HonorarstreitÄrzte stimmen mit großer Mehrheit für Streik

Schon bald werden viele Patienten wohl vor geschlossenen Praxen stehen: Mehrheitlich haben sich die 130.000 niedergelassenen Ärzte für einen Warnstreik ausgesprochen.

Die 130.000 niedergelassenen Ärzte wollen mit Praxisschließungen und Warnstreiks gegen das aus ihrer Sicht zu schlechte Ergebnis der Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen protestieren.

Eine Urabstimmung der freien Ärzteverbände brachte nach Angaben der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters eine überwältigende Zustimmung zu den Protestmaßnahmen. Diese sind noch im September geplant.

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Die Ärzte waren vor zwei Wochen im Schlichtungsgremium mit ihrer Forderung nach einer Anhebung der Vergütung um 3,5 Milliarden Euro gescheitert. Stattdessen verständigten sich die Kassenvertreter gemeinsam mit den unparteiischen Mitgliedern des Gremiums auf ein Plus für 2013 von 270 Millionen Euro.

Durchbruch am Wochenende?

Die Ärzte begründen ihre Forderung nach einer Steigerung um elf Prozent damit, dass es seit 2008 keine Anpassung mehr gegeben habe und ein Ausgleich für die gestiegenen Preise und die Inflation nötig sei.

Allerdings besteht noch eine Chance, die Praxisschließungen zu verhindern: Am Samstag wollen beide Seiten zu neuen Verhandlungen zusammenkommen. Vergangene Woche waren Nachverhandlungen allerdings geplatzt. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatten sich darauf verständigt, sich zunächst auf Vorstandsebene zu treffen.
 

 
Leserkommentare
    • Logeg
    • 13.09.2012 um 12:25 Uhr

    Da die (meisten) Patienten schlecht streiken können, sollten wir Beitragszahler einmal in den Zahlungsstreik treten.

    5 Leserempfehlungen
  1. von Luxusvillen, Yachten und Händler von Premierfahrzeugen in den Ausstand, wenn sie nicht mehr ihre Produkte zu dem Preis verkaufen können, den sie sich vorstellen?

    6 Leserempfehlungen
  2. Ich bin bei einem Nephrologen in Behandlung. Dieser betreut mit zwei Kollegen eine ganze Dialysepraxis mit über 50 Patienten und über einem Dutzend Angestellten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Ärzte nicht am Hungertuch nagen.

    Weiterhin arbeitet meine Cousine für eine große Zahnarztpraxis und verdient dort 4000,- brutto. Auch diesem Arzt wirds nicht schlecht gehen.

    Allerdings gibt es auch bei uns in der Stadt einen Zahnarzt, bei dem man sofort einen Termin bekommt und bei dem auch nie etwas los ist. Bei dem glaube ich kaum, dass er besonders viel verdient.

    Ich glaube, diejenigen, die den Streik unterstützen, dürften eher letztere sein. Wobei der Patient natürlich bei der Arztflut in Deutschland die Wahl hat, ob er zu einem streikenden Arzt überhaupt noch mal gehen möchte.

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    • xpeten
    • 13.09.2012 um 12:50 Uhr

    auch, wenn es sich Manche nicht vorstellen können, es gibt Menschen, die kommen mit wenig sehr gut aus, und das ganz bewusst!

    Da gehören sicher Ärzte, bei denen "nie etwas los ist" auch dazu.

    Es ist nicht so eine einfache Milchmaedchenrechnung. Viel Angestellte+viele Patienten = Viel Gehalt fuer die Aerzte.
    Dialysegeraete kosten ebenfalls und muessen abbezahlt werden, >12 Angestellte muessen auch entloehnt werden, da muessen Sie schon ordentlichen Durchsatz haben, dass Ihnen als Arzt ein Gehalt bleibt, das 'unanstaendig' sein soll.

    Die Verantwortung bei der Zahl Angestellten und vor allem Patienten ist nicht ohne (oder gibt es bei Ihnen noch ein anderes Dialysezentrum?).
    So etwas wie geregelte Arbeitszeiten sind auch ein Fremdwort, nicht zu sprechen von der aufgewendeten Zeit fuers Studium und Weiterbildung.

