ParteistrategieDie Piraten üben Bundestag

Trotz sinkender Umfragewerte rechnen die Piraten mit dem Einzug in den Bundestag 2013. Was dort auf sie zukommt, üben sie auf einem Treffen in Essen.

In den Umfragen verliert die Piratenpartei derzeit etwas an Bedeutung. Im April lagen ihre Umfragewerte bundesweit noch bei 12 Prozent, inzwischen nähern sie sich der Fünf-Prozent-Hürde. Ungeachtet dieser sinkenden Zustimmung bereitet sich die Partei darauf vor, im kommenden Jahr in den Bundestag einzuziehen.

In Essen spielen rund 140 Mitglieder aus ganz Deutschland durch, was auf eine Piraten-Fraktion im Bundestag zukommen könnte. Eingeladen waren alle, die sich für einen Listenplatz der Partei bewerben oder darüber nachdenken, bei künftigen Piratenabgeordneten in den Büros zu arbeiten.

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Bei dem Treffen im Essener Unperfekthaus geht es daher weniger um ein eventuelles Wahlergebnis. Diskutiert werden praktische Fragen: Was zahlt man einem wissenschaftlichen Mitarbeiter? Wie geht man mit den Medien um? Wie transparent ist das Verhältnis von Partei und Fraktion? Ein Trainingslager für künftige Abgeordnete soll das aber nicht sein. Vielmehr sollen diese Fragen diskutiert werden, damit sie eine künftige Fraktion nicht unvorbereitet erwischen.

Shitstorm ist letztlich eine Form von Fraktionszwang

Besonders kontrovers ist die Debatte beim Verhältnis zwischen Partei und Medien. Matthias Schrade, Beisitzer im Bundesvorstand, twitterte beispielweise eine Aussage seines Parteikollegen, des Rechtsanwalts Markus Kompa: "'Wir haben mit unseren #gates bei SPON zwei Arbeitsplätze finanziert', sagt @kompalaw". Offensichtlich ärgern sich die Piraten über ihre Patzer und darüber, wie sie von Medien wie Spiegel Online aufgegriffen werden.

Ein etwa älterer Basispirat, der seinen Namen nicht verraten will, fordert: "Wir müssen lernen, die Sprache des Wählers zu sprechen. Und nicht nur die Sprache der Medien."

Aber auch der Umgang miteinander ist Thema. Johannes Ponader, politischer Geschäftsführer der Piratenpartei, fragt beispielsweise, ob sogenannte Shitstorms nicht lediglich eine andere Form von Fraktionszwang seien. Denn viele Entscheidungen von Führungsfiguren werden via Twitter und anderer sozialer Medien gern heftig kritisiert. Schon mehr als ein Pirat war deshalb entnervt.

Partei rechnet mit Bundestagseinzug 2013

Verbindliche Entscheidungen sind bei dem Treffen, das noch bis Sonntag geht, nicht geplant. Es ist ein sogenanntes Barcamp, eine lose Zusammenkunft von Arbeitsgruppen, die ohne Beschlussvorlagen mit völlig offenem Ergebnis diskutieren.

Aber ein bisschen Strategisches fällt doch noch ab: Mit Kleinen Anfragen in den Landtagen wollen die Piraten den Regierungen mehr als bisher auf die Finger schauen. Der nordrhein-westfälische Landeschef Joachim Paul kennt den Landtag schon und sagt: "Anfragen, ja wirklich ein geiles Mittel."

Trotz sinkender Umfragewerte kann die Partei aber durchaus damit rechnen, dass sie das Gelernte wird anwenden können. Die Institute trauen ihr bei der Wahl im kommenden Jahr zwischen 6 und 7,5 Prozent der Stimmen zu. "Es geht ja immer um die fünf plus x", sagte Piratensprecher Uwe Stein. "Wir haben ja auch die hohen Werte sehr skeptisch gesehen. Nervös sind wir zumindest nicht."

 
Leserkommentare
  1. Die Location scheint jedenfalls treffend gewählt zu sein. Nomen est omen auch beim Bar-Camp?

    Jedenfalls müssen sich die Piraten schon arg anstrengen, wenn sie nach dem letzten Fauxpas -> http://www.zeit.de/politi... noch was reißen wollen. Falls sie so weitermachen, wird's mit einem Einzug in den Bundestag jedenfalls nichts.

