Soziale GerechtigkeitDie fast unüberwindbare Kluft zwischen Arm und Reich

Der Sozialverband Deutschland fordert mehr Verteilungsgerechtigkeit: Reiche sollen Schwachen helfen. Doch so einfach ist es nicht. von Philipp Laage

Es droht "ein Achsenbruch mit Totalschaden", sagt Adolf Bauer. Der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD) spricht nicht etwa von seinem Auto, sondern von der Stabilität der Gesellschaft. Er befürchtet, dass Ungleichheit und wachsende Armutsrisiken schon bald den sozialen Frieden hierzulande gefährden könnten. Schließlich schrumpft die Mittelschicht in Deutschland seit Jahren, dagegen wächst der Anteil derjenigen mit wenig Einkommen. An diesem Donnerstag hat er daher zu einem Gespräch über Verteilungsgerechtigkeit eingeladen – und Zahlen mitgebracht.

Mehr als 650.000 Menschen haben demnach in Deutschland ein jährliches Pro-Kopf-Einkommen von mindestens 112.000 Euro. Rechnet man Immobilien mit ein, dann lag das Vermögen aller privaten Haushalte Ende 2011 bei 8,2 Billionen Euro. Doch: Etwa zwei Drittel des Privatvermögens verteilen sich nur auf ein Zehntel der Bevölkerung.

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Wenig Reiche, steigende Armut

Gleichzeitig sind rund acht Millionen Menschen von Hartz IV abhängig, also rund jeder zehnte Deutsche. Jede sechste Kind ist armutsgefährdet. Jeder vierte Beschäftigte arbeitet im Niedriglohnsektor und erhält einen Lohn von weniger als 9,15 Euro brutto pro Stunde. Zwischen 1995 und 2010 stieg die Zahl der Beschäftigten im Niedriglohnsektor um mehr als 2,3 Millionen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Tendenz zur wachsenden sozialen Kluft in Deutschland zuletzt bestätigt. Man kann das drastisch zuspitzen: Deutschland hat ein Verteilungsproblem. Verteilung ist gleichzeitig ein schwieriges Wort. Es klingt nach Sozialismus, nach Ungerechtigkeit, es klingt für viele danach, dem einen etwas wegzunehmen und es einem anderen zu geben.

Eine Frage der Finanzierung

Der Sozialverbands jedenfalls benennt viele Forderungen: den Ausbau sozialversicherungspflichtiger Jobs, ein Mindestlohn nicht unter 8,50 Euro pro Stunde, die Gleichstellung der Leiharbeit mit den Bedingungen normaler Beschäftigungsverhältnisse, mehr Geld für die gesetzliche Rentenversicherung, weniger befristete Arbeitsverträge, eine Stärkung der Sozialkassen, Bildungs- und Gesundheitsangebote für einkommensschwache Familien.

Klingt gut. Nur wer soll das alles bezahlen?

Die deutsche Wirtschaft ist (noch) stark, aber Bund, Länder und Kommunen haben über zwei Billionen Euro Schulden. Rund jeder zehnte Euro im Bundeshaushalt fließt für Zinszahlungen ab. Die enorme Staatsverschuldung geht also schon jetzt zulasten anderer Ausgaben. Gleichzeitig haftet Deutschland für die Euro-Rettung und ist hier Milliardenrisiken eingegangen.

Der Sozialverband will deshalb die Vermögenssteuer wieder einführen, wenn auch mit Freibetrag. Die Steuer aus Kapitalerträgen soll mit wachsendem Einkommen steigen, der Spitzensteuersatz soll auf 56 Prozent angehoben werden. Eine europäische Finanztransaktionssteuer könnte dem Bund – so der SoVD – zusätzlich zehn Milliarden Euro jährlich in die Kassen spülen.

Leserkommentare
    • CheHH
    • 23. August 2012 20:59 Uhr
    1. [...]

    Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

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    Sie vermissen im Artikel nicht genannte Zusammenhänge? Das liegt vielleicht daran, dass es diese Zusammenhänge nicht gibt?

