Spitzenkandidaten-Streit : Altkanzler Schröder wirbt für Trittin

In den Auswahlkampf der grünen Spitzenkandidaten mischt sich jetzt auch Gerhard Schröder ein. Er will seinen einstigen politischen Wegbegleiter Trittin vorn sehen.
Der Grünen Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin © Sean Gallup/Getty Images

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Jürgen Trittin als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl empfohlen. "Wenn die Grünen klug sind, machen sie Trittin zum Spitzenkandidaten", sagte Schröder der tageszeitung (taz). Trittin habe sich einen "staatsmännischen Habitus erarbeitet", sagte Schröder. Seine Europapolitik zeichne sich durch eine staatstragende Haltung aus. "Das halte ich für sinnvoll: Wer regieren will, darf keine Fundamentalopposition machen", sagte Schröder. Die Menschen nähmen dem Fraktionsvorsitzenden seine Ernsthaftigkeit ab.

Trittin war zweimal unter Schröder Minister: von 1990 bis 1994 in Niedersachsen für Bundes- und Europaangelegenheiten und von 1998 bis 2005 Bundesumweltminister.

Die Grünen wollen bis 9. November per Urwahl ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmen. Bis dahin solle die Auszählung abgeschlossen sein, geht aus einem Antrag des Parteivorstands hervor, der am Freitag im Internet veröffentlicht wurde. Bisher haben sechs Politiker ihre Kandidatur angekündigt: die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth , Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt sowie zwei weitgehend unbekannte Parteimitglieder.

Weitere Kandidaten möglich

Noch bis zum 16. September können sich Kandidaten bewerben. In Regionalkonferenzen sollen sich die Mitglieder ein Bild von den Bewerbern machen.

Die Grünen wollen auf ihrem Sonderländerrat am 2. September zudem inhaltliche Akzente setzen. Mit einem "Sofortprogramm 'Energiewende jetzt'" will sich die Partei auf ihrem traditionellen Feld als Alternative zur Bundesregierung empfehlen. Auf die Skandale um den Verfassungsschutz wollen die Grünen mit einer grundsätzlichen Bewertung der Aufgaben und Aktionen des Geheimdienstes reagieren. Ein Vorstandsantrag sieht eine Kosten-Nutzen-Analyse der V-Leute-Praxis sowie die Abschaffung des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) vor.

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Kommentare

55 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Olaf Scholz und Trittin...

vom fundamental Linken zum Bilderberger Liebling!

Ich bitte auch mal den Zeit Redakteur um Stellungnahme warum der Jürgen Trittin zu den Bilderbergern eingeladen hat!?!?!

Zum Thema: Der eine sieht es wohl als Ehre, die breite Masse macht sich jetzt gedanken und kriegt Angst.

Gerhard Schröder steht für Eurokrise-Verursacher (Eichel hat ganz schön dran gearbeitet) und Hartz4.

Göhring-Eckardt hat sich in den letzten Tagen auch ganz schön blamiert mit den Interviews bei "Die Welt".

Wir können von Glück sprechen wenn die Grünen 4 weitere Jahre in die Opposition und nahe der 5% Prozent Hürde kommt.

Rot-Grün I

Die Reformen die die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder auf den Weg brachte, waren unabdingbar. Das Gelingen geht soweit, dass die heutige Regierung unter Merkel einfach alles aussitzen kann, weil die Reformen von Rot-Grün greifen.

Die rot-grüne Regierung hat in mehreren Bereichen große Reformen auf den Weg gebracht, die Reform des Staatsbürgerrechts, Hartz IV, Dosenpfand, Ausstieg aus der Kernenergie, Schröder stand für den Ausbau der deutsch-französischen Freundschaft, er stand ein für die europäische Integration, Schröder war nicht bereit deutsche Soldaten in den Irak-Krieg zu schicken.

Zudem wurde damals eine Reform der gleichgeschlechtlichen Ehe von der Union verhindert, heute, ein Jahr vor den Bundestagswahlen entdecken die Konservativen die Homosexuellen als Wähler und wollen nun eine Reform durchpeitschen.

Was hat denn die CDU-FDP Regierung bisher geschafft?
Mal abgesehen von der Absenkung der MwSt. für Hotels?

