Es ist die größte Verfassungsbeschwerde in der Geschichte der Bundesrepublik: Etwa 37.000 Menschen unterstützen mittlerweile vor dem Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen den Euro-Rettungsschirm ESM für finanziell gefährdete Euro-Staaten. Die Zahl hat sich damit in knapp zwei Monaten fast verdreifacht.

Europa braucht mehr Demokratie heißt das Bündnis, das Ende Juni eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht hatte . Unterstützt wurde sie damals von etwa 12.000 Menschen. Heute sind es weit mehr. "Nach der Einreichung der ersten Bürgerklage ist die Flut von Unterstützungs-Formularen nicht abgerissen", sagte Roman Huber, Geschäftsführer des Vereins Mehr Demokratie.

Tausende Menschen seien "besorgt und empört darüber, dass mit den Verträgen unwiederbringlich Haushaltskompetenzen und Souveränitätsrechte nach Brüssel abgegeben werden sollen und das Ganze völlig an der Bevölkerung vorbei läuft", sagte Huber. Das Bündnis wird nun weitere 25.278 Verfassungsbeschwerden gegen den Euro-Rettungsschirm ESM und den Fiskalpakt an das Gericht in Karlsruhe übergeben.

Neben Mehr Demokratie klagen unter anderem auch die Linksfraktion im Bundestag sowie der CSU-Politiker Peter Gauweiler . Sie sind der Ansicht, dass der Beitritt zum Rettungsschirm gegen die Haushaltsverantwortung des Bundestages verstößt.

Gericht entscheidet am 12. September

Das Bundesverfassungsgericht will am 12. September sein Urteil im Streit um Eilklagen zum Euro-Rettungsschirm ESM und Fiskalpakt verkünden. Das Gesetz für den Rettungsschirm ESM sollte ursprünglich am 1. Juli in Kraft treten, wurde aber wegen mehrerer Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung verschoben .

Die bislang größte Klage vor dem Bundesverfassungsgericht richtete sich gegen die Vorratsdatenspeicherung , die 2007 den Angaben zufolge von knapp 35.000 Beschwerdeführern unterstützt wurde.