    Dann wäre mal interessant, wie Sie den Zusammenhang konstruieren zwischen guter Wirtschaftslage der EXPORT-Wirtschaft und den Niedriglöhnen, die vor allem im Dienstleistungssektor herrschen. Was genau hat der Lohn der Verkäuferin, der Altenpflegerin, des Wachmanns, etc. damit zu tun?

    Umgekehrt ist schwächelt der Binnenkonsum mit Schaden für die europäische Wirtschaft seit Jahren immer mehr. Das tut er genau deshalb - auch das wird seit Jahren vom Ausland angemahnt - weil die Löhne für die Wirtschaftskraft zu niedrig sind!

    Und Ihre Kritik in Sachen Facebook schlägt dem Fass dann gleich noch den Boden aus: Zunächst geht es hier um die Situation in Deutschland - Facebook ist meiner Kenntnis nach kein deutsches Unternehmen. Und was genau hat der - kritisierte - Datenverkauf von Facebook nun damit zu tun, dass u.a. im Gesundheitsbereich die Löhne zu niedrig sind?

    • Leo Aul
    • 02. Oktober 2012 14:37 Uhr

    Die Frage, ob Arm oder Reich, ist nur die halbe Wahrheit. Das Dilemma Renten-Mindestanwartschaft beginnt wesentlich früher. In der Jugend werden Entscheidungen gefällt, die das Leben entscheidend vorbestimmen. Nur selten gelingt es besonders Begabten, die Fehler zu überholen. Fr./Mann ohne gehobene Ausbildung, kann im Einzelhandel netto ca. € 1200-1400 verdienen. Änderung nicht zu erwarten. Drohung Ersatz € 400-Kräfte. Bei den Handwerkern ähnlich (Niveau von € 2000 -2400). Daraus später Rentenanspruch von ca. € 700 -1200. Für die Geschiedenen, die Ehe-Betrogenen, die nicht besonders Gescheiten, d.i.d. Randgebieten der Republik + die periodisch Beschäftigungslosen ist es noch verzweifelter. Ehen werden deswegen nicht geschlossen, Kinder nicht geboren, Trennungen werden trotz Bedrohung + Qual nicht vollzogen. Aber Mieten und Kosten steigen. Hellseherische Fähigkeiten sind nicht notwendig. Gründe sind klar. Ein Teil der Beschäftigungsverhältnisse ist nicht mehr in der Lage, eine Wertschöpfung für den bisherigen Lebensstandart zu erarbeiten. Die „Reichen“+Gewitzten haben immer die Möglichkeit, solche „Zustände“ auszunutzen. Quasi ein Naturgesetz. Das war auch in allen "Sozialstaaten“ so. Die Gutmenschen werden das nicht wahr haben wollen. Durch den globalen Preisvergleich werden alle Arbeitsplätze verglichen. Noch haben viele Vorteile davon. Aber d. Letzten werden schon von diesem erbarmungslosen Vergleich malträtiert. Mit Hartz4 leckt der Staat (noch+wie lange?) deren Wunden.

  1. Ganz ehrlich, ich verstehe nicht, wie man einen Artikel schreiben kann in dem man zuerst Zahlen nennt wie diese "Etwa zwei Drittel des Privatvermögens verteilen sich nur auf ein Zehntel der Bevölkerung." und zwei Absätze später völlig naiv fragt "Nur wer soll das alles bezahlen?"

    Die Schere geht immer weiter auf - langfristig kann das keiner wollen, denn auch das ruhigste Volk gibt sich auf Dauer nicht mit Brot und Spielen zufrieden.

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    • Selamat
    • 25. August 2012 11:14 Uhr

    Das hören wir nun seit über zehn Jahren. Seitdem die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Und immer kommt das Argument, dass das durchaus vorhandene Geld für etwas Dringenderes gebraucht würde. Das wird es auch dann auch, wie die Statistik zeigt. Für die Reichen vor allem, deren Vermögen exorbitant gestiegen sind. Wer so argumentiert wie Philipp Laage, der unterstützt den Status Quo.

    Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/mk

    Nicht mit Brot, der Neoliberalismus der Mitursache für diese Umverteilung von der Allgemeinheit hin zu Wenigen ist, sieht nur Brotkrumen für alle vor. Man fragt sich dort üblicherweise; wenn die Menschen sich kein Brot leisten können, warum essen sie nicht einfach Kuchen?

    Jede Partei die neoliberale Elemente in ihrem Programm oder Vertreter einer neoliberalen Linie enthält sollte mit Entzug der Wählerstimmen bei jeder einzelnen Abstimmung bestraft werden. Es ist die einzige Möglichkeit die Politikereliten wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen.

    Als nächstes sollten gewisse Grundregeln für Politiker eingeführt werden. Z.B. mindestens 5 Jahre als ARBEITER gearbeitet haben vor dem Einstieg in die Politik. Ansonsten gibts keine Posten über dem Zettelverteiler. Direkter Einstieg aus einer Selbstständigkeit, von der Uni oder aus Führungspositionen gelten nicht als Zulassungskriterium. Dazu eine Quote für Eltern. Mindestens 50% aller Spitzenpolitiker müssen Eltern sein. Die denken anders über die Zukunft nach. Müssen (sollten) sie im Normalfall ja auch weil sie Verantwortung für ein Leben haben das noch nicht für sich sorgen kann. Als weiteres Kriterium wäre eine Quote von 50% unter 40-jähriger in Führungspositionen angebracht. Auch die verhalten sich der Zukunft gegenüber anders als 90% aller Opas und Omas.

    • kerle51
    • 23. August 2012 21:12 Uhr

    Es gäbe viele Möglichkeiten, Arbeit für Menschen aller Art möglich zu machen. Wie, sei zu diskutieren, z.B. absolutes Minimum an Lohn bei jeder Form von Arbeit (auch mini-Selbständigkeit etc.), Legalisierung von einfacher-nicht organisierter- Schwarzarbeit (Nachbarschaftaufträge), Selbstständigkeit mit weniger behördlichen(bürokratische/steuerliche Hürden etc etc.

    Wenn die "Armen" mehr Geld haben, läuft die Wirtschaft besser (nachdem Rot-Grün die Schwarzarbeit bekämpft haben, sank die Binnennachfrage, oh Wunder!) und die Reichen verdienen noch mehr Geld. Das macht aber nichts.

    Verteilung ist nicht das Mittel, sondern Fairness. Wenn ich als kleiner Selbständiger fast 500 Euro mtl. an die KV zahlen soll, und für meine Frau nochmal das gleiche, wo soll das herkommen? Da müssen wir auf KV ganz verzichten, ob es nun vorgeschrieben ist oder nicht.
    Unser System hat sich so entwickelt, dass es eine Schicht gibt, die konkret die Arbeit macht und eine Schicht, die deren Arbeit verkauft. Dabei werden die Arbeitenden so stark mit Aufgaben und Abgaben belastet, dass es Sklaverei gleichkommt.Es wird soviel aus jedem heraus gepresst wie nur irgend geht. Der Normalverdiener ist immer am Existenzminimum, man muss schon deutlich darüber liegen, um sparen zu können oder sich ein wenig Luxus gönnen zu können.

