SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück © Rainer Jensen/dpa

Bei Sozialdemokraten, aber auch Grünen und FDP ist die Nominierung Peer Steinbrücks zum Kanzlerkandidaten der SPD bei der Bundestagswahl 2013 auf viel Zustimmung gestoßen. Doch innerhalb der SPD wird auch Druck auf den früheren Bundesfinanzminister ausgeübt. Die SPD-Linke forderte Steinbrück zur Einhaltung von Parteitagsentscheidungen auf. "An die Parteibeschlüsse etwa zur Vermögenssteuer oder zur Abgeltungsteuer ist auch ein Kanzlerkandidat gebunden", sagte die Sprecherin der SPD-Linken, Hilde Mattheis, der Frankfurter Rundschau .

Auch in der Debatte über das SPD-Rentenkonzept seien "Kompromisse kaum vorstellbar". Die SPD müsse sich dafür aussprechen, die geplante Absenkung des Rentenniveaus zu verhindern und die heutige Absicherung von 50 Prozent des Durchschnittseinkommens zu halten. Steinbrück hatte bei diesem Thema eine Festlegung bisher vermieden.

Innerparteilich war Steinbrück in den vergangenen Jahren umstritten. Er hatte die Arbeitsmarktreformen des früheren Kanzlers Gerhard Schröder (SPD) mit verfochten und in der großen Koalition als Finanzminister eng mit Kanzlerin Angela Merkel ( CDU ) bei der Bekämpfung der Finanzkrise zusammengearbeitet.

Der "bessere Kanzler"

Linkspartei-Chefin Katja Kipping kritisierte die Kandidatur Steinbrücks. Steinbrück stehe "sicher nicht für einen Aufbruch", sagte sie der Mitteldeutschen Zeitung . Für die Linke seien aber Inhalte und nicht Personen zentral. Zum Thema Rente sagte Kipping, sie habe "große Sympathien für die Rentenrebellen in der SPD, die die rot-grünen Rentenkürzungen zurück nehmen wollen".

Steinbrück war am Freitag zum neuen Kanzlerkandidaten der SPD gekürt worden. Parteichef Sigmar Gabriel hatte ihn dafür vorgeschlagen . Er bezeichnete Steinbrück als den "besseren Kanzler". "Nirgendwo wird der Unterschied zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück so deutlich wie bei der dringend nötigen Bändigung der Banken und der Finanzmärkte", sagte Gabriel.

Spekulationen über Ampelkoalition

Auch Alt-Kanzler Schröder lobte die Nominierung Steinbrücks. "Ich begrüße das ausdrücklich. Er will das, und er kann das", sagte Schröder der Rheinischen Post . Zugleich empfahl der Altkanzler seiner Partei, eine Koalition mit Grünen und FDP nach der Bundestagswahl 2013 nicht auszuschließen.

Die Möglichkeit für eine Ampelkoalition sehen auch andere Sozialdemokraten. Seine Partei strebe Rot-Grün an, doch wenn es dafür nicht reiche, wäre eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen die "deutlich bessere Alternative" als eine Große Koalition mit der Union, sagte SPD-Politiker Johannes Kahrs dem Focus . Kahrs sah vor allem große Schnittstellen in der Wirtschaftspolitik: "Die SPD hat ein industriepolitisches Konzept vorgelegt, das die FDP guten Gewissens unterschreiben kann. Allerdings käme die FDP in einer Ampel "um einen Mindestlohn nicht herum".

"Sollte nach der Bundestagswahl rechnerisch eine Ampel möglich sein, wird das auch davon abhängen, wie sehr sich die FDP bis dahin von ihrem bisherigen Kurs lösen kann", sagte der saarländische Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD). Die FDP müsse sich wieder zu einer Bürgerrechtspartei entwickeln.