FührungswechselChinas künftiger Präsident ist verschwunden

Xi Jinping gilt als sicherer Nachfolger von Staatschef Hu Jintao, bald soll er die Parteiführung übernehmen. Doch plötzlich ist Xi verschwunden, lässt Termine ausfallen. von afp

Chinas Vizepräsident Xi Jinping (Archiv)

Chinas Vizepräsident Xi Jinping (Archiv)  |  © How Hwee Young/EPA/Pool

Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping sorgt in China durch Abwesenheit für Gerüchte. Xi, der als sicherer Nachfolger von Staatschef Hu Jintao gilt, ist aus der Öffentlichkeit verschwunden und hat in der vergangenen Woche mehrmals hintereinander ohne offizielle Begründung Treffen mit internationalen Politikern abgesagt. Nachdem zunächst Gespräche mit US-Außenministerin Hillary Clinton und Politikern aus Singapur und Russland ausfielen, wurde am Montag auch das Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt gestrichen.

Xi fehlte am Montag auch bei der regelmäßigen Pressekonferenz für die ausländische Presse. In chinesischen Medien und unter Mikrobloggern wurde über mögliche gesundheitliche Probleme des Vizepräsidenten berichtet – von Krebs ist die Rede, es gab zudem Spekulationen über einen Autounfall. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete aus Parteikreisen, Xi habe sich beim Schwimmen am Rücken verletzt.

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Von offizieller Seite gab es keine Auskunft über Xis Abwesenheit. "Offensichtlich fürchten die chinesischen Behörden jede Nachricht, die negative Mutmaßungen über die Nachfolge im Staat begünstigen", sagte ein Wissenschaftler der Universität Hongkong.

Es wird erwartet, dass Xi auf dem Parteikongress Mitte Oktober die Führung der Kommunistischen Partei übertragen wird. Im nächsten März könnte er dann das Amt des Staatschefs übernehmen. Xi stand in China in der Kritik, nachdem Medien über umfangreiche Investitionen und Finanztransaktionen in seinem familiären Umfeld berichtet hatten.

Der Staatsapparat reagierte mit einer umgehenden Medienzensur. Auf Sina Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter, ist die Suche nach dem Namen Xi blockiert. Die Times schreibt, im chinesischen Internet könne nach dem Wort Rückenverletzung nicht mehr gesucht werden.

Innerhalb der Führung Chinas ist es in den vergangenen Monaten zu einigen Verwerfungen gekommen. Der für das Politbüro gehandelte Parteichef der Megacity Chongqing, Bo Xilai, musste abtreten, weil seine Frau Gu Kailai einen britischen Geschäftsmann umgebracht haben soll. Im Prozess gegen sie gestand sie. Außerdem musste Ling Jihua, ein Gefolgsmann von Präsident Hu Jintao, den Hut nehmen. Sein Sohn war mit einem Ferrari in einen tödlichen Unfall verwickelt, was in der Öffentlichkeit für Empörung sorgte.

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Leserkommentare
  1. ... ist sicher berechtigt, da es keine verlässlichen Informationen gibt. Aber das sind kurzfristige Wellen. Alles andere als Xis Nachfolge als Parteichef im Oktober wäre - mit oder ohne die momentane Anwesenheitslücke - eine große Überraschung.

    Es wäre hilfreich, wenn man Chinas Führer so bezeichnen würde, wie sie im Chinesischen bezeichnet werden: Partei- bzw. Staatsvorsitzende oder -chefs. Wenn von "Präsidenten" die Rede ist, folgt das zwar der Sprachregelung englischsprachiger Publikationen in China, lässt aber meistens Unklarheit darüber entstehen, welche Doppelfunktion Jiang Zemin und Hu Jintao die meiste Zeit ausgeübt haben, und welche Xi voraussichtlich - ab Oktober bzw. März - ausüben wird.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte beziehen Sie sich auf den konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/jp

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    Man muss da ja nicht hin, aber es gibt Chinesen, denen ich vertraue. Ich bestreite nicht, dass es für Chinesen Situationen gibt, in denen es sehr schwierig ist, sich von kollektivem Druck freizuhalten, aber Vertrauen ist eine ganz persönliche Sache, und keine Frage der Nationalität.

    Das ist eben der Punkt: wenn man "da nicht hin will", lernt man auch nichts dazu.