    Und wenn Ihnen jetzt noch ein guter Lohn bleibt (wie im Fall Ihrer Cousine - Nettoeinkuenfte sind etwas aussagekraeftiger uebrigens), dann hat es auch damit zu tun: es gibt nicht viele Aerzte, die ueber die Fachausbildung verfuegen (Stichwort: Nachfrage und Angebot).
    Oder wuerden Sie sich bei jedem unters Messer legen, Hauptsache billig?

    • xpeten
    • 13.09.2012 um 12:50 Uhr

    auch, wenn es sich Manche nicht vorstellen können, es gibt Menschen, die kommen mit wenig sehr gut aus, und das ganz bewusst!

    Da gehören sicher Ärzte, bei denen "nie etwas los ist" auch dazu.

    Es ist nicht so eine einfache Milchmaedchenrechnung. Viel Angestellte+viele Patienten = Viel Gehalt fuer die Aerzte.
    Dialysegeraete kosten ebenfalls und muessen abbezahlt werden, >12 Angestellte muessen auch entloehnt werden, da muessen Sie schon ordentlichen Durchsatz haben, dass Ihnen als Arzt ein Gehalt bleibt, das 'unanstaendig' sein soll.

    Die Verantwortung bei der Zahl Angestellten und vor allem Patienten ist nicht ohne (oder gibt es bei Ihnen noch ein anderes Dialysezentrum?).
    So etwas wie geregelte Arbeitszeiten sind auch ein Fremdwort, nicht zu sprechen von der aufgewendeten Zeit fuers Studium und Weiterbildung.

    Und wenn Ihnen jetzt noch ein guter Lohn bleibt (wie im Fall Ihrer Cousine - Nettoeinkuenfte sind etwas aussagekraeftiger uebrigens), dann hat es auch damit zu tun: es gibt nicht viele Aerzte, die ueber die Fachausbildung verfuegen (Stichwort: Nachfrage und Angebot).
    Oder wuerden Sie sich bei jedem unters Messer legen, Hauptsache billig?

  3. Die Geduld der Patienten dürfte langsam aufgebraucht sein. Da sollen die Rentner und Hartzer in den Praxen also Mitleid haben mit einer der am besten verdienendsten deutschen Berufsgruppen?

    Ich wüsste nicht, dass ein vertragliches Streikrecht vereinbart worden ist - die Praxen haben einen Versorgungsauftrag zu erbringen. Die Kassen sollten hier hart durchgreifen - wie wäre es mal mit Nichtzahlung von Honoraren oder gar mit dem Entzug der Kassenzulassung für die "Streikenden"?

    Gut, die Ärzte bilden sich ja ein, eh nicht richtig bezahlt zu werden. Da wird gezetert und gejammert, wenn ein Patient mehrmals im Quartal kommt und von den Kassen nur einmal eine Pauschale gezahlt wird. Wird hingegen die Pauschale gezahlt für Patienten, die im Quartal nur ein ausgestelltes Rezept benötigen, sieht der Arzt es als ganz selbstverständlich und gerecht an, für 2 Minuten Arbeitsaufwand die 35 Euro einzustreichen.

    4 Leserempfehlungen
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    "Die Kassen sollten hier hart durchgreifen - wie wäre es mal mit Nichtzahlung von Honoraren oder gar mit dem Entzug der Kassenzulassung für die "Streikenden"?"

    Das zeigt schon die Ahnungslosigkeit der Öffentlichkeit über die Honorarverteilung der Ärzten.

    Sowohl die Kassenzulassung als auch die Honorare werden nämlich von den kassenärztlichen Vereinigungen geregelt und nicht von den Kassen.

    "Die Kassen sollten hier hart durchgreifen - wie wäre es mal mit Nichtzahlung von Honoraren oder gar mit dem Entzug der Kassenzulassung für die "Streikenden"?"

    Das zeigt schon die Ahnungslosigkeit der Öffentlichkeit über die Honorarverteilung der Ärzten.

