Das niedersächsische Innenministerium hat bestätigt, dass weißrussische Sicherheitskräfte 2010 beim Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben beteiligt waren. Nach derzeitigem Kenntnisstand hätten sich drei Beamte aus Weißrussland bei der deutschen Polizei über den Verlauf des Einsatzes informiert, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Landesregierung habe erst Ende August aus Sachsen davon erfahren.

Weder das Innenministerium noch die Gesamteinsatzleitung der Polizei in Lüneburg wussten demnach über die Begleitung sächsischer Polizisten durch Milizangehörige Bescheid. Oppositionsparteien und Bürgerinitiativen hatten scharf kritisiert, dass die Weißrussen bei dem Einsatz dabei waren.

Behörden von Bund und Ländern stehen wegen ihrer Zusammenarbeit mit dem Regime des weißrussischen Diktators Alexander Lukaschenko bereits seit einigen Wochen in der Kritik. So verlangt die Opposition Aufklärung von Innenminister Hans-Peter Friedrich , wie weit Deutschland in der Kooperation bei der Ausbildung von weißrussischen Sicherheitskräften ging. Die Regierung hatte eingeräumt, dass Deutschland Weißrussland Computer- und Kameratechnik lieferte .

Die deutsche Bundespolizei und das Bundeskriminalamt hatten seit 2008 weißrussische Sicherheitskräfte geschult, unter anderem Angehörige des Grenzschutzes. Laut Innenministerium lief die Unterstützung 2011 aus, nachdem das Regime 2010 Proteste der Opposition niederschlug.