Langes Studium, hektische Arbeitstage und große Verantwortung – gemessen an der Leistung werden Allgemeinmediziner zu schlecht bezahlt, schreibt Leser Hans Dampfer.
Meine Frau ist eine erfahrene Allgemeinmedizinerin und seit einigen Monaten in einem großen medizinischen Versorgungszentrum angestellt. Sie leitet ihre Praxis eigenverantwortlich und selbstständig, das Zentrum übernimmt die Kosten für die Praxismiete, das Praxispersonal, für Abschreibungen und Verwaltung. Sie verdient 2.500 Euro netto im Monat bei zehn Stunden Arbeit am Tag – plus zirka 600 Euro brutto für Privatpatienten. Mehr gibt ihre Praxis trotz ihrer großen Patientenzahl nicht her.
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Meine Frau unterliegt dem Zwang der sogenannten Drehtürmedizin: In der Allgemeinmedizin beträgt das Honorar, das die Kassen pro Patient im Quartal zahlen, nur 40 Euro – egal, ob ein Patient ein Mal oder zehn Mal vorbeikommt. Ärzte, die weniger Patienten behandeln, weil sie sich intensiver um sie kümmern wollen, schneiden schlechter ab.
Nur fünf Minuten Zeit pro Patient sind bei meiner Frau keine Seltenheit, damit sie auf ihre Honorare kommt. Wären die Honorare höher, könnte sie die Zahl der Patienten senken und sich mehr Zeit nehmen. Honorarsteigerungen würden also direkt den Patienten zugute kommen.
Langes Studium, viel Verantwortung
Den Arztberuf kann man nicht mit anderen Berufen vergleichen. Zum einen haben Ärzte, wenn sie schnell sind, erst mit 26 Jahren das Studium abgeschlossen. Zum anderen müssen die Absolventen dann noch Ihren Facharzt machen, den haben sie meist nicht bevor sie 32 sind. Dieser Titel ist mittlerweile Voraussetzung dafür, sich als Arzt niederlassen zu dürfen. In anderen Berufsfeldern ist die Selbständigkeit viel schneller erreicht.
Doch die Selbständigkeit zahlt sich sich nicht aus: Im Gegensatz zu Angestellten tragen selbstständige Ärzte das unternehmerische Risiko für ihre Praxis und die Verantwortung für ihr Personal. Trotz dieses Risikos wird ihnen die Bezahlung von den Krankenkassen diktiert. Welcher Handwerker ließe sich vorschreiben, welche Beträge er in seine Angebote eintragen soll?
In Relation zu Ausbildungszeit und Verantwortung verdienen Hausärzte zu wenig. Darüber hinaus sind viele von ihnen Neid und Missgunst ausgesetzt. Deshalb wird der Beruf des Hausarztes immer unattraktiver. Auf dem Land herrscht an vielen Orten Ärzteknappheit. Immer mehr Ärzte ziehen ins Ausland, weil dort die Honorare höher sind.
Damit wir weiterhin genügend Ärzte haben, sollten sie auch in Deutschland angemessen bezahlt werden. Im Interesse der Patienten.
*Dieser Artikel wurde unter einem Pseudonym veröffentlicht. Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.






2500,- Netto halte ich in der Tat für zu wenig. Man muss sich schon fragen, ob sich so ein ein Studium in finanzieller Hinsicht überhaupt lohnt. Gleiches gilt für Psychologische Psychotherapeuten. Das hat ja manch selbstständiger Malermeister mehr.
Klar kann man sagen, dass die Geldgeilen halt in die Wirtschaft gehen sollen, aber das kann mMn nicht die Antwort sein.
Hat die Ärztekammer nicht 5500,- als durchschnittliches Netto für Allgemeinmediziner angegeben? Das finde ich persönlich schon angemessen bis sehr gut.
Hat die Ärztekammer nicht 5500,- als durchschnittliches Netto für Allgemeinmediziner angegeben? Das finde ich persönlich schon angemessen bis sehr gut.
Das ist nicht nur angemessen bis sehr gut. Das ist wahnsinnig viel. Ärzte würden sich mit so einem irrsinnig hohen Gehalt von allen anderen Berufen völlig abkoppeln. Sogar viele Ingenieure verdienen nicht annähernd so viel. Und jetzt fragt man sich mal, wer Deutschland eher groß gemacht hat: Ingenieure oder Ärzte?
