Die Piraten wollen nach den Worten ihres Parteichefs Bernd Schlömer in etwa zwei Jahren regierungsfähig sein . Schlömer sagte der Leipziger Volkszeitung , auf Landesebene könne dies vielleicht "auch schon nach der Niedersachsenwahl " im Januar 2013 der Fall sein. Auf Bundesebene komme "auch Angela Merkel als mögliche Koalitionspartnerin in Frage", sofern die CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Ziele der Piraten teile.

Zweifel an der Tragfähigkeit einer vertraglichen politischen Koalitionsvereinbarung mit den Piraten bräuchte man nicht zu haben. "Wenn man einen Vertrag eingeht, dann hat man sich auch daran zu halten", so Schlömer. Bei manchen Positionen seien die Piraten allerdings nicht kompromissbereit: "Mit einer Partei, die zum Beispiel für die Vorratsdatenspeicherung eintritt, ist keinerlei Koalition oder Zusammenarbeit denkbar", sagte Schlömer.

Ziel der Piraten, so Schlömer weiter, sei es auch, sich überflüssig zu machen. "Wenn ein Staat sich auf Daseinsvorsorge beschränkt, wenn Menschen frei und selbstbestimmt leben können, wenn der Egoismus nicht das Gesellschaftsziel ist, dann sind die Piraten überflüssig." Bis dahin arbeiteten die Piraten aber an dem Ziel, "digitale Volkspartei" zu sein. Dazu brauche man aber neben der virtuellen Meinungsbildung im Netz auch den persönlichen Austausch außerhalb der digitalen Welt.

Wahlprogramm bis spätestens April 2013

Inhaltlich wollten die Piraten spätestens im April 2013 soweit sein, keine Antwort mehr schuldig bleiben zu müssen. "Wir haben nach dem November- Parteitag im Februar einen Reserveparteitag geplant." Das entspräche auch voll dem angedachten Zeitplan zur Erstellung eines umfassenden Parteiprogramms. "Dann gibt es ein Wahlprogramm und der Wähler kann dann entscheiden, ob er die Piraten wählen will oder auch nicht."

In einem Interview mit ZEIT ONLINE hatte Schlömer zuvor gesagt, dass seine Partei weiterhin ein Problem mit rechtsradikalen Äußerungen von Mitgliedern habe. Diese seien "keine Einzelfälle", die Piraten seien aber dabei, "alle faulen Eier zu identifizieren". Er selbst wolle diesem Problem "offensiv" begegnen.