EU-Kommissar Günther Oettinger hält einen Wechsel von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ein europäisches Spitzenamt für möglich. "Es wird der Zeitpunkt kommen, wo der nächste Karriereschritt eines Regierungschefs eines großen Mitgliedslandes Brüssel ist", sagte Oettinger der ZEIT .

Auf die Frage, ob es vorstellbar sei, dass Merkel Rats- oder Kommissionspräsidentin der Europäischen Union werde, antwortete der CDU-Politiker: "Erst einmal hat sich die Kanzlerin entschieden, dass sie Kanzlerin bleiben möchte. Aber ich schließe nicht aus, dass sich im Laufe des Jahrzehnts für sie die Frage nach einer hauptberuflichen Tätigkeit in Brüssel stellt."

Zugleich kritisierte der deutsche EU-Kommissar die mangelnde Präsenz deutscher Regierungsmitglieder in Brüssel. "Ich würde mir wünschen, dass die deutschen Minister mehr Arbeitstage in Brüssel verbringen würden", sagte Oettinger. Dabei nahm er Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ausdrücklich von der Kritik aus.

Die Kanzlerin hatte den früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger 2010 als EU-Kommissar für Energie nach Brüssel geschickt .