutschland 10 Jahre keine Armee zu finanzieren und bis in die 90er Jahre blieb die Armee auch eher mau, was die Kosten im Vergleich angeht. Denn den Schutz der Landes übernahmen die Alliierten. Gleichzeitig wurde Geld hineingepumpt.

Zu ihren verfallenen Häusern: Haben da überhaupt Leute drin gewohnt?

Gechichtsunterricht 2

Nun, Geschichtunterricht war nie mein Lieblingsfach gewesen.
Aber ich lernte 1960 (10te Klasse) was man es heute auf Wikipedia nachlesen:
Der vorletzte vom Zentrum gestellte Reichskanler Brüning verbot am 13. April 1932 die nationalsozialistischen Organisationen SA und SS und wollte aufgrund der Boxheimer Dokumente die NSDAP als staatsfeindlich verbieten.
Bevor die Zentrumspartei ein solches Verbot durchsetzen konnte, wurde Brüning allerdings von Reichspräsident Hindenburg entlassen und durch Franz von Papen (auch Zentrum) ersetzt.
Auch von Papen, also der letzte vom Zentrum gestellte Reichskanzler, war ein erklärter Gegner des (National)Sozialistischen Pöbels.

Hindenburg war es, der Hitler zum Reichskanzler ernannte.
Nachdem Hindenburg die Karre voll in den Dreck gefahren hatte, stimmte auch die Zentrumspartei dem Ermächtigungsgesetz zu, in der Hoffnung, dass das Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten das Schlimmste verhindern würde. Das war aber ein Trugschluß.
So begann, mit mehrheitlich glückseligem Volk die übelste Tyrranei, die die Anständigen unter den Deutschen je ertragen mußten.
Der Zentrumspartei kann man keine Schuld an dem Elend in die Schuhe schieben .
Alleinschuldig an der Machtergreifung Hitlers ist das Deutsche Volk selbst und die dzu gehörenden Vertreter der Deutschen Industrie, die sich Nichts sehnlicher wünschten, als eben diesem Vollidioten Hitler und seinen geistegestörten Gefolgsleuten das Schicksal des ganzen Staates zu überantworten.

Welche frei denkende Elite heute?

Das philosophische Quartett wurde abgewickelt. Wissenschaftler und wahre Freidenker werden ignoriert und durch Oberflächlichkeit einer alles dominierenden Wirtschaftselite, die mit Freigeist genauso viel zu tun hat, wie die armen Würstchen, die in Vegas ihre letzten Mücken verspielen. Monopolie ist nur als Brettspiel gut, damit man auch mal ins Bett kann.

Und die DDR als Argument zu liefern - damit machen Sie es sich zu leicht. Lassen Sie sich nicht von den Hochglanzfassaden täuschen. Schauen Sie lieber mal in die Gesichter der Mitarbeiter - die sehen genauso zerknittert aus, wie in der DDR. WARUM?
Wenn die DDR die Möglichkeit gehabt hätte, so viele Schulden zu machen wie die BRD heute (der meiste Teil ging dabei nicht für eine nachhaltige Wiedervereinigung drauf, sondern für die Sanierung der Eliten), dann ... Aber Geschichte erleben wir nur einmal und deshalb werden sich Leute wie Sie immer im Recht fühlen. Viel Spaß beim Recht haben.

Polarisierung

Beim zunehmenden Wegfall der sozialen Marktwirtschaft polarisiert die Linke, dass ist notwendig!Die SPD hat ein Vakuum geschaffen. Lafontaine ist nicht umsonst damals zurückgetreten... Und wenn die Linke immer noch an Ihrer Vergangenheit gemessen wird, ist dies mittlerweile eine abgedroschene "Verschwörungstheorie" (man beachte die ""!)