VorsorgeSPD verschiebt Rentenstreit auf November

Parteichef Gabriel hat sich mit seinem Konzept nur bedingt durchgesetzt. Der Vorstand billigte es zwar im Grundsatz, der Streit um das Rentenniveau wurde indes vertagt.

SPD-Chef Gabriel am Samstag auf dem Landesparteitag der sächsischen SPD in Dresden

SPD-Chef Gabriel am Samstag auf dem Landesparteitag der sächsischen SPD in Dresden

Auf den ersten Blick ist es ein Erfolg für Sigmar Gabriel: Der SPD-Parteivorstand hat das Rentenkonzept seines Vorsitzenden bei lediglich zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen. Die von Gabriel vorgeschlagene Senkung des künftigen Rentenniveaus auf 43 Prozent des Nettolohns wurde allerdings vor der Abstimmung aus der Beschlussvorlage gestrichen. Darüber soll erst auf einem Parteikonvent am 24. November entschieden werden.

Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, soll der Vorstand um Gabriel bis dahin einen neuen Vorschlag erarbeiten. Darin wird er in der stark umstrittenen Frage des künftigen Rentenniveaus der Partei-Linken entgegenkommen müssen. Diese beharrt auf einem Rentenniveau zwischen 51 und 50,6 Prozent.

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Offen war zunächst auch, ob sich die Parteiflügel auf eine gemeinsame Linie in puncto Erziehungszeiten und der Angleichung der Rente in Ost und West einigen konnten. Auch in diesen Fragen hatten SPD-Linke noch Klärungsbedarf angemeldet.

Beschlossene Sache ist dagegen die sogenannte Solidar-Rente von 850 Euro, die laut dem SPD-Konzept jedem Arbeitnehmer mit mindestens 30 Beitrags- und 40 Versicherungsjahren zustehen soll. Wer 45 Versicherungsjahre vorweisen kann, soll ohne Einbußen mit dem 65. Geburtstag in Rente gehen können.

Generelle Kritik an den Plänen kommt vom möglichen künftigen Koalitionspartner der SPD, der Linkspartei. Sie wirft den Sozialdemokraten vor, ihre Rentenpläne nach den möglichen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 auszurichten. "Rentenpolitik muss sich an den Menschen im Land orientieren und nicht an den Kanzlerkandidaten in der eigenen Partei", sagte der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Matthias Birkwald. In dem Fall "wird da nichts Vernünftiges rauskommen". Damit verhöhne die Spitze die SPD-Partei-Linke ebenso wie die Menschen, die allen Grund hätten, sich vor Altersarmut zu fürchten.

Gabriel selbst sprach im Anschluss an die Vorstandssitzung von einer "leidenschaftlich geführten dreieinhalbstündigen Debatte" im SPD-Führungsgremium. Es sei richtig, dass die SPD den Kampf gegen die Altersarmut aufgenommen habe. Union und FDP seien nach einem zaghaften Versuch von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei dem Thema sofort wieder abgetaucht.

 
Leserkommentare
  1. wer es bezahlen soll.

    Frau Kraft übt sich schonmal als K-Kandidatin bei Jauch im unkonkreten BlaBla und Schlagwörter so oft wie möglich benutzen (Soziale Gerechtigkeit, Preventative Sozialpolitik) anstatt konkret zu werden.

    Soll sich doch die SPD spalten in eine Steinmeier PD, Steinbrück PD und Sigmar PD und getrennt an den Start gehen.

    Wiedermal nichts neues von der SPD.

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  2. Ja, glauben Sie eigentlich ernsthaft, wenn zig Rentner in der Altersarmut versinken, dass das für den Staat dann günstiger wird, wenn der gezwungen ist die Renten aufzustocken?

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  3. sicher und hat sogar 45 Beitragsjahre.

    Welche Rente bekommt er oder Sie dann ??

    Hallo geht`s noch ; wenn mann heute durchgehend ca. 2500 brutto braucht um auf 850 € zu kommen;

    dann können doch alle unterhalb dieses Durchschnitts gleich zu Hause bleiben.

    Dann würde aber vieles in diesem Lande nicht mehr funktionieren!!!!!!!!!!!!!

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    Seit Blüm ist die Rente ja sicher;nur in welcher Höhe noch nicht!!!!!!!!

