DNA-SpurenNSU soll Verbindungen zur Berliner Rocker-Szene haben

DNA-Funde und die Aussage eines Bandidos-Mitglieds legen nahe, dass es eine Verbindung zwischen dem NSU und den Rockern gibt. Eine weitere Spur führt nach Brandenburg.

Bei der Aufklärung der NSU-Mordserie geht das Bundeskriminalamt (BKA) neuen Spuren nach. Eine DNA-Analyse könnte auf Verbindungen zwischen der NSU und dem Berliner Rocker-Milieu hinweisen. Medienberichten zufolge wurden nach einer Schießerei vor dem Klubhaus der Rockerbande Bandidos im Juli Spuren gefunden, die teilweise Übereinstimmungen mit DNA-Spuren aus dem letzten Versteck des Nationalsozialistischen Untergrunds in Zwickau aufweisen. Dabei soll es sich Spiegel Online zufolge um DNA-Anhaftungen auf einer Patronenhülse handeln. Allerdings gebe es wegen der schlechten Qualität des Materials bei den Ermittlungsbehörden auch Zweifel an der Spur.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird nun geprüft, ob die zwei DNA-Spuren von ein und derselben Person stammen. Bei der Schießerei im Juli waren zwei Männer verletzt worden, die Täter konnten entkommen. Als Hintergrund wurden Auseinandersetzungen zwischen den Rockerklubs Bandidos und Hells Angels vermutet.

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Bundesanwaltschaft weist Meldungen zurück

Die Bundesanwaltschaft dementierte die Berichte allerdings. "Nach den der Bundesanwaltschaft und dem Bundeskriminalamt bislang vorliegenden Erkenntnissen sind die wenigen Merkmalsübereinstimmungen nicht als Beleg dafür geeignet, dass die Spuren von ein und derselben Person herrühren", teilte ein Sprecher der Karlsruher Behörde mit. Die bisherigen Ermittlungen hätten auch ansonsten "keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Verbindungen" zwischen den mutmaßlichen NSU-Mitgliedern und Gruppierungen aus dem Rocker-Milieu ergeben.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete hingegen von geheimen Dokumenten, die ebenfalls eine Verbindung belegten. Die Zeitung schreibt, ein Rechtsanwalt habe die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe in Erfurt bei einem Prozess gegen Bandidos-Mitglieder gesehen. Ein damaliger Angeklagter des Prozesses berichte ebenfalls über einen Kontakt zur NSU. Er sei in einer Schlägerei mit "dem besten Freund von Ralf Wohlleben" verwickelt gewesen. Wohlleben ist als mutmaßlicher NSU-Helfer angeklagt. Das Bandidos-Mitglied gab auch an, Zschäpe kennengelernt zu haben, womöglich auch Uwe Mundlos.

Eine strukturelle Zusammenarbeit der Rocker- und der Rechtsextremisten-Szene wurde bislang ausgeschlossen. Laut Spiegel Online hat Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) das Bundesinnenministerium nun gebeten, dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages den Fund zu melden.

Neonazis und kriminelle Rocker

Der Rechtsextremismus-Experte Bernd Wagner hält Verbindungen zwischen dem Nationalsozialisten Untergrund (NSU) und Rockern für möglich. Es gebe schon "seit vielen, vielen Jahren" enge Verquickungen zwischen Personen, die sowohl im politischen Rechtsextremismus als auch im Bereich der Rocker-Kriminalität aktiv seien, sagte der Gründer der Aussteiger-Initiative Exit im Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Wagner sagte, er glaube zwar nicht, dass Rocker der Hells Angels oder der Bandidos generell mit Nazi-Terroristen und deren Umfeld zusammengearbeitet hätten. "Aber es gibt Schlüsselpersonen in diesem Feld, die teilweise eine rechtsradikale bis schwer gewalttätige rechtsextremistische Vergangenheit haben und von da aus als Klammerfiguren das Ganze im Rahmen einer punktuellen Zusammenarbeit auch in einem Projekt umgesetzt haben könnten – so auch natürlich im Falle NSU."

Leserkommentare
  1. Jetzt fehlen nur noch die Mafia und die Taliban dann haben die 3 NSU Terroristen wirklich mit allen zusammen gearbeitet.
    Egal ob Staatlich, Verbrecher oder Terror Organisationen.
    Das ist das wohl ein Global Player^^

    Ist schon irre wie die Deutschen Behörden um sich schlagen und wirklich überall Schuldige suchen nur um von sich abzulenken.

    PS: der Noenazi-Zell
    Ich denke mal das ist was im ersten Satz durcheinander geraten.

    4 Leserempfehlungen
  2. wenn die Kiste (vielleicht) mal irgendwann aufgeklärt ist.

    Meine Meinung: Ich halte es praktisch für ausgeschossen, dass dieses Trio zehn Morde begeht, ohne dass BKA/VS/BND/CIA/Mossad und wie sie alle heißen, denen auf die Spur kommen. Für mich gibt es 3 mögliche Lösungen:

    a) die 3 waren es nicht, sie bekommen die morde nur in die schuhe geschoben,
    b) der verfassungsschutz wusste davon und hat sie gewähren lassen,
    c) mindestens einer der 3 war beim verfassungsschutz.

