Die FDP steht im Verdacht indirekte Spenden in Millionenhöhe vom Glücksspiel-Automatenhersteller Gauselmann erhalten zu haben. Es gehe um Beteiligungen an FDP-Unternehmen, über die ein Gauselmann-Berater die Partei gefördert habe, berichtet das ARD-Magazin Monitor . Die Sendung soll am Montagabend ausgestrahlt werden.

Monitor nennt nicht den Namen des Beraters, berichtet aber, er sei auch Finanzvorstand der Gauselmann-Stiftung . Der Berater soll 2007 Anteile an einer Druckerei der FDP erworben und 1,1 Millionen Euro investiert haben. Die Summe aller Verträge betrage 2,5 Millionen Euro.

Nachdem sich der Gauselmann-Vertraute beteiligt hatte, habe die FDP-Druckerei von der Bundespartei Firmengebäude und -gelände gekauft. Gekostet hätten die Immobilien eine Million Euro – das sei etwa das Doppelte ihres eigentlichen Werts gewesen.

Zudem bezweifelten laut der Redaktion von Monitor Wirtschaftsexperten den unternehmerischen Sinn der Beteiligung an der FDP-Druckerei. Die Rendite habe weit unter einem Prozent gelegen. Als der Gauselmann-Berater von den Recherchen des Fernsehmagazins erfuhr, wurde er als Mitgesellschafter der FDP-Tochterunternehmen von einem langjährigen Parteimitglied abgelöst.

"Das wird die Bundestagsverwaltung zu klären haben"

Die Firma Gauselmann wollte sich nach Anfragen von Monitor nicht äußern. Auch die FDP beantwortete keine Fragen des ARD-Magazins, die Partei verwies lediglich darauf, dass man sich "strikt an das Parteienrecht" halte.

Das sehen viele Experten anders. Monitor zitiert die Parteienrechtler Martin Morlok und Ulrich Battis. Sie äußern den Verdacht, es handele sich um eine verdeckte Spende , die gegen das Parteienrecht verstoße. "Das wird die Bundestagsverwaltung zu klären haben", sagte Morlok. Auch LobbyControl kritisierte die Transaktion . Der Verein hinterfragt politische Machtstrukturen in Deutschland und EU und setzt sich für mehr Transparenz ein. "Der Fall zeigt, dass das Beteiligungsvermögen der Parteien ein Dunkelfeld ist, in dem die Geldströme überhaupt nicht sichtbar sind", sagte LobbyControl- Geschäftsführer Ulrich Müller .