    Sowohl die Kassenzulassung als auch die Honorare werden nämlich von den kassenärztlichen Vereinigungen geregelt und nicht von den Kassen.

  4. sind Ärzte die einzigen Selbständigen, die ihre eigenen Kunden (und Zahler) bestreiken.
    Von Architekten, IT-Beratern und freien Handelsvertretern etc. hört man jedenfalls wenig,
    von den restlichen Selbständigen rein gar nichts.
    Ah ja, nach langem Nachdenken komme ich drauf: Die würden ja innerhalb eines Tages alle Kunden verlieren. So gemein sind die Auftraggeber.
    Gab es eigentlich schon mal einen Patientenstreik?

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    " Wenn nicht alles täuscht,

    sind Ärzte die einzigen Selbständigen, die ihre eigenen Kunden (und Zahler) bestreiken."

    Im Gegensatz zu den "meisten" Selbständigen, bekommen die Ärzte Ihre Honorare auch nicht direkt vom "Kunden (Patient)" sondern über dem Umweg der Kassen und KVs. Besonders viele der Kassen behalten ja wie bekannt vieles vom Geld ein und sind für die Mißwirtschaft im Gesundheitssystem verantwortlich. Also Ihr Vergleich hinkt.

    Alle anderen Selbständigen bekommen ja das Geld auch von ihren Kunden. Nur im Gesundheitssystem ist das was anderes. Die Beiträge werden nicht zwingend von denen gezahlt, die die Leistung in Anspruch nehmen. Die Patienten können nicht zum Arzt, die Beitragszahler bekommen dennoch volle Beiträge vom Lohnzettel abgezogen - und die Ärzte machen frei.

    " Wenn nicht alles täuscht,

    sind Ärzte die einzigen Selbständigen, die ihre eigenen Kunden (und Zahler) bestreiken."

    Im Gegensatz zu den "meisten" Selbständigen, bekommen die Ärzte Ihre Honorare auch nicht direkt vom "Kunden (Patient)" sondern über dem Umweg der Kassen und KVs. Besonders viele der Kassen behalten ja wie bekannt vieles vom Geld ein und sind für die Mißwirtschaft im Gesundheitssystem verantwortlich. Also Ihr Vergleich hinkt.

    Alle anderen Selbständigen bekommen ja das Geld auch von ihren Kunden. Nur im Gesundheitssystem ist das was anderes. Die Beiträge werden nicht zwingend von denen gezahlt, die die Leistung in Anspruch nehmen. Die Patienten können nicht zum Arzt, die Beitragszahler bekommen dennoch volle Beiträge vom Lohnzettel abgezogen - und die Ärzte machen frei.

    • xpeten
    • 13.09.2012 um 12:50 Uhr

    auch, wenn es sich Manche nicht vorstellen können, es gibt Menschen, die kommen mit wenig sehr gut aus, und das ganz bewusst!

    Da gehören sicher Ärzte, bei denen "nie etwas los ist" auch dazu.

    Antwort auf "Arzt ungleich Arzt"
  5. "Die Kassen sollten hier hart durchgreifen - wie wäre es mal mit Nichtzahlung von Honoraren oder gar mit dem Entzug der Kassenzulassung für die "Streikenden"?"

    Das zeigt schon die Ahnungslosigkeit der Öffentlichkeit über die Honorarverteilung der Ärzten.

    Sowohl die Kassenzulassung als auch die Honorare werden nämlich von den kassenärztlichen Vereinigungen geregelt und nicht von den Kassen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Unverschämtheit"
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    "Sowohl die Kassenzulassung als auch die Honorare werden nämlich von den kassenärztlichen Vereinigungen geregelt und nicht von den Kassen."

    Darin liegt ja auch ein Teil des Problems - wenn die KV als quasi berufsständische Vereinigung auch noch die Bezahlung ihrer Mitglieder festlegt. Wo gibts sowas sonst noch, dass man selbst über sein Gehalt entscheidet? In deutschen Parlamenten vielleicht noch ...

