Menschen mit geringem Einkommen haben einer Studie zufolge nur selten eine private Altersvorsorge. Nur 17 Prozent der Hartz-IV-Empfänger sorgen privat vor, heißt es in einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Unter ihnen befänden sich überdurchschnittlich häufig Aufstocker, also Erwerbstätige mit geringem Einkommen, die ergänzend Hartz IV beziehen.

Bei Geringverdienern ohne Hartz-IV-Bezug zahlen demnach 35 Prozent in einer private Altersvorsorge ein, in der Gesamtbevölkerung sind es 48 Prozent. Gerade die Geringverdiener seien ohne private Altersvorsorge besonders bedroht von Altersarmut, sagten die IAB-Experten Markus Promberger, Christina Wübbeke und Anika Zylowksi. Geringverdiener sind Personen mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 889 Euro im Monat.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Studie zudem die Verbreitung der staatlich geförderten Riesterrente untersucht. 14 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger und 18 Prozent aller Geringverdiener hatten einen Vertrag abgeschlossen. Dabei sorgten Hartz-IV-Empfänger in Ostdeutschland deutlich häufiger fürs Alter vor als im Westen.

Forscher bewerten Zuschussrente positiv

Die Arbeitsmarktforscher sehen darin einen Hinweis, "dass die Riesterförderung tendenziell besonders jenen Personen den Aufbau eigenen Vorsorgekapitals ermöglicht, die sich ohne die Zulagen eine private Altersvorsorge möglicherweise nicht hätten leisten können". Dass nur wenige Hartz-IV-Empfänger in eine private Altersversicherung einzahlen, liegt nach IAB-Einschätzung vor allem daran, dass sie niemals Rücklagen für das Alter bilden konnten. Der Umstand, dass Vermögen auf Hartz-IV-Zahlungen angerechnet werden, spiele dagegen kaum eine Rolle.

Skeptisch äußerten sich die IAB-Forscher zum Risiko von Geringverdienern, im Alter in Armut zu rutschen. "Private Altersrücklagen sind unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II und anderen Beziehern niedriger Einkommen so selten, dass das soziale Problem der Altersarmut dadurch kaum gemindert werden kann."

Positiv bewerteten die Forscher die aktuell diskutierte Zuschussrente: Sie könnte mehr Menschen dazu bewegen, in die private Altersvorsorge zu investieren. Wegen der hohen Anforderungen beispielsweise an die Mindestdauer der Einzahlungen könnte die Zuschussrente aber nur einen Teil der Geringverdiener vor der Sozialhilfebedürftigkeit schützen.