    Was mich daran stoert, was Sie an China kritisieren, ist das es zwar stimmt was Sie schreiben, aber das teilweise die westlichen Demokratien auch nicht viel besser sind, ausser man reduziert sich auf Quantitaeten. Die USA hat und laesst wahrscheinlich auch weiter foltern, ob allerdings AI genauen Einblick in Guatanamo, Bagram, Abu Ghraib umd sonstige vielleicht auch unbekannte Folterstaetten hat weiss ich nicht. Die USA fuehrt planmaessige Morde (bspw. an Osama bin Laden)durch, die auch nichts mit Menschenrechten zu tun haben. AI erwaehnt auch regelmaessig DE und seine Untaten. Offensichtlich halten wir uns selbst nicht an Vorgaben, die wir anderen abverlangen. Und nach Quantiataeten zu vergleichen ist ethisch auch sehr fragwuerdig. Ihr Ansatz keine chinesischen Produkte zu kaufen in allen Ehren, aber was ist mit Oel, aus welchem Staaten darf das dann nicht kommen. Saudi-Arabien steht China in Sachen Menschenrehten wohl in nichts nach, eigentlich noch menschenverachtender und die anderen Golfstaaten sind auch nicht als Hort der Menschenrechte bekannt. Damit will ich allerdings nicht eine Untat rechtfertigen, nur so pauschale Urteile wie Ihres helfen wenig, wenn man nicht selbst frei von Suende ist.

    • Hainuo
    • 11. September 2012 12:04 Uhr

    Die Welt ist tatsächlich nicht mehr zu retten, wenn Leute sich vor ganzen Nationen im Rundumschlag fürchten. Und wenn man dann nicht mal gewillt ist, diese Angst durch nähere Betrachtung zu verlieren, dann gibt es da nichts zu machen.

  3. Man muss da ja nicht hin, aber es gibt Chinesen, denen ich vertraue. Ich bestreite nicht, dass es für Chinesen Situationen gibt, in denen es sehr schwierig ist, sich von kollektivem Druck freizuhalten, aber Vertrauen ist eine ganz persönliche Sache, und keine Frage der Nationalität.

    Das ist eben der Punkt: wenn man "da nicht hin will", lernt man auch nichts dazu.

    Antwort auf "[...]"
  4. Was mich daran stoert, was Sie an China kritisieren, ist das es zwar stimmt was Sie schreiben, aber das teilweise die westlichen Demokratien auch nicht viel besser sind, ausser man reduziert sich auf Quantitaeten. Die USA hat und laesst wahrscheinlich auch weiter foltern, ob allerdings AI genauen Einblick in Guatanamo, Bagram, Abu Ghraib umd sonstige vielleicht auch unbekannte Folterstaetten hat weiss ich nicht. Die USA fuehrt planmaessige Morde (bspw. an Osama bin Laden)durch, die auch nichts mit Menschenrechten zu tun haben. AI erwaehnt auch regelmaessig DE und seine Untaten. Offensichtlich halten wir uns selbst nicht an Vorgaben, die wir anderen abverlangen. Und nach Quantiataeten zu vergleichen ist ethisch auch sehr fragwuerdig. Ihr Ansatz keine chinesischen Produkte zu kaufen in allen Ehren, aber was ist mit Oel, aus welchem Staaten darf das dann nicht kommen. Saudi-Arabien steht China in Sachen Menschenrehten wohl in nichts nach, eigentlich noch menschenverachtender und die anderen Golfstaaten sind auch nicht als Hort der Menschenrechte bekannt. Damit will ich allerdings nicht eine Untat rechtfertigen, nur so pauschale Urteile wie Ihres helfen wenig, wenn man nicht selbst frei von Suende ist.

    Antwort auf "[...]"
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    ... wenn ich Missstände zu Hause anspreche, ist die Reaktion darauf zwar meistens eisernes Schweigen, und das ist keine gute Erfahrung. Aber ich kann sie ansprechen, und ich habe darauf - im Normalfall - keine Repressionen zu befürchten.

    Die KP Chinas erhebt Anspruch darauf, nicht nur das Verhalten chinesicher Bürger zu formen, sondern auch ihr Denken. Und wer davon abweicht, isoliert sich mit etwas Pech nicht nur politisch, sondern auch am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Am Beginn einer solchen "Karriere" steht mitunter eine "Einladung zum Tee" mit der Staatssicherheit.

    Mein Beitrag war zu gering erklärt und er ist auch entfernt, weil ich da mein persönliches Befinden rein gebracht habe. Betonungen kann man auch nicht lesen.