    Die sich benachteiligt fühlenden Allgemeinmediziner sollten lieber mit den KV an der Verteilung der Kassengelder arbeiten, wenn sie sich benachteiligt fühlen, da offensichtlich viele Facharztgruppen Spitzenverdiener sind. Stattdessen wollen sie Mitleid erheischen und tragen ihre Probleme (auf hohem Niveau) auf dem Rücken der Patienten aus.

    "Sowohl die Kassenzulassung als auch die Honorare werden nämlich von den kassenärztlichen Vereinigungen geregelt und nicht von den Kassen."

    Darin liegt ja auch ein Teil des Problems - wenn die KV als quasi berufsständische Vereinigung auch noch die Bezahlung ihrer Mitglieder festlegt. Wo gibts sowas sonst noch, dass man selbst über sein Gehalt entscheidet? In deutschen Parlamenten vielleicht noch ...

    Die sich benachteiligt fühlenden Allgemeinmediziner sollten lieber mit den KV an der Verteilung der Kassengelder arbeiten, wenn sie sich benachteiligt fühlen, da offensichtlich viele Facharztgruppen Spitzenverdiener sind. Stattdessen wollen sie Mitleid erheischen und tragen ihre Probleme (auf hohem Niveau) auf dem Rücken der Patienten aus.

  6. Votair sagte mal die Kunst der Medizin ist es den Patienden so lang zu unterhalten bis der Körper sich von selbst heilt.
    Jedem anderne Entertainer werden Millionen nachgeworfen aber mein Ärzten kommt die Neiddebatte auf.
    So viele Hypochonder und Wikipediapatienden wie in Deutschland gibt es nirgendwo sonst.
    Aber nein, für eine elfjährige Berufsausbildung mit permanenter Weiterbildungspflicht sollte man auch nicht mehr bekommen als ein Briefträger der PIN.
    Das Problem ist eher, daß andere Akademiker, besonders Lehrer, eher unterirdisch bezahlt werden.
    Und jeder der jetzt Argumentiert, daß das bissl Sitzfleisch zum Auswendiglernen so viel Geld nicht wert ist, kann es doch fix auch machen und das gleiche Gehalt einstreichen.

    Immer dieses undifferenzierte Berufsgruppenbashing. Man könnte denken man ist in der Kommentarabteilung der Bildzeitung gelandet.

    PS: Nein ich bin weder Arzt noch FDP-Politiker.

    4 Leserempfehlungen
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    "unterirdisch" bezahlt, hmmh jaa...
    bei manchen frage ich mich, wo ihre maßstäbe
    verblieben sind

    naja an der 2 Monatspromotion kann der Anspruch der Ärzteschaft nicht begründet werden. jeder 10. Patient ist mitterlweile falsch behandelt. Oft hälfe eine Einsicht in wiki. vermutlich weiter.
    Und zu der Bezahlung der Lehrer: Jeder Lehrer hat einen Pensionsanspruch von 500 T Euro. Er hat einen festen garantierten Job mit mindestens 3000 netto nach 4 Jahren, was ein Witz ist.
    SChon allein aufgrund der beamtischen Arbeitsplatzgarantie sollte man alle Lehrer und auch ÄRzte geringer bezahlen.

    zu den 11 jahren: es sind 5, wie in jedem anderen Studium auch. die nächsten 5 werden vorzüglich fürs nixtuen vergütet.

    "unterirdisch" bezahlt, hmmh jaa...
    bei manchen frage ich mich, wo ihre maßstäbe
    verblieben sind

    naja an der 2 Monatspromotion kann der Anspruch der Ärzteschaft nicht begründet werden. jeder 10. Patient ist mitterlweile falsch behandelt. Oft hälfe eine Einsicht in wiki. vermutlich weiter.
    Und zu der Bezahlung der Lehrer: Jeder Lehrer hat einen Pensionsanspruch von 500 T Euro. Er hat einen festen garantierten Job mit mindestens 3000 netto nach 4 Jahren, was ein Witz ist.
    SChon allein aufgrund der beamtischen Arbeitsplatzgarantie sollte man alle Lehrer und auch ÄRzte geringer bezahlen.

    zu den 11 jahren: es sind 5, wie in jedem anderen Studium auch. die nächsten 5 werden vorzüglich fürs nixtuen vergütet.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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