UrwahlBeck nimmt viele Grünen-Kandidaten nicht ernst

Der Grünen-Politiker Beck hat die Mehrheit der Urwahl-Kandidaten indirekt zum Rückzug aufgefordert. Nur Roth, Trittin, Künast und Göring-Eckhardt hätten Chancen.

Der Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck

Der Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, Volker Beck

Vor dem Auftakt zur Urwahl eines Grünen-Spitzenduos für die Bundestagswahl 2013 hat der Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck die Unbekannten unter den insgesamt 15 Kandidaten indirekt zum Verzicht aufgefordert. Um Spitzenkandidat zu werden, bedürfe es einer gewissen Qualität, Bekanntheit und medialen Überzeugungskraft.

Seiner Ansicht nach droht der Parteiprominenz bei der Urwahl keine Gefahr durch die zusätzlichen Kandidaten. Ernstnehmen müsse man diese elf zusätzlichen Kandidaten am Ende nicht.

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"Also die kennt in der Partei niemand und die Parteimitgliedschaft schüttelt auch schon heftig den Kopf, wie es sein kann, dass Leute glauben, sie könnten Spitzenkandidat, obwohl sie noch nicht mal in der Partei bekannt sind", sagte Beck dem Radiosender NDR Info. Sie sollten sich daher überlegen, ob sie sich die Vorstellungsrunden bei der Basis antun.

Zum ersten Mal stellen sich die Kandidaten am Freitagabend in Hannover der Basis vor. Die Kandidaten für das Spitzen-Duo sollen sich in den nächsten Wochen bundesweit Fragen der Mitglieder in den Landesverbänden stellen. Bis zum 9. November soll feststehen, welche beiden Politiker die Partei im Wahlkampf führen werden.

Neben Parteichefin Claudia Roth, den Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt bewerben sich auch elf weitgehend unbekannte Vertreter der Basis.

Durch das offene Verfahren sähen manche Leute die Möglichkeit, "mal mitzureden" und "vielleicht ein bisschen bekannt oder berühmt zu werden", sagte Beck. Auf die Frage, ob es am Ende allein auf Trittin, Roth, Künast und Göring-Eckhardt hinauslaufe, entgegnete er: "Da muss schon ein Wunder passieren, wenn es nicht zweie von diesen vieren wären. Ja!"

Unbekannte Kandidaten könnten Trittin Stimmen kosten

Favorit bei der Urwahl ist Trittin. Weil aber alle elf nicht zur Parteiprominenz zählenden Kandidaten Männer sind, könnten sie vor allem ihn Stimmen kosten: Die Parteimitglieder dürfen entweder eine oder zwei Stimmen abgeben. In letzterem Fall müssen sie allerdings eine Stimme einer Frau und die andere einem Mann geben. So konkurriert Trittin in erster Linie gegen elf Männer, während die drei Frauen Roth, Künast und Göring-Eckardt sich gegenseitig Stimmen abnehmen.

Sollten am Ende zwei Frauen die meisten Stimmen haben, würden sie die Spitzenkandidatinnen und Trittin wäre nicht dabei. Gewinnen dagegen zwei Männer, dann greift die Frauenquote: Die bestplatzierte Frau würde Spitzenkandidatin neben dem erstplatzierten Mann.

 
Leserkommentare
  1. ...Jemand die letzte "Heute Show" gesehen? ;)

    4 Leserempfehlungen
  2. Basisdemokratie, einst ein hohes Gut bei den Grünen.
    Heute passè. Ein trauriges Bild geben sie ab, die Grünen.
    Wo sind die guten Ideen, die Ideale?
    Beim Mrsch durch die Instanzen haben sie sich glatt geschliffen, die Grünen, sind koalitionsfähig geworden, auch für die CDU!
    Auch die Grünen werden den Weg der FDP gehen, angepasst bis unter die 5% Hürde.
    Ich weine ihnen keine Träne (mehr) nach.