  2. hat die Politik darauf noch keine Antworten gefunden. Hat sie denn überhaupt ernsthaft welche gesucht? Die ganzen Daten der Produktivitätssteigerungen, der Verbesserungen in der Komunikationstechnik, im IT-Bereich,u.s.w., sind doch hinlänglich bekannt und dies seit jahrzehnten. Nein da wird vom Facharbeitermangel gefaselt, die Ausblildung aber als zu teuer abgelehnt! Da brauchen wir weiteren Zuzug von Menschen, bekommen diejenigen, die schon hier sind, aber nicht vernünftig in Lohn und Brot. Bei uns hat sich eine mächtige Lobby der Mittelstandsberufe, wie Anwälte, Steuerberater, Notare, Ärzte, Apotheker, Beamte, Freiberufliche Handwerker, Großkonzerne und Unternehmer, die über gute, bis sehr gute Einkünfte verfügen, gebildet. Die lassen niemanden an ihre Töpfe ran, sei es durch Vorschriften, Zünfte, Handwerkskammer oder sonstige Instutitionen. Die Ärzteschaft und Apotheker möchte ich hier ausnehmen, weil sie die Gesundheit direkt betreffen. Was ich eigendlich damit zum Ausdruck bringen möchte, ist das diejenigen, die genug haben,ruhig was abgeben sollten. Bei den sehr Reichen soll sich die Regierenden was einfallen lassen, wie sie zu mehr Gerechtigkeit beitragen können, bzw. müßen und nicht nur immer den Weg des geringsten Widerstands gehen!!!

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    • deDude
    • 24. August 2012 9:10 Uhr

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

  3. Umverteilung kann kurzfristig die Kluft zwischen Arm und Reich verkleinern. Doch eine Lösung gibt es nur, wenn jene, die nicht zu den Reichen gehören, wieder vermehrt die Möglichkeit haben, am Wachstum der Weltwirtschaft teilzuhaben. Die globalisierte Wirtschaft bietet unglaubliche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Unsere Wirtschaftspolitik in der EU führt statt zur Teilnahme zur Abkoppelung. Die Industrie, die jahrzehntelang sehr gut bezahlte Jobs gerade auch für die weniger Gebildeten bot, verliert laufend an Anteilen am BIP. Hochqualifizierte Industrien wie Chemie, Saatgut, Hersteller von Grossenergieanlagen, Anlagenbau generell, bald auch Pharma werden aus Europa vertrieben. Heute wird auf die Banken eingeschlagen, morgen wahrscheinlich auf den Grosshandel. Dafür nimmt die Zahl der Jobs beim Staat, im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen, aber auch im Detailhandel zu. Aber sorry, das sind wertschöpfungsarme Branchen. Dieser von der Politik gewollte Strukturwandel führt direkt dazu, dass die Einkommen der grossen Mehrheit stagniert, und nur jene kleine Minderheit, die noch in der globalisierten Wirtschaft tätig ist, noch die Chance erhält, sehr gute Einkommen zu erwirtschaften.

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    • kerle51
    • 23. August 2012 21:23 Uhr

    Soweit ich informiert bin, bauen öffentliche Arbeitgeber nach Kräften Stellen ab, und das wird noch erheblich zunehmen.

    • cygne
    • 23. August 2012 22:09 Uhr

    Ich hoffe doch sehr, Sie meinen mit diesem Wort nicht ernsthaft, dass in diesen Bereichen kein "Wert" geschaffen wird, sondern wollten lediglich ihr Bedauern darüber ausdrücken, dass es in diesen Bereichen ja leider nicht besonders viel zu verdienen gibt... Wenn dem so ist, stimme ich zu. Man sollte zumindest manche Gruppen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen vlt auch einfach mal etwas gerechter bezahlen, denn in diesen Berufen wird doch "Wert" schlechthin geschaffen. (Manifestiert sich natürlich dummerweise nicht direkt, sondern letztlich nur indirekt auch in Geld, wird daher gerne übersehen.) Das würde wahrscheinlich auch schon für mehr Gerechtigkeit sorgen. Nicht jeder kann und will in der freien Wirtschaft arbeiten...

    "Dafür nimmt die Zahl der Jobs beim Staat, im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen, aber auch im Detailhandel zu. Aber sorry, das sind wertschöpfungsarme Branchen"

    Bildung also auch? Das man an Sozialtransfers nicht "verdienen" kann ist schon klar (naja, außer der Mehrwertsteuer u.a., die direkt zurückfließt).