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    hätte ich noch ein

    d) Der Verfassungsschutz hat ganz bewusst die Drei ausgewählt, mit Geld, Waffen und Sprengstoff (über V-Leute) versorgt und alle Aufklärungsarbeit sabotiert!

    Gründe hierfür finden sich in der Geschichte der deutschen Geheimdienste in Celle, bei Waffen für die RAF, Mahler als Schraffmacher für die RAF der später sogar der NPD zu viel wurde oder auch bei der "Aufklärung" des Mordes an Ohnesorg - über das Warum lässt sich allerdings nur spekulieren!

    hätte ich noch ein

    d) Der Verfassungsschutz hat ganz bewusst die Drei ausgewählt, mit Geld, Waffen und Sprengstoff (über V-Leute) versorgt und alle Aufklärungsarbeit sabotiert!

    Gründe hierfür finden sich in der Geschichte der deutschen Geheimdienste in Celle, bei Waffen für die RAF, Mahler als Schraffmacher für die RAF der später sogar der NPD zu viel wurde oder auch bei der "Aufklärung" des Mordes an Ohnesorg - über das Warum lässt sich allerdings nur spekulieren!

  3. ...nebst Munition wandern ! Das habe ich hier schon so oft erzählt, dass ich versucht war, meinen eigenen Text zu kopieren.
    Der durchschnittliche Gewalttäter, egal ob ökonomisch oder politisch motiviert, besorgt sich seine Waffen nicht bei Frankonia oder Kettner, nein er geht zum Dealer seiner Wahl, im Rotlichtviertel oder einschlägig bekannten Orten. Die dort befindlichen Waffen sind schon einige Zeit im Umlauf, will sagen, sind durch hunderte von Händen gegangen und bei verschiedenen Gelegenheiten in Verwendung gewesen.
    Ist das so schwer nachzuvollziehen ?

    3 Leserempfehlungen
  4. 4. [...

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/ls

  5. Auch in Heilbronn wurden Spuren gesichert. Die outeten sich dann als die DNA einer Fachkraft der Wattestäbchen-Herstellerfirma. Also war auch sie daran beteiligt.

    • TDU
    • 22.09.2012 um 13:06 Uhr

    Das wäre keine Überraschung. Die gewalttätigen Rockerbanden und Neonazis passen gut zusammen. Strenge Hierarchie mit körpelichen Übergiffen zur Einhaltung der Disziplin, Gewaltbereitschaft mit Kriegswaffeneinsatz zur Lösung der Probleme sowie unkritischer und bündischer Zusammenhalt gegen den Rest der Welt, deren Güte nach eigenem Gutdünken und Bedürfnissen definiert wird. Die Wahl des bevorzugten Verkehrsmittels spielt da keine Rolle. Easy Rider ist nicht.

    3 Leserempfehlungen
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    • ezoo
    • 22.09.2012 um 15:15 Uhr

    Welche Kriegswaffen? Panzer? Raketen? Atombomben?
    Ich glaub, ich muss mich schnell in Sicherheit bringen.

    • ezoo
    • 22.09.2012 um 15:15 Uhr

    Welche Kriegswaffen? Panzer? Raketen? Atombomben?
    Ich glaub, ich muss mich schnell in Sicherheit bringen.

  6. “Die Affäre um einen V-Mann des Berliner Landeskriminalamts (LKA) im Zusammenhang mit der Terrorgruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) weitet sich einem Medienbericht zufolge aus. Wie das Nachrichtenmagazin “Focus” meldet, war der von dem V-Mann im Jahr 2002 belastete Rechtsextremist Jan W. aus Chemnitz den Sicherheitsbehörden längst als Kontaktmann des untergetauchten Neonazi-Trios bekannt. Laut “Focus” lagen ihnen sogar konkrete Hinweise auf ein Treffen von Jan W. mit den Terroristen im Mai 2000 in Berlin vor. Doch weder nach dem Treffen in der Hauptstadt noch nach dem Hinweis des V-Manns auf die zentrale Rolle von Jan W. schritten die Behörden ein.
    http://www.finanznachrich...

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    • TDU
    • 22.09.2012 um 13:44 Uhr

    Die Nichtübergabe einer Akte ist eben manchmal wichtiger als der Vorgang, der zu dieser Akte geführt hat. Über das Warum und Wieso darf man dann spekulieren

    • TDU
    • 22.09.2012 um 13:44 Uhr

    Die Nichtübergabe einer Akte ist eben manchmal wichtiger als der Vorgang, der zu dieser Akte geführt hat. Über das Warum und Wieso darf man dann spekulieren

    • TDU
    • 22.09.2012 um 13:44 Uhr

    Die Nichtübergabe einer Akte ist eben manchmal wichtiger als der Vorgang, der zu dieser Akte geführt hat. Über das Warum und Wieso darf man dann spekulieren

    Antwort auf "Noch eine Spur"

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