    26 Leserempfehlungen
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    ... vor dem Exitus bitte bitte erst diese Pipiraten !

    ... vor dem Exitus bitte bitte erst diese Pipiraten !

  3. Ist wie Özdemir, Roth, Trittin, Künast und Göhring-Eckhardt der CDU viel näher als das sie es zugeben würden.

    Beck (Homosexualität) Özdemir (Islam), Künast (Genderismus), Roth (weiss sie selbst nicht / Parteikarriere) und Göhring-Eckhardt (Evangelische Vorbeterin) vertreten Position die bereits in einem Großteil der CDU/SPD Volkspartei drin ist.

    Wirklich "Links" kann sich wirklich keiner der genannten mehr nennen.

    Alle haben gemeinsam das sie sich für die "legale" Beschneidung von Knaben, Angriff in Syrien und Pro Religion stellen.

    Daher würde es mich wirklich umhauen wenn ein wirklich Linker Grüner wieder an der Front stehen würde.

    Die Basis hat die Wahl.

    17 Leserempfehlungen
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    wann versteht es die Leseschaft hier endlich?

    Latte Machiatto, Bentley und Gewissen beruhigen: das ist die moderne GRüne partei

    wann versteht es die Leseschaft hier endlich?

    Latte Machiatto, Bentley und Gewissen beruhigen: das ist die moderne GRüne partei

  4. was die Grünen von anderen Parteien unterschieden hat.

    6 Leserempfehlungen
  5. Ich finde es sehr positiv, dass sich bisher relativ unbekannte Personen auf die wichtigen Posten bewerben. Das ist gelebt Demokratie, wenn niemand mehr mitentscheiden wollte bräuchten wir für die Demokratie nicht soviel Geld auszulegen.

    Die Worte vom Herrn Beck werden ihm da im Mund etwas verdreht, allerdings sollte er sich als Führungspersönlichkeit dieser Partei etwas bedachter äußern.

    Überarbeitungswürdig ist offensichtlich die Frauenquote. Warum macht man nicht (wie doch glaube ich auch bei den Linken) einen Mann und eine Frau fest, statt die Männer hier klar zu benachteiligen?!

    Ich kritisiere oft und harsch die Journalisten, wenn eine Wahl mit mehr als einem Bewerber zur Kampfkandidatur stilisiert und der Partei Zerstrittenheit vorgeworfen wird. Danke, dass dies hier nicht geschehen ist, ein sachlicher und informativer Artikel.

    Eine Leserempfehlung
  6. Sollten am Ende zwei Frauen die meisten Stimmen haben, würden sie die Spitzenkandidatinnen und Trittin wäre nicht dabei. Gewinnen dagegen zwei Männer, dann greift die Frauenquote: Die bestplatzierte Frau würde Spitzenkandidatin neben dem erstplatzierten Mann.

    Soviel zum Thema Gleichberechtigung...

    Das ist schon ein ziemlich mieses Auswahlverfahren, dass Männer derart direkt diskriminiert. Und das von einer Partei, die sich angeblich für Gleichberechtigung einsetzt. Tja, da sind manche wohl gleicher als andere...

    17 Leserempfehlungen
  7. ...dass jemand, der / die nicht zu dem berufspolitischen Klüngelgrüppchen an der Parteispitze zählt, einfach mal so Spitzenkandidat_in werden darf.
    Was werden die Finanzmärkte dazu sagen?
    Was wird aus dem DAX, wenn da irgend eine_r daherkommt, unerfahren im demokratischen Parlamentsbetrieb, unseriös, unpragmatisch, wohl auch noch im billigen Stangen-Anzug, und dreist politisch gestalten will anstatt partikularinteresseninduzierte "Sachzwänge" zu verwalten?

    Die Grünen, eine Partei wie alle anderen auch.

    Beck ist wahrscheinlich das geworden, was er als junger Mann zutiefst verachtet hat.

    18 Leserempfehlungen
  8. 8. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich argumentativ. Danke, die Redaktion/lv

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