    Sie scheinen die Sonntagsreden von Merkel, Schavan et.al. verpasst zu haben: Wir leben in der "Bildungsrepublik Deutschland" und "die Köpfe unserer Kinder (sic!) sind unsere wichtigste Ressource"

    ...etwas intensiver mit diesem Thema. Es wäre dann möglich das sie erkennen, wie Naiv und unbedarft sie mit diesem Thema umgehen.

    Jedem Haben steht ein Soll gegenüber. Macht jemand Gewinn, macht irgend ein anderer verlust. Ist jemand Schuldner, gibt es einen Gläubiger. (verteilt auf Milliarden von Marktteilnehmern)
    Problematisch wird es dann, wenn sich das Geld, also das Kapital, irgendwo sammelt.
    Da jedem Haben wie schon erwähnt ein Soll gegenübersteht, müssen die vielen die wenig besitzen, den wenigen die Viel besitzen ständig Geld hinterher werfen. (in form von Zinsen/ZinsesZinsen)

    Irgendwann funktionert das System nicht mehr. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer.
    Denn die Masse der Menschen kann nicht gegen den Zinses Zins arbeiten.

    Es ist also völlig egal wo welche Industrie zu Hause ist. Die Masse verliert. Das was in Griechenland passiert ist, passiert früher oder später in jedem Land, irgendwann in allen Ländern.

    Wertschöpfung in verbindung mit Geld ist im übrigen ein logischer Zirkelschluß. Da Geld keinen realen Wert hat und nur so lange etwas vWert ist, wie die Menschen glauben das sie etwas dafür bekommen.
    Alles was sie mit Geld bewerten, bewertet letzendlich das Geld.

    Eine Vermögenumverteilung setzt im Grunde nur die Spielfiguren zurück. Ändert sich das System nicht, kommt es irgendwann wieder zu dem Punkt zurück, an dem man die Umverteilung gestartet hat.

    mfg

    Bevor wir von Umverteilung sprechen, sollten wir erst mal "Verteilung" diskutieren. Wenn Wohlstand nicht so ungleich verteilt wäre und weiter verteilt würde, dann bräuchte man auch über "Umverteilung" nicht nachdenken. Einige Leute scheinen anzunehmen, dass Geld sich von alleine "verteilt", und jede Steuerung dieses Verteilungsprozesses einem Eingriff in eine gottgewollte Natur gleich käme.

    Tatsächlich aber wird Wohlstand von Menschen erschaffen und von (zumeist anderen) Menschen verteilt. Die Macht, über die Verteilung von Wohlstand zu bestimmen, ist allerdings sehr ungleich verteilt. Es gab im industrialisierten Westen auch mal eine Zeit, wo der durchschnittliche Manager einer Firma ca. 10mal soviel wie ein durchschnittlicher Angestellter verdiente und nicht 100 bis 300mal soviel. Auch in jenen Zeiten waren wir nicht alle Kommunisten gewesen; es ware eine Zeit wirtschaftlicher Blüte und zwar weltweit.

    Es geht darum, die erwirtschafteten Profite von vorn herein gerechter zu verteilen; dann brauchen wir auch keine Umverteilung zu diskutieren.

    Petschet: Ihre Argumentation ist einer der gescheitesten, die ich in der jüngsten Vergangenheit zu diesem Thema gelesen habe. Man kann eigentlich bei Ihren Ausführungen nichts hinzufügen und nichts wegnehmen. Wirklich, genau auf den Punkt gebracht! Es sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Erwartungen geweckt worden, die man in einer globalisierten Welt, die für tüchtige Zeitgenossen viele Chancen bietet, nicht mit den Rezepten der Vergangenheit erfüllen kann. Der Staat kann das schon gar nicht. Das Problem ist, dass auch die Gesantkeistung einer Wirtschaft und Gesellschaft auf der Summe der Individualleistungen der Bürger beruht. Die Summe dieser Individualleistungen ergibt die genannte Gesamtleistung. Zaubern kann niemand. Das, was vom BIP "umverteilt" werden kann und soll, muss durch wertschöpfende Aktivitäten möglichst vieler erarbeitet werden. Ein Einzelaspekt: Der Kündigungsschutz! Dieser hat sich eigentlich verheerend ausgewirkt. Für welche Bevölkerungsgruppe? Für diejenige, die hätte geschützt werden sollen.

