RegierungsberaterPrivate Altersvorsorge soll Energiewende finanzieren

Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung schlägt eine neue Geldquelle zur Finanzierung der teuren Energiewende vor: die private Altersvorsorge der Deutschen. von 

Die Windkraft ist einer der zentralen Bausteine der Energiewende.

Die Windkraft ist einer der zentralen Bausteine der Energiewende.   |  © Yves Herman/Files/Reuters

Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen die wichtigsten Umweltberater der Bundesregierung nach Informationen der ZEIT eine neue Finanzquelle erschließen – die private Altersvorsorge der Sparer. Allein Versicherungen und Pensionskassen verfügten weltweit über 50 Billionen Dollar, die langfristig und sicher angelegt werden müssen, heißt es in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für globale Umweltfragen ( WBGU ). Dieses Kapital könne für die Energiewende mobilisiert werden, etwa zum Ausbau der Stromnetze.

Das Gutachten des WBGU wird am Donnerstag offiziell an Bundesumweltminister Peter Altmaier ( CDU ) übergeben.

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Die Regierungsberater berechnen in ihrem Gutachten auch die globalen Kosten des Kampfes gegen den Klimawandel: 1,1 Billionen Dollar müssten jedes Jahr weltweit investiert werden, um die Energieerzeugung klimafreundlich umzubauen. Dazu fordern sie eine Europäisierung der Energiepolitik, eine konsequente Förderung der erneuerbaren Energien und den raschen koordinierten Ausbau der Netzinfrastruktur.

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Leserkommentare
    • Chali
    • 05. September 2012 16:05 Uhr

    hat die Rentenversicherung ja gerade eine hübsche Anzahl Milliarden bereit. Das wäre doch ein schönes Duceut für die notleidende Versichungs-Industrie.

    Da wollen wir mal hoffen, dass die notleidendem Betreiber nicht allzu hohe Gebühren dafüt fordern, dass sie fremder Leute Geld verwalten.

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    Auch andere wollen an die ganz großen Fleischtöpfe, an die schon Bert Rürup, Walter Riester, Roland Koch, Gerhard Schröder, Matthias Wissmann und Wolfgang Clement durften... Und das ganze ist auch noch ganz legal...

    Jetzt wird aber deutlich, um wie viele Nummern für Christian Wulff selbst die Schuhe eines niedersächsischen Ministerpräsidenten zu groß waren. Der konnte bei der Schnäppchenjagd nicht abwarten und griff schon als Träger eines hohen Staatsamtes zu. Das ist jedoch verboten. Ich wette, er tritt sich selbst heute noch permanent selbst in den Hintern, dass er nicht bis zum Ende seiner politischen Laufbahn abwarten konnte...

    • zappp
    • 05. September 2012 16:08 Uhr

    Wenn später bei den Kleinanlegern das angesparte Vermögen und die Erträge aufs Hartz IV angerechnet werden.

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    • Infamia
    • 05. September 2012 19:36 Uhr

    "Wenn später bei den Kleinanlegern das angesparte Vermögen und die Erträge aufs Hartz IV angerechnet werden."

    Diesen Vorwurf werde ich nie verstehen. Wenn jemand von seinen Ersparnissen leben kann, warum soll er dann Hartz IV beziehen dürfen? Erklären Sie mir das mal. Vielleicht verstehe ich es irgendwann einmal. Bis dahin stehe ich auf dem Standpunkt, wer Vermögen hat, von dem er leben kann, soll keine zusätzlichen Leistungen vom Staat beziehen können. Das würde die Beitragszahler überfordern.

    Vermögen spart man ja nicht, um irgendwann vermögend zu sein, sondern es steckt ja ein tieferer Sinn dahinter, wie z.B. seine staatliche Rente aufzubessern. So sehe ich das zumindest. Mein Ziel ist es, später nicht vom Staat abhängig zu sein, sondern mich selbst ernähren zu können. Beim Staat weiß ich nie, ob er nicht auf dumme Gedanken kommt und mir meine Leistungen kürzt.

  1. da hinein wandert, passiert das hoffentlich nicht in Form eines extrem günstigen oder auch noch zinslosen Kredites an Telnet oder einen großen Energieversorger.

    Wenn dieser Weg gewählt wird, sollen die Netze in den Besitz des Bundes gehen und da auch bleiben!

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    Alles andere wäre wirklich direkte Umverteilung nach Oben. Warum sollen wir alle private Aktienunternehmen mit unseren Geldern finanzieren? Die Deutschen möchten die Energiewende, während die Politik das Oligopol/quasi-Monopol schützt und Wettbewerb verhindert. Natürlich braucht es Investitionssummen für den Ausbau der Netze, die ein Privatunternehmen nicht einfach so aufbringen könnte, oder möchte. Doch warum müssen Bürger diese Investitionen aufbringen, oder versichern, wenn sie am Ende nicht einmal davon profitieren und der Netzzugang für die Konkurrenz erschwert wird? Schwarz-Gelb ist keine vertrauenswürdige Regierung in diesem Themenbereich. Und dass Atomkraft ein Betrug am Bürger ist, sollte selbst einem Engergiewende-Skeptiker klar sein, denn der Konzern macht den Gewinn, und wir bezahlen die Müllabfuhr und tragen die Verantwortung. Das ist umgekehrter Sozialismus.