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    was an der Aufrechterhaltung des Rechtsstaates ein Fauxpas sein soll?

    Wenn der Staat Unrecht tun muss um Unrecht zu bekämpfen, kann das kein Recht sein.

    Nachdem Mitglieder der PIRATEN offenbar mit dem Segen von Sabine, der Bundesschutzmantelmadonna für Steuerhinterzieher, NRW-Finanzminister Walter-Borjans angezeigt haben, könnte das "Spiel" wohl im AUS enden.

    Wenigstens wissen sie, wie man sich mit "Shitstorm" gegenseitig trösten kann...

    was an der Aufrechterhaltung des Rechtsstaates ein Fauxpas sein soll?

    Wenn der Staat Unrecht tun muss um Unrecht zu bekämpfen, kann das kein Recht sein.

    Nachdem Mitglieder der PIRATEN offenbar mit dem Segen von Sabine, der Bundesschutzmantelmadonna für Steuerhinterzieher, NRW-Finanzminister Walter-Borjans angezeigt haben, könnte das "Spiel" wohl im AUS enden.

    Wenigstens wissen sie, wie man sich mit "Shitstorm" gegenseitig trösten kann...

  2. was an der Aufrechterhaltung des Rechtsstaates ein Fauxpas sein soll?

    Wenn der Staat Unrecht tun muss um Unrecht zu bekämpfen, kann das kein Recht sein.

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  3. Bei den Piraten zeigt sich eben die negative Seite einer vom Internet geprägten Welt, in der sich jeder darstellen muss und auch mit der Brechstange seine perfiden Ideen umsetzen möchte. Auch wenn man nur von 12 bis Mittag gedacht hat...

    Ach, was solls'...Über die Piraten wurde jedes Wort geschrieben - ich verschwende doch nur meine Zeit und niemanden interessierts'.

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    in einer unelektrifizierten Welt spielten die Grünen diese Rolle

    in einer unelektrifizierten Welt spielten die Grünen diese Rolle

  4. Dass sie 2013 die große Koalition bedingen werden.

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    werden in erster Linie die große Koalition bedingen.

    werden in erster Linie die große Koalition bedingen.

  5. Sowas hat doch jedes Parlament in der BRD - für Kinder.

  6. "...rechnen die Piraten mit dem Einzug in den Bundestag 2013. "
    Man sollte darauf hinarbeiten, mit "rechnen" ist es nicht getan !

    Und gerade beim Arbeiten hapert es; soviel Sympathie ich von Anfang an hegte: es scheint sich mehr und mehr zu zeigen dass es den Piraten nicht um die Sache sondern um die Organisation der Sache geht.
    Per se natuerlich nicht schlecht sich um das wie der Demokratie zu kuemmern, aber wenn das alles ist und die Loesung von Problemen jenseits der internen Organisation immer und immer wieder als "das koennen wir dann spaeter machen" beschrieben wird: bitte raeumt die politische Buehne. Schnell.

  7. in einer unelektrifizierten Welt spielten die Grünen diese Rolle

    Antwort auf "Die Piraten"
    • Mari o
    • 02.09.2012 um 0:26 Uhr

    Mehrere Mitglieder der Piratenpartei haben Strafanzeige gegen Landesfinanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) gestellt.
    angeblich habn Die Piraten keine Idee von nichts,kein Konzept Nichts.
    .....und zum Schluss da kommsse zu die Aaape.und bei denen macht ein jeder was er will.

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    Das ist das gleiche, wie mit dem Verfassungsschutz. Unzählige Millionen für V-Männer ausgegeben, die ständig etwas zu berichten hatten, aber kaum ein nennenswertes Ergebnis gebracht.

    Anstatt sich auf Steuer-CDs nur zu konzentrieren, sollte man vielleicht nachdenken, wie es anders gehen könnte und was dafür getan werden muss!

    Das ist das gleiche, wie mit dem Verfassungsschutz. Unzählige Millionen für V-Männer ausgegeben, die ständig etwas zu berichten hatten, aber kaum ein nennenswertes Ergebnis gebracht.

    Anstatt sich auf Steuer-CDs nur zu konzentrieren, sollte man vielleicht nachdenken, wie es anders gehen könnte und was dafür getan werden muss!

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