    • Selamat
    • 25. August 2012 11:16 Uhr

    Jobs beim Staat, im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen - das sind wertschöpfungsarme Branchen.

    • kerle51
    • 23. August 2012 21:23 Uhr

    Soweit ich informiert bin, bauen öffentliche Arbeitgeber nach Kräften Stellen ab, und das wird noch erheblich zunehmen.

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    Sorry, seit 2008 steigt die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst wieder (isngesamt um 100'000 Beschäftigte). Die vorgeblichen Anstrenungen der öffentlichen Hand sind nur Window-Dressing: man stöhnt über den Personalabbau an einem Ort und baut gleichzeitig an zwei anderen Orten das Personal auf.

  4. Enteignung des Adels, Enteignung großer Vermögen, Verstaatlichung des Wohnungs- und Häuserbestandes - die Wohnungswirtschaft wird sozial ausgerichtet. Verstaatlichung der Energieunternehmen,Verstaatlichung des Gesundheitssystems. Das gesamte Finanzsystem und die organisierte Kriminalität der Notenbank, die dieses Monstrum mit 0 Prozent Geldern mästet, wird staatliche Aufsicht unterstellt. Die gesamten Wirtschaft- und Eigentumsstrukturen werden ausschließlich sozial ausgerichtet. Das Unternehmensergebnis ist der humane und soziale Nutzen und kein Geldwahnprofit, der an Aktionäre ausgeschüttet wird. Jetzt müssen nur noch die Mehrheiten die Hofschranzen der Geld- und Machteliten abwählen, um den vorhandenen Reichtum für sich und ihre Familien zu beanspruchen.

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    Bei derartigen Kommentaren frage ich mich immer, ob das nun Ironie ist oder nicht. Ich hoffe immer darauf.
    Hat der Kommunismus, und nichts anderes sind Ihre Forderungen ja, jemals der breiten Bevölkerung zu Wohlstand verholfen?

    Willkommen in der DDR, Schatz!

    In so tollen Ländern wie Nordkorea gibt es das heute noch.

    (könnte sarkastisch gemeint sein)

    Aber mal ehrlich, ist das Ihre Meinung? Oh man und ich dachte die Linken wären extrem. Das ist ja schon Staatsterror und Freiheitsberaubung was sie da vorschlagen.

    Und dann nicht vergessen, eine Mauer drum zu bauen!

    Ich glaube, mancheiner trollt hier nur aus Langeweile rum, denn dass das im Chaos endet ist ja nun schon vielfach sehr nachdrücklich bewiesen worden. Aktuell noch auf Kuba, wo man ein Land besichtigen kann, dass fast vollständig erstarrt ist und bei dem man nur hoffen kann, dass das Castroproblem auf biologische Art und Weise bald gelöst wird.

    • Medley
    • 24. August 2012 2:55 Uhr

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

  5. 1. Entgeltgerechtigkeit statt Umverteilung der Gewinne zu den Managern und Anlegern

    2. Abschaffung gesetzlich geschützter Niedriglohn- und Ausbeutungsbereiche

    3. Mehr Besteuerung von Vermögen statt von Arbeit (warum nicht die Steuertarife unabhängig von der Art des Einkommens auf alle Einkommen gleich anwenden?)

    4. Tariferhöhungen nicht nach dem Prinzip der Spreizungsvermehrung (durch gleichen prozentualen Zuwachs für alle)

    5. Abgabengerechtigkeit (Stichworte: Versicherungspflicht und neuerdings Umlagen)

    6. Gleiches Gelkd für Eltern in gleicher Lage (statt mehr Geld für Reiche)

    DAS ALLES ist natürlich ergänzbar und ginge ohne jede Revolution nach dem simplen Grundsatz "gleiches Recht für alle".

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Sigmar Gabriel | CDU | FDP | Grüne | Die Linke | Hartz IV
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