GesetzesinitiativeBundesrat stimmt für die Frauenquote

In Unternehmensvorständen soll nach dem Willen der Länderkammer künftig ein fester Anteil Frauen sitzen. Doch die Initiative ist zum Scheitern verurteilt. von afp

Der Bundesrat tritt für eine gesetzlich festgelegte feste Frauenquote für Spitzenjobs in großen Unternehmen ein. Die Länderkammer stimmte für eine entsprechende Gesetzesinitiative.

Im Bundesrat fand die Initiative eine Mehrheit, weil auch die großen Koalitionen unter Führung der CDU im Saarland und Sachsen-Anhalt dafür votierten.

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Dem Entwurf des Landes Hamburg stimmten auch alle von SPD , Grünen und Linken regierten Länder zu. Die Einführung einer Frauenquote soll demnach in zwei Stufen erfolgen: ab Januar 2018 eine Mindestquote von zunächst 20 Prozent und ab Januar 2023 eine Mindestquote von 40 Prozent.

Nach dem Bundesratsbeschluss soll nun auch der Bundestag den Entwurf behandeln. Ein Gesetz käme aber nur zustande, wenn auch das Parlament zustimmt, was wegen der Mehrheitsverhältnisse aber unwahrscheinlich ist.

Allerdings wird innerhalb der Union eine feste Quote etwa auch von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und einigen anderen Politikern befürwortet. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) setzt hingegen auf eine sogenannte Flexiquote , bei der Unternehmen ihre eigene Quote festlegen und diese dann erfüllen müssen. Auch die FDP-Führung ist gegen eine starre Frauenquote.

Auch auf EU-Ebene gibt es Initiativen für eine Frauenquote. Mehrere Staaten lehnen sie aber ab.

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Leserkommentare
    • S0T86
    • 21. September 2012 12:57 Uhr

    Hat also wieder die Irrationalität gegen die Vernunft gesiegt. Deutschland wird damit kein Stück gerechter. Im Gegenteil.

  1. ...,dass es einen Grund haben könnte, dass so wenige Frauen und so viele Männer in diesen Possitionen sitzen? Frauen bekommen nunmal Kinder und sind weniger belastbar als Männer. Warum wollen alle immer die Gleichstellung von Geschlechtern die viel zu unterschiedlich sind um gleichgestellt zu werden?

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    • msch
    • 21. September 2012 14:45 Uhr

    Sie schreiben: "Frauen bekommen nunmal Kinder und sind weniger belastbar als Männer"
    Müsste es nicht viel mehr heissen: Frauen bekommen nunmal Kinder und sind deshalb belastbarer als Männer. Darüber hinaus sind Frauen besser qualifiziert, (Studienquoten) zielstebebiger und besser organisiert.

    Daher wird sich die Quote für Frauen in einigen Jahren erledigt haben, die Männer werden Quoten brauchen damit sie überhaupt noch einen Job finden.

  2. Gesetzlich verordnete Ungerechtigkeit im Namen der Gerechtigkeit.

    Eine Quote ist immer ungerecht, da sie Leistungen einfach ausblendet. Aber wenn schon Quoten, dann sollten diese sich nach der Geschlechterverteilung innerhalb des Unternehmens richten, andernfalls werden Frauen in "Männerbranchen" gegenüber ihren Kollegen extrem übervorteilt.

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    Grundgesetz (Art. 3 Abs. 3) :
    "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."

    Ich sehe bei einer Ergebnisquote ein Widerspruch zum GG Art. 3.
    Man stelle sich vor ich würde in der Justiz eine Ergebnisquote bei Gefängnisstrafen fordern (also 50% der Insassen sollen weiblich sein). Wäre dies der Chancengleichheit vor Gericht dienlich?
    Daher ist aus meiner Sicht eine Chancengleichheit nicht durch eine festgeschriebene Ergebnisgleichheit in Konformität mit dem GG zu erreichen.

    Es würde mich freuen, wenn Juristen klären können, ob dieser Ansatz mit dem Grundgesetz kompatibel ist.
    Die Vorgabe eines Planziels erzeugt keine Chancengleichheit, es sei denn man hat wissenschaftlich fundierte Zahlen, die belegen, dass 50% der qualifizierten Personen weiblich sind.

    aber gegen die Jahrhunderte alte Diskriminierung von Frauen haben Sie nichts, gell?

    • DerDude
    • 21. September 2012 13:22 Uhr

    Wählt die Piraten oder die FDP.

    Wer CDU, SPD, Grüne oder Linke wählt, braucht sich nach der Bundestagswahl nächstes Jahr über eine Quote auch nicht zu beschweren...

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    • boxxer
    • 22. September 2012 10:41 Uhr

    Es sei denn, man will ein "weiter so"!

  3. Es geht hier nicht darum, dass Männer und Frauen zu unterschiedlich sind. Aber wie meine BetreuerIN (CFO in einem Unternehmen mit 3000 MA) so schön zu sagen pflegt:

    "Wenn die was drauf hätten, würden sie es auch ohne gesetzlich vorgeschriebene Quote schaffen."

    Wie stolz und erfüllend ist es denn als Frau, mit dem Gabelstapler auf Führungsebene gehievt zu werden ?

    Natürlich spielt Kinderwunsch auch eine Rolle, es ist nicht einfach einen CxO einfach mal so schnell zu ersetzen, aber im Grunde geht es doch darum, dass für Frauen die nicht kompetent genug für einen Job sind, hier eine Sprungschatze für den Rollstuhl geschaffen wird (was wohl die Stimmung bei den anderen MA nicht wirklich hebt) und der komplette Vorgang des "Hochschlafens" hinfällig wird.

    Spaß und Motivation bleiben auf der Strecke

  4. ich kann allen, die an diesem Thema interessiert sind, nur dringend empfehlen, sich bei dieser Diskussion zu beteiligen, die ich auf elerate erstellt habe. Ich hoffe wir können bisschen tiefer und längerfristiger in die materie greifen:
    http://elerate.de/discuss...

  5. Wenn man dieses Fass aufmacht, so sollte eine Männerquote im Bereich der Erziehung, der Geburtshilfe und im Sekretärendienst eingeführt werden. Eine Männerquote für Alterspflege, Friseursalons und Lehreinrichtungen.

    Dann kommen wir vielleicht einen Schritt weiter in Richtung Emanzipation.

    • AMD
    • 21. September 2012 13:31 Uhr
    8. hahaha

    darf ich mal ganz ehrlich sein?
    Warum sollten Frauen nicht genauso ungerechtfertigt und übervorteilt in Postionen gehoben werden, wie dies im patriarchalen System der detuschen Wirtschaft die letzten (gefühlten) zweitausend Jahre war?
    "Ich glaube, dass wahre Gleichberechtigung erst dann erzielt ist, wenn Frauen in politische Ämter gewählt werden, die genauso inkompetent sind, wie viele der Männer, die bereits dort sind."
    stammt nicht von mir. sondern von Maureen Reagan

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    Ich stimme Ihnen durchaus zu, dass historisch Frauen diskriminiert wurden. Nur erscheint es mir nicht gerecht, die heutigen Männer für die Bevorzugung frührer Männergenerationen zu bestrafen.

    Gerechtigkeit ist individuell, nicht kollektiv. Wäre es z.B. gerecht, wenn mir als alleinerziehendem Vater & Führungskraft eine kinderlose Frau per Quote vorgezogen wird, weil IM DURCHSCNITT Frauen einen größeren Betrag zur Kindererziehung leisten?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte CDU | Grüne | SPD | Ursula von der Leyen | Bundesrat | Bundestag
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