  2. Ich darf darauf hinweisen,dass die Energiewende in 1. Linie
    der Abschaltung der AKW dient- und damit per se massiv klimaschädlich ist.-

    Da das schlecht ankommt,muss man die Gaskw mit Windkw garnieren.-

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    Doch der beginn der Energiewende hat neben Ihrem offiziellen Sinn, die Atomkraftwerke abzulösen einen zweiten , weit wichtigeren Zweck..

    Eine Ersatzenergiestruktur aufzubauen, die den schwindenden fossilen Ressourcen entgegenwirken kann. So wenig EE derzeit mobilität substituieren können, so wenig werden zukünftige Mobilitätskonzepte ohne den ersten Baustein EE auskommen.

    Der Umbau unserer gesamten und nicht nur der Atomaren Energieversorgungsstruktur steht an. Auch wenn keiner davon reden mag, da diese Aufgabe ungeheuerlich groß ist.

    Peak Oil steht an der Haustür und hat bereits seine Füße unter der Türschwelle durchgeschoben. Danach erwartet die IEA einen Rückgang von bis zu 3-4% Jährlich... für immer.... und weiter beschleunigend.

    Ist Ihnen bewußt was das für unsere wunderbare fossile Wirtschaft bedeuten würde. Wenn Wir das verschlafen, erscheint uns die Ölkrise von 1974 wie ein Tanz über die Blumenwiese.

    Denn was kaum einer versteht.. Die Energiewende kann nur gelingen solange ein Energieüberschuss verfügbar ist, um die notwendige energetische Vorabinvestition zu tätigen.

    Weshalb das so ist ? Wegen des EROEI (Energie return on Energie invested) der Erneuerbaren Energien..

    Zum verständnis hier ein Link.. mit einem der stärksten Argument für eine rechtzeitige Energiewende, für jehne, die ein detailliertes Argument nicht scheuen......

    http://www.peak-oil.com/2012/07/die-energiefalle/

  3. Das Kernproblem ist, dass auch diese Renditen wieder jemand bezahlen muss und dies wird der Stromkunde sein.

    Es gibt nur zwei Wege für eine vernünftige Energiewende:

    1. Man baut das Netz auf Staatskosten ohne "Investoren" aus.

    2. Man strebt eine Dezentralisierung der Stromversorgung an, so dass die Bevölkerung bei der Engergie unabhängig von Großkonzernen ist und im Idealfall ihren Strom sogar selbst produzieren kann.

    Diese ganzen Großprojekte führen nur dazu, dass irgendjemand wieder "leistungslos" im Übermaß Geld verdienen kann. Das hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Man weiß ja, wie wenig Wert die Energiekonzerne aus Renditegründen auf die Instandhaltung ihrer Netzte gelegt haben.

    • DerM
    • 05. September 2012 16:13 Uhr

    Ich bin stets bemüht, hier ordentliche Kommentare abzugeben. Aber jetzt bin ich einfach nur wütend. Wie können es diese ****** nur wagen, die Rentenkassen der kleinen Leute anzapfen zu wollen. War es nicht schon mal so, dass die Rentenkassen für die Finanzierung eines Projekts benutzt wurden und danach Finanznotstand in diesem Segment herrschte?! Wie kann man denn nur so dumm sein, wie Büchner sagen würde "ganz abscheulich dumm"?! Sollten sie das tun, hoffe ich, dass eine Organisation, der RAF gleich, entsteht und einen nach dem anderen dieser ***** *****.

    Bitte bleiben Sie auf einer sachlichen Ebene. Danke, die Redaktion/mk

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    Man sollte sich die Überlegungen doch erstmal im Detail anschauen..

    Ohnehin .. Meinen Sie tatsächlich dass unsere Rentenkassen, die auf Börsenpapieren und Staatsanleihen und dergleichen aufbauen Ihr Kapital in Zukunft sichern könnten ?

    Ein frommer Wunsch.

    Da sicher ist, dass unser fossile Energiebasis in Zukunft massiv schwinden wird mit Peak oil vor der Haustür, erscheinen mir da Investitionen in die EE als das erfolgversprechendere Glücksspiel..

  4. Der "wissenschaftliche Beirat"..., dort sitzen irgendwelche Experten, die sich was (vermeintlich) Schlaues ausgedacht haben. Jetzt also soll die private Altersvorsorge VERZOCKT werden?! Was passiert, wenn die Gelder nicht zielgerichtet eingesetzt werden, hat man spätestens 2008 gesehen.

    Warum wird die Energiewende nicht von denen getragen, die am meisten zur Energieverschwendung und auch Umweltverschmutzung beitragen, also den Unternehmen? Dies wäre nachhaltig und eine Investition. Aber unsere Regierung und die nebenstehenden Lobbyisten sehen dies nur als Ausgaben.

    Übrigens was sich irgendwelche "schlauen" Gremien und Beiräte überlegen erfahren unsere Hartz IV beziehenden Mitbürger tagtäglich am eigenen Leib.

  5. "50.000 Billionen Dollar"

    Das ist zu viel!
    Wenn es sich um eine englischsprachige Quelle gehandelt haben sollte, wären "50.000 billion Dollars" mit "50.000 Milliarden Dollar" zu übersetzen gewesen.
    Das entspricht dann "50 Billionen Dollar" und wäre etwa das vierfache der amerikanischen Anleihen, die China hält, käme also von der Größenordnung hin.

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    50,000 Milliarden...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesregierung | CDU | Altersvorsorge | Bundesumweltminister | Dollar | Energie
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