Die 5500 EUR wären vielleicht gerechtfertigt, wenn davon schon allein 1500 EUR für Haftpflichtversicherung und existenziell notwendige Rücklagen draufgeht.
Hat die Ärztekammer nicht 5500,- als durchschnittliches Netto für Allgemeinmediziner angegeben? Das finde ich persönlich schon angemessen bis sehr gut.
Das ist nicht nur angemessen bis sehr gut. Das ist wahnsinnig viel. Ärzte würden sich mit so einem irrsinnig hohen Gehalt von allen anderen Berufen völlig abkoppeln. Sogar viele Ingenieure verdienen nicht annähernd so viel. Und jetzt fragt man sich mal, wer Deutschland eher groß gemacht hat: Ingenieure oder Ärzte?
Die 5500 EUR wären vielleicht gerechtfertigt, wenn davon schon allein 1500 EUR für Haftpflichtversicherung und existenziell notwendige Rücklagen draufgeht.
Ich gönne meinem Doktor schon mehr Geld - aber seinen Hilfen auch, die mich freundlich begüssen. Insbesondere für die Arbeit, dir dir als Doktot leisten, und nicht als Abrecgnungs-Künstlerr.
"Sie verdient 2.500 Euro netto im Monat bei zehn Stunden Arbeit am Tag – plus zirka 600 Euro brutto für Privatpatienten"
Gemessen an Abgeordneten ist das freilich nicht viel. Und gmessen an anderen "Standard-Selbstständigen" vielleicht auch nicht. Gegenüber der Masse der "Selbstständigen" (Geschäftsinhabern oder dgl., von "Schein-Selbstständigen gar nicht erst zu reden) aber schon. Wer kommt als Ingenieur mit zusatz-Qualifikationen und Berufserfahrung schon auf 2.500 NETTO?
Wenn Sie und Ihre Frau sich jedoch als Teil von "uns - der Abhängig Beschäftigten" begreifen würden, und nicht als Gegner, dann könnten wir uns gemeinsam mit denen beschäftigen, die "uns allen" die Verfügungsgealt über das von uns erarbeitete Geld entzogen haben - unter dem Namen wie "der Staat" oder "der überbordende Sozial-Staat".
Dann könnten wir, die Beitragszahler, auch mehr für Sie, die "arbeitenden Ärzte" tun. Und Ihre Frau dann swohl als auch.
es nicht auf etwas über 50.000 Brutto im Jahr schafft, der sollte sich dringend mal selbst Hinterfragen, denn er liegt unter dem, was laut IG Metall ein durchschnittliches Einstiegsgehalt ist http://www.igmetall4you.d...
... für eine 50 (!) stunden woche IST wenig. dieser jener ingenieur, der für dieses geld so viel arbeitet, ist selber schuld.
es nicht auf etwas über 50.000 Brutto im Jahr schafft, der sollte sich dringend mal selbst Hinterfragen, denn er liegt unter dem, was laut IG Metall ein durchschnittliches Einstiegsgehalt ist http://www.igmetall4you.d...
... für eine 50 (!) stunden woche IST wenig. dieser jener ingenieur, der für dieses geld so viel arbeitet, ist selber schuld.
Viele Hausärzte haben höhere Honorare verdient - Ja.
Aber nicht durch höhere Budgets seitens der Krankenkassen sondern durch eine gerechtere, leistungsorientierte Verteilung. An dieser Verteilung aber wirken maßgeblich die Ärztekammern mit.
Eine gießkannenartige Erhöhung der Honorare lehne ich ab!
... bekommen pro Quartal bis zu 3 x 6000 = 1.800 Euro pro Versicherten (Beitragsbemessungsgrenze x 15,5%). Davon bekommt der Hausarzt also 40 Euro, egal wie häufig der Patient kommt. Er darf auch pro Patient nur Medikamente für durchschnittlich max. 40 Euro verschreiben, sonst droht der Regress.
