Saskia Ludwig © Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Die brandenburgische CDU-Oppositionsführerin Saskia Ludwig hat ihre Ämter als Partei- und Fraktionschefin aufgegeben. Zuvor hätten ihr 14 der 19 Abgeordneten bei einer Fraktionssitzung das Vertrauen entzogen, sagte eine Fraktionssprecherin.

Ludwig räumt ihre Posten, nachdem sie erneut einen Artikel für die rechtsgerichtete   Zeitung Junge Freiheit verfasst hatte. Der Fraktionsvorstand hatte daraufhin Ludwigs Ablösung gefordert. Mehrere CDU-Abgeordnete kündigten an, Ludwig abzuwählen, sollte sie nicht selbst zurücktreten.

Ende August hatte Ludwig anlässlich des 75. Geburtstags des früheren Parteichefs und Innenministers Jörg Schönbohm einen Artikel für die Junge Freiheit verfasst. Darin übte sie scharfe Kritik an der rot-roten Landesregierung und Teilen der Medien. Sie würdigte Schönbohms "unerbittlichen Kampf gegen die Täter der SED-Diktatur, die bis heute in Brandenburg an den Hebeln der Macht sitzen" und sein Eintreten gegen den "politisch korrekten Gleichmachungs- und Gleichschaltungswahn, der unsere Freiheit, Individualität und Tradition zerstören möchte".

Nach dem Ende der zehnjährigen Regierungszeit der großen Koalition in Brandenburg und Platzecks Wechsel zu einer rot-roten Regierungskoalition im Herbst 2009 hatte Ludwig einen konservativen Konfrontationskurs eingeschlagen.

In Kernfragen wie dem Atomausstieg ging sie zudem auf Distanz zur Bundes-CDU. Das hatte in Teilen der Landesunion zu erheblichem Unmut geführt. Ludwig strebte nach eigenen Angaben an, neben Konservativen auch FDP-Wähler an die märkische CDU zu binden.

CDU nur noch drittstärkste Kraft

Die CDU hatte bei der Landtagswahl am 27. September 2009 19,8 Prozent der Zweitstimmen erreicht und ist damit nach SPD und Linkspartei nur noch die drittstärkste politische Kraft in Brandenburg.

Ludwig hatte beide Ämter 2010 angetreten. Die 44-Jährige war die elfte Vorsitzende der Brandenburg-CDU seit August 1990.

Als Nachfolger Ludwigs könnte bereits in der kommenden Woche ihr bisheriger Stellvertreter Dieter Dombrowski an die Fraktionsspitze gewählt werden. Die Fraktion habe den Vorschlag bestätigt, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Ingo Senftleben. Wer für den Parteivorsitz kandidieren wird, ist noch offen. Ein Nachfolger könnte auf einem Parteitag im November gewählt werden.