Kundus-AffäreBundeswehr-Oberst Klein soll General werden

2009 hat Oberst Klein den entscheidenden Befehl in der Kundus-Affäre gegeben. Nun soll er in einem neuen Bundeswehr-Amt Abteilungsleiter werden – und damit General. von dpa

Der Bundeswehr-Oberst Georg Klein soll Regierungskreisen zufolge zum General befördert werden. Der 51-Jährige soll Abteilungsleiter im neuen Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr werden, was dann später die Ernennung zum General mit sich bringt.

Klein war durch die Kundus-Affäre vor drei Jahren bekannt geworden. Damals hatte er in Afghanistan den Befehl zur Bombardierung von zwei Tanklastzügen in der Nähe von Kundus gegeben. Dabei kamen im September 2009 mehr als 100 Menschen ums Leben.

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Wegen des Luftangriffs hatten auch die Bundeswehr und die Staatsanwaltschaft gegen Klein ermittelt. Das Verfahren der Ankläger in Karlsruhe wurde jedoch eingestellt. Auch die Bundeswehr verzichtete nach mehrmonatiger Prüfung darauf, gegen Klein ein Disziplinarverfahren einzuleiten.

Wie ein Brigadegeneral bezahlt

Derzeit ist Klein Vizechef der Stammdienststelle der Bundeswehr, die für die Personalführung von Unteroffizieren und Mannschaft zuständig ist. Diese Stelle soll im Laufe des Jahres mit dem Personalamt der Bundeswehr zusammengelegt werden, das sich um Offiziere kümmert. Das neue Bundesamt mit Sitz in Köln wird dann auch für Zivilbeschäftigte zuständig sein.

Auf dem neuen Posten, den er vermutlich im Frühjahr 2013 übernimmt, wird Klein wie ein Brigadegeneral bezahlt. Die Ernennung zum General wird vermutlich gegen Ende nächsten Jahres erfolgen. Die Bundeswehr hat derzeit etwa 200 Generäle.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vorwürfe und Anschuldigungen. Danke. Die Redaktion/sh

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    • Afa81
    • 08. August 2012 12:34 Uhr

    ...wäre es auch nicht anders.
    Klein hat sich bei den US Piloten mehrfach erkundigt und diese haben ihm mehrfach bestätigt, dass keine Zivilisten in der Nähe sind.
    Klein hat eine Bombe mit geringerer Sprengkraft gewählt, als es die Piloten vorgeschlagen hatten.
    Und Klein hat in einer bedrängten Situation handeln müssen.

    Wir hier trotz Alzheimer geurteilt? Leute, so lange ist das doch noch nicht her.

    - bei gleichem Sachverhalt - 100 tote amerikanische Zivilisten einen großen Unterschied zu 100 toten afghanischen Zivilisten bedeuten würden. Aber egal, ist ja eh hypothetisch.

    Ich glaube auch nicht, das irgend jemand hier Oberst Klein leichtfertiges Handeln vorwirft. Allerdings halte ich Ihre "Entschuldigungsgründe" für die toten Zivilisten nicht für überzeugend.

    Wo war in jener Nacht eine "bedrängte Situation"? Die 2 geklauten Tankfahrzeuge standen in einem Flussbett, umgeben von Menschen. Weit und breit kein NATO-Soldat, der in unmittelbarer Gefahr war.

    Der Hinweis auf die "kleine Bombe" ist wohl eher ironisch gemeint. Ob 2 mit Treibstoff gefüllte Tanklastzüge mit kleinen oder großen Bomben in die Luft gejagt werden, spielt wirklich keine Rolle für die Wirkung der Explosionen.

    Zur Lagebeurteilung von Oberst Klein:
    Er hat seine Entscheidung aufgrund von Luftaufnahmen getroffen. Das war ganz offensichtlich ein fataler Fehler. Es ist verständlich, das Soldaten kein unnötiges Risiko eingehen wollen. Darum hat er auch nicht nach alter Väter Sitte das getan, was in früheren deutschen Armeen gang und gäbe gewesen ist: Marschbefehl zur Lageerkundung per Erkundstrupp vom nicht allzu weit entfernten eigenen Lager.
    Ich kann sein Nichterkunden zwar verstehen, aber er hat in jener Nacht die gleichen Nachtsichtaufnahmen gesehen wie die Piloten - da kann man sich anschließend nicht hinter den Piloten verstecken, wenn es schiefgegangen ist.