Wo bleibt der Rest des ganzen Geldes? Vielleicht bei den AOK-Kochkursen? Viel spricht dafür, dass vor allem die gesetzlichen Krankenkassen unwirtschaftlich arbeiten. Man kann nur von Glück reden, dass es zwei konkurrierende Systeme gibt (Privat und gesetzlich). Bei einem Monopol der gesetzlichen Kassen, in das alle einzahlen (sog. Bürgerversicherung), ginge die Geldverschwendung erst richtig los (siehe auch öffentlich-rechtlicher Rundfunk).
... bekommen pro Quartal bis zu 3 x 6000 = 1.800 Euro pro Versicherten (Beitragsbemessungsgrenze x 15,5%). Davon bekommt der Hausarzt also 40 Euro, egal wie häufig der Patient kommt. Er darf auch pro Patient nur Medikamente für durchschnittlich max. 40 Euro verschreiben, sonst droht der Regress.
Wo bleibt der Rest des ganzen Geldes? Vielleicht bei den AOK-Kochkursen? Viel spricht dafür, dass vor allem die gesetzlichen Krankenkassen unwirtschaftlich arbeiten. Man kann nur von Glück reden, dass es zwei konkurrierende Systeme gibt (Privat und gesetzlich). Bei einem Monopol der gesetzlichen Kassen, in das alle einzahlen (sog. Bürgerversicherung), ginge die Geldverschwendung erst richtig los (siehe auch öffentlich-rechtlicher Rundfunk).
verdiente fast jeder mehr Geld.
Wie wäre es mit Lokführer, Polizist, Feuerwehrmann, Soldat.
Ok, die haben kein langes Studium, aber Philosophen, Historiker etc.
sicher sind die Zeiten vorbei, wo man als Wald und Wiesenarzt Porsche fahren konnte. Aber mal ehrlich, ich habe noch keinen Arzt am Hungertuch nagen sehen. Bei anderen selbstständigen Berufsgruppen mit akademischen Hintergrund wie Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater,Bauingeneure gibt es aber sehr wohl den ein oder anderen Freiberufler der sich nach der Decke strecken muß und nicht durch ein undurchsichtiges Abrechnungssystem mit Krankenkassen weich abgefedert wird.
Und Ärzte auch Allgemeinmediziner gehören immer noch zu den priviligierten Besserverdienenden von den Fachärzten und Zahnärzten ganz zu schweigen.
Ich habe auch 2.500 Euro netto im Monat, Steuerklasse 1, keine Kinder. Ich habe einen Hauptschulabschluß, Handwerkslehre, teure Zusatzausbildung. Ich bin nicht selbstständig, arbeite nur 38 Stunden in der Woche und bin in einem mittelständischen Unternehmen angestellt.
Das sagt vor allem eines aus: Derartige Zahlenspielereien sind unsinnig, weil sie nichts aussagen.
Wenn 99 Angestellte 2.000 Euro im Monat verdienen und 1 Angstellter 30.000 Euro im Monat, dann verdient dennoch keiner von ihnen 2.280 Euro, was der Durchschnitt wäre.
Wenn ein Arzt mit Kassenpatienten zu wenig verdient, soll er eben keine behandeln. Wenn ein Arzt Privatpatienten besser behandelt als Kassenpatienten (schnellere Termine, mehr Zeit), dürfen sich die Kassenpatienten aber auch nicht beklagen. Wer nur Economy bezahlt, darf nicht erwarten genauso behandelt zu werden wie jener, der First Class bezahlt.
Wenn es denn so wäre, dass Kassenpatienten nur Economy zahlen würden, ist aber nicht so. Klar es hängt vom Einkommen und Steuerklasse ab. Aber leider ist es in unserem System so, dass jemand der viel verdient sich zu günstigeren Tarifen als in GKV privat versichern kann - also Economy zahlt- und trotzdem FirstClass bekommt. Während jemand der an kurz vor der Beitragsermessungsgrenze für die PKV liegt FirstClass zahlt, aber nur Economy bekommt. Er hinkt der Vergleich. Am besten wäre es wohl ein gesetzliches System ohne private Tarife, dann gäbe es keine Zweiklassenmedizin.
