Die SPD hat von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister ( CDU ) Aufklärung über den Ursprung der Gerüchte zu Bettina Wulff gefordert. "David McAllister muss die Vorwürfe schnell aufklären", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der Bild am Sonntag . Es besteht der Verdacht, dass 2006 Gerüchte über eine Rotlicht-Vergangenheit der Ehefrau des damaligen Regierungschefs Christian Wulff gezielt aus der CDU in Hannover gestreut worden waren. Kurz vor dessen Wahl zum Bundespräsidenten seien sie unter anderem durch eine FDP-Kommunalpolitikerin verbreitet worden.

Als Wulff als Bundespräsident wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in seiner Zeit als Landesregierungschef in die Kritik geriet, gelangten auch die Gerüchte über die Vergangenheit seiner Ehefrau wieder in die Öffentlichkeit. McAllister, der Wulff nach seinem Wechsel in das Amt des Bundespräsidenten als niedersächsischer Parteivorsitzender und Ministerpräsident nachfolgte, wollte sich nicht zu dem Verdacht äußern, dass es sich bei den Gerüchten um eine parteiinterne Intrige gehandelt haben könnte.

Der Innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion , Hans-Peter Uhl , sagte zu den Unterlassungsklagen von Bettina Wulff gegen den Internetkonzern Google und den Fernsehmoderator Günther Jauch : "Wir stehen vor einem hochbrisanten Musterprozess gegen hochgradige Verleumdung und schwerste Verletzung durch das Medium Internet und der Frage, ob das alles ungesühnt hingenommen werden muss." Uhl plädierte dafür, diese Fragen juristisch "durchzuexerzieren". Mittlerweile haben 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgegeben.

Auch Modertor Jauch hat den Anspruch Wullfs auf Unterlassung unterdessen anerkannt, um den Rechtsstreit zu beenden. Google dagegen stellte klar, dass das Unternehmen im Fall Bettina Wulff nicht verantwortlich sei: "Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor – sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben." Die angezeigten Begriffe seien "das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe", sagte der Sprecher von Google-Nordeuropa, Kay Oberbeck.