Den Atomausstieg haben sie erst rückgängig gemacht, dann haben sie den Atomausstieg wieder beschlossen, weil sie Angst vor dem Erstarken der Grünen haben. Ansonsten sehe ich wirklich nichts, aber auch gar nichts, was die heutige Regierung an Reformen auf den Weg gebracht hätte.
Wie unqualifiziert diese Regierung ist sieht man vor allem an Ministerin Schröder, Westerwelle, Rössler, Altmeier, Schavan, Merkel und Verkehrsminister Ramsauer, der eine massive Mitschuld daran hat das die Kosten des Berliner Flughafens aus dem Ruder laufen.

LMFAO

"Die rot-grüne Regierung hat in mehreren Bereichen große Reformen auf den Weg gebracht, die Reform des Staatsbürgerrechts, Hartz IV, Dosenpfand, Ausstieg aus der Kernenergie, Schröder stand für den Ausbau der deutsch-französischen Freundschaft, er stand ein für die europäische Integration, Schröder war nicht bereit deutsche Soldaten in den Irak-Krieg zu schicken."

[...]

Hartz4 - ist das schlechteste ausgearbeitete Gesetz in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen und ein Fressen für die Juristen und Soziologenlobby.

Ausstieg aus der Atomenergie - heisst das die Verschandelung von Landschaften, Aufbau riesiger Speicherkraftwerke (die auch wahnsinnig viel Land beanspruchen und E10? Viel Spass finden auch die gut die nicht in der Nähe wohnen und keine Tiere sind.

Deutsch - Französische Freundschaft? Brauch ich nicht! Wir haben uns bisher nie wirklich mit den Polen versöhnt das wäre ne wirkliche Augabe gewesen. Okay die Deutsch-Russische Personen Gazprom Freundschaft klappt ja gut.

Irak Krieg - na weil er schon in den Kosovo und Afghanistan Soldaten geschickt hat. Schröder und Fischer wollten ja auch wieder gewählt werden und das wäre dann der komplette Genickbruch gewesen.

Es ist einfach so zwischen Grünen Visionen und der Realität liegen halt Welten.

Gekürzt. Verzichten Sie auf Äußerungen, die als diskriminierend gelesen werden können. Die Redaktion/mak

Tatsächlich "unabdingbar" ?

Jeder Leser der ZEIT / Online vermag sich heute ein Bild davon zu machen, welche ungelösten Probleme die Reformen der Ära Schröder hinterlassen haben
http://www.zeit.de/politi...
http://www.zeit.de/wirtsc...
Ich würde keinesfalls soweit gehen, eine Absicht zu unterstellen, aber dem Kabinett Schröder ist es gelungen den "Markenkern" der SPD nachhaltig zu beschädigen. Gerhard Schröder ist auch als jemand in Erinnerung geblieben, der am Abend der Verlorenen Wahl 2005 nicht einmal die Größe besaß, seine Niederlage einzugestehen. Wenn er heute eine Empfehlung ausspricht, dann kann das ganz leicht als "vergiftetes Geschenk" ankommen.
Nein, die SPD und die Grünen haben bei der kommenden Bundestagswahl nur dann eine Chance auf eine gemeinsame Mehrheit, wenn es beiden gelingt sich glaubhaft von der Sozialpolitik der Ära Schröder zu lösen. Solange es gerade in der SPD Leute gibt, die die "Agenda 2010" immer noch als "richtungsweisend" oder "alternativlos" verkaufen wollen, wird das nichts.
Am Ende ist Angela Merkel im Vorteil, weil die kann erwiesener Maßen auch Kanzlerin in einer großen Koalition.

Manchmal aber nur manchmal...

... haben die Interessen des Großen und Ganzen Vorrang vor der Parteipolitik. Deutschland ist nach wie vor Exportweltmeister, erzielt ein grandioses Außenhandelsplus und steht in der heutigen Welt gut dar. Bei uns herrschen keine Zustände wie in anderen Ländern, der soziale Frieden ist gewahrt und all das haben wir der Weitsicht und Gerhard Schröders und Joschka Fischer zu verdanken. Da waren noch Staatsmänner wie man sie sich heute wünschen würde. Joschka und Gerd würden auf den Gipfeln Europa im Alleingang retten. Diese Hinhaltepolitik und Kakofonie der Bundesregierung ist einfach nur peinlich.

GRÜN WIRKT nach wie vor!!!!!

Ich hoffe das es nächstes Jahr wieder kompetente Frauen und Männer an die Regierung schaffen, die unser Land nach vorne bringen und die jetzige Klientelparteien in der Versenkung verschwinden.