    Seit Blüm ist die Rente ja sicher;nur in welcher Höhe noch nicht!!!!!!!!

  4. Seit Blüm ist die Rente ja sicher;nur in welcher Höhe noch nicht!!!!!!!!

    • Moika
    • 24.09.2012 um 15:16 Uhr

    wenn ich nicht mehr weiterweiß,
    dann bild ich einen Arbeitskreis...

    Frohes Gelingen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ansonsten schreit es wieder nach Ungerechtigkeit.

    1.: 45 Beitragsjahre unterhalb von 2500€ brutto = fulltime
    Rente weniger als 850 € kann nicht sein

    2.: 30 Beitragsjahre fulltime oder halbtags egal welcher
    Beitrag 850€ kann auch nicht sein

    3.: Langzeitarbeitslose, ungewollt und/oder z.T. gewollt
    nach langer Zeit ähnlich viel weil der Sozialsatz
    ähnlich ist, wäre aus dem Gerechtigkeitsprinzip
    ebenfalls schwer nachvollziehbar.

    usw. usf. ect. pp

    ansonsten schreit es wieder nach Ungerechtigkeit.

    1.: 45 Beitragsjahre unterhalb von 2500€ brutto = fulltime
    Rente weniger als 850 € kann nicht sein

    2.: 30 Beitragsjahre fulltime oder halbtags egal welcher
    Beitrag 850€ kann auch nicht sein

    3.: Langzeitarbeitslose, ungewollt und/oder z.T. gewollt
    nach langer Zeit ähnlich viel weil der Sozialsatz
    ähnlich ist, wäre aus dem Gerechtigkeitsprinzip
    ebenfalls schwer nachvollziehbar.

    usw. usf. ect. pp

  5. ansonsten schreit es wieder nach Ungerechtigkeit.

    1.: 45 Beitragsjahre unterhalb von 2500€ brutto = fulltime
    Rente weniger als 850 € kann nicht sein

    2.: 30 Beitragsjahre fulltime oder halbtags egal welcher
    Beitrag 850€ kann auch nicht sein

    3.: Langzeitarbeitslose, ungewollt und/oder z.T. gewollt
    nach langer Zeit ähnlich viel weil der Sozialsatz
    ähnlich ist, wäre aus dem Gerechtigkeitsprinzip
    ebenfalls schwer nachvollziehbar.

    usw. usf. ect. pp

  6. wer soll das bezahlen.

    Wir werden hier in Deutschland keinen Rentner verhungern lassen, hoffe ich wenigstens. Die Rente auch die 850 Euro) reichen trotz Pflegeversicherung nicht einmal für die Hotelkosten eines Pflegeheims.

    Kaum ein kleiner Prozentsatz erreicht die 2500 Euro Brutto und die Pflichtjahre sind auch für die Meisten jüngeren gar nicht zu erreichen. Das Ganze Konzept ist doch nur Augenwischerei.

    Wir erreichen mit solchen Rentenkonzepten doch lediglich eine Aufrechterhaltung von möglichst viel Bürokratie. Eine Mindestrente ohne Wenn und Aber würde sicher die paar Euro über Hartz4 finanzieren, wenn der Wasserkopf entlassen wird.

  7. Für geschätzte 70% der Bevölkerung heisst das 43% Niveau nach Renteneintritt:
    - Miete/ Wohnkosten können nicht mehr bezahlt werden
    - Energiekosten können nicht mehr bezahlt werden (Kühlschrank, Waschmaschine, Heizung)
    - Vernünftiges Essen kann nicht mehr bezahlt werden
    - Auto kann nicht mehr finanziert werden
    - Von würdevoller Kleidung ganz zu schweigen (ausser Billigläden die in Billiglohnländern unter sklavenhalterischen Bedingungen produzieren lassen)
    - Enkel können nicht mehr unterstützt werden --> soweit zum Gerede der Generationenverantwortung
    - Treffen in Cafe´ oder Kneipen als gesellschaftliches notwendiges Ereignis fallen flach
    - die heute boomende 'Urlaub im Ruhestand'-Industrie fällt weg

    Wer will denn ernsthaft so eine Lösung als rentenpolitische Großtat feiern?
    Vorschlag meinerseits: 60% des letzten Nettolohns und komplette Steuerbefreiung (incl. Umsatzsteuerbefreiung).

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle dpa, dapd, Reuters
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