    • dylan51
    • 08. August 2012 12:09 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk

    • joG
    • 08. August 2012 12:10 Uhr

    ...verdient. Oder wurde der Oberst, der in Saigon(?) für den Trupp verantwortlich war nach kurzer Zeit befördert zum General?

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    • Afa81
    • 08. August 2012 12:34 Uhr

    ...Frechheit, aber das wissen Sie.

    • kael
    • 08. August 2012 14:08 Uhr

    1. der Vergleich ist ebenso hirnrissig wie widerlich
    2. der "General" in Mi Lai war Leutnant

  2. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk

    • Ewok
    • 08. August 2012 12:15 Uhr

    Oberst Klein ist nichts vorzuwerfen. Warum ihn also nicht befördern, wenn er nach Meinung der Bundeswehr die Voraussetzungen für einen General mitbringt?

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    • dylan51
    • 08. August 2012 12:22 Uhr

    "Durch den Angriff wurden nach NATO-Einschätzung bis zu 142 Menschen, darunter auch Kinder, getötet oder verletzt, was die bisher mit Abstand größte Zahl von Opfern durch einen Einsatz sowohl in der Geschichte der Bundeswehr und als auch durch andere Kräfte der ISAF bedeutet."

    Entfernt. Verzichten Sie auf unterstellende Äußerungen. Die Redaktion/mak

  3. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachlich argumentierte Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

  4. 7. [...]

    Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich und achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk

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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    • dylan51
    • 08. August 2012 12:22 Uhr

    "Durch den Angriff wurden nach NATO-Einschätzung bis zu 142 Menschen, darunter auch Kinder, getötet oder verletzt, was die bisher mit Abstand größte Zahl von Opfern durch einen Einsatz sowohl in der Geschichte der Bundeswehr und als auch durch andere Kräfte der ISAF bedeutet."

    Antwort auf "Warum nicht"
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    • dylan51
    • 08. August 2012 12:25 Uhr

    Wikipedia

    • Ewok
    • 08. August 2012 12:34 Uhr

    "Durch den Angriff wurden nach NATO-Einschätzung bis zu 142 Menschen, darunter auch Kinder, getötet oder verletzt, was die bisher mit Abstand größte Zahl von Opfern durch einen Einsatz sowohl in der Geschichte der Bundeswehr und als auch durch andere Kräfte der ISAF bedeutet." - von dylan51 zitiert

    Das ist mir durchaus bekannt, aber aus militärischer Sicht hat er sich nunmal nichts vorzuwerfen. Die gekaperten Tanklaster hätten zu einer erheblichen Bedrohung für die NATO-Truppen werden können. Die Menschenansammlung dort war höchstwahrscheinlich eine Mischung aus bewaffneten feindlichen Kämpfern und Zivilisten, die leider von den Taliban dorthin gelockt worden waren. Hätten die Taliban die Laster als fahrende Bomben nutzen können wären ggf. noch mehr Zivilisten und auch westliche Soldaten umgekommen.

    Wie er eventuell persönlich damit klar kommt ist eine ganz andere Geschichte, die aber für die Bundeswehr nicht relevant ist solange er diensttauglich ist.

    Im Krieg müssen schwierige Entscheidungen mit teils schrecklichen Folgen getroffen werden, Oberst Klein hat dies getan und seine Vorgesetzten sind der Meinung dass er sich dabei nicht falsch verhalten hat, die deutschen Gerichte ebensowenig. Daher steht einer Beförderung aus meiner Sicht nichts im Wege.

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Georg Klein | Personalführung | Staatsanwaltschaft | Afghanistan | Karlsruhe | Kundus
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