    Es stimmt, was sie schreiben. Viele Länder missachten die Menschenrechte auf verschiedenste Weise. Man kann wahrscheinlich nicht gegen alles angehen. Obama hat sein Wahlvesprechen nicht gehalten, was Guantanamo angeht und die Menschen dort werden vielleicht immer als Gefangene da sein. Wir wissen nicht, ob da jemand schuldig ist oder nicht. Aber auch dagegen geht AI an.
    Natürlich sind die Rohstoffe ein Problem, aber die Frage ist doch, ob man nicht mit einfachem Handel daran kommt. Ich kann also nicht 100 % sagen, dass ich diese Sachen nicht nutze, dann könnte ich nicht heizen. Generell aber denke ich,dass wir das Inland stärken müssen. Die Interessen der Politik liegen aber nur noch ausserhalb auf den Weltmärkten. Ich erinnere an die Rede von Ex-BP Köhler, was er gesagt hat über die Wirtschaftswege und dass die auch militärisch geschützt werden müssen.( ungefähr)
    Auf der Welt herrscht ein regelrechter Konsumterror und ob wir den Stand halten können, ob mit oder ohne China wage ich zu bezweifeln. Das zu schnelle Vorpreschen der Menschen hat uns nicht genutzt, sondern geschadet.
    Dass ich Angst vor solch großen Mächten wie China habe und auch andere, kann ich aber nicht zurücknehmen und mit Ethik hat das nichts zu tun, sondern mit Geschichte, weil sich vieles wiederholt.

  5. ... wenn ich Missstände zu Hause anspreche, ist die Reaktion darauf zwar meistens eisernes Schweigen, und das ist keine gute Erfahrung. Aber ich kann sie ansprechen, und ich habe darauf - im Normalfall - keine Repressionen zu befürchten.

    Die KP Chinas erhebt Anspruch darauf, nicht nur das Verhalten chinesicher Bürger zu formen, sondern auch ihr Denken. Und wer davon abweicht, isoliert sich mit etwas Pech nicht nur politisch, sondern auch am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Am Beginn einer solchen "Karriere" steht mitunter eine "Einladung zum Tee" mit der Staatssicherheit.

    Antwort auf "Moralische Abwegungen "
    • Hainuo
    • 11. September 2012 12:04 Uhr

    Die Welt ist tatsächlich nicht mehr zu retten, wenn Leute sich vor ganzen Nationen im Rundumschlag fürchten. Und wenn man dann nicht mal gewillt ist, diese Angst durch nähere Betrachtung zu verlieren, dann gibt es da nichts zu machen.

    Antwort auf "[...]"
  6. Zitat: "Auf Sina Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter, ist die Suche nach dem Namen Xi blockiert. Die Times schreibt, im chinesischen Internet könne nach dem Wort Rückenverletzung nicht mehr gesucht werden."

  7. Mein Beitrag war zu gering erklärt und er ist auch entfernt, weil ich da mein persönliches Befinden rein gebracht habe. Betonungen kann man auch nicht lesen.

    Es stimmt, was sie schreiben. Viele Länder missachten die Menschenrechte auf verschiedenste Weise. Man kann wahrscheinlich nicht gegen alles angehen. Obama hat sein Wahlvesprechen nicht gehalten, was Guantanamo angeht und die Menschen dort werden vielleicht immer als Gefangene da sein. Wir wissen nicht, ob da jemand schuldig ist oder nicht. Aber auch dagegen geht AI an.
    Natürlich sind die Rohstoffe ein Problem, aber die Frage ist doch, ob man nicht mit einfachem Handel daran kommt. Ich kann also nicht 100 % sagen, dass ich diese Sachen nicht nutze, dann könnte ich nicht heizen. Generell aber denke ich,dass wir das Inland stärken müssen. Die Interessen der Politik liegen aber nur noch ausserhalb auf den Weltmärkten. Ich erinnere an die Rede von Ex-BP Köhler, was er gesagt hat über die Wirtschaftswege und dass die auch militärisch geschützt werden müssen.( ungefähr)
    Auf der Welt herrscht ein regelrechter Konsumterror und ob wir den Stand halten können, ob mit oder ohne China wage ich zu bezweifeln. Das zu schnelle Vorpreschen der Menschen hat uns nicht genutzt, sondern geschadet.
    Dass ich Angst vor solch großen Mächten wie China habe und auch andere, kann ich aber nicht zurücknehmen und mit Ethik hat das nichts zu tun, sondern mit Geschichte, weil sich vieles wiederholt.

    Antwort auf "Moralische Abwegungen "

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Präsident | Xi Jinping | China | Ferrari | Medien | Autounfall
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