Nur sind wir soweit noch nicht. Schließlich müssen die Versicherungen mit Anhang auch von was leben. (siehe Rentendiskussion)
Wenn es denn so wäre, dass Kassenpatienten nur Economy zahlen würden, ist aber nicht so. Klar es hängt vom Einkommen und Steuerklasse ab. Aber leider ist es in unserem System so, dass jemand der viel verdient sich zu günstigeren Tarifen als in GKV privat versichern kann - also Economy zahlt- und trotzdem FirstClass bekommt. Während jemand der an kurz vor der Beitragsermessungsgrenze für die PKV liegt FirstClass zahlt, aber nur Economy bekommt. Er hinkt der Vergleich. Am besten wäre es wohl ein gesetzliches System ohne private Tarife, dann gäbe es keine Zweiklassenmedizin.
Nur sind wir soweit noch nicht. Schließlich müssen die Versicherungen mit Anhang auch von was leben. (siehe Rentendiskussion)
Es sind doch nicht 2500 Euro netto, sondern es dürfte eher auf etwa 2900 Euro netto hinauslaufen, die 600 Euro Brutto von den Privatpatienten kommt doch noch drauf. Und die Kosten und Risiken für Personal und Praxis übernimmt das Versorgungszentrum. Die Arbeitsstelle ist also eher mit einem Angestelltenverhältnis zu vergleichen als mit einer selbstständigen, unternehmerischen Tätigkeit. Dort würde das dann auf einen Bruttolohn etwas über 60.000 Euro im Jahr hinauslaufen, schlecht bezahlt ist das nicht wirklich. Auch promovierte Geisteswissenschaftler können von so einem Gehalt häufig nur Träumen. Ingenieure können solche Gehälter erreichen, aber liegen teilweise auch deutlich darunter. Und W3 Professoren liegen auf recht ähnlichem Niveau.
...allerdings auch kein Betrag, der den Klischees der Bevölkerung von den reichen Ärzten entspricht. Wenn ich das richtig verstehe, trägt die Frau aber auch kein unternehmerisches Risiko, da sie Angestellte ist. Dasselbe gilt aber auch für Staatsanwälte und Richter. Mit um die 30 verdienen diese auch kaum mehr, obwohl auch bei diesen Berufsgruppen die Gesellschaft ein hohes Interesse haben sollte, dass wirklich begabte Menschen diesen Beruf ergreifen.
...allerdings auch kein Betrag, der den Klischees der Bevölkerung von den reichen Ärzten entspricht. Wenn ich das richtig verstehe, trägt die Frau aber auch kein unternehmerisches Risiko, da sie Angestellte ist. Dasselbe gilt aber auch für Staatsanwälte und Richter. Mit um die 30 verdienen diese auch kaum mehr, obwohl auch bei diesen Berufsgruppen die Gesellschaft ein hohes Interesse haben sollte, dass wirklich begabte Menschen diesen Beruf ergreifen.
Die Honorierung vieler Mediziner ist sicherlich fragwürdig und die Vergütungstruktur sollte geändert werden. Insbesondere die Pauschalabrechnung pro Patient und Quartal - gleichgültig wie viel Arbeitsaufwand der Arzt hat - ist eigentlich eine Unverschämtheit.
Dennoch stört mich in der Argumentation vieler Praxisinhaber eines gewaltig: Immer wieder wird hervorgebracht, dass sie selbständig seien, ein hohes Risiko tragen würden und daher mehr Geld bekommen sollten als derzeit. Blickt man allerdings in deren Wartezimmer sowie auf deren Terminkalender fällt auf, dass sowohl Wartezimmer als auch Terminkalender immer voll sind. - Und das ganz ohne Werbung o. ä. - Auf Grund der begrenzten Kassenzulassungen ist die örtliche Konkurrenz doch nur sehr begrenzt bis fast nicht vorhanden. - Bei welcher Selbständigkeit gibt es bitte derart paradiesische Verhältnisse? Ich kenne keine andere Branche, bei der einem die Kunden (Patienten) zulaufen, ohne dass man sich um Werbung oder günstige Angebotspreise etc. bemühen muss.
Die Vergütung der Hausärzte sollte in manchen Fällen sicherlich erhöht werden. Aber liebe Ärzte, hört bitte auf, immer Eure angebliche Selbständigkeit vorauszuschicken. Euer Einkommen ist vielleicht nicht so hoch, wie es angemessen sein sollte, aber Ihr habt auch viele Vorzüge, die sonst kein Selbständiger hat! Eines ist sicher: Euer Wartezimmer ist auch morgen wieder voll und die Kassen werden Euch auch noch in einem Jahr noch bezahlen.
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