Energieversorgung : Regierung will Abschalten wichtiger Kraftwerke verbieten

Energiekonzerne müssen das Abschalten von Kraftwerken künftig ein Jahr im Voraus genehmigen lassen. Notfalls will die Regierung die Stilllegung verbieten.
Ein Braunkohlekraftwerk der Vattenfall AG im brandenburgischen Jänschwalde © Patrick Pleul/dpa/lbn

Die Bundesregierung will Stromengpässen im Winter vorbeugen und deshalb ein Abschalten von dringend benötigten Gaskraftwerken notfalls verbieten. Ein Gesetzentwurf sehe vor, dass Betreiber das Stilllegen von Kraftwerken in Zukunft zwölf Monate vorher mitteilen müssen und die Stilllegung nötigenfalls verboten werden könne. Das berichtete die Frankfurter Rundschau .

Dem Bericht zufolge sollen die Betreiber der Übertragungsnetze für Strom bis März 2013 zusammen mit der Bundesnetzagentur eine Liste systemrelevanter Kraftwerke erstellen. Konkret handele es sich dabei vor allem um Gaskraftwerke in Süddeutschland. Dem Entwurf zufolge könnte es um Kapazitäten von 3.900 Megawatt gehen – das entspreche etwa zehn Gaskraftwerken.

Werde die Stilllegung verboten, würden die Kraftwerke als Netzreserve betriebsbereit gehalten und nur in knappen Situationen eingesetzt. Dafür sollen die Besitzer der Anlagen eine Entschädigung erhalten. Die Kosten könnten sich dem Entwurf zufolge auf maximal 287 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Die Kosten würden die Verbraucher über die Entgelte für die Strom- und Gasnetze bezahlen.

Strommarktliberalisierung war ein Irrtum

Die Strommarktliberalisierung habe sich als Irrweg erwiesen, sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. "Nun muss die Regierung vor den physikalischen Realitäten kapitulieren und bereitet die Rückkehr in die staatliche Energieplanwirtschaft vor", sagte er.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) forderte angemessene Konditionen. Die Energiewirtschaft brauche zudem Planungs- und Investitionssicherheit und kein gesetzliches Provisorium, sagte VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck.

Durch die Förderung von Ökostrom wird der Betrieb von Gas- und Kohlekraftwerken zunehmend unrentabel. Gerade im Winter wird die Leistung dieser Kraftwerke aber vorerst noch benötigt, da in dieser Zeit mehr Energie verbraucht und weniger Ökostrom produziert wird.

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Kommentare

35 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Staatsbetriebe

über tausende Faktoren ist die Energieversorgung staatlich kontrolliert, mit der teuren Infrastruktur, nur ein Netz ist sowieso kein richtiger Wettbewerb möglich,

aber der Gewinn, die Aktien, die Managementstruktur, Vorstand usw.,
all das soll schön privat bleiben..

Lizenz zum Gelddrucken auf Kosten der Allgemeinheit,
vom Staat wissentlich geduldet

Physik kann man nicht verstaatlichen!

schwenken sie ruhig weiter Ihre rote Fahne, nach dem Motto " Junkerland in Bauernhand" ääh, pardon
"Strom den Hütten, die Rechnung den Palästen".

Das sind doch nur die natürlichen Aversionsreflexe, wenn das wort Grosskonzerne in einer Diskussion auftaucht, Insofern mach ich Ihnen keinen Vorwurf

An den technischen oder physikalischen Gegebenheiten des Projektes "Grünstrom für alle" ändert das nichts.

Da wurde hier auch in vielen Threads mit den Grünstromverrrückten auch schon ausgiebig diksutiert.

Das Ende vom Lied ist, dass Strom VIEL MEHR KOSTET als bisher und VIEL MEHR als notwendig, egal ob verstaatlicht oder privat.

Das zwangsweise betreiben von Kraftwerken
- obwohl unrentabel
- weil GRünstrom den konventionellen Strom verdrängt
- Weil Zwangseinspeisung und Zwangsvorfahrt
- weil verzerrung der Märkte
- Weil wir ja schon verstaatlicht über EEG bezahlt haben

ist doch nur eine weitere Szene in dieser Burlesque

MFG